Auktion Dorenbach

  • Der Preis für den Hui Chiquita erstaunt mich eher im negativen Sinn, der Zug kostet neu rund 5500.-, der letzte Zug ging für knapp 6500.- weg, von da her hätte ich mehr erwartet.

    Nein, erstaunt war ich gar nicht, eher überrascht, denn ich habe keinen so hohen Betrag erwartet. Vor geraumer Zeit ging doch ein solcher Zug für weniger geld online weg. Du machst aber in Deiner Überlegung nach meiner Einschätzung einen Fehler. Es ist absolut irrelevant, was der ursprüngliche Verkaufspreis war. Der spielt nun wirklich keine Rolle mehr, ist höchstens ein Indikator. Wichtiger sind meines Erachtens die Seltenheit eines Modells und der Zustand. Wichtig ist einzig, was der Markt dafür zu bezahlen bereit ist.


    Zitat

    Interessanterweise kann ich bei meinen Auktionen nach wie vor ein Gebot abgeben und sie werden grün, dies sollte meiner Meinung nach nicht der Fall sein oder

    Das musste ich gleich ausprobieren und tatsächlich, Du hast Recht. Das war gestern nach der Auktion noch nicht der Fall, denn das führte zur Meldung, die Auktion sei bereits beendet. Richtig, sollte nicht sein.


    Schade, dass die erzielten Preise bis jetzt noch nicht online sind ...

  • Deswegen nocheinmal, Modelle sammeln soll in erster Linie dem Besitzer Freude bereiten und der Wertfaktor muss ganz weit hinten stehen. Wer wie ich Sammler ist und das meiste beim Erscheinen kauft, zahlt fast immer zu viel. Zuerst landet es bei den Händlern in Aktionen und später auf Online Börsen, Auktionen und Modellbahnbörsen.

    Das ist genau der Ansatz dem ich auch folge. Ich kaufe das, was mir gefällt und was mir Freude macht. Der Wert interessiert mich dabei nur bei der Frage: "was ist mir dieses Modell wert?" Habe ich dann etwas gekauft, wird das dann mit dem Kaufpreis zwar in die Inventarliste aufgenommen, aber für mich selber gleich auf 0 abgeschrieben. Ich habe noch nie ein Modell gekauft, um damit mal einen Gewinn zu erzielen (was aus finanztechnischer Hinsicht natürlich doof ist - nur ist das mir egal). Weshalb führe ich dann den Preis trotzdem? Ganz einfach, aus versicherungstechnischen Gründen. Aufgrund meines Inventars kann ich Angaben zum Kaufpreis meiner Sammlung sowohl auch zum Marktwert liefern - ob das nun jemanden interessiert oder nicht. Es ist aber keiner der Beträge aktiviert, sondern wie geschrieben, ich mache das, woran ich meine Freude habe.


    Dennoch, ich beobachte die Preisentwicklung recht aufmerksam (und führe diese Sachen, die mich interessieren könnten auch in meiner Auktionspreisdatenbank). Zwischendurch erstelle ich mit diesen Zahlen dann ja auch mal wieder Kurven mit der Preisentwicklung. Ich bezahle einfach nicht gerne zuviel. Es gibt natürlich aber viel mehr Artikel, die ich nicht kaufe, weil ich den geforderten Betrag nicht aufwenden will. Ich kann in der Zwischenzeit auch sehr gut verzichten, ein so vergifteter Sammler bin ich auch wieder nicht. Ich will für mich einfach das Gefühl haben, gut eingekauft zu haben.


    Und genau dieses Gefühl habe ich bei dieser 175. Dorenbach Auktion erhalten. Ich habe das erhalten, was mir die Positionen jeweils wert waren.

  • Das musste ich gleich ausprobieren und tatsächlich, Du hast Recht. Das war gestern nach der Auktion noch nicht der Fall, denn das führte zur Meldung, die Auktion sei bereits beendet. Richtig, sollte nicht sein.

    Interessanterweise funktioniert das ganze bei mir nicht bei jedem Artikel, gewisse kommt heute noch die von dir beschriebene Meldung, auf andere kann ich nach wie vor bieten. Der Chuiquita als Beispiel wäre nun bei 4800.-


    Nein, erstaunt war ich gar nicht, eher überrascht, denn ich habe keinen so hohen Betrag erwartet. Vor geraumer Zeit ging doch ein solcher Zug für weniger geld online weg. Du machst aber in Deiner Überlegung nach meiner Einschätzung einen Fehler. Es ist absolut irrelevant, was der ursprüngliche Verkaufspreis war. Der spielt nun wirklich keine Rolle mehr, ist höchstens ein Indikator. Wichtiger sind meines Erachtens die Seltenheit eines Modells und der Zustand. Wichtig ist einzig, was der Markt dafür zu bezahlen bereit ist.

    Ich war eher überrascht, dass er so tief weg ging, auf Ebay ging einer für rund 4500 Euro weg, danach in der Schweiz für die angesprochenen rund 6500.- dies ist mir bekannt weil ich den Käufer kenne. Der Neupreis ist oftmals ein Indiz bei Kleinserien wohin der Preis geht und was man selbst teilw. bereit ist zu bezahlen. Wenn der Neupreis bei 9000.- liegt, wäre ich durchaus bereit diesen zu bezahlen, bin jedoch nicht bereit 9000.- zu bezahlen wenn das Fahrzeug damals 5500.- gekostet hat. Klar der Preis wird durchd en Markt bestimmt, aber für eine Einschätzung gerade im Bereich Kleinserien ist der Neupreis oftmals ein gutes Indiz wie weit man in etwa in die Tasche greifen muss.

  • aber für eine Einschätzung gerade im Bereich Kleinserien ist der Neupreis oftmals ein gutes Indiz wie weit man in etwa in die Tasche greifen muss.

    Michel, für neuere Modelle in Kleinstauflagen in einwandfreier Erhaltung und von Vorbildern welche von anderen Anbietern nicht erhältlich sind, da mag das schon zutreffen und ich teile Deine Ansicht.


    Für ältere Modelle finde ich die Sichtweise von Erwin, Roland, Roger realistischer und auch ehrlicher, sonst endet es schnell mal in einer Art Selbstbetrug, man hätte was (finanziell) wertvolles.


    Ein paar Beispiele:

    Die Deutsche Tenderlok BR-93 (1`D`1) kostete nur schon als Bausatz 1971 - das war vor 50 Jahren - von Merker & Fischer CHF 305.- jedoch die aller wenigsten selber zusammengebaute M&F Bausatz würden wahrscheinlich Erwin-Kriterien standhalten. Viel mehr sind es im Laufe der Jahre Gratisbeigabe in Bastelkistli geworden, oder aber schon sehr günstig. Oder aber auch "teuer" angeboten und niemals hat einer gekauft. Als Fertigmodell kostete die M&F H0 DR / DB H0 Tenderlok BR-93 teure CHF 838.- vor 50 Jahren 1971, siehe EA Inserat vom Hauptvertreter Marcel Csuka, Zürich. Wertverlust heute? Nahezu total. Diese Tenderlok 1`D`1 gibt es von unzähligen Anbietern und fast alle sind besser... Aber 1971 hatten die Käufer an dieser Lok trotzdem ganz viel Freude, sonst hätte niemand dieses Modell gekauft. M&F hat ganz sicher kein Modell lanciert, wo sie schlechte Verkaufschancen sahen.


    Eine Spur besser steht es um das 50 jährige H0 Modell Fulgurex E-Lok PO /SNCF 2`D`2 5503-5537, doch auch diese kostete 1971 CHF 590.-


    Markant günstiger war die SBB Diesellok Bm 6/6, ebenfalls ein Fulgurex H0 Modell von 1971. Es kostete damals CHF 250.-. Im Jahre 2021 ein Ladenhüter, das wertvollste daran sind einwandfreie Fulgurex Bm 6/6 Kartons, falls es das noch gibt? Nahezu ALLE haben "die Schaumstoff-Pest" und auch der grüne Filz ist meist nicht mehr gut erhalten.


    Und auch die H0 Modelle von USA Vorbildern "roh" im Messingglanz waren vor 50 Jahren von Old Pullman nicht billig, mit Preisen von CHF 280.- bis 840.- im Schnitt um 450 bis 550.- herum. Ich meine nicht heute, sondern die Angaben in den Inseraten vor genau 50 Jahren.


    Etwas später 1974 kostete die Metropolitan H0 Ae 3/6 I auch schon stolze CHF 530.- und die Secheron Ae 3/5 CHF 495.-


    Der Metropolitan H0 SBB RAe TEE Triebzug kostete 1979/1980 je nach Konfiguration u.a. von der Anzahl Figuren abhängig, CHF 1100.- bis 1250.- Heute eher schwer verkäuflich für magere CHF 300.- bis 400.-


    Die jetzt beim Auktionshaus zum Dorenbach angebotene Sammlung hatte einfach das Glück, das u.a. auch neben "Allerweltsmodelle" extrem gesuchte Modelle im Grundstock waren, welche es von derzeit keinem anderen Anbieter zu kaufen gibt.


    Es gibt kaum noch Sammlerzuwachs gegenüber früheren Zeiten, aber die welche es hat - und das sind nach wie vor tausende Menschen, wollen verständlicherweise auf Teufel komm raus, ihre Sammlung komplettieren und vervollständigen. Wir selbst sind ja auch +/- mehr oder weniger genau von dieser Sorte, was soll`s. Von daher ist es gar nicht so verwunderlich, wenn manche Modelle durch die Decke schiessen und andere günstig oder gar liegen bleiben. Egal was sie damals gekostet haben.


    Gruss

    Hermann

  • Michel, für neuere Modelle in Kleinstauflagen in einwandfreier Erhaltung und von Vorbildern welche von anderen Anbietern nicht erhältlich sind, da mag das schon zutreffen und ich teile Deine Ansicht.


    Für ältere Modelle finde ich die Sichtweise von Erwin, Roland, Roger realistischer und auch ehrlicher, sonst endet es schnell mal in einer Art Selbstbetrug, man hätte was (finanziell) wertvolles.

    Hallo Hermann


    Meiner Meinung nach kann es sowohl als auch sein, neuere Modelle erzielen teilweise Tiefstpreise und ältere Modelle gehen teilw. durch die Decke, es kommt halt immer drauf an ob es gesucht ist oder nicht.


    Naja der Selbstbetrug beginnt in dem Moment in dem man meint man hätte mit seiner Sammlung finanziell etwas wertvolles, was heute wertvoll ist kann morgen schon nur noch ramsch sein. Man bedenke da z.B. Steuerwagen von Märklin die für über 1000 Franken auf Ricardo weg gingen und danach alle meinten sie hätten nun eine Wertanlage, der nächste Steuerwagen ging dann wieder für einen normalen Betrag weg.

  • Hallo Patrick


    Es handelte sich ume ine Variante des Leichtstahl ABt Steuerwagen, muss mal schauen ob ich das PrintScreen Bild von Ricardo noch habe ist nun auch schon ein paar Jahre her.

  • Wenn ich mir den grossen Teil der erzielten Preise anschaue, dann sind diese Modelle immer weiter weg von einer Wertanlage. In 20 Jahren kann ich meine Sammlung am einfachsten dem Altmetall Container übergeben. Vielleicht gibt es dann dafür noch eine Wurst mit einem Stück Brot.


    Meine Theorie scheint immer noch zu stimmen, sobald es gute Modelle von Grossserienherstellern gibt, rauscht der Preis für das gleichartige Messing Modell tüchtig nach unten. Gefragte Exoten erreichen immer noch ansprechende Preise.


    An den tiefen Preisen finde ich etwas sehr störend, sie repräsentieren in keiner Weise mehr den Arbeitsaufwand der in den Modellen steckt. Auch hier, einmal mehr zeigt sich die Geringschätzung handwerklicher Arbeit. Für mich ist der ursprüngliche Preis nicht zwingend die Basis was ich bereit bin für ein Modell zu bezahlen. Ich schätze ab was ein Modell heute in der geboten Qualität kosten würde und das ist für mich dann der Massstab wo der Preis liegen darf.


    Erstaunt bin über den erzielten Preis des Tintenfisches (Los 1895). Für mich ist das was das Foto zeigt, einfach nur noch Schrott. Dieses Modell muss aufwändigst repariert und renoviert werden um es in seinem alten Glanz zu erscheinen lassen. Es ist für mich nicht einmal den Ausrufpreis wert.

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • Ähm… ich melde mich nochmals. Wie kann ich die erzielten Preise sehen? Nur wenn ich mich vor der Auktion angemeldet hatte? Habe ich also als Papierlisten-Bieter keine Chance die Liste zu sehen?

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • ganz normal auf unsere Hompage gehen und den aktuellen Katalog anklicken.


    Gruss Stefan

    Dann kommt bei mir die Meldung: Webseite nicht verfügbar…. Nun ja. Dann eben nicht. Falls ich etwas ersteigert haben sollte, werde ich das vermutlich auch sonst irgendwie erfahren. Und sonst bleiben die entsprechenden Modelle eben liegen.:D

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Hallo Roger


    Versuche mal den Cache deines Browsers zu leeren oder mittels F5 die Seite zu aktualisieren, ich kann die Seite ohne Probleme öffnen.

  • Irgend ein Problem mit einem ungültigen Zertifikat. Die Seite kann ich öffnen, aber den Katalog nicht.

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Erwin - ich würde Dir gerne bei Deiner These betreffend Modell von Grossserienhersteller beipflichten. Kann ich aber nicht. Die Spur 1 (Kunststoff-Modelle) gingen gar nicht gut. Da besteht offenbar auch bei sehr tiefen Preisen kein grosser Bedarf. Obwohl aus Kunststoff gefertigt, die Modelle sind eigentlich schön, aber eben: kein Bedarf. Die Pfuderis (Echtdampf) gingen zwar mehrheitlich weg, aber auch nicht zu sehr hohen Preisen.


    Deine Ansicht betreffend Wertschätzung teile ich. Man muss aber durchaus differenzieren bei den tiefen Preisen. Massenware liefert sehr tiefe Preise (generell Märklin H0), bei gewissen Raritäten sieht es doch etwas anders aus. Mich hat erstaunt, dass das sehr hohe Qualitätslevel zu keinen besseren Preisen geführt hat.


    Der Tintenfisch war schon bei der Besichtigung auffällig. Uns war absolut bewusst, dass da Arbeit reingesteckt werden muss.

  • Die Online-Auktion brachte wohl die besseren Preise bei einzelnen Modellen.

    Auf Papier hätte ich jedenfalls nicht mitgeboten ;-)


    Nur die A 3/5 938 hat mich geschmerzt, dass sie so günstig wegging. Zu diesem Preis hätte ich auch noch eine dritte in meine Sammlung eingereiht :-)


    Darf ich hier fragen, ob schon jemand wegen eines erfolgreichen Gebotes von Dorenbach kontaktiert wurde?

    Immerhin war mein Gebot für ein "Insekt" auch zum Schluss noch als das Höchste gelistet, somit habe ich noch Hoffnung...


    Grüsse

    Felix

  • Salü Felix


    Ursula Stöckli ist in diesem Moment daran, den Fernbietern per Mail die Rechnung zu senden. Somit solltest Du heute noch kontaktiert werden.


    Gestern war ich - leider verspätet (sorry Dumeng!) - vor Ort und da waren bereits diverse Abholer da.

  • Gestern war ich - leider verspätet

    ;) Roland was heisst bei Dir verspätet, ich habe Dich leider nicht gesehen?


    Bin auf gut Glück hingefahren. Auch wenn der Zuschlag nur 1 Franken unter meinem Gebot war, so kann es nicht anderst sein, dass ich mindestens dieses Objekt erhalten habe. Von den Messing Modellen habe ich nichts bekommen, auch den besagten Tintenfisch nicht (dafür anderes im älteren eher Tinplate Bereich).


    Obwohl der Tintenfisch schon auf dem Vorschau-Foto suboptimal aussieht, ich wolle ihn trotzdem haben und habe ganz ordentlich geboten, aber immernoch knapp zu wenig... Was soll`s. Obwohl der dermassen langsam ist (etwa V/max 20-25 km/h), wollte ich den Tintenfisch trotzdem, da ich ihn vor einigen Dekaden in Olten gesehen habe, in einer Schnupperlehre in den SBB Werkstätten Olten, dass muss um 1980 gewesen sein.


    Ich bin da nicht ganz so streng wie Erwin und selbst wenn: einen vorhandenen Tintenfisch nur reparieren geht leichter, als einen komplett neu erstellen - ohne Gewähr dass der dann besser würde;(.


    Mir war es gerade passend, dass die Messing Modelle an andere Sammler gingen, ohne die Resultate wirklich abzuwarten, wurde ich in Bümpliz schachmatt schwach. Alles zusammen wäre mir etwas zu viel gewesen. Ein bischen peinlich war nur, dass die extra einen offiziellen Märklin Beauftragter engagierten welcher alle die 10`000 Gadgets an diesem Modell vordemonstrierte und mir fällt dazu nichts bessere ein als zu sagen: schade dass es das alles macht, es ist ein so wunderschönes gelungenes Modell und wird mit solchem Quatsch verunstaltet. Aber immerhin, der von Märklin verwendete Decoder ist wirklich ein guter :thumbsup:. Auf ausdrückliches Verlangen - da beharrte ich darauf - musste die Lok mit einem bald 60 jährigen blauem Analog Blech Trafo getestet werden und wenn dann die Lok u.a. beim Umschalten den Geist aufgeben würde, würde ich sie natürlich nicht mehr haben wollen. Die neue Märklin Köfferli-Lok bestand den Test ohne jede Einwände:thumbsup:.


    @ Erwin

    Was meinst Du mit Handwerk nicht mehr schätzen?

    Ich bin da ganz Deiner Ansicht, aber das ist wieder mal eine typische Situation wo niemand gross etwas dafür kann, dass es so ist wie es ist. Ganz unschuldig daran sind die Hersteller ihrerseits auch nicht, die stehen selber unter Druck und wollen vor allem primär, dass man kauft, nicht dass man schätzt...


    Noch zu Zeiten der spanischen Armada und Royal Navy war es üblich, handgeschmiedete Nägel anzufertigen, je nach Könner und Art der Verwendung des Nagel, brauchte der Schmied bis über 5 Min pro einzelnen Nagel!!! Heute braucht die automatisierte Nagel-Produktion minim länger, um gleich den ganzen Bedarf für einen Baumarkt zu produzieren. Aber wenn diese Produktion in einem Übersee Container feststeckt und niemand Auskunft geben kann, wann die Lieferung erfolgt, dann wird das inländische fachliche Können plötzlich wieder begehrt.


    Gruss

    Hermann

  • Ich habe die Rechnung inzwischen erhalten. Doch, da blieb einiges hängen. Auch mein Hauptobjekt (den Preis finde ich im Gegensatz zu Roland ziemlich real. Er wäre mir noch einiges mehr wert gewesen).

    Über einige Zuschläge wundere ich mich: reiner Zufall, ob oder ob nicht Höchstbietender.

    Meinen Sparbatzen muss ich allerdings schon anzapfen.:whistling:

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Was meinst Du mit Handwerk nicht mehr schätzen?

    Überspitzt formuliert ist heute jeder der mit seinen Händen ein Produkt herstellt ein Tubel, der erstens immer zu teuer ist und zweitens unfähig. In der Autogarage zahlt man ohne allzu gross zusammen zu zucken Stundenansätz von Fr.160.00 oder noch mehr. Der Elektriker oder Sanitär oder was auch immer, sollte aber möglichst weniger als Fr.50.00 die Stunde kosten. So wundert sich der geneigte Kunde warum kaum vernünftige qualifizierte Handwerker zu finden sind. Was in England aktuell mit den Lastwagen Chauffeuren passiert, wurde durch den Brexit beschleunigt und wird uns aber auch eher früher als später ereilen. Chauffeur, früher ein durchaus beliebter Beruf, der auch vernünftig bezahlt wurde, machen heute in erster Linie Leute die keine vernünftige Qualifikation haben. Die Lieferwagenfahrer dürften die unterste Schicht darstellen. Geknechtet bis aufs Blut und komplett unterbezahlt.


    Ich bin da ganz Deiner Ansicht, aber das ist wieder mal eine typische Situation wo niemand gross etwas dafür kann, dass es so ist wie es ist.

    Doch, für diese Situation kann die Führungsriege von grossen Firmen sehr viel dafür. Es wurde immer danach gesucht wie etwas noch viel billiger hergestellt werden, egal zu welchen Konditionen. Umweltschutz, Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, egal wie mies, Hauptsache möglichst weit weg und die Verantwortung trägt der Produzent alleine, egal welchen Kostendruck der Auftraggeber ausübt. Den meisten Konsumenten ist es auch völlig egal, solange alles möglichst wenig kostet.


    Mir wird jeweils schier übel wenn ich Leute schwärmen höre, wie toll doch Aliexpress, Wish und andere billigst Anbieter sind. Denen würde nur schon eine Woche Arbeit in einem Amazon Lager sehr gut tun. Einfach um zu sehen, welche Gründe mitverantwortlich sind um billig an die Ware zu kommen. Mit den Arbeitsbedingungen nähern wir uns zusehend dem Industriearbeiter Prekariat des 19. Jahrhundert an. Von der Logik her müsste, danach wieder das Sklaventum folgen.


    Unser Wirtschaftsystem ist bald überall an seinen Grenzen angelangt, nur will das kaum jemand war haben. Wie lange dieses wacklige Gebilde noch aufrecht erhalten werden weiss niemand. Darum geniesse ich jetzt noch, falls zu meinen Lebzeiten bereits alles den Bach runter geht, habe ich nichts aufgeschoben was ich hätte machen können. Dazu gehören auch sinnbefreite Tätigkeiten, wie das ansammeln von Modellen die grossmehrheitlich in Schachteln vor sich her dösen, einfach weil es mir Freude bereitet. :thumbsup:

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.