Filiale des 'Trafosaklu'

  • Der 'Trafosaklu', also der Transformator-Sammler-Klub, ist im HAG-Forum ein legendärer Thread, in welchem es um Modellbahntrafos geht. Entstanden ist der Beitragsstrang damals wegen der verschiedenen Gehäusefarben des klassischen HAG-Geräts mit der Nr 650. Seither verästelte sich der genannter Thread in alle Richtungen mit dem Thema Transformator.


    Da ich mich nun soeben geärgert habe, dass ich wegen der veralteten Software im HAG-Forum mein Bild im originalen Trafosaklu-Faden nicht platzieren konnte, und auch keine Möglichkeit hatte, mein Foto zu verkleinern, eröffne ich an dieser Stelle eben eine 'Filiale' des legendären Themas.


    Als Erstes - zum Beweis seiner Existenz - für Oli ein Bild eines echt goldenen HAG-Trafos.... ^^


    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Hallo Roger


    Vielen Dank für das Bild :thumbsup: . Deine legendäre Trafosammlung durfte ich ja schon mal live und im Original bei dir betrachten. Hast ne stattliche Anzahl zusammen, alle Achtung! Du darfst ruhig noch mehr Fotos einstellen :thumbup: .


    Beim goldenen im Richard handelte es sich um diesen hier, leider habe ich ihn nicht gekriegt, nicht so schlimm.

  • Der Unterschied zwischen dem 'gelb mét' und dem 'eierschalenfarbenen' Trafo ist teilweise recht gering.... Du hast ihn nicht bekommen, weil Du zu geizig warst! ;)

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Gratuliere Oli!
    Auf den Bildern erscheint der Trafo grau. Ist das so? Oder hat er real noch einen schlammfarbigen Grünstich? Jedenfalls ein interessantes Stück. :thumbsup:

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Das Modell ist immer das gleiche. Über die ganze Zeit gab es minimale technische Veränderungen. Verschiedene Modelle von Anschlussplatten, Drehknöpfen, Skalablechen und Umschaltstiften. Die ersten Modelle waren blau hammerschlag lackiert. Danach wurde es farbig.

  • Gratuliere Oli!
    Auf den Bildern erscheint der Trafo grau. Ist das so? Oder hat er real noch einen schlammfarbigen Grünstich? Jedenfalls ein interessantes Stück.


    Hallo Roger
    Vielen Dank. Sobald er in den nächsten Tagen bei mir eingetroffen ist, werde ich den Trafo genauer betrachten. Ich denke aber Erwin hat recht mit seiner Erklärung. Das von den Farbschattierungen beim Champagner-Schlammfarbigen wusste ich aber bisher so nicht.

  • Das Modell ist immer das gleiche

    ... in dem Fall zeige ich mal was ganz anderes, innerhalb dieser Rubrik!


    Lampenvorschalt-Widerstandregler für "Starkstrom-Modelleisenbahnen" Spur 0 Und I.


    Hier eine Bing Ausführung von etwa 1916. Es funktioniert noch recht gut :thumbsup: , trotz dem Alter von 100 Jahren! Es ist dabei jedoch einiges zu beachten: Dieser "Lampen-Trafo" hat keine Primär- und Sekundär Spannung! In der Funktion ist es wie ein Trafo gedacht. Technisch entspricht es keinem Trafo, da der Strom nicht herunter transformiert wird, man spielt mit der vollen Spannung(!), was immer vorne angeschlossen wird.


    Das Gefährliche ist nach meiner persönlichen Ansicht weniger, dass man mit einer potentiell (lebens)gefährlichen 240 Volt Spannung frei herumspielt, sondern dass ich das mit nur Halbwissen ausführe. Kompetente Leute welche damit Erfahrung haben, sind allmählich sehr rar geworden, es gibt niemand mehr, den man fragen könnte. Schon gar nicht einen Elektriker, der von Brunnen meint: Entferne den Stecker und stelle es als nicht betriebenes Museumobjekt in die Vitrine. Solche Geräte sind seit 1927, also schon 89 Jahren ausdrücklich amtlich verboten. Angenommen der Spieler wäre 1927 etwa 15 Jahre alt gewesen, müsste er heute rund 104 Jahre alt sein.


    Die Lampenvorschaltgeräte gab es von 1895 bis 1926. Es ist nicht so, dass es damals noch keine Trafos gab, aber sicher nicht zum Zweck von nur zum Spiel. "Richtige" Trafos waren teure wertvolle Geräte für das Gewerbe und Industrie. Im Weiteren, selbst wenn damals jemand einen Trafo hätte auftreiben können: wo "einstecken"?? Um 1895-1914 hatten nur die wenigsten privaten Häuser / Wohnungen elektrischen Anschluss. Für die paar wenigen privilegierten Leute mit Stromanschluss mussten eben diese Lampen-Vorschaltgeräte genügen. Wenige Jahre später, vor allem zwischen 1916 - 1940 wurden allgemein die Häuser an das Stromnetz angeschlossen. Spätestens ab 1927 waren "echte" Trafos für den 20 Volt Spielbetrieb erhältlich.


    Ein paar Unterschiede zum heutigen System:


    Man mag es nicht glauben: Das System Buchsen zu Stecker war von der Art her und Grösse in etwa gleich wie heute, aber in machen Gegenden umgekehrt!!! Allein dieses kleine Detail ist äusserst gefährlich, da im Gegensatz zu heute, damals ein eingestecktes Kabel offene stromführende Steckstifte aufweist. Naheliegend, dass es diese Art Hausanschluss schon damals nicht sehr verbreitet war und ca. seit dem 1. Weltkrieg verschwunden. Nun, die Art der Anschlüsse, Stecker und 110 Volt oder 220 Volt, Gleichstrom oder Wechselstrom? Es gabt verschiedene Systeme, zuerst musste sich ein System durchsetzen.


    Ein "moderner" Trafo liefert entsprechend seiner Einstellung Strom, unabhängig, ob der Strom bezogen wird, oder nicht. An Hand vom Regler ist bei korrekter Anwendung zweifelsfrei eindeutig klar ersichtlich, ob vom Trafo Strom in die Gleise fliesst, oder nicht. Beim Lampenvorschaltgerät fliesst der Strom - und somit leuchten die schönen Kohlenfaden Lampen - erst, wenn der Kreislauf geschlossen ist. Dem System ist egal, was den Kreislauf schliesst!!! Gedacht ist, dass der Motor in der Spielzeuglok (Spur I oder Spur 0, jeweils für bis zu 220 Volt ausgelegt) den Stromkreis schliesst und die Lampen zum leuchten bringt. Angenommen die Lok befindet sich auf einem elektrisch getrennten Abstellgleis, oder ist entgleist, oder hat einen kleinen Defekt, z.B. Kohle/Bürste liegt nicht sauber am Kollektor auf, dann leuchten die Kohlenfadenlampen zwangsläufig nicht. Daraus zu schliessen, dass das Gleis nicht unter Strom steht, ist grundlegend falsch! Die Lampen zeigen mit ihrem Nichtleuchten nur an, dass gerade kein Strom fliesst, "da" ist er trotzdem. Allzu oft passierten wegen diesem Missverständnis Unfälle! Da man nur all zu leicht beim Nichtleuchten der Lampen den entgleisten Zug wieder aufstellte, oder sonst wie am Gleis herum handierte, und damit unfreiwillig und unbewusst den el. Kreislauf schliesst... Anstatt zwingend vorher den Regler auf 0 Stellen, - AUCH oder erst recht BEIM NICHTLEUCHTEN der Kohlenfaden-Vorschaltlampen.


    Kohlenfadenlampen sind (zumindest für den üblichen Gebrauch) seit ca. 80-90 Jahren verschwunden. Sie produzieren bei wenig Licht viel zu viel Widerstand und Wärme. Es gab halt damals nichts besseres. Zumindest erhellte dieses Licht in einem wunderschönen Warmton. Gerade weil eben diese Kohlenfadenlampen einen sehr hohen Widerstand hatten, sind späteren Lampen für dieses Starkstrom-Eisenbahnspiel völlig untauglich, auch wenn die Fassung passen würde!! Die Lok würde schon auf der Stellung 1 mit "300 km/h" davon schiessen. Motoren, Lampen, Widerstand, alles war ganz genau aufeinander abgestimmt. Ist der Widerstand viel kleiner, (oder theoretisch viel zu gross) funktioniert die ganze Bahn nicht.


    Man würde meinen, die Märklin (oder Bing, oder Bub) "Starkstrom-Eisenbahn" seien wenigstens stark, bei so viel Strom. (Starkstrom, ein ganz geläufiger Tin-Plate Ausdruck, aber fachlich nicht korrekt, für einen Elektriker ist Starkstrom was ganz anderes). Leider ist auch die Stärke nicht ganz zutreffend. Schwach sind die Märklin / Bing Starkstrom-Züge natürlich nicht, bei soviel Strom. Jedoch ist kein nennenswerter Zugkraftunterschied zu den späteren ähnlichen 16-20 Volt Loks feststellbar. Wie die 1. Lampen, produzierten auch die 1. Spielbahn-Motoren für 110-220 Volt primär Wärme und Funken, anstatt gutes Drehmoment, der damalige Wirkungsgrad war bescheiden.


    Als museal betriebene Spielzeug-Bahn ist es trotzdem ein schönes Abenteuer. Der damalige Erfindergeist muss sich nicht verstecken.


  • Hallo Roger


    Ich glaube es ist so wie von Erwin oben beschrieben, aber ich lasse dies lieber die TRAFOSAKLU-Experten überprüfen ob eher grau oder schlammfarbiger Grünstich.


  • Hoi Oli,
    Ja, das ist ein Champagnerschlammfarbener. Auf Deinem Foto ist die Farbe deutlich und typisch... :D

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Hallo Hermann


    Du hast einen interessanten Bing-Trafo mit noch schöneren Kohlenfadenlampen :) . Und da diese Lampen bei Dir offenbar auch ab und zu leuchten dürfen, hier ein kleiner Tipp:
    Kohlenfadenlampen mögen es nicht, wenn ihre Kohlenfäden noch in Bewegung sind, wenn man sie einschaltet. Immer zuerst warten, bis alle Fäden ruhig sind, erst dann den Strom einschalten. So hast Du hoffentlich noch viele Jahre Freude an den schönen Lampen.


    Viele Grüsse
    Peter

  • Guten Tag Peter,
    Vorläufig: "moderne" HAG-Trafos sind die bessere Wahl :) oder gleich Röbis Starkstrom Trafos...


    "funktioniert recht gut", war zu optimistisch... Im Bericht steht viel (indirekt) über Spannung, nichts über Ampére... Die originale Funktion scheint als Showeffekt bei nur kleinster Belastung gerade noch so zu genügen. Ab dem Moment, wo Arbeit (Ampére) verlangt wird, sprich eine mittelgrosse Lok mit 3-4 Wagen, die Runde(n) dreht, qualmts am Widerstandgerät stark zu allen Öffnungen heraus 8| ... (Immerhin, die Lok bleibt heil, deren Motor wird kaum warm)


    Anfänglich dachte ich, dass sei nur alter Staub zwischen den Widerständen. Nun, es sind die Widerstände selbst... Im Weiteren hat es viel offener (vermutlich?) Asbest als Isolationsmaterial, sowohl bei den Widerständen als auch unter den Kontakten. Kein grund zur Panik, aber gesund zum einatmen ist dieser Qualm ganz sicher nicht.


    Zu guter letzt die Lampen: Der Strom selbst bringt diese leicht zum Schwingen(!) Wohl ist auf dem Gerät u. auch Lampen "220 Volt" markiert, das Gerät könnte dennoch ursprünglich für Gleichstrom 110 Volt konzipiert sein? Viel mehr wackeln die Hände des Fotografen, das beste Ergebnis brachte Blende 4,5 bei 1/20 Verschlusszeit, (1 x mit-, 1 x ohne Blitz)das ist nicht mehr gut von Hand zu halten.


    Derzeit gibt es für die HAG-Trafos, egal ob blau, grau, braun, oder goldig, keine leuchtende Konkurrenz... Wenn man wirklich mit "Starkstrom" die Modellzüge betreiben möchte, führt kein Weg an einem modernen sicheren Industrietrafo vorbei. Vorteil: Sicherheit und funktionale Gewähr. Nachteil: es leuchtet nichts, aber vor allem kein authentischer Betrieb. Falls es "echt" sein muss: Replica Gerät anfertigen! Frei von Asbest und mit Widerständen, welche der (eher kleinen) Belastung ohne wenn und aber standhalten müssen. Bleibt die Frage, ob es das einem der Wert ist? Früher kosteten die Lampen-Vorschaltwiderstände nicht die Hälfte von echten Trafos, als mitte 1920-er Jahre beides parallel erhältlich war. Heute kostet ein Replica Vorschaltwiderstand bestimmt ein Vielfaches gegenüber einem Trafo.


    Fazit: Ohne ausgiebige Kontrolle was höchst wahrscheinlich eine umfangreichen Reparatur zur Folge hat, sind 100 jährige Lampenvorschaltgeräte nicht mehr zu gebrauchen. Schon gar nicht so, wie es auf den Werbungen uralter Kataloge dargestellt wird: mit 2 sehr langen schweren Zügen... Tempi passati


    Gruss
    Hermann

  • Von wegen sinnlos Diesel verbrennen: von einer ominösen streng geheimen Joint Venture aus Porsche, HAG, einer Prüfgesellschaft, und alles unter der Aufsicht vom MoBa-Forum, (nur ich wusste nichts davon), wurde irgendwie einen HAG Trafo kreiert, vermutlich mit der Absicht, dass von nun an der Porsche Diesel Traktor Typ Junior 109 zukünftig elektrisch betreibe? Der Porsche Diesel ist mit Abstand der leichteste und kleinste Traktor, aber Krach und Abgase macht er wie ein ganz grosser, benötigt der nun einen HAG Trafo für leises Fahren? Jedenfalls plötzlich war der Trafo "da". Ein richtiger mechanischer Trafo, nichts da mit komischen Halbleiter Elementen. Sogar mit dem Ae 6/6-Schiebebild, und mit dem Emblem eines Basler Fachgeschäftes am Trafoboden. Die Ae 6/6 dient dazu, damit man weis, wo das Gleis bez. eben der Porsche Traktor anzuschliessen ist.


    Ich werde den Trafo in Ehren halten und zukünftig nicht nur die ganze Zeit Traktor fahren, auch nicht mehr auf den Knien das Tüüfeli bitten, doch auch am Traktörlitag zu erscheinen. Weis jemand von den verheirateten Männern, wieso man den Frauen ganz viel versprechen muss was man tun wird und auch viel versprechen muss, was man nicht tun wird. Aber umgekehrt sagt sie nur: "Ja vielleicht?!" Dies kann alles und nichts bedeuten. Und dann kommt sie und zieht bereits weitere MoBa-Forumisten in ihren Bann, Achtung, ein gefährliches Tüüfeli... Ich meinte, es gibt ein Foto wo sie mit Madi im JCB fuhr, im Duo da weis man noch weniger, was sie zusammen als nächstes aushecken? Zukünftig wird ganz fleissig an der Eisenbahn gebaut, damit bald einmal der HAG Porsche Diesel Trafo auch Arbeit haben wird...


    Mit bestem herzlichen Dank für das tolle Geschenk!  :thumbsup: 
    Hermann

  • Lieber Hermann
    Gratuliere zu diesem Unikat. Es ist eben schon so: exklusive Leistungen verdienen exklusive Preise. Es hat aber einen Haken. Falls jemals ein roter Porsche Diesel Hag Trafo auf Ricardo feilgeboten würde, hast du den Nimbus des Forums verlassen oder bist, im dümmsten Fall der Fälle, ennet dem Jordan angekommen.
    Auf jeden Fall danke ich für die Fotos. Alle (fast alle) wussten von diesem Trafo, nur gesehen hatte ihn keiner.
    Herzliche Grüsse
    Oski