Gefälschte HAG Gottardo 2016 Loks im Umlauf

  • Letzte Woche ist bei HAG eine weisse Re 4/4 II Gottardo 2016 zur Reparatur eingegangen. Eine Überprüfung ergab, dass es sich dabei aber nicht um ein Original HAG-Produkt handelt sondern um eine umgebaute und umgemalte Lok. Der Kunde wurde kontaktiert und auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass das Ursprungsmodell wohl von HAG stammte, nicht aber die Bemalung. Genauso entspricht das Innenleben nicht den aktuellen HAG Produkten. Verkauft wurde das Modell nicht als Set sondern einzeln, deklariert mit der HAG-Artikelnummer, verpackt in einer Original HAG-Schachtel, als HAG-Produkt.


    Die Ettikette wurde leicht modifiziert, der Verweis auf die Exklusiv-Serie vom Loki Depot Horw wurde entfernt.


     


    Auf den nächsten Bildern folgt der Vergleich zwischen der Original-Lok (mit den orangen Dachleitern) und dem Plagiat.


             


    Es wurde ein eigenes Label über die Bestätigumng der HAG Qualitätskontrolle angebracht.


     



    Die Re 460 präsentiert sich so:


         


    Festzuhalten ist:


    - Der Qualitätsstandard des Plagiats kommt längst nicht an den der HAG-Produktion heran
    - die Kanten sind unsauber
    - die Schriftarten stimmen nicht
    - die Schriftgrössen stimmen nicht
    - die Positionierung ist nicht exakt
    - der orange Dachleiter fehlt (resp. ist schwarz statt orange)
    - das Innenleben (Verdrahtung) entspricht nicht dem HAG-Standard - und konnte so auch nicht funktionieren
    - bei der Re 460 fehlt das ABB Logo bei der Auflistung der Hauptsponsoren


    Als "problematisch" - eigentlich muss da von einem Betrug gesprochen werden - anzusehen sind:


    - die Verwendung der original HAG-Artikelnummer
    - eine modifizierte HAG-Ettikette, welche vorgibt, dass es sich um ein original HAG-Produkt handelt
    - kommerzielles Vorhaben (die Lok wurde offiziell im Laden verkauft, Original-Rechnung liegt vor)
    - keine vorliegenden Bewilligung der Verwendung des SBB- resp. der Sponsoren-Logos


    Es können zum aktuellen Zeitpunkt keine Angaben über die hergestellte Menge geliefert werden, es besteht die Möglichkeit, dass es max. 40 Exemplare sein könnten.

  • sehr merkwürdig....
    aus kommerziellen Gründen kann sich das kaum gelohnt haben... die Kopie sieht doch ganz Ordentlich aus... mit der Arbeit ist da kaum Gewinn drin...


    was Auffällt:
    - an der Re 4/4 sind bei der Kopie die Fensterrahmen Weiss anstelle Schwarz
    - die Klimaanlage scheint bloss ein Stück gewöhnliches Plasitk
    - Dachleitung unlackiert
    - die Schriftart / Grösse und die Logos sind unterschiedlich
    - die Etikette: nicht nur die Beschriftung ist anders, auch das Bild: es zeigt die Kopie...


    Ein gewöhnlicher Fälscher wäre mit all diesen "Fehlern" eine ziemliche Niete, zumal diese Fehler zu vermeiden simpel ist.


    Lässt sich denn Erkennen, was das Ausgangsprodukt der Fälschung war?


    Gruss Dumeng

  • Ein solches Modell ist nicht in fünf Minuten produziert, daher meine Vermutung, der Entschluss Fälschungen herzustellen wurde gefasst und in die Tat umgesetzt bevor HAG die Modelle für das Lokidepot Horw auslieferte. Das erklärt für mich die auffälligen Abweichungen.

  • Die Re 460 ist mit Fr. 750.00 im Webshop aufgeführt, allerdings nicht mehr lieferbar. Die Re 4/4 habe ich nicht mehr gefunden.


    Korrekt. Die Re 4/4 II wurde für Fr. 675.- verkauft.

  • es wäre noch spannend, was der entsprechende Herausgeber zu der ganzen Geschichte meint? Was war seine Motivation? Geld verdienen müssen und wollen wir alle, sonst können wir z.B. keine HAG-Loki, oder sonst was Schönes kaufen. Von nichts kommt nichts. Es hätte doch bestimmt einen legalen Weg gegeben, MIT DEM WOHLWOLLEN; oder wenigstens von HAG toleriert und im Wissen derer, was eigenes zu kreieren! Andere Herausgeber von Sonderserien beweisen dies, teils über Jahre! Meinte der zitierte Händler wirklich, dass in der heutigen Zeit HAG-Plagiate unerkannt bleiben? Wo doch jedes noch so kleine Detail von der potentiellen Kundschaft akribisch wahr genommen wird. Die aktuelle Gotthard-Welle so zu reiten, hätte er besser bleiben lassen.


    Gruss
    Hermann

  • Jetzt bin ich doch irgendwie verwirrt, hielt ich Stucki doch für seriös. So kann man sich täuschen. Bleibt zu hoffen dass es da nicht noch Fälschungen anderer Hersteller gab.

  • Und eigentlich konnte jeder Händler beim Loki Depot Horw auch bestellen, einige haben dies getan, andere nicht :thumbdown: Der leidtragende ist der Kunde, welcher eigentlich den Preis für ein Original bezahlt hat, und aber eine Kopie bekam.


    Schade eigentlich hat man den Händler als Soliden und zuverlässigen Händler wahrgenommen, dem sei anscheinend nicht so.

  • Wenn der Kunde durch den Verkauf der Loks getäuscht wurde und er annehmen musste, dass er ein Original erhält, sind schon wesentliche Tatbestandesmerkmale des Betrugs erfüllt. Durch die Tatsache, dass die Artikel mit einer (gefälschten) HAG-Etikette, samt HAG-Artikelnummer versehen war und nirgends ein Hinweis auf eine nachträgliche Umlackierung versehen war, ist die Arglist - ebenfalls ein Tatbestandesmerkmal, das bei Betrug nötig ist - gegeben.
    Dass ein bekannter und bis zu diesem Zeitpunkt angesehener Verkäufer sich auf solch plumpe Machenschaften herablässt, nur weil sein Ego es nicht zulässt, die Loks legal bei einem Mitkonkurrenten zu beziehen, enttäuscht mich.


    :thumbdown:

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • es wäre noch spannend, was der entsprechende Herausgeber zu der ganzen Geschichte meint?


    Der Verkäufer steht dazu.


    Was war seine Motivation? Geld verdienen müssen und wollen wir alle, sonst können wir z.B. keine HAG-Loki, oder sonst was Schönes kaufen. Von nichts kommt nichts.


    Darüber kann ich nichts aussagen, ich verstehe das auch nicht.


    Es hätte doch bestimmt einen legalen Weg gegeben, MIT DEM WOHLWOLLEN; oder wenigstens von HAG toleriert und im Wissen derer, was eigenes zu kreieren! Andere Herausgeber von Sonderserien beweisen dies, teils über Jahre!


    Hermann, da musst du was unterscheiden. Einerseits: wir gestalten ja auch öfters Loks um, bei uns ist das aber rein privat und ohne jeglichen kommerziellen Aspekt, das ist ein kleiner aber wesentlicher Unterschied zum vorliegenden Fall. Andererseits darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass HAG (wie auch der Mitbewerb), Verpflichtungen betreffend der Verwendung der Logos mit den SBB eingegangen ist (eingehen musste) und dafür auch bezahlen muss. Dies wurde hier umgangen.


    Meinte der zitierte Händler wirklich, dass in der heutigen Zeit HAG-Plagiate unerkannt bleiben? Wo doch jedes noch so kleine Detail von der potentiellen Kundschaft akribisch wahr genommen wird. Die aktuelle Gotthard-Welle so zu reiten, hätte er besser bleiben lassen.


    Denke, da liegst du gar nicht so falsch ...

  • Bei ebay.de wird derzeit eine Gottardo-Doppelpackung (27 006-32 - Original HAG) zu einem fairen Preis angeboten . . . :)

  • was wohl der Herausgeber auch nicht beachtet hat, (oder war es ihm schlicht egal :thumbdown: ): HAG ist wieder dort, wo man die Firma gerne sieht. Zwar für einen gesunden Preis, dafür einwandfreie Qualität :thumbsup: . Plagiate torpedieren die Bemühungen zur Qualität und sorgen für Verwirrung bei der Kundschaft. Wenn jemand enttäuscht die Garantie einfordern will und zu hören bekommt: Das Produkt ist nicht von uns! "Doch, steht doch HAG drauf"... Plagiate sind daher Ruf- und geschäftsschädigend. Indirekt das einzige Gute daran für HAG: Plagiate kennt man nur von begehrten hochwertigen Qualitäts Labels.

  • In der Tat eine traurige Geschichte ;( , die so nicht sein müsste...ich bin auch eurer Meinung, das meiste wurde schon zitiert und/oder beantwortet. Roger hat das strafrechtliche ebenfalls schon erläutert. Furchtbar, dass dies in unser schönes Hobby fällt.
    Jedenfalls danke trotzdem über die transparente Information. Bin gespannt wie das noch weitergeht... :S

  • Gehen wir ganz zum Anfang zurück ist es von HAG eine absolute Marketing-Sünde und ein Affront anderen Fach-Händlern gegenüber diese Maschinen über einen einzigen Händler zu vertreiben. Das soll keine Plgiate rechtfertigen, zeigt aber den verzweifelten Wunsch in diesm Gechäft mitzumischen. Dies mit jedem Mittel. Mein Typ: zur Qualität von Hag gehört unbedingt auch eine transparente Vertriebssruktur die alle Händker gleichstellt. So lassen sich Trickli, Spiele und Krämpfli leicht unterbinden. Das mützt HAG*, uns Kunden und nicht zuletzt allen suberen Händlern. * Marketing Fachleute kan mann nach Bedarf extern "einkaufen"