Die See-Berg-Bahn

  • lieber Roger, hast Du noch nie was gewollt was nicht (gut) geht?


    Am Gleismaterial liegt es sicher nicht. Es gibt verschiedenste Flexgleise z.B. einseitig-, kreuzweise-, u. mit beidseitigen Schwellenbänder unterlegt. Somit sind alle Formen möglich! + dazu kann nahezu jeder (grosse) Radius nach Belieben als fertiges Gleis-Element bestellt werden. Verfügbar ist fast alles, aber der Platz nicht. Es sind "nur" meine Vorgaben, welche schwierig zu erfüllen sind. Aber sinnlos sind diese Vorgaben dennoch nicht: zwischen den Wänden und der Anlage soll (wo es möglich ist) wenigstens 1 Meter Abstand sein. Der Radius soll nicht im Bach enden. Im Endeffekt wäre "nur" 1 Oval möglich, oder kleinere Radien. Jedes Tun hat immer Auswirkungen auf alles... Das Ganze ist ein Kompromiss!

  • Oh Hermann, du denkst zu kompliziert. Roger hat schon Recht, wenn er es nicht versteht.


    Der innerste Bogen mit Radius 1925 (da wo der Wagen steht) gibt den Takt an. Den verlege bitte innerhalb der Ecke und bitte nicht so wie auf dem Bild. :facepalm:


    Und dann mache die äusseren Bögen im gleichmässigen Abstand wie jetzt (von Auge ca. 20 cm, gell?), also mit Radius 2125 und das äusserste mit 2325, wenn du schon Flexgleise hast wie behauptet. Dann hast du parallellen Schienenverlauf. Bist überall innerhalb (!) der Platte, auch der Platz sollte knapp reichen. Sonnst mache den Parallellabstand dementsprechend kleiner.
    Immer von der Vorgabe des innersten Gleises ausgehend. :!:


    Aber mit drei Bögen von gleichem Radius ... Mumpitz! geht nicht. :nono:

    Gruss

    Peter


    Freedom's just another word for nothing left to lose

    No matter how much you polish a turd - it's still a turd

  • Doch, Peter, das ginge sogar. Nur ist dann der Verlauf der Schienen nicht parallel. Und Platz gespart ist damit auch nicht.


    Hermann, das Platzproblem ist mir natürlich auch bekannt. Hat jeder Modellbahner. Nur Deine Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. Muss ich ja eigentlich auch nicht. 8) Die See-Berg-Bahn soll ja den Charakter des Erbauers widerspiegeln. Warum also, sollen solche Details nicht hermanntypisch ausfallen dürfen? ^^:thumbsup:

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Ja, Roger, ich habe das ganz einfach dargestellt.


    Links ist der Parallellabstand an den Geraden die Vorgabe, verwendet werden die gleichen Radien.
    Rechts ist der Parallelabstand überall gleich, mit entsprechend grösseren Gleisradien.


    Wen die vergösserten Gleisabstände in der Kurve nicht stören, soll es so bauen, natürlich geht das auch ;)


    Gruss

    Peter


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  • Danke für die bildliche Darstellung, Peter. Genau so kann man beweisen, dass die Gleise entweder parallel sind (mit verschiedenen Radien) oder aber die die Radien einheitlich sind (aber nicht parallel). Man kann kann erkennen, dass der Platzbedarf in der äusseren Ecke bei der linken Variante, also so, wie Hermann sie gemäss seinen Angaben verlegt hat, grösser ist als mit konzentrischen Bögen.


    DAS verstehe ich eben nicht. ;)

    Gruss Roger


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  • grösser ist als mit konzentrischen Bögen.

    ersten mal vielen Dank Peter und Roger für Eure Beteiligung :thumbsup: .
    Konstruktive Kritik ist immer gut und macht das Werk letztendlich etwas besser.


    Ich habe vor dem Verlegen dieser Partie mit verschiedenen Radien mit Trassee aus Kartonpapier ausgelegt u. gespielt. Bin zum Schluss gekommen: schöne konzentrische Bögen geht nur, wenn der Radius 1925 mm der Grösste ist. (vorausgesetzt ich habe genug exakt die Karton Trassee ausgeschnitten, dass das Resultat auch stichhaltige Ergebnisse liefert...) Die Tischfläche ist ja immer die Gleiche, somit ist schnell sichtbar, was wieviel Platz benötigt. Einverstanden, ein gleichmässiges konzentrisches Vorgehen braucht etwas weniger Platz, aber nur zwischen den inneren Gleisen und sieht vor allem durch seine Gleichmässigkeit schöner aus.


    Insgesamt benötigen 3 konzentrische Gleise für einen 1/4 Bogen - VIEL MEHR PLATZ nicht nur in der Gesamtbreite, das sowieso, sondern auch in der Länge, der längste Radius soll ja nicht nach-, sondern vor seiner Bhf-Weiche wieder "einbiegen". Der teilweise grosse Gleisabstand, aber nur in Teilbereichen ist nicht so schlimm. Es soll dort Bahnsteige geben.

    Das einzige wo ich mich selber nicht so ganz verstehe oder einfach ein wenig unsicher bin, was wie viel und wann, soll ich beim Bau dieser Anlage im MoBa-Forum zeigen? So konsequent wie Roger, nämlich ALLES und vor allem immer rechtzeitig, dass schaffe ich nie.

    Aber so wie jetzt, diesen Teil der Gleise fertig montieren - offensichtlich gut Sturm erprobt, fest geleimt und geschraubt, stabil für mindestens die nächsten 100 Jahre und dann ca. 1 Monat später Euch fragen ist es gut? = Suboptimal. Entweder am besten VORHER zur Diskussion stellen, oder erst wenn alles fertig ist. Vergebens wars dennoch nicht, am Grundkonzept ändere ich zwar nichts mehr, weil ich glaube es geht nicht besser im Verhältnis Raum zum gewählten Radius und auch weil das bisherige Trassee ohne seine Zerstörung nicht mehr abgeändert werden kann, Holzleim bombenfest hält was er verspricht, wenn die zu klebende Fläche frei von Fett ist. Doch das kurze unschöne auffällige S bei einem der Gleise, das geht besser. Betrieblich wars kein Nachteil, aber optisch reichlich unschön. Schliesslich will ich mich nicht IMMER daran erinnern müssen; ah, an dieser Stelle hast du einen unschönen Murcks gemacht. Wie früher ein Murcks behoben wird, um so kleiner ist der zusätzliche Aufwand. Es sei denn, die neue Korrektur verschlimmbessert den Murcks. Was hier nicht der Fall war.

    Gruss
    Hermann

  • Die See-Berg-Bahn hat in den letzten 10 Tagen Nachwuchs bekommen.


    Die Supraleiter schnelle Uralt Uhrwerk Dampflok lies mir keine Ruhe, seit dem letzten MoBa-Forum Besuch.

    Das letzte mal rettete sie Erwin vor dem Luftloch Sturz. Kürzlich hing sie an der Kupplung ca. 5 Meter über Boden am Geländer vom Luftloch, unbeschadet:). Das ist reichlich Glück! Die Versuche (mit dieser Lok) sind somit beendet. Sie erhält ein Fahrverbot und kommt auf einen Denkmal-Sockel vor dem Bahnhof. Auf diese Weise - und nur so - kann sie noch einmal 100 Jahre älter werden, mindestens?...


    Aufgeben auch nicht. Es ging darum, ob eine Uhrwerk Lok eine Runde auf der See-Berg-Bahn "schaffen" würde? Für jedes "Problem" gibt es eine Lösung. Eine Märklin Standard Uhrwerk Dampflok aus den 1930-er Jahren sieht schön aus, aber läuft viel zu kurz. Kein Wunder bekommt man heute solche Loks für einen beschämend günstigen Preis. Weit jenseits, der Sammler Katalog Angaben. In 1. Linie geht es gar nicht um den Preis, es geht darum, dass verständlicherweise bei einfachen Uhrwerk Loks aus den 1930-er Jahren und später kein Interesse mehr vorhanden ist.


    Märklin Uhrwerk Dampflok D-1021 Spur I. Bj. 1908. ein Supermodell...

    Kürzlich gab ich bei einer Auktion weniger wie den halben Schätzpreis Preis einer Märklin Uhrwerk-Lok aus der guten alten Zeit ein, eine D-1021 von 1908. "Oh staunen, ich war der Meist Bietende. Sie hat optisch kleinere Gebrauchs-Mängel, und ist beim testen leider nicht gelaufen8|. Aber es war gar nichts defekt! Einfach nur fest verhockt. Nach dem Reinigen des Uhrwerks läuft die 110 jährige Lok perfekt:thumbsup:. Im Langsam-Gang (!!!) sehr schnell, aber nicht so schnell das sie auf der Anlage entgleisen würde. Hoffentlich auch nicht, bei rund 4 Meter Durchmesser. Ihr Schnellgang ist ein No-Go! Super dagegen ist: ihre Reichweite ist ganz passabel. Knapp eine ganze Runde was immerhin gut 100 Meter entspricht. Sicherheitshalber wird die Lok vor dem Luftloch noch einmal aufgezogen. Das ist vorbildgetreu, die SCB Loks fuhren ja auch nicht direkt von Sissach, schon gar nicht von Basel ohne Halt nach Olten, sondern in Läufelfingen einen kurzen Stop ein, um Wasser und Kohle nachzuladen.


    Ich habe Freude, dass doch noch eine Uhrwerk-Lok auf meiner Anlage ihre Runden drehen kann. Auch wenn die Achsfolge B`1 höchst komisch ist. Eine Schnellzug Dampflok braucht zwingend ein Vorlauf-Drehgestell. Märklin Tin-Plate besitzt keine echten Vorlaufachsen. Es sind alles im Grunde 2-achsige Lokomotiven (selten auch 3-4 Achsen) in einem Rahmen. Die Vorlaufachsen werden ganz lose vor sich hin geschoben, was ein gewisses Entgleisungs-Risiko beinhaltet. Wird die Vorlaufachse nachgezogen, statt vorgeschoben, wirkt sich das positiv auf die Betriebssicherheit aus.

  • Der Anfang der Märklin Eisenbahn


    Nach der interessanten KKW-Besichtigung fragte mich Harald, wieso es bei der See-Berg-Bahn nichts mehr zu Berichten gäbe? Ehrlich Antwort: weil ich nicht Roger (Ae 6/6) heisse. Ich kann Berichte schreiben oder in meinem Stil etwas bauen, oder (leichtes) Klettern, oder (vor allem früher) die Tiefes des Sporttauchens ausreizen, Haie oder Steinböcke suchen, aber immer nur eins nach dem anderen... Multitasking möchte ich gerne gut können, doch das ist nicht mein Ding. So gehts halt langsam vorwärts, aber es geht:)


    Der Anfang von Märklin

    Beim letzten Forum Besuch fragte mich jemand, war es Eric?, ob die - sehr alte - Uhrwerk Lok noch laufen würde? Keine Ahnung? Ich interessierte mich bisher nicht sonderlich für Uhrwerk. Egal ob 20 Volt, 220 Volt oder 4 Volt, 16 Volt oder sogar Digital, alles ist besser - dachte ich - als ein Uhrwerk Antrieb für Eisenbahnen.


    Ich wusste nur, dass meine vorhandene Uhrwerk Dampflok aus dem VORLETZTEN Jahrhundert stammt, und viel zu schnell für einen Gleisbetrieb ist. Es gibt noch deutlich ältere Spielzeug Dampfloks, aber ohne Gleise(!) als Bodenläufer mit einer Schnurr zum nachziehen, ab etwa 1850. Für die Modellbahner eher uninteressant, da an diesen Uralt Spielzeug Loks fast nichts dran ist. Es ist vielmehr ein recht begehrtes Sammler-Gebiet für Kleinkinder-Spielzeug Allgemein, verwandt mit antiken Puppen. Mit Eisenbahnen wie wir es kennen, hatte das bis 1892 nicht viel zu tun.


    Interessant für Modellbahner wird es ab 1892, die Geburt der "genormten" Spur I. Eigentlich entwickelte sich das Gleissystem recht schnell, mit viel Zubehör, zu einer vollwertigen separaten Spiel-Beschäftigung. Die Ansprüche waren nicht sehr hoch, Entgleisungen waren an der Tagesordnung.


    Die Spurweite definierte den Platz welcher für den Antrieb zu Verfügung steht. Ebenso war auch die Länge vom Uhrwerk begrenz, die Triebachsen der Lok begrenzten die maximal mögliche Uhrwerk-Ausdehnung. Die Zahnräder, Federbreite usw. dürfen nicht beliebig schmal sein, und auch die Federlänge darf ein Mindestmass an Länge nicht unterschreiten. Man sieht, Platzprobleme gab es bereits seit 1892.


    Kommt dazu, die Stundenlöhne der Arbeiter waren tief, die Materialpreise viel höher als heute üblich. Märklin, die anderen Hersteller noch viel mehr, sparten (vorerst) wo sie konnten. Aus den genannten Gründen dürfte sich der Fahr-Spass in engen Grenzen gehalten haben. Die ersten Spur I Uhwerk-Loks haben eine viel schnellere Beschleunigung als jeder Sport-Tesla, aber die Uhrwerk-Reichweite blieb trotzdem bei wenigen Metern.


    Als die Modelleisenbahnen immer wie populärer wurden, musste sich Märklin etwas einfallen lassen, aufwändigere bessere Uhrwerk Loks herzustellen. Entweder ist der angehängte Zug zu schwer, dann läuft der Zug ohnehin nicht. Oder aber die Lok mag den Zug in Bewegung setzen, was umgehend zu Entgleisungen führte.


    Die grosse Zeit des Uhrwerks war zwischen 1905 und 1914.

    Es gelang Märklin, viel längere Federn in kompakter Form unterzubringen. Die guten Loks hatten eine Bremse(!), Vorwärts- und Rückwärtsgang und 2 Geschwindigkeiten und vielleicht am wichtigsten: eine weitere Untersetzung erhalten, was die Loks sehr deutlich langsamer und stärker werden lies. Für was 2 einstellbare Geschwindigkeiten vorhanden waren, ist mir schleierhaft. Weil es war nicht langsam und schnell, wie es in den Katalogen beschrieben steht, sondern "schnell" und "Unfall-Speed". Nichts da von langsam... Es hätte noch gut eine weitere Untersetzung gebraucht, beim vorgegebenen Platz nicht mehr machbar.


    Doch bereits ab 1904 (!) gab es als Sortimentsbereicherung ersten elektrisch angetrieben Spur I Lokomotiven. ("Starkstrom" 110-220 Volt). Nach 1918 entwickelte sich die elektrische "Modell"-Eisenbahn langsam aber sicher zum bevorzugten System. Ab 1928 als bekanntes 20 Volt System. Uhrwerk als Antrieb wurde weit über die Spur I hinaus, mindestens bis mitte 1950-er Jahre als preiswertere Alternative angeboten. Hauptsächlich Spur 0, aber auch vereinzelt sogar in der Baugrösse H0.


    Doch Technisch wurden Uhrwerk-Antriebe bereits nach dem 1. Weltkrieg nicht mehr gross weiter entwickelt. Die späten Uhrwerk-Lokomotiven der 1930-er Jahre bis ca. 1955 hatten nicht mehr die gleiche Reichweite, es wurde mehr auf eine preiswerte Herstellung Wert gelegt.


    Ähnlich wie das Fliegen 1:1 in den 1930-er Jahren, war Spielzeug in seiner besten Qualität nichts für die Massen, sondern einer finanzkräftigen Oberschicht vorbehalten. Märklin hatte guten Geschäftssinn und wollte möglichst für jede Bevölkerungsgruppe etwas im Angebot haben.


    Eine Ausnahme bildet der CH Hersteller Buco. Seine Uhrwerk Lokomotiven in Spur 0 der 1950-er Jahre gehören technisch zum Besten was es im Uhrwerk-Bereich gibt. Doch die Uhrwerk-Technik war in den 1950-er Jahren chancenlos geworden. Die Vorteile der elektrischen Modellbahn schätzte jede Person. Uhrwerk war einfach eine Nuance günstiger, was für Buco das Kundenpotential erweiterte.


    Gruss

    Hermann