Die See-Berg-Bahn

  • Hermann,


    Viel hilft nicht immer viel, auch wenn ein gemeinsamer Kollege das immer wieder behauptet. ;)


    Wie kommt es, dass die Stahlteile wie neu aussehen und die Kabel ebenso? Die sind doch nicht mehr im Original Zustand?

  • Lieber Erwin,

    Du kennst Dich garantiert mit Guss aus und vielleicht auch mit Klötzen, und auch in eine von Dir revidierte Düse würde ich mich sofort und vertrauensvoll herein setzen. Offenbar sind aber alten Gussklötze nicht so ganz Deine Favoriten.


    Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, beim Auseinander nehmen habe ich dann und wann gedacht, ob womöglich der Erwin nicht doch recht hat, das neue Technik der alten überlegen sei? Für dass das eins der Märklin Flaggschiffe war, hätte man noch etwas sorgfältiger arbeiten können, es hat mir etwas zu viele "Langlöcher", eine Vorstufe von Murcks. Ebenso hätte man aus Prinzip auch mehr entgraten können, auch dort wo der normale Benutzer (falls es so etwas überhaupt gibt) im Allgemeinen nie hinein langen würde.


    Mein Fazit ist: Märklin fertigte als Spielzeug Hersteller generell auf einem hohen Niveau, in den späten 1930-er auf einem höheren Level, als die meisten anderen Mitbewerber. Anderseits gaben sie sich beim Reptil Zusammenbau nicht mehr Mühe, als bei irgend einer preiswerten Uhrwerk Lok. Ganz genial war der Konstrukteur dieser 1`B - B`1 20 Volt E-Lok. Selbst beim Gehäuse finden sich in Teilbereichen Partien auch bei anderen Modellen, bei der Mechanik sowieso, "einfach" alles doppelt ausgeführt. Lediglich die Verbindungsbrücke zwischen den Drehgestellen und die Verkabelung gibt es so ausgeführt, einzig nur bei diesem Modell-Typ.

    Und doch hat man nicht das Gefühl, eine Baukastenlok zu besitzen, als Ganzes trift dieses Modell sein Vorbild mindestens so gut, wie die exakten 1:32 Modelle. Weniger ist mehr, diese Kunst erreichen nicht alle Konstrukteur so genial. Immerhin ist die Lok etwa 83 Jahre alt.


    Das Fahren begeistert jetzt voll auf, besser geht es nimmer, ich bin sehr zufrieden.

    Generell, nach meiner bisherigen Erfahrung, egal ob beim Spielzeug oder beim grossen Vorbild, egal ob Auto, Traktor Lok oder sonst was im Oldtimer Bereich: die Alten erreichen mindestens die selben Qualitäten, aber nicht von selber und nicht ewigs. Man überlege sich, eine C 5/6 Dampflok war gegenüber einer SBB Ae 4/7 um Welten teurer im Unterhalt, aber die selbe Ae 4/7 sieht gegen einen SNCF TGV "alt" aus, was die Pflege pro gefahrenen Kilometer angeht. Die Ae 4/7 erreichte nach ca. 50-60 bis 7,5 Mio Km. Der TGV macht dies mir nichts dir nichts in sehr kurzer Zeit.


    Ich bin mir schon voll bewusst, das dieses Märklin Spur I Modell von 1934 bis 1937 hochpreisig war. Aber es ist trotzdem schade, wenn die Blech-Reptilien die es noch gibt, im Schrank oder sonst wo irgend wie vor sich hin vegetieren. Das Ding läuft, wenn man sich damit vorher einige Stunden befasst, viel zu gut um in einem Kasten ewigs immobil zu bleiben. 2 Metall-Träger, welche aufeinander beweglich gelagert sind, da schadet ganz sicher kein Fett. Aber auch bei den alten HO HAG Loks, da hat man es mit der Masse Rückführung zu früheren Zeiten gegenüber heute noch nicht so genau genommen.


    Erwin, ich gehe mal davon aus, das der oder die Vorbesitzer zum Modell sorge trugen. Sprich nicht im schlecht isolierten Dachboden oder feuchten Keller Jahrzehnte lagerten. Die ersten "Kunststoff" Kabel waren ganz anderst ausgeführt. Es ist im Vergleich zum Drahtquerschnitt eine viel zu grosse Hülle. Sofern an den Drähten niemand herum gerissen hat und der Stahl nie feucht wurde: doch Erwin, das ist 100% original nach meinen bisherigen Erkenntnissen, da habe ich bisher keine Zweifel. Guter trockener Stahl kann Ewigkeiten überdauern. Die Fahrdrähte sind richtige Drähte, keine Litzen. Da kann innerhalb 80 Jahren schon mal einer brechen. Zumal die üblichen Spur I Gleise früher viel enger waren, als auf der See-Berg-Bahn. Bedenken hatte ich eher wegen den Aufschriften. Märklin beschäftige mehr als 1 Schriftenmaler, jeder von ihnen hatte seine ureigene Handschrift, aber nicht jeder war ein Ausnahmetalent. Alle waren jedoch mindestens genügend.


    Jedes Jahr einen Traktörlitag ist möglicherweise für die Besucher etwas langweilig, jedenfalls immer der gleiche Ablauf. Ich kann ja nicht gut einen Rennen veranstalten, wer zu oberst am Fronalpstock Gipfel-Restaurant ankommt, der hat gewonnen. Das wäre zwar echt spannend nicht zu schwer und nicht zu leicht, dazu abwechslungsreich. Aber gewinnen würde sowieso die Polizei. Die würde zufrieden ihre Beine im Restaurant hochlagern und 1 Std vor Feierabend fragen, wer ist der Veranstalter?


    Andere Forumisten haben genau so tolle Sammlungen, einer hat z.B. eine wundervolle Messingsammlung, u.a. mit Schmalspur H0m Modellen, manche davon habe ich noch gar nie real gesehen... Nächstes Jahr dürfte die See-Berg-Bahn einigermassen "fertig" sein, im Sinne von Fahrbetrieb möglich. Innerhalb vom MoBa-Forum Verein, kann jeder welcher Lust hat, dieses Modell fahren sehen. Mitnehmen kaum, aber in die Lok herein schauen, dem spricht nichts dagegen. Das Dach der Lok ist wie ein Deckel einer Biskuit Dose, abnehmbar.


    Schade weiss man nicht so genau, was die anderen Blech-Reptilien machen. Fahren sie man sie selten, das ist nicht mein Ansinnen, für`s Fahren sind sie gemacht. Entsprechend dem Alter einfach nur noch an Sonntagen bei schönem Wetter, analog zu den Oltimer Fitness-Fahrten der SBB Historic.

    Gruss

    Hermann

  • Hermann,


    Mit so alten Eisenbahnen Eisenbahnen kenne ich mich tatsächlich nicht aus. Alte Technik kommt mir hie und da in die Finger. Darum bin über den exzellenten Zustand der Teile etwas verwundert.


    Langlöcher sind kein Murks, es wurde nur grösseren Toleranzen Rechnung getragen. Die Kabel sind Stoffisoliert. Gleich alte oder noch ältere gibt es bei mir in der Wohnung noch an vereinzelten Stellen. Obwohl die nicht angefasst werden, zerbröseln sie fortlaufend. Stoffisolierte Kabel befinden sich auch noch in meinen Quad II Röhrenendverstärkern mit Jahrgang 1960.


    Ich habe wie gesagt keine Ahnung von solchen Modellen, eines in diesem technischen Zustand würde ich auf Basis meiner Kenntnisse von Werkstoffen als stark restauriert betrachten und entsprechend als nicht sehr wertvoll einstufen. Auch bei bester Lagerung altert Metall sichtbar, auch galvanisierte Teile verfärben sich, teils löst sich die Schicht auf, da sie in das Grundmetall eindiffundiert. Selbst die Werkstoffe verlieren einen Teil ihrer ursprünglichen Eigenschaften, im speziellen die Stähle. Sie verspröden meist mit zunehmendem Alter.

  • wenn man es ganz genau betrachtet, kommen schon Gebrauchs- und Abnutzungsspuren zum Vorschein, so sind die Lager der Ankerwelle durchaus gebraucht mit gewissen sichtbaren Spuren. Noch innerhalb der Toleranzen, es "gluggert" (noch) rein gar nichts. Aber mein Exemplar ist definitiv gelaufen, auch an den Rädern, Radlager und Schleifer sind leichte bis mittlere Abnutzungsspuren erkennbar.


    Doch, es gibt schon noch deutlich bessere erhaltene Original-Exemplare. Welche aber damals wie heute als Wertanlage angesehen wurde und auch so behandelt wurden. Diese Leute würden niemals tolerieren, dass damit gefahren werden würde, schon gar nicht auf meiner Anlage, (mit dem Maximum was der HAG Trafo hergibt:D).


    Ich werde mich hüten, mein Exemplar in irgend einer Form willentlich abzuändern, zu verbessern, oder sonst wie vom Originalzustand abzuweichen. Aber ob es wirklich das Nonplusultra einer Wertanlage darstellt, das kommt erst aus, wenn es verkauft werden würde, was hoffentlich noch lange geht. Wenn man sich zu fest auf einen hohen Wert versteift, erliegt man möglicherweise einer Illusion?


    Vom Wert her ist sind Märklin Uralt Objekte (zumindest bisher) von etwa 1892 bis 1914 nicht nur Loks, auch die Wagen, Bahnhöfe und vor allem das Zubehör konstant geblieben, oder gar gestiegen, auch heute noch! Märklin 1930-er Jahren gilt den Kennern bereits als viel zu neu und in zu grossen Auflagen produziert. Ob Uralt oder neuer, die Kriterien sind mittlerweile extrem streng geworden, ein bespieltes Objekt (dafür wurde es ja gebaut!), oder ein restauriertes Sammlerstück lassen die Hochpreissammler desinteressiert zurück. Gleichzeitig wo viel Geld fliesst, sind die Fälscher nie weit weg, es gibt Situationen, vor allem wenn es schell ruck zuck gehen muss, da komme ich an die Grenzen meines Wissens. Vor allem wenn Originalteile und Replica Teile vermischt wurden, dann gleicht es Prozent Rechnen. Wie viele Teile müssen original sein, damit das Ganze als Original gilt? Wurde als Einzigstes nur 1 Puffer ersetzt, kann man ganz sicher nicht von einer willentlichen Fälschung sprechen. Ist aber die Kupplung noch das Einzigste was original ist, muss zwingend von einer Fälschung gesprochen werden, wenn so ein Teil nicht ganz offiziell als Replica taxiert wird.


    Momentan sind die 1930-er Jahre im Spielzeugbereich nicht so begehrt, entsprechend werden sich auch die eher teureren Objekte diesem aktuellen Trend nicht ganz entziehen können. Es kommt einfach mehr, auch Tin-Plate auf den Markt, als es Liebhaber dafür gibt. Die Zeiten können sich auch wieder ändern, das weiss kein Mensch.


    Kommt dazu, die Firma Märklin verdient keinen Cent mehr an diesen alten Sachen. Wenn die ein perfektes Replica Spur I Modell Krokodil auf den Markt bringen würden - bis zum letzten i-Pünktchen identisch, vorausgesetzt sie haben überhaupt noch die Fähigkeit dazu, das wäre der Todes Stoss vom Sammlerwert, was wiederum auf die aktuelle Produktion vielleicht negativ zurück schlagen könnte? Das wäre etwa so, als würden die Zermatter Burger eine Seilbahn auf das Matterhorn bauen lassen. Technisch wäre es vielleicht machbar, aber die Matterhorn-Aura wäre nachhaltig beeinträchtigt.


    Mit anderen Sachen aus dem Märklin Sortiment, haben sie weniger Hemmungen: Der grosse Bahnhof Leipzig war über Jahre kaum unter CHF 20`000.- zu haben, Spitzen Exemplare erreichten auch deutlich mehr. Märklin gab MTH das Recht, diesen Bahnhof Leipzig wieder offiziell heraus bringen zu dürfen. Zu einem Bruchteil vom Sammlerpreis. Ab Euro 1000.- ist man dabei, die Qualität hervorragend, man muss schon sehr genau hin schauen. Aus Distanz ist zwischen Original und MTH-Repica keine Differenz festzustellen. Das ist auch der Grund, wieso mir ein deutscher Auktionator seine Leipziger sehr preiswert verkaufte, kein Sammler wollte 20-30 mal mehr bezahlen, für etwas was identisch erscheint. Und der Vorbesitzer gab dem Preis der Rest, er hat auf den Bhf-Mosaikboden kreativ mit viel gut klebendem Leim die zahlreichen Figuren angeklebt, das war nicht gut für den Werterhalt, aber für meine Zwecke als Anlage-Ausstattung ist diese Bhf Anlage absolut noch dienlich, da der Preis stimmte. Revell und Faller Kunststoff Bausätze sind ja auch nicht gratis und brauchen Geduld und Können zum zusammen setzen.

  • Hallo Hermann


    Wunderschöne Bilder und schöne Atmosphäre - beim Betrachten kommt richtig Eisenbahnstimmung auf, nostalgisch im besten Sinne!

    Der Rätsel-Parcours mit der Technik hat sich x-mal gelohnt. :)

    Beste Grüsse - Carlo


    [H0m 2L DCC] Anlage "Rhaetian Flyer" Proto-Freelance RhB, FO; Testanlage fertig, zZ Bau Schattenbhf
    Peco, Bemo; Rocrail; Steuern+Melden: CANbus GCA-Module, Hall-Melder, Servo, ESU + Zimo Decoder;

  • Ist deine Echse ein Dreileiter Modell? Die beiden Pilze auf der Unteransicht sehen optisch aus wie Glühbirnen, macht aber kein Sinn, als Pilzkontakt schon. Aber aus welchem Material sind sie den? Sieht auf dem Foto einfach nicht nach Metall aus.


    Betreffen den Kabeln hat mich jetzt der "Gwunder" doch gestochen und ich habe einen meiner Quad II Verstärker geöffnet. Die Seidenisolierten Kabel sind noch Original. Aus welcher Zeit sie technologisch stammen weiss ich leider nicht. Was an diesem Verstärker speziell ist, er ist offiziell auf Tropentauglichkeit geprüft und auch zugelassen. Vielleicht hat er darum noch Kabel ohne Kunststoffisolierung.


    Hermann, das wäre doch auch noch etwas für dich, 100 Prozent analog ohne Transistor, mit Kohlenschichtwiderständen nur die Kondensatoren entsprechen heutigen Standards. Dazu säuft er Strom wie ein Loch, bei maximal 15W Ausgangsleistung braucht er mindestens 60W bis maximal 90W. Das Gerät ist dazu absolut alltagstauglich. Jahrgang ca. 1960.


    Die besagten Seidenisolierten Kabel. Die Schrauben haben die typische gräuliche Verfärbung wie sie bei verzinkten Schrauben durch die Alterung entstehen. Zink ist bekanntlich ein minderwertiges Metall und wird im Korrosionsschutz bewusst so angewendet, dass sich nach und nach die Zinkschicht abbaut damit das Grundmaterial erhalten bleibt..



    Das bekannte nostalgische Röhrenglimmen.



  • Ist deine Echse ein Dreileiter Modell? Die beiden Pilze auf der Unteransicht sehen optisch aus wie Glühbirnen, macht aber kein Sinn, als Pilzkontakt schon. Aber aus welchem Material sind sie den? Sieht auf dem Foto einfach nicht nach Metall aus.



    Erwin, machst Du den Kopfstand? es SIND Glühbirnen! Und das Foto zeigt die fertige "Inneneinrichtung" vom Reptil-Mittelteil! Nix da von Unterseite! Im Maschinenraum ist es trotz dem Fenster stockdunkel, Märklin hat dem Teil eine Innenbeleuchtung gespendet, auch wenn dieser Effekt kaum zur Geltung kommt. Dafür wurde auf die Nachbildung der Führertische / Bedieninstrumente verzichtet.


    Mir ist bekannt, das die Industrie immer wie mehr multifunktionale Teile erstellt, aber jetzt übertreibst Du etwas. Wenn der Schleifer hell zu leuchten beginnt, dann ist man wirklich zu schnell gefahren, viel zu schnell...


    Die Lok stammt noch aus einer Zeit, wo die Ausrüstung noch ganz im inneren der Lok Platz finden durfte. Allenfalls wurde beim Vorbild SBB Ce 6/8 II darauf geachtet, das der Trafo per Krane direkt durch das Dach gelangte, wenn eine Montage oder Revision fällig war.


         


       


    Zum Thema "Langloch" es gibt davon 2 Varianten: Die eine Variante ist, mit einem Fräser eine gleichmässige längliche Bohrung ausführen. Die andere Variante ist: der Märklin Arbeiter bohrte 1936 daneben und versuchte es noch einmal... Da das Material früher einen viel höheren Stellenwert hatte, musste erheblich mehr Schlimmes passieren, bis ein Objekt in Ausschuss Kübel gelangte.




    Die nun älteren Fotos stammen vom Jahr 2015, mehr für mich selber, rasch per Kamera mit eingebautem Blitz. Das erreicht nie Studio Qualität, geht aber zigfach schneller. Das Auseinandernehmen der Lok war mehr als nötig, aber bis die nächste R 3 wieder fällig wird, das dauert hoffentlich weitere 50 Jahre. Jedes Auseinandernehmen, nützt der Mechanik wenn richtig ausgeführt, aber schadet - auch wenn man noch so sorgfältig vorangeht, der Lackierung insgesamt ein wenig. So ist es immer ein gewisses abwägen, ob- und was man am besten tun soll. Von daher, nur um zu besseren Fotos zu gelangen, nehme ich das Ding nicht wieder auseinander, schon gar nicht jetzt, wo es so gut läuft.


    Die Bilanz ist ein wenig wie ein Vorkrieg-Rolls-Royce; zu seiner Zeit bestimmt das beste Gefährt. Einfach so von selber entstehen keine solchen Legenden, schon gar nicht welche so langanhaltend über Jahrzehnte anhaltend zu einem Mythos werden. Marketing alleine reicht da bei weitem nicht, es muss schon einen nachhaltigen Grund dafür geben. Aber mit der Zeit ist der Mythos fast hochwertiger, als das Objekt selbst.


    Ich bleibe dabei, wenn Märklin wirklich gewollt hätten, sie hätten das Reptil noch ein wenig hochwertiger ausführen können. Man muss sich in die Zeit zurückversetzen. Deutschland hatte ca. 15 Jahre vorher die bisher grösste Inflation aller Zeiten. Im Muotathal schnitzten die Bauern noch Holzkühe, welche als Geschenke herhalten mussten. Spielzeug kaufen beim Zürcher FCW? Das war höchstens etwas für die Stadt-Leute.


    Untätig blieben auch die Göppinger nicht, im eher unteren bis gut mittleren Preisbereich erreichten die Auflagen, davon träumen aktuelle Modellbahn Produzenten. Die braune Märklin Uhrwerk- und 20 Volt E-Lok Märklin RS 13031 bez. RS 13030 ein absoluter Bestseller da das optimale Verhältnis zwischen Herstellungsaufwand, Qualität und Verkaufspreis erreicht wurde. Diese Lok ist seit 85 Jahren ab Werk ausverkauft und noch immer an jeder besseren Börse, oft mehrfach, vorzufinden. Bei dieser 2-achsigen E-Lok kann der Kunde über seine Fantasie wählen, ob das Vorbild eine Be 4/6 oder eine BLS Be 5/7 sein soll. Unter solchen Gegebenheiten war das Reptil das Beste, was man von Märklin bekommen konnte.


    Es wäre noch spannend, in Roger`s Zeitauto einzusteigen, 100 Jahre vorwärtsspulen und schauen, was man von der Modelbex Ae 6/6 und oder von der Lematec Ae 6/6 halten wird? und ob man das Märklin Blech-Reptil überhaupt noch kennen wird? Vielleicht wird es solche Blech Spur I Modelle dereinst gratis zum Abgeben in Bastelkisten geben und Lematec das Mass aller Dinge darstellen? Oder anderst herum, die Chinesen empfinden Blechspielzeug aus Göppingen aus den 1930-er Jahren eine Art Spielzeug Beginn aus der Höhlenbewohner-Epoche, und handeln die Objekte zu unvorstellbaren hohen Sammlerpreisen, niemand kann es mit Bestimmheit wissen.

  • Antwort auf die Bemerkung von Roland über den Preis von Märklin Maxi

    (Beitrag bei "mir", damit es den Dorenbach Thread nicht ablenkt. Die Maxi Spur I Union Pacific ist ohnehin nicht in der aktuellen Auktion enthalten)

    Roland hast Du Märklin Maxi Spur I? (Was für eine Frage, vermutlich hast Du alles?)

    Maxi ist ein wenig ein spezielles Produkt: die Loks laufen erstaunlich gut:thumbsup:. Und trotzdem hätte Märklin mehr daraus machen können...


    Märklin Maxi US-Doppellok F7 Union Pacific. Katalog Nr. 54301/54302 Bj. 1996-1999

    - diese 8-achsige Riesenlok hat gerade mal 2 Minimotörli welche über einfachste Schneckengetriebe gerade mal je 1 Achse antreiben.

    - Getriebe zur benachbarten Achse sind nicht vorgesehen. Bei diesem extremen Raumangebot sind 2 v 8 Antriebsachsen etwas gar mager! / billig.

    - Anstatt dass möglichst alle Achsen den Strom zu den Motoren liefern, ist es genau umgekehrt: 1 Kabel liefert den Strom für die Dummy-Beleuchtung.

    - Modell oder Baukasten? : um das Gehäuse abzuheben, sind 13 (DREIZEHN) Schrauben pro Einheit zu öffnen, also 26 Stk... ein Märklin Rekord?!?

    - es muss ja nicht unbedingt eine Raser Lok sein, aber um damit vom Atlantik den Pazific zu erreichen, das dauert bei dem Tempo viele Tage (zu langsam).


    Leider liefert das Schneckengetriebe keinerlei Auslauf! (eine Schwungmasse ist nicht vorhanden). Bricht der Strom weg, bleibt die Lok bocksteif stehen. Solange Strom vorhanden ist, bin ich dennoch positiv überrascht, wie gut und feinfühlig die Lok per se fährt. Aber erst nach dem gründlichen reinigen. Und mehr Metall geht definitiv nicht mehr: das Schneckengetriebe besteht aus Kunststoff, ansonst besteht restlos alles andere aus Blech. --> "Blechklotz".


    Die Lok habe ich als Vitrinenmodell gebraucht gekauft. Sie war in all den Jahren bis vor kurzem noch niemals gefahren. Bei H0 sind mir dermassen verölte Loks ab Werk 1 in den späten 1990-er Jahren nicht mehr bekannt, bei diesem Modell wetteiferte das Schmieroel mit Araldit, was fester klebt. Eine so verharzte Lok über alle 8 Achsen, ist mir noch nie begegnet. Vor allem die zahlreichen antriebslosen Achsen klebten wie Leim. Dennoch, das Gehäuse entfernen ging noch länger, als der "Oelleim" zu entfernen. Jetzt läuft die Lok sanft bereits ab ca. 1,8 Volt


    Alles in allem ein netter Versuch, auch schon gut 20 Jahre her(!), ein Produkte Segment zwischen Märklin "normaler" Spur I und LGB zu finden. Doch die übliche "neue" Märklin Spur I bietet für das Geld mehr Qualität und vor allem viel mehr Benutzerfreundlichkeit beim Handling.


    Gruss

    Hermann

    Foto folgt bei Gelegenheit...


  • Antwort auf die Bemerkung von Roland über den Preis von Märklin Maxi

    (Beitrag bei "mir", damit es den Dorenbach Thread nicht ablenkt. Die Maxi Spur I Union Pacific ist ohnehin nicht in der aktuellen Auktion enthalten)

    Roland hast Du Märklin Maxi Spur I? (Was für eine Frage, vermutlich hast Du alles?)

    Maxi ist ein wenig ein spezielles Produkt: die Loks laufen erstaunlich gut:thumbsup:. Und trotzdem hätte Märklin mehr daraus machen können...

    Danke Hermann für die Bestätigung. Nein - i beware - ich habe längst nicht alles. In meiner Sammlung befinden sich Modelle der Spuren H0 und 0, aber kein I, N, Z, 0m, LGB oder was es noch alles für Spuren gibt.

  • gestern Nacht hatte ich einen (Alp) Traum:

    mir träumte es in der letzten Nacht, ich sei Erwin...

    ... welcher an einer Werkbank stehend, einfach ganz neutral, rein rational sachlich eine Begutachtung vornimmt;


    - Motorlager komplett ausgeschlagen. Je nach Modell sehr unterschiedlich ausgeführt. Teils haben bereits uralte Märklin Loks richtige Lager mit Lagerbuchsen. Teils, haben auch selbst (alte) Märklin Loks nur billigst ausgeführte Lager. Nur je 1 Loch in der reichlich dünnen Wandung.

    - Achslager nicht ganz so schlimm, aber auch bis an das Limit heraus, abgenutzt.

    - Wartungsfreundlichkeit: Unterirdisch. Um das Bürstenlager zu entfernen, müssen die Räder demontiert werden! (da diese das Lager überdecken).

    - Reine Blech-Loks haben keine Zinkpest, dafür (klar weit weniger dramatisch): Kabelisolierung extrem spröde, bis zum Blankdraht total zerbrösmelt.

    - verschiedenste verbaute Materialien altern unterschiedlich! Bereits ohne Zink(Pest) haben sich erhebliche Materialspannungen aufgestaut!

    - Ist man zu einer Werk-Zerlegung gezwungen, entlädt sich die Spannung. Nachteil: es wird nie mehr in der ursprünglichen Exaktheit zusammen passen. Das ist nicht so ganz trivial, weil die Achslager sind kein separater Block, sondern lagern in zusammen gesetzten Blechen. Es muss ja nicht unbedingt auf den 1/1000 mm stimmen. Aber Abweichungen von nur 1 mm ergeben, dass ein Rad deutlich in der Luft hängt statt die Schiene berührt.

    - 100 jährige Weichlötungen: eine Superqualität, dass die überhaupt so lange gehalten hat! Gewisse Fulgurex Nähte lösen sich bereits nach 30-40 Jahren.

    - aber auch 100 jährigen Märklin Lötnähte ertragen nicht mehr alle die gleichen Belastungen wie damals, als das Modell als Neuheit angepriesen wurde.

    - leimt man die Brüche, ist es nicht mehr original. Lötet man, so nimmt mehr oder weniger das wertvollste daran, die Lackierung potentiell schaden.

    - macht man gar nichts, fährt die Lok meistens gar nicht, oder allenfalls rauchend und krächzend höchstens bis zum nächst möglichen Bhf.


    der Traum-Erwin schaute ganz milde und meinte, die Entsorgung ist nicht kostenpflichtig, das Meiste kann der Wiederverwertung zugeführt werden. Und weg war die Lok... und hops aufgewacht. Natürlich habe ich das Ding nicht entsorgt, sondern viele Stunden versucht, erfolgreich :) wieder in Gang zu bekommen. Zum Glück hat das Haus eine moderne Lichtnetz-Sicherung.


    Im Forum ist immer wieder von Spinnern zu lesen. Anfänglich hat man noch die Hoffnung, ganz vorne bei den von Vernunft betonten Forumisten eingeteilt zu werden. Doch wer sich in der heutigen Zeit noch mit elektrisch betriebenen Tin-Plate Modellen abgibt, dem ist nicht mehr zu helfen. Ob es dann um 4-Volt, 110 - 220 V, oder um 18-20 V Modelle geht, vernünftig ist nichts davon! Am ehesten bietet das jüngste Tin-Plate Gebiet, die 20 Volt Epoche reelle Hoffnung und gute Chancen auf eine gute Funktion, weil das 20 Volt System weniger alt ist, höchstens "nur" 93 Jahre ab 1927, gegenüber 4 Volt und 220 Volt welche ab ca. 1900, 1904, spätestens ab 1909 erhältlich waren, was einem Alter von 110 bis 120 Jahren entspricht. Noch mehr als das Alter per se, spielt eine Rolle, selbst wenn Märklin, die industrielle Produktion von elektrischer 4 V u. 220 V Spielzeuge hatte noch kaum Erfahrung, es waren Pioniere. Die - teuren - Spielzeuge mussten (Kinder?) von hohen Militärs, Fürsten, Könige, vermögende Industrielle & Städter zufrieden stellen, mehr nicht! Die Anlagen wurden für ein paar Stunden oder wenige Tage um den Christaum herum aufgebaut. Die Modell-Lokomotiven wurden kaum je ernsthaft gefordert. Niemand dachte daran, dass 120 Jahre später ein MoBa-Forumist so alte Bahnen mit V/max auf einer grösseren Anlage fahren lassen will.


    Seit Jahren ist an Börsen und Auktionen vom Preiszerfall die Rede. Dieses Thema ist komplex, ich möchte da jetzt nicht alles wiederholen, was vorgängig genannt wurde, sondern noch ein weiterer Aspekt dazu fügen: Die Erhaltung ist ein unterschätzter Faktor.


    Wir Modellbahn-Sammler nähern uns immer mehr dem Schwarzen Loch, dem Urknall oder sonst wie dem maximalen Widerspruch an. So tief sind die aktuell erreichten Tinplate-Preise gar nicht, wenn man die Angaben von den Sammlerkatalogen wörtlich nimmt. Dort heisst es mehrheitlich; die Preise gelten ausschliesslich nur für einwandfreie Originalerhaltung und im Originalkarton. Mit Glück gab und gibt es immer wieder Einzelstücke, welche diesem strengen Kriterium entsprechen. Aber eine ganze Sammlung war schon seit Jahren nicht mehr angeboten!!! Wie soll real jemand 100 jähriges Modellbahn Spielzeug neuwertig im Orginalzustand vorweisen können? Das ist bald mal nahe bei unmöglich.


    Über Generationen müssten die Besitzer von alten Modellbahnen bald mal den gleichen Aufwand mitmachen, wie es das Pariser Archiv mit dem Urmeter betreibt. Aber das ist nur ein immobiles längliches "X" aus Platin-Iridium, an dem soll sich möglichst nichts bewegen. 75 bis 120 jähriges elektrisches Blech-Spielzeug ist ungemein empfindlicher, es würde sehr viel Aufwand erfordern, über so lange Zeit neuwertig zu erhalten. Selbst wenn niemals damit gespielt worden wäre, (das arme Kind!), die Material-Alterung hätte man ja trotzdem.


    Also wenn es ein Auktionshaus zustande bringen könnte, eine erstklassige Märklin Sammlung im Originalzustand anzubieten, es wäre sehr wunderlich, wenn sowas nicht internationale Kundschaft mit entsprechenden Preisen ergeben würde? Auch in unserer heutigen Preissensiblen Epoche! Hingegen übliche alte Spielzeug Bahnen, bespielt mit Gebrauchsspuren, das ist normal und trotz dem Alter nicht selten. Für den Sammler reicht die Qualität nicht ganz und für den Fahrer ist es zu alt und zu wenig massstäblich. Das ist mit ein Grund, wieso die Nachfrage relativ gering ist und somit auch die Preise.


    Umgekehrt, perfekt erhaltene Uhrwerk Lokomotiven haben eher die Uralt Sammler für sich gewonnen. Gut gepflegt, vor allem gut gelagert, halten solche Spielzeug-Modelle mit geringem Aufwand auch für die nächsten 100 Jahre, problemlos.


    Gruss

    Hermann

  • Hermann,


    Will man nicht wie du auch noch mit Rasergeschwindigkeit über die Schienen donnern, dann macht sich ein mehr als 100jähriges Modell auch in der Vitrine noch gut, zerfallende Innereien hin oder her.


    Muss es unbedingt noch fahrfähig sein, ist es zwangsläufig nicht mehr original. Reparieren lässt sich zum Glück fast alles. Entscheiden musst du dich was du willst, dä Foifer und s Weggli gibt es auch da nicht.

  • Muss es unbedingt noch fahrfähig sein, ist es zwangsläufig nicht mehr original.

    Erwin, bei Autos 1:1 ist das effektiv so. Weil die Kräfte um ein Vielfaches grösser sind, und somit auch die damit verbunden Gefahren.


    Bei der Modellbahn würde ich das nicht so strikt auslegen. Es hängt von jedem Modell individuell ab. Wie war seine Fertigungsqualität. Wie oft wurde das Modell gebraucht und vor allem wie wurde es über die Jahrzehnte gelagert. Modelle welche auf Anlagen täglich eingesetzt werden, können unmöglich so lange halten. Eine Lok welche auf dem MiWuLa in Hamburg 1 Monat fährt, die selbe Lok Fahrleistung reicht bei mir für 20 - 30 Jahre. Aber auch umgekehrt: Loks welche niemals gefahren werden, und in den gelben Schaumstoffen ungesehen Jahre vor sich hin "modern", erzeugen immer wieder grosse Enttäuschungen, wenn mal verkauft werden soll.


    Wirklich rare Original Objekte im Originalzustand sollten behutsam gerade so viel gefahren werden, dass keine Stillstand-Schäden zu erwarten sind.


    Modelle welche bespielt sind und realistischerweise (leider) keine Wertobjekte mehr darstellen, die sollen wenigstens noch Fahrfreude abgeben und Erkenntnisse liefern, wie sie konstruiert wurden. Und wenn wirklich gar nichts mehr geht, dann halt - ohne Skrupel und Bedauern; effektiv entsorgt werden. Ggf falls noch Substanz daran ist, als Teilespender dienen.


    Ursprünglich wurden die Märklin Replica der grossen Spuren damit begründet, dass die Märklin Originale zu kostbar seien, für wirklichen Fahrbetrieb. Das war vor 35 Jahren. Was bei Buco begonnen hat, ist nun auch manchmal bei Märklin eingetroffen: dass Replica von namhaften Herstellern wie Hehr und Selzer teurer sind, als das Original! Aber es ist schon so, kommerziell rentieren tun Tin-Plate Restaurierungen kaum je. Eine wirkliche Restauration, was den Namen verdient, dauert markant viel zu lange. In der selben Zeit, wo ich nur schon ein Relais zu verstehen versuche, hat Mercedes Benz bereits einen ganzen LKW 1:1 zusammengebaut.


    Mein vorheriger Bericht soll in keinem Fall Verzweiflung hervorrufen, ganz im Gegenteil. Es soll Werbung für Tin-Plate sein. Ich stelle mir einfach so vor: wenn Roger schreibt, er hätte eine Gipsform erstellt und es fällt herunter. Oder ein anderer Forumist will altern: noch ein bischen mehr vom Schwarz, ach jetzt ist es zu viel und er beginnt alles noch einmal von vorne. Und bei mir war es so: ich setze eine Lok zusammen, um festzustellen: sie fährt nicht! Und alles noch einmal von vorne. Aber am ende fährt die Lok dann doch seidenweich und schnell wie der Blitz. Es dauerte einfach länger als gedacht.


    Mir gefällt die Ehrlichkeit vom MoBa-Forum. Der amerikanische Influencer Stil ist: alles super mega perfekt! Und wenn man dann allenfalls ein wenig nachhakt; weniger wie nichts... Beim MoBa-Forum ist eher die Haltung: ohne Fleiss kein Preis. Eine gewisse Ausdauer und Hartnäckigkeit braucht es schon, um zum Ziel zu kommen. Und jeder macht es auf einem etwas anderen, dennoch verwandten Gebiet. Die Vielfalt vom MoBa-Forum ist recht beachtlich:). Hier noch ein paar Fotos:


    Schnelle Loks waren schon vor 95 Jahren nicht mehrheitsfähig. Kein Wunder, der grösste Spur I Durchmesser war 1,80 Meter. Der Normdurchmesser nicht so viel über der H0 Grösse. Märkin lieferte bald das selbe Modell mit wenigstens einem minimalen Getriebe. So nahm die Stärke etwas zu und das XL-Tempo etwas ab.

       


    Märklin, Bing (Uralt) und Schoenner waren vermutlich die Besten ihrer Faches und Branche. Aber ein wenig Murcks gab es auch bei denen. Das S 64 Fahrwerk war eine sehr aufwändige Konstruktion, damals wohl das Beste. Märklin hatte keine Lust, für jedes Modell eine ganz eigene Konstruktion vorzunehmen. Passte was nicht, wurde offensichtlich nachgeholfen, "passend" gemacht. Die hatten keine Hemmungen, ausgerechnet an der Bürstenbrücke herumzufeilen, bis die Räder passten. Das Werk musste halt für verschiedene Loktypen herhalten. Ein versehen kann das nicht sein, diesen Einschnitt haben ALLE S-64, welche ich bisher jemals gesehen habe. Günther nicht schimpfen, aber die Murckserei stammt schon aus dem Hause Märklin. Das wurde auch schon in der guten alten Zeit gemacht, ist das Gehäuse drauf, sieht es kein Mensch.


      


    Starkstrom oder 20 Volt Lokomotive?

    Märklin Lokomotiven haben elektrische Blitz-Pfeile: grün = 4 Volt. Rot = 20 Volt. Gelb = 110-220 Volt. Die Farbe Gelb und Rot können sich über die lange Zeit angleichen. Gelb wird manchmal einen Tick rötlich. Ein weiteres Indiz für Starkstrom: wenn die die Kommutator Scheibe aus Stahl ist. Für 20 Volt sind sie durchwegs aus Kupfer. Meine Erwähnung gilt nur für originale Fertigung! Ab 1927 wurde "Starkstrom" für Spielzeug Eisenbahnen gesetzlich verboten! Wieviel Märklin für eine Umrüstung auf 20 V verlangte, ist mir unbekannt? Jedenfalls gab es seit 1927 immer wieder private Versuche, die Loks, möglichst ohne Kosten, selber auf 20 Volt umzurüsten. Wurde nur die Feldspulen, oder nur der Anker getauscht, oder selber etwas gewickelt, das führte so gut wie nie zum Erfolg. Mit etwas Pech sind auf diese Weise gar Brände möglich. Mindestens verschmort es die Wicklungen zu einem "stinkenden Brei". Wer es selber macht, muss schon sehr sicher sein, dass die Drahtdicke/Querschnitt und Drahtlänge korrekt gewählt ist.


    Sehr Spezielles und Raritäten müssen zur aktuellen Zeit (2018) nicht zwingend teuer sein!

      


    Ich würde mal behaupten, diese Uralte Bing Lokomotive 4 Volt ist zu 99% ganz original. Lediglich die unschönen Pflaster bin ich nicht sicher, ob die noch aus der Herstellungszeit kommen?


    Das Modell stammt von 1904 - 1908. Die Wicklungen sind kein Isolierlack, sondern recht dicker Stoff. Leider (oder zum Glück?) fehlt das Dach. Dieser Umstand lies andere potentielle Ersteigerer abschrecken. Zur Lackierung wurde nicht übertrieben Sorge getragen. Aber wer kennt denn schon die 115 jährige Geschichte zu diesem Modell? Was auch immer, diese Lok wollte ausser mir niemand ersteigern. 4 Volt Eisenbahnen gelten unter Sammlern etwas gar speziell und als störanfällig. 4 Volt Loks befinden sich in der Käufergunst weit unten. Fehlt noch das Dach, ist der Sammlerwert "weg". Und/oder vielleicht habe ich auch einfach Glück gehabt. Für den Preis von 3 Kaffee, ersteigerte ich als Einziger in einem vollen Saal diese Lok.

      


    Wichtig ist, dass man die 4 Volt auch absolut einhält! Auch wenn eine rechte Toleranz besteht, mit den üblichen 16-20 Volt Lok betrieben, würde sie sehr bald irreparabel Schaden nehmen. Wieso 4 Volt? Die Lok stammt noch aus einer Zeit, als Häuser, wenn es nicht gerade Berlin oder Hamburg war, keinen Stromanschluss hatten. Die elektrische Eisenbahn wurde mit einer XL-Batterie à 4 Volt betrieben. Diese Ausführung hat wie das Vorbild als einzige Untersetzung das Verhältnis vom Ritzel zum Zahnrad. Die Kraft reicht, um 2-3 Wägelchen zu ziehen. Im Gefälle kam man den Regler auf 0 drehen und die Lok wird trotzdem, - ganz von selber - immer wie scheller:thumbsup::thumbsup:.



    Heutzutage, dann und wann, mit etwas Aufmerksamkeit kosten bespielte Spur I Raritäten manchmal weniger, als für einen Decoder oder ein Mittagessen aufzuwenden ist! Verkehrte Welt...


    Gruss

    Hermann

  • Wieder mal ein herrlicher und lehrreicher Bericht von Dir, lieber Hermann.:thumbsup:

    Versetzt mit philosophischen Gedanken bringst Du mich einer Modellbahnsparte näher, die ich selbst nicht kenne. Mit Uralteisenbahnen, wie von Dir gezeigt, kam ich nicht in Berührung. (Und ich werde mich auch nicht anstecken lassen).

    Bei den oben gezeigten Bildern überlegte ich mir, wie ich mit einem verrotteten, nicht mehr fahrfähigem Modell umgehen würde. Analog zu meinen anderen Sammelgebieten (Garagen, H0-Bahn, Oldtimer) habe ich nur bedingt Respekt vor absolutem Original. Mir reicht es wenn es original aussieht. Und dafür funktionstüchtig ist. Sprich: nie und nimmer würde ich in ein wertvolles Tinplate-Modell oder in meinen Oldsmobile einen modernen Motor einbauen, aber auf Replikateile würde ich bedenkenlos zurückgreifen.

    Zum Beispiel wäre es logisch, die brüchigen Kabel auf deinem vierten Bild durch neue - identisch aussehende - zu ersetzen. Eine sanfte Restauration wäre mein Weg. Je nachdem würde ich auch den Frevel wagen, ganz arge Stellen in der Lackierung auszutupfen. Auch wenn ein allfälliger Sammelwert dadurch vernichtet würde. Es muss nur mir gefallen. Wenn meine Erben (hahaha) dereinst deshalb weniger dafür erhalten, ist mir doch wurscht.


    Dies mein Senf zu deinem tollen Artikel.


    PS: einige meiner Vintage-Garagen sind von mir nachgebaute Totalfälschungen. Ebenso die Lackierung einiger HAG K3.:D

    Gruss Roger


    92 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Neues von der See -Berg-Bahn

    die Polizei und ihre Mechaniker waren über Weihnachten aktiv.

    Es wurde ein fest installiertes "Radargerät" an das Bahngleis angeschlossen, damit die Mindestgeschwindigkeit auch wirklich eingehalten wird. Die Lokführer sind angehalten, auf keinen Fall mit ihrem Zug zu entgleisen. Doch dass, was möglich ist, soll aus der Lok heraus geholt werden. Auch wenn die Lokführer nicht all zu viel Einfluss haben, es sind mehr die Gleis gegebenen Bedingungen, welche die mögliche Geschwindigkeit an der See Berg Bahn definieren / vorgeben. Das wird beim Vorbild nicht so viel anderst sein.


     


    Somit hat auch an der See-Berg-Bahn das Digitalzeitalter Einzug gehalten :D. Aber nicht als Teil der Bahn, sondern als externes Element zur Zeit-Erfassung. Es ist (bisher) nicht die Lok am schnellsten, welche den lautesten Sound von sich gibt, sondern eine Lok mit einem tiefen Schwerpunkt und einem guten Leistungsgewicht-Verhältnis, es ist zur Zeit eine alte 2-achsige Märklin Stangenlok um 1932 herum. Mit der Zeit werden bestimmt noch schnellere Loks auftauchen:rolleyes:.

    Die Zeitmessung beinhaltet einen separaten Trafo als Stromquelle. Unweit von der digitalen Anzeige ist eine Lichtschranke angebracht.

    Sie funktioniert unabhängig der umgebenden Helligkeit. Ab Start ist eine Verzögerung von 20 Sekunden eingebaut, damit allenfalls angehängte Wagen / Zugkomposition nicht ständig die Zeitschranke an/ab stellen. D.h. unter 20.01 Sekunden ist keine Zeiterfassung möglich. Das ist egal, weil solche kurzen Zeiten könnten nur Flugzeuge erreichen.


    Die schnellsten potentiellen Zugzeiten dürften so um +/- 1 Min 30 Sekunden liegen. Absolute Hochgeschwindigkeiten sind auf meiner Spur I Anlage nicht möglich, das geht erst ab 8-10 Meter Gleisdurchmesser. Doch die meisten Spur I Züge können - ohne zu entgleisen - sehr viel schneller fahren, als ursprünglich angenommen.



    Etwas aufgerundet könnten 1 Minute 46 Sekunden 11/100 Sek. = 1 Std 46 Min von St. Gallen nach Genf entsprechen.


    Gruss

    Hermann

  • Das mit der Geschwindigkeit nimmt bei Dir ja langsam unheimliche Ausmasse an... hättest Du nicht besser eine Carrera-Rennautobahn statt einer Modellbahn installiert?;)

    Gruss Roger


    92 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • hättest Du nicht besser eine Carrera-Rennautobahn statt einer Modellbahn installiert?


    Gute und berechtigte Frage. :thumbsup: Hermann hat einfach noch nicht begriffen, dass sich der vorbildliche Lokführer unter anderem durch peinlich genaue Einhaltung der Vorschriften auszeichnet. ;) Eine Japanreise ist das richtige für Hermann, dort darf nach Vorschrift auf gewissen Strecken gerast werden. Mit dem Alfa-X (E956) sollte dann eines Tages 360km/h in Regelbetrieb erreicht werden, Höchstgeschwindigkeit 400km/h.

  • die Unterschiede der einzelnen Modelle und Antriebe sind beachtlich.

    ausgehend von der an sich schon schnellen Zeit 1.46:11 von der alten 2-Achser Tin-Plate Lok...


    - unterbietet eine späte Starkstrom Märklin Franzosen 110-220 Volt E-Lok die Zeit deutlich: Märklin CL 3021 um 1926 = 1.15:04


    - die Kirche bleibt im Dorf; die neuere Märklin Digital DB Schnellfahr E-103 (auf Analog DC umgebaut) erreicht 1.02:48 :thumbsup:


    Kaum richtig montiert, ist schon entschieden, welche Lok am schnellsten ist, eben die DB BR-103. Habe die letzten 2-3 Wochen viel an der Anlage gearbeitet, auch wenn man es nicht sieht. So wurden die alten 75-90 jährigen Weichen(!) neu gelötet und mit zusätzlichen Schwellen versehen. Auch zu wenig präzise Gleisanschlüsse an die Tin-Plate Weichen wurden neu erstellt. In der alten Verfassung waren die uralten Weichen den grösseren Kräften modernen Modellen nicht gewachsen. Die alten Weichen neu hergerichtet, da, sausen auch die neuen Loks fast lautlos und schnell herüber, als wäre es nichts. So funktioniert eben doch, dass Tin-Plate und Fine Scale auf der selben Anlage verkehren können.


    Jetzt folgt die Vollendung der Oberleitung, der Einbau von Zubehör wie alte Signale, Beleuchtung, Bhf- und Streckenzubehör und Streckenbeleuchtung...


    Roger und Erwin, alles im Grünen-Bereich. Also wenn die bekannte klassische 331 km/h SNCF Rekordfahrt von 1955 für Lokomotiven bereits 65 Jahre zurück liegt, dann darf der (mässig schöne) japanische Alpha X Triebzug schon 360-400 km/h fahren....


    Auf meiner Anlage müssen nicht alle Züge zwingend rasen, die Echsen dürfen offiziell schleichen. Doch eine langsame Schnellfahrlok, oder eine Modell Schnellfahrweiche welche nur optisch dem entspricht und real weniger aushält, als die konventionelle Art, das kommt mir nicht auf die Anlage. So sind halt die Ansichten über das Hobby Modellbahn sehr vielseitig, das ist auch gut so...


    Gruss

    Hermann