3D-Drucken, den Anschluss nicht verpassen

  • Die Oberfläche ist wie bei einem Serienmodell - wow!


    Gibt es wirklich keine Streifen oder täuscht das Bild doch was weg?


    Somit entscheided die Lage nebst der Druckerqualität über Streifen oder nicht - richtig?

  • Über alle 3D-Drucker gesehen ist das Verfahren, die Auflösung und die Lage entscheidend für die Oberflächenqualitat.


    Bei diesem Drucker hier schwankt die Oberflächenqualiät nur minimal. Man muss auch zwischen reinem Drehen (ohne Neuanordnung der Stützen) und Kippen (mit Neuanordnung der Stützen) unterscheiden. Ersteres kann die Oberfläche minimal verbessern.



    So sieht die Oberfläche an den Seitwänden unter ungünstigen Lichtverhältnissen aus. Viel Nacharbeit gibt das nicht.

  • Hallo zusammen


    In meinem vierten Beitrag möchte ich auf einen zentralen Punkt eingehen der für das 3D-Drucken unumgänglich ist, nämlich die Software die für das Erstellen von entsprechenden 3D-Objekten unumgänglich ist.



    -> Als erstes aber Aussagen meines Kollegen zu diesem Thema ungekürzt, unzensiert und in voller Länge:


    Du musst Dir bewusst sein, dass in einem Modelleisenbahnforum Benutzer wie Leser mit einer fundierten CAD-Kenntnisse auf Benutzer und Leser treffen die noch keine oder nur wenig CAD-Kenntnisse haben. Während auf der einen Seite Benutzer wie Leser stehen die eine entsprechende Fachausbildung haben und auf einer für den Privatgebrauch kaum bezahlbaren Software beruflich täglich arbeiten, sind auf der anderen Seite aber Benutzer und Leser die Zuhause möglicherweise noch nicht einmal eine technische Zeichnungen Mithilfe einer Gratissoftware auf dem Computers erstellt haben.


    Seit wenigen Jahren gibt es aber nicht nur für das Erstellen von 2D-Zeichnungen brauchbare Gratissoftware sondern auch für 3D-Objekte. Mit diesen lässt sich zwar kein Airbus 380 konstruieren, aber ein Modelleisenbahn-Fahrzeug, ein Modelleisenbahn-Gebäude oder entsprechendes Modelleisenbahn-Zubehör schon. Selbst wenn diese aus ein paar dutzend Bauteilen bestehen.


    Es ist auch deshalb nicht verwunderlich, dass heute auch an Schule nicht nur 2D-Zeichnungen mit dem Computer erstellt und dann ausgedruckt werden, sondern auch 3D-Objekte. Dies Beispielsweise in entsprechenden Projektwochen in der Niederlande bereits ab dem 3. Schuljahr. Schliesslich leben wir in einer Zeit wo wir unseren Kleinen nicht mehr ein Stoffbüchlein und ein Kuscheltier in die Wiege legen, sondern ein IPad und sie dann auch gleich noch für das Frühenglisch anmelden. Ja wir müssen unsere Kleinen doch so auf die Zukunft vorbereiten, dass sie in wenigen Jahren mit der Industrie 4.0 und den automatisch fahrenden Autos klar kommen. :vain:


    Ach ja und dann kommt da per Mail auch noch der Satz:


    Schreib auch noch, dass diejenigen die jetzt Beruflich mit CAD Systemen wie Autocad, Solidworks… zu tun haben, alles vergessen sollen was sie bis jetzt gelernt haben und erfolgreich anwendeten, wenn sie für private Zwecke Zuhause auf einer Gratis 3D-Zeichnungssoftware arbeiten möchten. Es wird unumgänglich sein sich Nächtelang hinter verschlossener Türe einzuarbeiten und zwar solange bis wenigstens ein Modelleisenbahn-Auto, Verkabelung inklusiv, mit all den schönen Rundungen auf dem Bildschirm erscheint. Es wird ihnen so einfacher fallen mit den Mädchen und Jungs zu kommunizieren die schon eine 3D Gratissoftware auf dem Computer haben. Wäre doch peinlich wenn wir Alten uns von den pubertierenden Jugendlichen belehren lassen müssten. Die Profis sollen sich eines merken: Es ist in den meisten Fällen nicht dasselbe auf einer Professionellen CAD-Software zu arbeiten oder auf einer der vielen Gratissoftware. Muss es auch nicht. Ich solle das aber nicht so wiedergeben, denn dieser Satz werden bestimmt Ärger und vielleicht sogar eine Benutzersperre zur Folge haben. :miffy:



    Was jetzt folgt ist zwar nur eine nüchterne Auflistung von wenigen ausgewählten Gratissoftware oder mit wenig Geld kaufbaren Software. Aber immerhin. Es gibt nur wenig diesbezüglich öffentlich einsichtbare Listen sei dies in Hobby Modellbauforen oder unseren Modelleisenbahn Zeitschriften. Eine dieser Software in der Auflistung benutzt mein Kollege. Mit einer weiteren in dieser Auflistung ist er gescheitert. Es ist aber nicht die mit der Hänsu gescheiter ist. Ja das Weichei, ich meine damit mein Kollege nicht Hänsu, hat es nach ein paar schlaflosen Nächten aufgegeben und hat sich einfach die nächste Gratissoftware heruntergeladen. Dann hat es geklappt bei im Zuhause auf dem Computer. Welche es ist will er mir aber noch nicht verraten.


    Alle diese ohne Kommentar aufgelisteten Software entstammen nicht dem Zufallsprinzip. Sie finden sich gehäuft bei Druckdienstleister wie Shapeways und neuerdings auch bei Conrad. Aber auch in Modelleisenbahnzeitschriften.



    Auflistung von Gratissoftware oder kostengünstiger Software für die Erstellung 3D-Objekte die für Hobby Modelleisenbahner geeignet sein sollten.


    Die Links bei der Gratissoftware ist dabei mit der Deutschen Internetseite Chip verknüpft, dort findet sich nicht nur der Butten zum Gratis herunterladen sondern auch ein kurze Beschreibung in deutscher Sprache. Bei der Software die ein wenig Geld kostet Erfolg der Link direkt auf den Hersteller Beziehungsweise Lieferanten.


    Kostenlose Software die Lokal auf einem Computer arbeiten, wohl eher für die ältere Generation oder bei individuellen Projekten:


    Blender auf Chip


    FreeCAD auf Chip


    Kostenlose Software die in einem Cloud arbeiten, wohl eher für die jüngere Generation und Schulen da so mehrere Beispielswiese in spezifischen Projekte zusammen arbeiten können:


    Web-App SketchUP auf Chip


    Web-App TinkerCAD auf Chip


    Software die ein wenig Geld kostet und Lokal auf einem Computer arbeiten, auch für diejenigen die denken was nichts Kostet ist auch nichts Wert:


    - TurboCAD auf der eigenen Internetseite


    - Becker CAD auf der Seite von Conrad Schweiz


    Quellen der entsprechenden Software. Hier erfolgt der Link jeweils auf die Seite wo die entsprechende Software vorgeschlagen wird. Bei den Fachzeitschriften wir der jeweilige Titel des entsprechenden Artikels angegeben:


    Quellen von Fachzeitschriften:


    - Elvis Müller: Schicht für Schicht, in Modelleisenbahner Nr. 2, Februar 2018, Seiten 54 bis 57


    - Michael Somorowski: Belgischer Triebwagen, in Gartenbahn Nr. 2 2017, Seiten 22 bis 29


    Quellen von Druckdienstleister:


    - 3D-Software (Easy 3D Printing Creator Apps) und weitere dazugehörende Tools auf Shapeways (Eindhoven, Niederlande und New York, USA)


    - 3D-Software auf i.materialise (Leuven, Belgien)


    Und gleich noch ein Link mit 3D-Software
    - 30 CAD-Programme: Software für den 3D-Druck im Überblick auf 3d-grenzenlos am 7. Februar 2018. Hier finden sich auch deutschsprachige Kurzbeschreibungen.



    Matthias

  • Das Problem ist kaum die Software, Professionelle wird in der Regel einfach viel mehr Möglichkeiten haben als Gratissoftware oder sehr einfache Lösungen.


    Das Problem ist viel mehr der Nutzer, nur weil man ein CAD auf dem PC hat, ist damit nicht automatisch die Fähigkeit gegeben auch brauchbare Konstruktionen zu erstellen. Solange von der Konstruktion bis zur Fertigung alles in Eigenregie passiert ist das immer noch kein Problem. Benötigt man hingegen einen Profi um die eigenen Hobby Konstruktionen fertigen zu lassen, kann es schnell schwierig und am Schluss teuer mit sehr enttäuschenden Ergebnissen werden. Als Profi auf der Fertigungsseite der mit blutigen Anfängern die konstruieren zu tun habe, ist mir diese Seite bestens bekannt.

  • Bei der konventionellen Fertigung ist das sicher so, dass viele Hobbykonstruktionen unbrauchbar sind. Beim 3D-Druck gibt es weinger Restriktionen und die Software von Shapeways und Co. zeigt dir sofort und mit genügender Sicherheitsmarge, was geht und was nicht.


    Ein idealer Anwendungsfall für 3D-Druck sind Drehgestelle. Die erreichbaren Ergebnisse sind sonst nur schwer zu erziehlen, erst recht nicht mit vernüftigem Aufwand. Verglichen mit Abgüssen wie sie Mowiform anbietet, hat man keinerlei Einschränkungen mit Hinterschneidungen und Durchbrüchen, die abgedeckt werden müssen. Während beim Abgiessen für jede Variante ein Urmodell gebaut und eine Form erstellt werden müssen, kann man beim Drucken mit wenig Aufwand viele Varianten haben. Bei den Schlieren-DG habe ich jetzt 10 Verschiedene Ausführungen auf Basis derselben Grundkonstruktion. Bei den Drehgestellblenden für die MLW sind es sogar 24 verschiedene Teile.
    Wie man auf dem Vergleichsbild sieht, spült auch das Abgussverfahren Details und Konturen weich. Kompromisse beim Urmodellbau sind auch nicht nötig, wie man an den Signum-Magneten schön sieht.
    Beim Konstruieren habe ich mich trotzdem verirrt. Das liegt daran, dass ich beim HAG-Forumssteuerwagenprojekt die einmalige Gelegenheit hatte, zwei Bausätze zum Fertigmodellpreis kaufen zu dürfen. Damit fehlten also Informationen über die vorgesehene Montage, so konnte ich mir über die Kabelhalterungen unten in den DG keinen Reim machen. Im Zweifel habe ich diese übernommen. Dumeng hat mich dann auf die richtige Spur gebracht: Diese dienen einer labberigen Stromabnahme mittels Messingbüchsen. Das kommt bei Luck-Radsätzen eh nicht in Frage.


    Nun nochmals zum Vergleichsbild:



    Oben von Links nach Rechts: 1. und 2. SLA-Ausdruck, lackiert, 3. Liliput-Originalteil, Basis für das Mowiform-DG.
    Unten von Links nach Rechts: 1. und 2. Mowiform-Teile, 3. Fleischmann-DG von Stahlwagen mit abweichenden Radstand.

  • Hallo Erwin


    herzlichen Dank für den Hinweis bezüglich der Additive Manufacturing Expo (AMX), die wie sie selber schreibt, die einzige Fachmesse für professionellen 3-D-Druck in der Schweiz ist.


    Die Messe findet am Dienstag und Mittwoch, 6. und 7. März 2018 von 9.00 bis 16.00 Uhr in der Messe Luzern, an der Horwerstrasse 87 in 6005 Luzern statt.


    Eintritt
    - Erwachsene: 25 CHF (Eintritt für beide Tage gültig)
    - Studenten: kostenlos


    Wer da also Heute Mittwoch noch hin will muss ganz schon Gas geben :spiteful: .


    Matthias

  • Ein aktuelles Projekt, wird demnächst in einem anderen Kanal fortgesetzt. Der Kraftwürfel für den OSE-GTW.


    Konstruiert wie gewohnt, stellt sich immer die Frage wie die Details interpretiert werden. Eine der wenigen wirklich grossen Herausforderungen beim Modellbau. Das Resultat:



    Die Elemente auf der Stirnseite wurden nur einseitig vorgesehen. Dient zum Testen, wie dies den Mindestradius beeinflusst.


    Ein Schwachpunkt des SLA-Verfahrens sind die teilweise vorkommenden Verformungen, besonders bei Materialdickenunterschieden. Das kann meistens mit mit veränderter Druckanordnung bereinigt werden. Das Gehäuse passt aber auch so astrein auf das Piko-Untergestell.



    Noch ein Vergleich mit dem Vorbild und dem Thurbo-Mittelteil von Piko:



    Heutzutage gilt jeder Mist als Kunst. Wie wäre es hiermit? Zufällig generierte 3D-Druck-Stützstrukturen als eigenständige Kunstform:



  • Ein klein wenig Gehirnschmalz floss in die Darstellung des gewölbten Daches des OSE-GTW. Als Test hier die ultradünne Version, am Rand 0,2mm, in der Mitte 0,5mm dick. Quasi Kunst aus dem Drucker. Selbstverständlich liess sich dies nicht zerstörungsfrei "auspacken". Schön ist es trotzdem, mit der transluszendenz im Gegenlicht.

    Als Erkenntnis bleibt einmal mehr, für Modellanwendungen müssen gewisse Masse übertrieben dargestellt werden.






    PS: Die Aussparungen in der Klimaanlage sind für Ätzteile reserviert.

  • Ich möchte hiermit den Ursprung der im Dezember an dieser Stelle publizierten OSE-Begleitwagengeschichte darreichen. Begonnen hat alles mit einer Gehäusekonstruktion eines Kollegen, wie erwähnt in SketchUp. Basis dafür war folgender Resinbausatz:




    So denn, als der Ausdruck des Gehäuses geschafft war, traten Unstimmigkeiten auf. Also wurde ein Vorbildfoto und ein Bild des Ausdrucks auf die gleiche Höhe gebracht. Besonders in der Länge und den Abständen zwischen den Fenstern scheinen die Proportionen doch deutlich verzerrt:




    Der Fehler könnte natürlich auch bei der Höhe liegen, dies ist hier aber nicht der Fall. In der allgemeinen Ratlosigkeit konnten wenigstens rudimentäre Masse wie LüP, Höhe und Achsstand ermittelt werden. Damit wurde auf beschriebene Weise das Foto bemasst und eine 2D-Zeichnung erstellt, mit welcher ein Papiermodell erzeugt wurde:



    Da ich mir aber nicht sicher war, liess ich es dabei bewenden und knöpfte mir stattdessen den moderneren Wagen aus den Achzigerjahren vor. Nachmessungen vor Ort im Frühling ergaben nur geringfügige Abweichungen von wenigen Zehntelmillimetern, wenn überhaupt. Diese Vorgehensweise kann also empfohlen werden, wenn zu einem Vorbild nur wenige Informationen vorliegen. Vorsicht ist dagegen bei bestehenden Modellen geboten. Das Gehäuse des Resin-Bausatzes ist ca. 15mm zu kurz und auch das Untergestell hat keine Gemeinsamkeiten mit dem Vorbild.

    Nun habe ich also zwei komplett unterschiedliche Wagen an der "Backe", welche konstruktiv absolut nichts gemeinsam haben. Nicht einmal die Puffer 8|