Geheimprojekt Schweizer Schienenbus - der nicht realisierte SIG-Kurztriebwagen

  • Das Projekt war 1953 so geheim, dass bis gestern nicht einmal ich davon wusste, geschweige denn jemand anderes. :D


    Aber hier der Beweis, dass genannter Dieseltriebwagen(!) existierte - oder es demnächst wird :rolleyes: . Es folgt ein kleiner Baubericht.



    Hier sehen wir einen Prototypen auf dem Fabrikgelände der SIG, der durch Dumengisierung entstanden ist. Nicht ganz zufällig wurde die Länge am deutschen Schienenbus VT 95/98 angepasst. Denn so kann gleich dessen Chassis verwendet werden. Selbstverständlich handelt es sich hier erst um die Urform. Denn ein Übergangsblech ist bei einem Schienenbus genauo unnötig wie eine Stirnwandtür. Eher müsste dort eine Kühleröffnung für den Dieselmotor angebracht werden. Am Design wird noch gearbeitet...

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Erwin, die Arbeit am Bm 2/2 beginnt ja erst. Ich hoffe das es optisch was ganz edles wird. Technisch werde ich den Bm einfach halten... Aber ich habe noch weitere Pläne. Lasst euch überraschen. ;)

    Gruss Roger


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  • Roger, ein bisschen was musst du aber der Ausrichtung der angesetzten Kabinenhälfte machen. Es sieht jetzt noch arg nach einem Knick aus. Speziell gut sichtbar an der Dachkante bzw. der Fluchtung des Fensters, wo der Schnitt liegt, gegenüber den anderen. Nur provisorisch zusammengesetzt? Dann nehme ich meine Worte zurück :embarrassed:


    Just my 2 cents

    Gruss

    Peter


    Freedom's just another word for nothing left to lose

    No matter how much you polish a turd - it's still a turd

  • Nur provisorisch zusammengesetzt? Dann nehme ich meine Worte zurück

    Lieber Peter, der Triebwagen ist in der Tat erst provisorisch mit Malerabdeckband zusammengeklebt worden. Die Fenstereinteilung, die beim Kleinbahntriebwagen stark verkürzt dargestellt wurde, werde ich auf das Schweizer Normmass verlängern. Dazu nahm ich an einem unverkürztem Triebwagen Mass. Am Schluss werden nur noch 4 Fenster zwischen den Türen liegen. Nebenbei: der 'Knick' des zusammengefügten Kastens ist optische Täuschung. In Natura verläuft alles Pfeifengerade. ;)

    Gruss Roger


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  • Zunächst wird einmal das "Überflüssige" weggefeilt. Das sind vorerst die teilweise abgebrochenen Pufferstummel, die angedeuteten Bremsschläuche, die erhabenen Wagenbezeichnungen auf der Seite - und - als deutlichste Änderung: die Stirntür und das Übergangsblech. Der Vorbesitzer hatte noch einen Metallzughaken angebracht. Dieser muss für den Umbau ebenfalls entfernt werden.
    Ausserdem mussten die Lampengläser herausgebohrt werden. Diese wurden mit Superbombastleim eingeklebt, dessen Entfernung etlichen Aufwand bedeutete. Vor allem am ehemaligen Triebwagenteil. Nicht zu vergessen sind die identisch eingepappten Fensterscheiben. Selbstverständlich gingen beim Herausbrechen alle zu Bruch. So sieht nun die entblätterte Front aus (im Vergleich mit dem noch zu bearbeitenden zweiten Führerstands rechts)



    Jedoch keine Sorge: die Führerstände bleiben nicht so nackt. Aber für heute schon... :vain:

    Gruss Roger


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    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Roger, ein interessantes Projekt hast du da angefangen. Ich lasse mich mal überraschen was das für ein Fahrzeug wird :thumbup:.


    Der von mir geplante Prellbockbau geht auch nicht vorwärts :thumbdown:, weil die HW einen Auftrag zum Herstellen von langen Griffstangen übernommen hat. 
    Die kurzen Plastik-Griffstangen von Kato kann man gut gebrauchen. Aber die längeren?!, diese werden jetzt durch solche aus 0,3 Messingdraht ersetzt. 
    Bild 1: Die zur Probe eingesetzten Griffstangen.
    Bild 2: In der Malerei, die grauen Drähte werden oberhalb der Führerstandfenster eingebaut, das gelbe auf der Führerstandlosen Seite. 
     
    Ich werde den Kontinent nicht wechseln, aber der Grossdiesel (eine GE AC4400CW) ist auch im Modell eine imposante Maschine.


    Im Däniker RB stand vor einigen Tagen dieser Güterwagen. 
     
    Ein schöner Schiebewandwagen, leider ist der Schriftzug fast nicht mehr sichtbar. Das gute ist, die Sprayer haben bis jetzt noch nicht gross Hand angelegt :) .


    Gruss
    Albert

  • Ja Albert, manchmal geraten Pläne durcheinander und man fängt spontan etwas zu bauen an, obwohl man sich mit etwas anderem beschäftigen wollte. Bei Dir sind es Griffstangen, bei mir ist es eben der 36-plätzige SIG-Kurztriebwagen.... :rolleyes:


    Dort ging es inzwischen etwas vorwärts:
    Da ich die verkürzte Optik des Kleinbahntriebwagen eliminieren wollte, standen auch die Falttüren im Fokus. Irgendwie wollten mir die filigranen vierfenstrigen Türen nicht recht gefallen, da sie an den kurzen Triebwagen einfach nicht passen. Zudem schienen mir die vier schmalen Fenster einen 'gestauchten' Eindruck zu machen - genau wie die Fenster. Die erste Idee, die ich auch an zwei Türen umsetzte, war, je einen Zwischensteg herauszubrechen und die dadurch auf zwei Scheiben reduzierten Türfenster in eine passende Form zu feilen. Dies sah ganz passabel aus:



    Hier sehen wir eben den bei der SIG erfolgenden Umbau der Türen: Auf einem Rollschemmel (vorne) der Teil mit der umgebauten Tür. Der hintere Wagenteil wartet noch auf die Bearbeitung.


    Dann fand die 'Hochzeit' der beiden Gehäuseteile statt:


    Doch das Bessere ist des Guten Feind:
    Ich entsann mich, dass ich immer noch unbenutzte BLS-Personenwagen von Roco umherliegen hatte. So schlachtete ic einen Erstklasswagen und erhielt so passendere Türen. Dies bedingte jedoch, dass ich die Kleinbahntüren gänzlich herausfeilen musste. Auf einer Wagenseite habe ich das bereits gemacht. Gleichzeitig feilte ich auch die angespritzten Haltegeländer weg. Sie werden ersetzt durch entsprechende Messingdrähte (Gruess an Albert :hi: )


    Heute schliesslich kamen die Fenster dran: Kurzerhand klipste ich die 4 originalen Stege weg...

    ...und feilte den rechteckigen Gesamtfenster-Ausschnitt in die entsprechenden Dimesionen. Da ich beabsichtigte die Fenstereinsätze vom geschlachteten BLS-Wagen zu verwenden, musste ich die Fensterhöhe gegenüber dem Kleinbahnmass geringfügig erhöhen. Gleichzeitig musste der Längsschlitz um etwa zwei Millimeter geweitet werden, so dass die 4 Normfenster im richtigen Abstand zwischen die beiden Türen zu liegen kämen.


    In der Folge schnitt ich die drei Fensterstege auf passende Höhe aus und passte sie an den berechneten Stellen ein. Dabei würden die Streben am Schluss eine Breite von 4 mm aufweisen müssen. Aufgrund der Fensterrundungen bemass ich sie im Rohbau jedoch mit 6mm. Den Rest würde ich wegfeilen müssen:



    Hier sind bereits zwei Streben eingeklebt.


    Nach stundenlangem Befeilen präsentiert sich nun die eine Seite des Triebwagens grundierbereit...

    ... während die andere Wageneite noch arg im Entwicklungsverzug ist:


    Wer nun den Eindruck hat, dass wegen den Türen die untere Wagenseite dennoch besser aussieht als das fortgeschrittene Gegenüber, der vergleiche doch mal mit der nachfolgeden 'garnierten' Version:



    Natürlich stimmen die Farben noch nicht.


    Ach ja: bei der Veredelung wurden einige Fenstersäulen in den Führerständen etwas dünner (nicht schmaler!) geschliffen. Ich hoffe, dass das Einsetzen der Verglasung damit etwas weniger aufträgt.... aber vielleicht betreibe ich dann den Aufwand noch grösser und setze dort einzelne Scheiben ein. Keine Ahnung, ob mein Ehrgeiz, bzw. meine Verrücktheit bis dann vorhält...

    Gruss Roger


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    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Nimmst du auch Bestellungen entgegen Roger? :D 
    Sieht super aus dein geheimer Schienenbus.


    Die Feilerei mit den Fenstern steht mir voraussichtlich in diesem Sommer auch noch bevor... Vielen Dank für das genaue umschreiben dieser Tätigkeit, ich freue mich jetzt schon darauf. :whistling:


    Gruess
    Reto

  • Reto, die Arbeit mit dem Scheiben feilen ist halb so wild - wenn man nicht gerade einen ganzen Zug machen muss - genau darum nehme ich auch keine Bestellungen entgegen. Abgesehen davon sind mir auch die Kleinbahn-Ruinen ausgegangen. Glaube ich jedenfalls. :rolleyes:

    Gruss Roger


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  • Nicht immer gelingt alles so, wie man es sich wünscht. Als der Triebwagen endlich soweit fertig zum Grundieren war, gelang diese nicht wie erwartet. Nach dem Farbüberzug zeigten sich zahlreiche hässliche Stellen, Riefen und Spalten. Zwar wusste ich von früheren Arbeiten, dass augenscheinlich fein säuberlich verputzte und verschliffene Partien durch die Grundierung entlarvt werden, aber hier war ich doch überrascht. Sogar die abgeschliffenen Klassenbezeichnungen oder die erhabenen Wagenanschriften waren durch die Grundierung wieder zu erkennen. Ein eigentlicher Frust bemächtigte sich mir....

    Vor allem wo der nackte Kunststoff freilag sind Riefen sichtbar. Ob der von Kleinbahn verwendete Plastik vom Lösungsmittel in der Farbe angegriffen wurde? Na, ich hoffe nicht. Sonst war alles umsonst.... :facepalm:;(


    Von weitem scheint alles halb so schlimm..


    Dabei läuft der zweite Prototyp bereits vom Band.


    Aber wenn es mit der Lackierung des ersten nichts wird, dann ist die weitere Fertigung ungewiss. Man wird sehen.

    Gruss Roger


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  • Sali Roger


    Ich weiss nicht wie du genau weiter vorgehst. Nach der Grundierung schleife ich nass das ganze Modell mit einer 600er Körnung an. So habe ich anschliessend eine Oberfläche wie ein Babypo ;) 
    Eventuell wäre es eine möglichkeit anzuschleifen und erneut eine Schicht Grundierung drüber.


    Bis dato kann sich das Modell aber weiterhin sehen lassen :) Wenn alles auf Anhieb klappen würde, wäre es ja langweilig.... :phat:


    Gruess
    Reto

  • Ich habe mir überlegt und mein Bildbearbeitungsprogramm angeschmissen (ganz einfach bearbeitet), ob es eine Alternative wäre ein Frontfenster zu verbreitern, wie dies z.B. bei den alten BAM-Schmalspurtriebwagen der Fall ist.
    Aber seht selber:


    Mit einem Kühlergrill darunter, könnte es auch ganz gut werden 8o


    Roger weiter so, es sieht sehr gut aus :thumbsup:


    Grüsse
    Urs

  • Wenn alles auf Anhieb klappen würde, wäre es ja langweilig....

    jajaja, ich gebe nicht gleich auf und bin bereits wieder am Schleifen. Ich habe vermutlich zu grobes Schleifpapier erwischt. Aber auf dem crèmefarbenen Kunststoff sah man das eben nicht. Das Schleifen und Grundieren wird so lange wiederholt, bis es mir gefällt. Dennoch erschrickt man eben, wenn man eine dermassen hässliche Oberfläche erhält. Ich bleibe weiterhin dran. :thumbsup:


    Urs, danke für die Fotomontage. So mache ich es definitiv nicht, obwohl der Ansatz gar nicht schlecht tönte. Das grosse Fenster ist einfach zu lang. Aber ich bin für Vorschläge immer zu haben...


    Inzwischen wurden weitere benötigte Zubehörteile gesendet. Ich stehe somit unter Erfolgszwang. 8) 
    Obschon ich heute meine Freizeit fast ausschliesslich dem anstehenden Projekt widme gibt es keine Bilder. Wen interessieren schon spachtelverstaubte Hände? :wayne:

    Gruss Roger


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    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Also gut. Ein Bild gibt's doch noch. Nach dem dritten Mal schleifen wurde die Oberfläche ganz passabel. Jetzt ist die Carosse nur noch punktuell nachzubearbeiten. :)

    Gruss Roger


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