Weichen schwergängig

  • Hallo Moba Freunde,


    ich bin gerade am bauen einer Anlage und wollte heute die Weichen im SBH einbauen, 12 Stück.

    Leider gehen jetzt die Zungen zu schwer für den Magnetanrieb(bzw. das Plastikplättchen auf dem die Zungen befestigt sind).

    Es handelt sich um Fleischmannweichen, keine Profigleise.

    Ich habe die Weichen vor ca. 1 Jahr gebraucht gekauft, da gingen alle zum schalten.

    Es ist kein sichtbarer Schmutz, Staub o.ä. zu sehen.


    Kann es sein, dass sich das Kunststoff oder Bakelit Plättchen verzogen hat? :dash:


    Hat jemand auch schon mal sowas gehabt? habt ihr Tipps? ?( Hilfe


    Dank im voraus Goggo

  • Hallo Goggo

    Kurze Antwort: entsorgen!


    Ausführlich

    Bei mir hat es auch 10-15 Stk dieser Fleischmann-Weichen, auf die exakt Deine Beschreibung zutrifft. Bj. ende 1960-er/anfangs 1970-er Jahre. Es kann mehrere Gründe - gleichzeitig - haben, jedoch ganz selten liegt es an den FLM-Magnetspulen, die ist reichlich stark dimensioniert. Vorausgesetzt dass sie keinem Dauerstrom ausgesetzt war, liegt der Defekt wo anderst.


    Hauptübeltäter:

    die 1. Schwelle gleich vor der Zunge, deren linker "Schienen-Nagel" (Plastiknoppen) und auch rechts fungiert die selbe Schwelle als Führung. Beides ist, - nach immerhin 50 - 60 Jahren(!) eng geworden. Am federnden rotbraunen Plättchen NICHTS machen, das ist nicht "schuld" und heikel. Es ist eher die davor liegende schwarze Schwelle! Diese hat sich unsichtbar um winzige paar 1/10 mm nach vorne verschoben, gerade so viel, dass die Weiche klemmt. Spätestens dann, wenn sie unsachgemäss montiert , Sprich verbogen wurde.


    Vielleicht am meisten ist die Kulissenführung /Metallführung vor dem Magnet verharzt, oder verbogen, oder ausgeleiert. Mit Oel wäre an dieser Stelle sehr vorsichtig. Vielleicht ein winzigstes Tröpfchen? Ausprobieren, man hat ja nichts zu verlieren...


    All zu viel Aufwand würde ich nicht betreiben. Diese Weichen hat es noch zu tausenden! Diese Fleischmann Weichen wurden vor 55-30 Jahren hart gefordert, aber seither gehen sie definitiv eher durch Nichtgebrauch (Stillstandschäden) als durch Gebrauch defekt.


    Bei DC wäre Fleischmann mein Topfavorit, dank deren (alten!) Schienenprofilhöhe von mindestens 2,7 mm kann man auch noch viele ältere Züge fahren lassen! Nachteilig für Modellbahn-Zwecke sind die Messing-Gleise. Natürlich sind sie besser als Blech oder Alu, aber gegen Neusilber kann Messing nicht bestehen. Allein dies wäre schon einen Grund, die alten ca. 50 jährigen FLM-Weichen zu entsorgen... Neusilber ist um Welten benutzerfreundlicher.


    Fleischmann hatte ca. Anfangs-Mitte 1980-er Jahre die gute Idee, die alte bisherige Gleisgeometrie zusätzlich auch als Neusilber-Gleise anzubieten. Aber anderst als Roco, wollte Fleischmann zusätzlich einen erheblichen Aufschlag für sein Neusilbergleis. Dazu monierten die Modellbahner die zu hohen 2,7 mm Profile. Leider war`s ein totaler Flop. Genau das wäre heute mein Traumgleis. Das nachfolgende "Profigleis" hatte mehr Erfolg. Für mich eher nichts Halbes und nichts Ganzes. Für die alte Generation ist das Profigleis zu niederig und für wirklich massstäblich Analgen bestehen noch viel zu viele Konzessionen an den einfachen Kinder-Spielbetrieb: Schotterbeet viel zu schmal, keine wirklich grossen Radien, zu kurze Weichen und die Schnellfahrweichen sind in ihrer Funktion nicht über alle Zweifel erhaben. Jedenfalls bei den bisherigen FLM-Weichen sind Entgleisungen extrem selten, was man bei den FLM Schnellfahrweichen nicht behaupten kann...

    Man muss den Herstellern zugestehen, solange so differierende Ansichten iüber das "perfekte Gleis" bestehen, kann der Hersteller auch nicht "zaubern".


    Gruss

    Hermann