[IT] Mini miniatures - Modelle Ferrovia Genova Casella in H0m

  • Als Italien Fan möchte ich euch gerne diesen neuen Hersteller aus Italien vorstellen. Als erste Fahrzeuge sind die Elektrotriebwagen "Firema" der Schmalspurbahn Genova - Casella in Auslieferung. Die Modelle werden am nächsten Weekend an der Hobby Model Expo in Novegro (Milano) vorgestellt. Auf Facebook wurden heute die ersten Fotos präsentiert, mit sehr vielversprechenden Fotos. Alles handgemacht in Italien, schreibt der Hersteller. Nähere Details noch nicht publiziert.


    Internet: http://www.mini-miniatures.it/


    Fotos = (c) Mini miniatures @ facebook (Link)

  • Hallo


    Ich würde hier gerne von meinen ersten Erfahrungen mit dem Modell berichten.

    Ich habe mir den Zug in blau-beige gekauft, weil mir die Bahn im Original sehr gefällt. Ich war dieses Jahr auch auf einer Fotofahrt dort. Normalerweise bin ich in 1:220 unterwegs, das ist mein erstes H0m-Modell.

    Die Beschaffung gestaltete sich nicht ganz einfach, da der Hersteller ungern in die Schweiz verschickt (wäre ziemlich teuer geworden). Wir haben dann eine Übergabe in Milano Centrale vereinbart, was sehr gut geklappt hat.


    Optisch hat mich das Modell von Anfang an ziemlich überzeugt. Es gibt ein paar kleinere Unsauberheiten (z. B. glänzende Stellen an der blauen Zierlinie und mein Triebwagen weist zwei kleine Gussfehler im Gehäuse auf), zudem ist einer der beiden Stromabnehmer (Selbstbau, keine Sommerfeldt o. ä.) meines Triebwagens ein bisschen schief. Im Grossen und Ganzen ist es aber ein sehr schön gestaltetes Modell.


    Nicht so überzeugt hat mich die Kupplung. Vorgesehen wäre eine Kuppelstange, welche einfach am Wagenboden angeschraubt wird. Bei meinem Triebwagen wurde offenbar vergessen, das Loch dafür auszubohren, das funktionierte also erst mal nicht und ich habe beim Versuch die Kuppelstange einzuschrauben diese gleich verbogen (Gussteil aus eher weichem Metall). Als Ersatzteil liegt glücklickerweise eine zweite Kuppelstange wie auch zwei (zusätzliche) Nachbildungen der Hakenkupplung bei. Solche Nachbildungen sind bereits an je einem Ende von Triebwagen und Wagen angeschraubt.

    Da mich die angeschraubte Kuppelstange vom Handling her nicht überzeugte, habe ich - nach Aufbohren des Loches mit einem 1.2-mm-Bohrer - eine modifizierte Halling Magnetkupplung eingebaut. Der Hersteller hat mir auch angeboten, eine weitere Kuppelstange als Ersatz zu schicken.


    Zu den Fahreigenschaften - und damit zu den grösseren Problemen: Getestet wurde auf Peco-Flexgleis, Peco-Weichen und Bemo-Flexgleis. Zuerst einmal entgleiste der Triebwagen auf JEDER Weiche. Ein Nachmessen ergab eine um ca. 0.6 mm zu kleine Spurweite bei beiden Achsen des Laufdrehgestells. Zudem stellte das Triebdrehgestell (Halling-Antrieb) an einem Ende am Chassis an, wodurch das ganze Drehgestell leicht schief war und die vordere Achse konstant leicht in der Luft schwebte.

    Die Laufachsen lassen sich zum Glück einfach durch Spreizen des Drehgestells ausbauen (Resinguss, scheint recht stabil zu sein) und ein Kollege besitzt auch ein entsprechendes Werkzeug, um die Räder auf der Achse ein bisschen nach Aussen zu ziehen.

    Am Triebdrehgestell wurde im eingebauten Zustand mit dem Dremel etwas Plastik weggefräst, jetzt stellt es auch nicht mehr an.

    Trotzdem entgleiste das Triebdrehgestell in Kurven immer noch. Bei genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass die angelöteten Kabel für die Stromaufnahme vom Laufdrehgestell zum Motor und für das Licht auf der einen Seite zu kurz waren und so das Drehgestell beim Auslenken behinderten.

    Also Kabel ablöten, Verlängerung dran und wieder anlöten. Jetzt dreht der Triebwagen auf der Anlage meines Kollegen problemlos seine Runden, heute geht es noch zum Test auf die Klubanlage.


    Fazit: Wem das Modell gefällt und wer auch nicht davor zurückschreckt, bei Problemen selbst Hand anzulegen, dem sei ein Kauf empfohlen. Wer ein zuverlässig fahrendes Modell out of the box erwartet, dem würde ich von einem Kauf eher abraten.

    Anmerken kann ich noch, dass Silvio Assi, der Inhaber von Mini Miniatures, per E-Mail jederzeit tollen Support geleistet hat. Es wäre ihm zu wünschen, dass er die Probleme im Fahrbetrieb bei den weiteren Modellen in den Griff bekommt. Vielleicht handelt es sich bei meinem Triebwagen auch nur um einen Ausreisser nach unten.


    Gruss, Julian

  • Lieber Julian

    Hast du eine Ahnung, warum ein Verkauf in die Schweiz nicht genehm sein könnte?

    Herzliche Grüsse

    Oski

  • Hast du eine Ahnung, warum ein Verkauf in die Schweiz nicht genehm sein könnte?

    Ist wohl wegen der Zollerklärung, weil die Schweiz kein EU-Land ist... Viele eBay-Anbieter aus Deutschland schliessen z.B. auch einen Versand in die Schweiz aus. Dies ist aber leicht zu umgehen, inddem man die Ware an einen Paketshop im grenznahem Raum schicken lässt. Bis CHF300 Freimenge und darüber musss nur die MWSt von 7.7% bezahlt werden und keine exorbitant hohen Gebühren wie sie die Post, Swiss Post und etc. uns verlangt!

  • Ja, liegt an den Zollformalitäten. Er hätte glaube ich schon in die Schweiz verschickt, wäre dann aber halt einfach ziemlich teuer geworden mit versichertem Versand 40.- Euro, Vorzeigegebühr, Vorlageprovision usw... Und da ich sowieso geplant hatte, mal nach Milano zu fahren um Trams zu fotografieren, liess sich das gut verbinden.


    Der Test auf der Klubanlage hat nun ergeben, dass der Triebwagen absolut keine Steigungen mag. Bei der kleinsten Steigung drehen die Räder durch und der Triebwagen bewegt sich kaum noch vom Fleck. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob der Wagen angehängt ist oder nicht. Der ganze Triebwagen ist halt ziemlich leicht und die Achsen des Laufdrehgestell eher schwergängig (der Wagen rollt deutlich besser). Zudem habe ich das Gefühl, dass der Halling-Antrieb in sich leicht verzogen ist und so nicht alle vier Räder guten Kontakt zur Schiene haben.

    Ich werde bei Gelegenheit etwas Gewicht über dem Antriebsdrehgestell platzieren und dann noch mal testen, das sollte die Traktion verbessern.


    Gruss, Julian

  • Mit etwas Gewicht über dem Antriebsdrehgestell fährt der Triebwagen jetzt auch durch leichte Steigungen. Knapp 20 g Blei konnte ich unsichtbar unterbringen. Für die Klubanlage des KEK reicht das leider noch nicht ganz. Für den morgigen Fahrtag in Köniz habe ich deshalb nochmal ca. 10 g hinzugefügt, was leider durch die Fenster sichtbar ist. Der Triebwagen alleine fährt jetzt ganz rundherum, mit Wagen braucht er an einer Stelle etwas Nachhilfe. Obwohl das Vorbild des Triebwagens auf einer richtigen Gebirgsbahn fährt, ist also das Modell eher fürs Flachland gedacht.


    Gruss, Julian

  • Hast Du auch schweres Blei genommen - oder nur Leichtblei, wie es gerne für Leichttriebwagen verwendet wird?:seriously:


    :D


    Schade, reicht das noch nicht. Ein weiterer Ansatz für verbesserte Adhäsion sind kleine Neoym-Magnete über den Schienen. Vielleicht eine Idee.

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Das mit den Magneten funktioniert aber nur bei Gleisen aus Eisenmetallen. Bei Gleichstromschienen hat sich allerdings bei vielen Herstellern Neusilber (nicht magnetisch) durchgesetzt, daher ist dies keine Lösung.


    Gruss

    Martin

  • Ich habe Bleischrot 3.5 mm aus dem Fischereibedarf verwendet.

    Den Trick mit den Magneten kenne ich von meinen T-Gauge-Fahrwerken, dort sind gleich die Radscheiben selbst magnetisch :D.


    Ich werde in dieser Sache aber nicht mehr weiter probieren. Flach und leichte Steigungen fährt der Triebwagen gut, für die gelegentlichen Fahrausflüge reicht mir das. Bei mir zuhause wird er meist in der Schachtel liegen oder - wenn ich dann mal eine habe - in der Vitrine stehen, da ich ja wie bereits erwähnt eigentlich in einer ganz anderen Spur zuhause bin. Möglicherweise baue ich dem Triebwagen dann auch mal ein kleines Präsentationsdiorama, das würde mich noch reizen.


    Gruss, Julian

  • ich habe Bleischrot 3.5 mm aus dem Fischereibedarf verwendet.

    Julian, ich benutze nur noch - wenn nötig - Blei für Autofelgen die man

    beim Pneuhändler gratis bekommt! Gewichte von 5g bis 50 g, mit Klebefolie.

    Ich habe eigentlich nichts gegen Anwälte, aber einen mag ich gar nicht, aber irren ist menschlich!




    Grüsse


    Fredy

  • ich benutze nur noch - wenn nötig - Blei für Autofelgen . . . ! Gewichte von 5g bis 50 g, mit Klebefolie.

    So habe ich es auch bei meinen (oft 4-achsigen) Bemo-Silo-Wagen in H0m gemacht - und siehe da: die Wagen laufen bestens . . . ;):)