Spielzeugbörse Bern, 10. - 11. November 2018

  • 8| und so ein schönes Messingmodell gibt es "ab" 200 CHF ? oder hast du dich verschrieben und eine 0 vergessen?

    A king asked a sheperd`s boy about eternety,The boy answered: "There`s this mountain of pure diamond. It takes a day to
    climb and one day to go around it.
    Every houndred years, a little bird comes. It sharpens it`s beak on the diamond mountain.
    And when the entire mountain is chiseled away, the first second of eternety will have passed."
    " You must think that `s a hell of a long time".
    Personally, I think that`s a hell of a bird.
    The Doctor

  • 8| und so ein schönes Messingmodell gibt es "ab" 200 CHF ? oder hast du dich verschrieben und eine 0 vergessen?

    Nein, das ist schon richtig. Roger hat gut eingekauft. Allerdings war das Teil noch etwas entfernt von einem "sammelwürdigen Zustand" und eine OVP fehlte auch noch.

  • und so ein schönes Messingmodell gibt es "ab" 200 CHF ? oder hast du dich verschrieben und eine 0 vergessen?


    Eric,


    Schön sieht der rote Pfeil schon aus. Mit den eingesetzten Radblenden ist er nicht mehr vernünftig fahrbar und meistens sind die Fahreigenschaften und die Stromabnahme solcher Modelle als bescheiden bis unbrauchbar zu beurteilen, ausser es genügt dir damit auf einem geraden Stück Schiene hin und her zu fahren.

  • Eric,


    Schön sieht der rote Pfeil schon aus. Mit den eingesetzten Radblenden ist er nicht mehr vernünftig fahrbar und meistens sind die Fahreigenschaften und die Stromabnahme solcher Modelle als bescheiden bis unbrauchbar zu beurteilen

    ... und die Jüngsten sind es oft auch nicht mehr. Einige H0 Messing SBB Klassiker haben Bj. 1976 - 1985. Wenn ein Getriebe u. Elektrik schon seit seiner Herstellung nicht unseren - heutigen - Ansprüchen genügt, wird es 45 Jahre später kaum besser funktionieren. Auch u. gerade Messingmodelle neigen zu Stand- u. Materialschäden, wenn sie über lange Zeit, teils in 30-50 Jahren niemals gelaufen, oder umgekehrt zu streng als Anlagemodell benutzt wurden.


    Heute stört sich der eine oder andere Modellbahner an den mässigen Laufeigenschaften von älteren Messing Modelle. Bisher habe ich meistens Glück. Die Loks mit Platz für Motor(en) laufen gar nicht mal so schlecht, teils gar tip top:thumbsup:, wenn man sie immer wieder mal bewegt.


    Jedoch was damals als Supermodell angepriesen wurde, wirkt 2018 fast schon "plump" gegenüber besseren Konkurrenz Modellen. Wenn`s schlecht läuft und nicht mehr als schönes exaktes Modell wahrgenommen wird, wieso soll ein potentieller Käufer noch 600.- bis 1000.- bezahlen? Die hochpreisigen Anbieter werden argumentieren, weil es 1976 CHF 550.- gekostet hat. Zudem steht ja auf den Anleitungen (so überhaupt vorhanden): schwarz auf weiss: "Sie haben ein wertvolles Modell gekauft, welches immer seinen Wert behalten wird"! Wie lange dauert "immer" und was bedeutet "Wert"?


    Manche Messing Modelle welche in der Optik u. Fahreigenschaften zu genügen vermögen und in Kleinauflagen Exoten darstellen, welche von keinem anderen Hersteller erhältlich sind, haben durchaus noch einen Sammlerwert und sind trotz des hohen Preises leicht verkäuflich u. begehrt.


    Messing-Triebwagen: nochmals heikler! Mir geht es wie Roger u. Erwin, die wollen nicht wie sie sollten. Fulgurex lässt einem noch Spekulation für Optimierung zu, welche man vielleicht mal ausführt, oder auch nicht. Bei alten Sigg, die laufen;(, dito (H0) smf Triebwagen, kaum besser. Wenn es einem wichtig und viel Geld wert ist, es gibt Dritte, die mindestens den ganzen Antrieb, wenn nötig incl. Chassie komplett ersetzen.


    Jedes Ding hat seinen Charakter u. seine Geschichte. Ich lasse es, abgesehen von Bastel-Objekten, meistens im Originalzustand.


    Beim SBB Vorbild läuft ja auch nicht immer alles gleich gut. Es existiert ein altes Foto im EA, Loki und Semaphore, (Ursprung Quelle ist mir unbekannt) wo die Gäste eines Roten Pfeiles unweit einer Bahnstation, diesen gemeinsam wieder zurück schieben, als er kurz davor auf der Strecke liegen blieb! Heute wohl eine unvorstellbare und unzulässige Art eine Strecken-Blockierung rasch u. Effektiv zu beheben?


    Gruss

    Hermann

  • Mit den neuen Scheiben sieht der Rote Pfeil wie neu aus. An den Motoren werde ich nicht weiter herumdoktern. Denn wie Erwin geschrieben hat: auch bei voller Funktionstüchtigkeit würde das Fahren mit dem Teil kein Vergnügen bereiten. Die billigen Plastikantriebe verdienen keine weiteren Zuwendungen;)

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • ... und die Jüngsten sind es oft auch nicht mehr. Einige H0 Messing SBB Klassiker haben Bj. 1976 - 1985. Wenn ein Getriebe u. Elektrik schon seit seiner Herstellung nicht unseren - heutigen - Ansprüchen genügt, wird es 45 Jahre später kaum besser funktionieren. Auch u. gerade Messingmodelle neigen zu Stand- u. Materialschäden, wenn sie über lange Zeit, teils in 30-50 Jahren niemals gelaufen, oder umgekehrt zu streng als Anlagemodell benutzt wurden

    Kann mich noch gut an die Inserate dieser Kleinserienmodelle im damaligen EA erinnern.

    Damals unerschwinglich und für den Anlageeinsatz schon einen schlechten Ruf, heute durch Modelle der Modellbahnindustrie überholt.


    Kann mich noch erinnern, als 1979 die Be 4/6 von Roco erschien.

    Als Kunststoffmodell das Aussehen eines Kleinserienmodells.

    Wurde doch damals die Be 4/6 von den Kleinserienherstellern viel angepriesen.

    (Mittlerweile sollte das Rocomodell von einem anderen Hersteller als Neukonstruiertes Modell erscheinen, der Kunststoff zerfällt?()

  • ... die 1980 erschienene Fulgurex Be 4/6 hat eigentlich exzellente Laufeigenschaften gegenüber ihren Vorläufern, auch noch 38 Jahre später. Es störte mehr der Farbton welcher weinrot wirkt. (Die grüne war gut). Rehbock ist für die vorherigen älteren H0 Be 4/6 Messing Modelle noch zu zahm ausgedrückt, stotternder Gumpesel ist naher an der Realität.


    Zur Ehren Rettung älterer Kleinserien H0 Modellen, selten gab es auch bei anderen Herstellern suboptimale Qualität:


    Die Jibby Ae 4/7 sieht äusserlich etwas "grob" aus. Doch ihr Innenleben entspricht Feinmechanik Kunst und ist genial durchdacht, wenn es denn gut funktionieren würde... Das Bj. stammt von 1948 - 1952. Der Sound der 2 Motoren begeistern, die Laufeigenschaften weniger... Die Räder eiern auf den Achsen u. stossen sich deshalb am Rahmen. Die Zahnrad-Achslager sind zu ungenau, das äusserst komplexe Relais etwas gar fein bei den Abstufungen. Eigenwillig das Radprofil: Erstaunlich zu feine massstäbliche Spurkränze, dafür XXL Radbreiten, es ist H0, nicht 0... Lauf = unrund (!)


    Auf den Hersteller einzuschiessen wäre unangebracht, die haben ihr Möglichstes getan. Der 2. Weltkrieg war kaum 3 Jahre vorbei und auch beim Vorbild konnte die damalige theoretische Superlok SBB Ae 4/6 nicht ganz überzeugen. Die Jibby Ae 4/7 hatte einen ordentlichen Preis, 1948 = CHF 88.- das war vor 70 Jahren sehr viel Geld, zu viel... der FCW konzentrierte sich wieder eher mehr auf Märklin HAG und Co.


    auch nicht gerade ein Muster Beispiel einer stolzen SBB A 3/5 Dampflok ist die Buco H0 Dampflok A 3/5 "5151" von 1955. Die läuft nicht viel besser als ihr Aussehen. Eigentlich schon, aber gewisse Getriebeteile u. Kurbelzapfen sind sehr heikel, was immer wieder, bereits schon in den 1950-er Jahren Reklamationen einbrachte. Optik: hervorstehende Lichtleiter als Dampflok Laternen, diese Vorgehensweise hatte gegen die ausländische Konkurrenz keine Chance, Stand der Ding war 1955 z.B. die Trix Express BLS Ae 4/4, welche ein ausgezeichnetes Preis/Leistung Verhältnis vorführte.


    Was soll`s unter den tausenden an möglichen Modellen sind wirklich schlechte Ausführungen eine Rarität. Die meisten sind doch ganz in Ordnung, sonst hätte sich das Hobby Lokomotiven sammeln niemals etabliert.

  • Doch ihr Innenleben entspricht Feinmechanik Kunst und ist genial durchdacht, wenn es denn gut funktionieren würde... Das Bj. stammt von 1948 - 1952.


    Feinmechanik Kunst gab es damals sicher, nur zählt weder diese Spielzeuglok noch eine andere aus dieser Zeit dazu. Die Jibby Ae 4/7 wurde mit aller einfachsten Mitteln hergestellt. So sieht das Chassis auch aus. So etwas kann zu Hause am Küchentisch gebaut werden.


    Etwas das nicht zuverlässig funktioniert, kann per se nicht genial durchdacht sein, es ist ein Widerspruch in sich.


    Es gab in dieser Zeit genialste und präziseste Feinmechanik. Man denke an Uhren, Präzisionsinstrumente und vieles mehr. Warum war zu dieser Zeit gar nichts davon in den H0 Loks zu finden? Die Erklärung dürfte sehr einfach sein, es waren Spielzeuge und keine Modelle.


    Ein Lichtleiter an einem Modell von 1955 halte ich für sehr fortschrittlich. Einzig die simple Ausführung mag nicht zu befriedigen. Dagegen sieht ein Märklin 3015 Krokodil mit seinen Glubschaugen Lampen doch sehr konservativ, gar rückständig aus.

  • Etwas das nicht zuverlässig funktioniert, kann per se nicht genial durchdacht sein, es ist ein Widerspruch in sich.

    nicht unbedingt! Wenn schon meine Ausdrucksweise...


    Die Ae 4/7 ist bis und mit heute 2018, für die Hersteller eine gewisse Challenge...

    Die aktuelle HAG Ae 4/7 entspricht ja auch der "unmöglichen" 2`Bo-Bo`1 Achsfolge. Das Wort "genial "zur Jibby Ae 4/7 ist vielleicht übertrieben, dennoch: Man kann eine "geniale" Konstruktion durch zu wenig präzise Fertigung: Kunden zum verzweifeln bringen. Oder einen Murcks durch genaues bauen auf eine genügende Kunden-Akzeptanz bringen, z.B. den SLM Traktor. Konstruktion ist das Eine, Ausführung ein anderes Kapitel.


    Kinderspielzeug: Ja, das sehe ich auch so, Eisenbahn Spielzeuge waren primär für Kinder gedacht, da nahm man es mit der Präzision teilweise nicht ganz so genau. Allerdings steht da der für 1948 extrem teure Preis von CHF 88.- im Widerspruch, welcher Irrtum vorbehalten, 1952 gar auf CHF 105.- kletterte. Buco Spur 0 und HAG waren zu der Zeit ja auch nur Kinderspielzeug, aber Reklamationen im grösseren Umfang sind keine bekannt! Im Gegenteil!


    Gemäss Quelle "Stofer-Buch" beschäftige die Firma Jibby 1950 immerhin 25-30 Leute. Es war mehr als nur eine Küchentisch-Bastelei... Jedenfalls muss man dabei berücksichtigen, es war 1948. Zu der Zeit schnitzten Bauern im Muotathal noch Holzkühe im Winter als Heimarbeit und in Brunnen brachten Kleinbauern die Milch noch per Sennenhund-Karren zur Molkerei. Ausgaben für teures Spielzeug war nicht so üblich. An die 10 CH Firmen im Modellbahn Sektor über Wasser zu halten, dazu war der CH Markt zu klein.


    Es ist immer nahezu das Gleiche: mit zu viel Übermut mit zu grosser Kelle anrichten, solche Firmen überleben meistens nicht sehr lange. Hat man zu wenig Mut und zu wenig Unternehmergeist überlebt man sowieso nicht und wird ruck zuck links und rechts überholt. Da die richtige Balance und Beweglichkeit aufzubringen, dürfte damals wie heute eine grosse Herausforderung für das Unternehmer darstellen.


    Gruss

    Hermann