Rollmaterial altern und supern

  • Salü Adrian


    Der Wagen sieht super aus, gratuliere :thumbsup:


    ... und deine ruhige Hand beim Auftragen der Farbe möchte ich (noch) haben ...


    Hier noch 2 Fragen:

    Ist der abschliessende Auftrag von Mattlack zwingend für das abschliessende Resultat?

    Weisst du zufälligerweise, ob diese PanPastels bei Bösner in Aarberg auch erhältlich sind?

  • Lieber Adrian


    Tolle Anleitung, es scheint mit diesen Farben recht einfach zu sein.......


    Auf den Eaos bin ich auch gespannt.


    Meine Am 4/4 wir langsam fertig :D



    Die Ölfarbe bei den Puffern ist noch nicht ganz trocken.


    Gruss

    Marc

  • Liebe Leute


    danke für das positive Feedback. Die Weatherings in diesem Thread sind wirklich grosse Klasse ... es freut mich, hier meinen Teil dazu zu geben.


    BahnTech PanPastels kannst du mit Pinsel oder mit den PanPastell-Applikatoren aufbringen. Mit den Applikatoren kannst du sehr deckend arbeiten und homogene Flächen erreichen. Mit Pinsel kannst du die Farbe sehr fein dosieren, damit auch die Farbe darunter noch durchscheint. Hier als Beispiel ein Iaghs von Rivarossi, den ich mit hellblauen und weissen Panpastels aufgehellt habe. Das ursprüngliche Blau schimmert aber an manchen Stellen immer noch durch. Einmal Originalmodell (fast), zweimal als gealterte Version:




    Lukas Eine ruhige Hand ist nicht mal so wichtig. Du kannst die Pastels mit einem gewöhnlichen Radiergummi wieder entfernen, wenn mal etwas schiefgehen sollte. Mattlack brauchst du eigentlich schon zwingend. Erstmal als Grundierung, damit die Pastels überhaupt auf dem Modell haften und abschliessend, damit die ganze Sache grifffest wird. Sonst verschmierst du gern beim Anfassen die Farbe. Und ja, Boesner hat das ganze Sortiment, ich kaufe sie auch dort.


    On3 Wow, ich bin begeistert! Die Am 4/4 ist wirklich Hammer. Die Alterung ist genau richtig dosiert, damit sie echt wirkt. Noch voll im Betrieb, etwas abgewetzt und angestaubt, genauso muss eine SBB-Lok aussehen. Melde mich baldestens bei dir für eine persönliche Besichtigung!


    Kommt gut durch die Tage


    Adrian

  • ... und ja, ich weiss: die Bremserbühne des Iaghs ist jenseits von gut und böse. Weiss auch nicht, was sich Rivarossi dabei gedacht hat. Wird aber noch ersetzt.


    Und ... Anleitung Eaos kommt die nächsten Tage.


    Gruss


    A.

  • Hallo Adrian,


    Deine gealterten Beispiele gefallen mir extrem gut. Sie sehen unglaublich realistisch aus. :thumbsup: Wenn du das bei einem Spur 1 Modell so machen würdest, müsste man sehr genau schauen ob es ein Original oder ein Modell ist.

  • Hallo Zusammen,


    On3: Marc, deine Am 4/4 ist top. Vorallem der Fahrwerksbereich und das Dach gefallen mir sehr gut :thumbup:.


    Edl66: Adrian, dein Kühlwagen gefällt mir auch sehr gut. Das ausbleichen des Lacks ist sehr realistisch! Könntest du evtl. ein Beschrieb deines Vorgehens diesbezüglich machen? Die Farben haben mein interesse geweckt :D.


    Heute habe ich ein Epoche 6 Fahrzeug behandelt: ein Roco Uacns der Jura Cement. Auf Vorbildfotos sind die Wagen relativ sauber und besitzen stirnseitig typische Spuren vom Fahrwerk. Der Wagen ist gut ins Modell umgesetzt worden und gefällt mir sehr gut.

    Da die Modelle als 2er Set angeboten werden, hatte ich für die Fotos ein Vorher- und ein "Nachher"-Wagen:) (bei Interesse könnte ich noch die Vorgehensweise beschreiben). Das Ganze entstand wiederum nur mit der Airbrush und ganz wenig "Pinselarbeit".

    Nun zu dem Ergebnis:




  • Hallo Marc


    das vorher-nachher im 2-er Set ist super!

    Ein paar Infos zur Vorgehensweise wären für mich sehr interessant :).

    Beste Grüsse - Carlo


    [H0m 2L DCC] Anlage "Rhaetian Flyer" Proto-Freelance RhB, FO; Testanlage + Aufstellbahnhof fertig; zZ Planung nächste Etappe
    Peco, Bemo; Steuerung: Rocrail, CANbus GCA-Module, Hall-Melder, Servo, ESU + Zimo Decoder; Roco WLAN-Maus

  • Hallo Carlo,


    anbei eine Kurzfassung der Uacns Überarbeitung.

    Als erstes wurde das Modell zugerüstet, es sind eigentlich nur wenig Teile die schnell montiert sind (Aufstiegstritte, Handläufe und weitere Kleinteile).

    Das Modell wurde danach in Einzelteile zerlegt (durch die Demontage der Drehgestelle können Unter- und Oberteil getrennt werden).

    Da das Modell fast "Schachtelfrisch" war und ich keine Spuren von Fingerabdrücken bemerkt habe, habe ich das Modell ohne Vorbehandlung gealtert. Normalerweise entfette ich die Modelle mit Wasser und Seife.

    Die schwarzen Drehgestelle und die Achsen wurden mit einem Dunkelgrau dem Original angepasst.



    Danach wurde der Unterbau und der Oberbau im Bereich der Drehgestelle mit einem Gemisch aus stark Verdünntem Lederbraun und Schwarz behandelt. Die typischen Verlaufsspuren an der Stirnseite sind ein wenig zu gross geraten :S. Die Drehgestelle und auch die Achsen erhielten punktuell auch diese Farbkombi.


    Die Verbindungsschläuche sind gemäss Vorbildfotos teilweise aus Gummi. So wurden die Teile mit "Rubber black" nachbehandelt.


    Danach wurde der Wagen wieder zusammengebaut und mit "Braun" und "Erdfarbe" eingenebelt.


    Da die Farbe zu stark "orange" wirkte, musste sie mit hilfe von Verdünner und weichen Pinsel vom Modell entfernt werden:facepalm:.


    Modell nach entfernen der meisten Farbe. Positiver Nebeneffekt: die "Kesselringe" erhilten dadurch mehr Zeichnung.


    Als bessere Wahl für das Dach und der Unterbau stellte sich die Farbe "Rainmarks" von vallejo heraus.


    Zum Schluss wurden einzelne Bereiche mittels schwarzem Wash leicht abgedunkelt (Längsträger unterseite, Drucklufttank an der Stirnseite....).

    Auf den Pufferteller wurde mittels Wattestäbchen und seidenmattem Schwarz Fettrückstände und mit weisser Farbe wurden die Striche auf den Achslagerdeckeln nachgebildet.



    Hier nochmals der fertige Wagen in prallem Sonnenlicht.

  • Hallo Marc


    Der Ablauf ist für mich sehr lehrreich, vielen Dank!

    Erlaube mir noch ein paar kleine Fragen -

    Danach wurde der Wagen wieder zusammengebaut und mit "Braun" und "Erdfarbe" eingenebelt.

    'einnebeln': mit der Airbrush, nehmen ich an. Hast Du die Farben gemischt oder 2 Durchgänge gemacht? Ist die Farbe für 'einnebeln' stark verdünnt?

    Als bessere Wahl für das Dach und der Unterbau stellte sich die Farbe "Rainmarks" von vallejo heraus.

    'Rainmarks': wird das auch stark verdünnt und mit dem Pinsel aufgetragen?

    Zum Schluss wurden einzelne Bereiche mittels schwarzem Wash leicht abgedunkelt

    'schwarzer Wash': wie setzt sich bei Dir ein schwarzer Wash zusammen?


    Herzlichen Dank!

    Beste Grüsse - Carlo


    [H0m 2L DCC] Anlage "Rhaetian Flyer" Proto-Freelance RhB, FO; Testanlage + Aufstellbahnhof fertig; zZ Planung nächste Etappe
    Peco, Bemo; Steuerung: Rocrail, CANbus GCA-Module, Hall-Melder, Servo, ESU + Zimo Decoder; Roco WLAN-Maus

  • Hallo Carlo,


    kein Problem für deine Fragen.

    Das Braun und die Erdfarbe wurden nacheinander aufgetragen.

    Die Farben wurden jeweils stark verdünnt und mit der Airbrush aufgetragen. "Eingenebelt" bedeutet hier, dass die Farben nur sehr leicht, nicht deckend aufgetragen wurden.

    Wieso die beiden Farbtöne? Zuerst wollte ich nur mit Braun die gelblich/rostfarbige Oberfläche wie auf dem Originalfoto imitieren. Doch nach dem Farbauftrag wirkte die Oberfläche zu orange :facepalm:. Die Erdfarbe sollte das Ganze merklich "dämpfen". Tat es auch, jedoch war die Alterung dadurch zu stark. Somit hies es, die Farbe mit Verdünner wieder "abwaschen".


    Danach habe ich das Ganze mit "Rainmarks" leicht gebrusht. Die Farbe ist bereits sehr stark verdünnt und hat einen hellbraunen Farbton. Die Farbe lässt sich auch sehr gut mit dem Pinsel verarbeiten. So können gut "Detail-Regenspuren" generiert werden.


    Der schwarze Wash ist je nach dem sehr stark verdünnte schwarze Farbe oder bereits fixfertiges schwarzes Wash. In dem Fall hier habe ich die zweite Variante genommen (schwarzes Wash von Vallejo Nr 76.518).

    Das schwarze Wash ist zum "Überblenden" und parziellen abdunkeln von Flächen.


    Noch etwas zum "Schluss": der Wagentyp eignet sich, durch seine Form bedingt, nicht so gut als "Alterungs-Einsteigermodell".

  • Lieber Marc, lieber Adrian


    @ Adrian, der Iaghs ist ein echtes Glanzstück! Ich werde mir einige deiner Pastels besorgen. Ich habe bis jetzt auch Pastellstifte verwendet. Diese sind aber in der Verarbeitung eher mühsam.


    @ Marc, sehr gelungen, deine Beschreibung des Vorgehens ist hilfreich. Gerade die Bemerkungen bezüglich des Farbauftrags, lasierend und in mehreren Schichten sind zentral für einen gute Verwitterung!


    Liebe Grüsse

    Marc

  • Cebu Pacific: Vielen Dank für das Kompliment. Spur I würde ich gerne einmal altern. Allerdings wäre ich da schon etwas nervös. Ein Modell in dieser Preislage zu ver***** tut dann schon sehr weh :dash:


    BahnTech: Dein Uacns gefällt mir sehr! Finde vor allem die Kesselringe sehr überzeugend. Dass du den ersten Farbauftrag zum grössten Teil wieder entfernt hast, gibt einen tollen, plastischen Effekt. Gerade weisse Modelle sind ja sehr schwierig zu altern, so schnell wirkt die Farbe zu intensiv. Super gemacht!


    Zum Iaghs:


    1) Den ganzen Wagen mit AK Ultra Matte airbrushen und 12 Stunden trocknen lassen.


    2) Den Wagenkasten mit PanPastel Phtalo Blau Tint und Weiss aufhellen. Mit Orange dezent ein paar Rostspuren anbringen. Fahrgestell mit Umbra, Schwarz und Grau granieren.


    3) Den ganzen Wagen mit AK Ultra Matte airbrushen und 12 Stunden trocknen lassen.


    4) Türspalten, Spanten und Rahmen mit AK Paneliner for White and Winter Camouflage behandeln und mit White Spirit das meiste wieder wegnehmen, damit die Farbe wirklich nur in den Ritzen bleibt.


    5) Details wie Bremshebel, Seilanker und Puffer bemalen. Fertig :)


    On3: Danke! Melde mich nächste Woche bei dir, dann kann ich dir mal eine PanPastel-Demo geben ...


  • Wie versprochen kommt hier noch die Anleitung zur Alterung des Märklin Eaos ...


    So sah das Original aus:



    So geht die Alterung:


    ·         Anschriften und Ausbesserungsflecken mit Tamyia Maskierband abkleben.


    ·         Airbrushen mit Tamiya XF-20 Medium Grey. (ginge wohl auch heller)


    ·         Wagenkasten grob Kratzer Tamyia XF-9 Hull Red aufmalen. Dazu AK-046 Light Rust Wash auftragen.



    ·         Anschriften noch einmal, leicht verschoben, abkleben. Mit Tamiya XF-20 Medium Grey ein zweites Mal airbrushen.


    ·         Kratzer und Randbeschädigung mit Gemüseschnitzer (wirklich :grin:), Pinzette und Gabel anbringen.


    ·         Türen, Kratzer und Spanten mit wenig AK 075 Wash for NATO camo vehicles akzentuieren und mit White Spirit abnehmen.



    ·         Roststreifen mit AK 013 Rust Streaks und AK-046 Light Rust Wash anbringen. Mit White Spirit verfeinern.


    ·         Ausbesserungsstellen am Oberrahmen mit MrHobby H463 Red Brown bemalen.


    ·         Fahrwerk, Unterrahmen und Drehgestellenden mit Panpastel 780.5 Raw Umber akzentuieren. Federn mit 800.5 Black betonen. Mit 840.7 Grey Tint granieren.


    ·         Rahmen unter Türen mit 280.5 Orange rosten. Scharniere an der Tür mit 800.5 Black ölig betonen.


    ·         Schatten am Rahmen und Pufferbohle am Wagenende mit ganz wenig 800.5 Black betonen. Nur sehr punktuell.


    ·         Kuswa Laufzettelhalter färben und anbringen.


    ·         AK 183 Ultra Matte Varnish


    ·         Innenbereich mit 780.5 Raw Umber grundieren. Mit Orange, Weiss und Schwarz akzentuieren.


    ·         AK 183 Ultra Matte Varnish


    ·          Bremshebel mit Tamiya XF-7 Flat Red und XF-3 Flat Yellow bemalen.


    ·          Pufferlager AK2019 Engine Oil, Pufferteller zentral mit Pinsel kleiner Fleck AK7012 Shafts and Bearing Grease auftragen. Mit Bleistift 9B Puffetellermitte akzentuieren.



    Fertig! :)