Freude an ‘Gussklötzen‘

  • Hallo Roger

    Scheinbar ist die ideale Zeit zum Kauf von Gussklötzen angebrochen.
    Vorgestern erhielt ich ebenfalls einen echten Gussklotz, den Märklin Kühlwagen 324 mit OVP, in relativ gutem Zustand - allerdings nicht soooo gut wie deine DL 800 ...


    N.B. Zuerst hat mich an deiner DL 800 die 'Kupplung mit Vorentkupplung' etwas irritiert. Aber im Mä-Katalog von 1957 wurde die Lok mit genau dieser Kupplung (letztmals) aufgeführt.

  • Doch, der ist sehr schön erhalten. So einen habe ich nicht…. Aber momentan ist es auch so kühl genug.:D

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Hallo alle zusammen,

    gestern war mein Unglückstag und Heute ist alles wieder normal!:)Also alles von vorne:


    Vor ein paar Monate habe ich bei unserem MOBA-Mitglied Christian eine sudexpress EURODUAL STADLER

    Ich habe eigentlich nichts gegen Anwälte, aber einen mag ich gar nicht, aber irren ist menschlich!




    Grüsse


    Fredy

  • Hoi zäme


    Ez muss ich dann auch mal mein Gusszeug auspacken...grins


    Gratulation zu der sensationellen Doppellok, ganz grosses Kino


    Gruss Barni

  • guten Tag Roger,

    viel Glück zu Deinem DL 800:thumbsup:.


    Ob der DL 800 und der Karton 100% original ist, kann ich vom Foto aus nicht sicher bestimmen. Die Replicas schwanken beachtlich in einer grossen Bandbreite, je nach Hersteller und Baujahr. Die ganz ersten Gaudenz Replicas vor über 40 Jahren(!), würden heute maximal als Replicas der Replicas durchgehen. Er lernte rasch dazu, die letzten Ausführungen waren nahezu identisch mit dem Märklin Original.


    Der Farbton ist anderst, meist die Agraffen und - kein Witz - der Geschmack ist anderst. Vorausgesetzt das Objekt lag nicht in der Wohnung eines strengen XL-Rauchers, dieser Gestank kriegt man mit humanen Methoden nicht mehr weg, höchstens durch noch mehr anderen Gestank. Einen verrauchten Karton mit z.B. einem verstampften Bärlauchbrei einreiben, und es riecht für die nächsten >100 Jahre nicht mehr nach Zigarettenrauch.


    Doch normal gelagerte Objekte in Wohnräumen, weder moderig noch rauchig, sei es der Karton oder das Objekt selbst: die riechen fein und authentisch, unmöglich künstlich zu reproduzieren. Auch wenn das Duftstoffe Hersteller nicht glauben wollen. Wenn Oldtimer Autos zu sehr "authentisch" nach Leder und Blech riechen (sollen), hat der Garagist garantiert künstlich nachgeholfen... Alte Märklin Loks: Strom und altes Weissblech, das hat über die vielen Jahrzehnte einen sehr spezieller Duft entwickelt, welchen man kaum beschreiben kann, ausser dass es "kauf mich" auslöst :facepalm:. Mindestens bei den Tinplate und Gussklötze Sammlern. In gewissen Werkstattabteilungen im Raum Dübendorf, deren Kriterium ist die exakte Umsetzung. Wobei der DL 800 und ST 800 sind ausser Konkurrenz, die können gar nicht schlecht umgesetzt werden, mangels Vorbild :phat:, es ist reine Fantasie. Oder ich würde sagen: von allen Vorbildern ein bischen davon...


    Für - einwandfreie - Replicas oder besser noch, späte Originale um 1956/57: Ein Leben dauerhaft im Gefängnis, sprich Vitrine ist eine Zumutung für einen DL 800. Er sieht zwar durchaus attraktiv ansprechend aus, aber seine wahre Überlegenheit spiegelt sich weniger in seiner Optik als in seiner Mechanik: traumhafte Laufeigenschaften:thumbsup:. Gab es da von Märklin in den letzten 73 Jahren noch eine Steigerung? Mit viel Elektronik und noch mehr Käufer-Willen die CV-Werte richtig einstellen wollen (müssen), suggeriert Digital Eigenschaften, welche dem DL 800 zu eigen sind.


    Eigentlich spiegelt sich im Modell auch der Unterhalt / allgemeine Eigenschaften vom Vorbild ab. Bei aktuellen Modellen braucht man - wenn man Digital akzeptiert oder gar bevorzugt, weder das Gehäuse abnehmen noch Manipulationen vornehmen, überspitzt gesagt; wie weniger man am Modell tut, desto besser behält es seine Fahreigenschaften. Aktuelle Fahrzeuge sind weitgehend wartungsfrei.


    Anderst die Generation 1950-er Jahre: Von Staub befreien, Haftreifen auswechseln (so vorhanden), Relaisfeder nach einer gewissen Zeit nachjustieren, und vor allem die ZAHLREICHEN Schmierstellen oft mit einem Tröpfchen Oel ölen, ist absolut notwendig. Würde ein DL 800 im Dauereinsatz stehen, ist die Art vom Oel völlig sekundär. Wie länger das Modell in der Vitrine steht, um so wichtiger wird die Öl-Qualität, es soll seine Konsistenz beibehalten. Wichtig ist oft ölen und jeweils nur ganz wenig dosiert. (Selten olen, aber in XL Dosierung, verschmiert und verklebt alles und schadet der Elektrik.


    Aber auch wenn man einen DL 800 vorbildlich behandeln würde, als wäre es ein Helikopter 1:1, alte 800-er Modelle erreichen niemals die Kilometer-Laufleistungen moderner Modelle, wie es auf öffentlichen Anlagen wie dem MiWuLa- gefordert und auch erreicht wird. Wenige Exemplare der SBB Ae 4/7 erreichten beim Vorbild ca. 7.5 Mio Km in ca. 75 Jahren. Vorläufig noch ein CH Rekordwert. Wird möglicherweise zukünftig mal von einer Re 4/4 II übertroffen? Die TGV Züge "lächeln darüber", die erreichten 7.5 Mio Km in einem Bruchteil der Zeit. Ähnlich bei der Modellbahn: die Abnutzung / Verschleiss ist bei älteren Modellen (meistens) viel höher, als bei neuen Modellen, wenn oft gefahren wird.


    Ausgerechnet die teuersten gesuchtesten 800-er Märklin Modelle im Bereich 1947/48 bis 1949/50 sind ein Widerspruch sondergleichen. Original laufen sie nicht mehr gut. Primär wegen der Zinkpest, aber auch verwandtes davon, tut den Modellen nicht gut. Der Zinkguss ist extrem hart und auch Spröde geworden und / oder hat sich im mm-Bereich verzogen. Optisch kaum wahrnehmbar, aber es reicht dass die Lagerschale nicht mehr exakt dort ist, wo sie sich befinden sollte . Bj. 1947-1950: Entweder original, aber defekt, oder gut, aber nicht mehr original. Daher sind einwandfreie Exemplare aus diesem kurzen Zeitraum von 2-3 Jahren so extrem teuer, da perfekte originale Zinkguss-Modelle aus dieser Zeit mehr Wunschdenken als der Realität entspricht. (Die schlechteste Variante ist nicht mehr original und unfachmännisch pfuschig "restauriert"). Bereits ab 1950/51 besserte sich die Werkstoff-Qualität massiv, ab 1959 ist Zinkpest so gut wie innexistent. Mindestens für 50 Jahre bis zur Made in China? H0 SBB De 6/6...


    Gruss

    Hermann

  • Danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich weiss genau welchen ‚Märklinstrom-Geruch’ du meinst. Dieser hat sich seit meiner Kindheit ebenfalls unauslöschlich eingeprägt, als wir jeweils bei Oma die Schachtel mit den Märklin-Artikeln aufgestellt hatten und die alte E44 fahren liessen. Ich liebe diesen Geruch, auch wenn meine Nase zwar grösser, aber leider auch unempfindlicher geworden ist.

    Die Mechanik meines Exemplars sieht sehr gepflegt aus. Auch die Schleifer sind fast neu. Ich halte das Ding aber trotzdem nicht für eine Replika, denn diese wirken schnell einmal überrestauriert. Dies ist bei meiner Maschine nicht der Fall. Der Funktionstest blieb bis dato noch aus, wird aber demnächst nachgeholt.

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.