Wireless Verkabelung: Liliput Bachmann UP 6900 DDA40X Centennial

  • eine Frage in die Runde; gibt es fixfertige gebrauchsbereite H0 DC Modell-Lokomotiven, welche nicht wenigstens 1 mm klassische Kabel aufweisen?


    Bis vor kurzem hätte ich geantwortet: sicher nicht, das ist unmöglich! Vom Schleifer (egal ob Mittelleiter oder über Phasen-Räder bei DC), mindestens 1 Kabel hat ausnahmslos jede elektr. H0-Lok. Wobei auch das schon eine Ausnahme ist. 4-6 Kabel sind die Regel. Zählt man den Decoder Anschluss dazu, hat eine Lok schnell mal 10-20 oder mehr eher kürzere Kabel Verbindungen.

      


    Vielleicht ist das für Euch kalter Kaffee und längstens bekannt, doch für mich ist eine Wireless H0 Lok Konstruktion etwas ungewöhnlich und eine neu angetroffene Gegebenheit.



    Liliput Bachmann, China Konstruktion: der Guss-Rahmen ist der Länge nach aufgespalten! Eine dünne Kunststoffschicht trennt den Guss in eine linke und rechte Hälfte. Eingelassene Blechstreifen stellen den Kontakt vom Guss zu den Rädern her. Blechstreifen klemmen die Motoren mechanisch fest in den Guss hinein und dienen gleichzeitig als elektrische Kontakte. Die Platine ist am Dach, welche 2 Lampen enthält. Lamellen stellen den Kontakt zu den Gusshälften her. So hat diese Lok sogar 2 Motoren und 4 (!) Schwungmassen, aber keine Verkabelung mehr. Irgendwie eine Mischung von aller günstigster Fertigung und gleichzeitig genial durchdacht. Das Modell läuft ganz erstaunlich gut und fein. Auch die Zugkraft ist ganz anständig hoch! Kaum ein Rekord, aber sehr viel stärker als angenommen. Alle 8 Achsen angetrieben. Wer bei der Verkabelung spart, optimert auch sonst: Gehäuse einfach lose drauf. Weder Schrauben noch Raster oder Noppen.


    Das gefällt mir an der Spur H0: es gibt unglaubliche viele Konstruktionsmerkmale, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, auf welche Weise ein H0 Modell angetrieben wird.


    Diesellok Union Pacific 6900 "DDA40X - Centennial" Vorbild Bj, 1969. Zugkraft 596 kn, als Vergleich die SBB Re 6/6 erreicht 10600 PS und 395 kn. 120 Tonnen 140 km/h. Primär ist die Centennial einfach viel schwerer. Ca. 250 Tonnen Gewicht bei 31 Tonnen Achslast. 2 Dieselmotoren à je 3345 PS = total 6690 PS liefern Strom für 8 elektrische Tatzlager-Motoren. V/max 144 km/h. Modell H0, Bachmann, made in China.

  • Am meisten würde mich der Umstand stören, dass das Gehäuse nur oben aufgelegt ist. Kabel sind grundsätzlich eine Schwachstelle (Bruch, Lötstellen). Wenn diese durch feste Leiterbahnen ersetzt werden können, um so besser.

    Fehlt beim Modell etwas, dass man auf dem ersten Bild die Schwungscheibe durch eine Oeffnung sehen kann?

    Gruss Roger


    84 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Fehlt beim Modell etwas, dass man auf dem ersten Bild die Schwungscheibe durch eine Oeffnung sehen kann?

    Ja, dem Modell fehlte ein besserer Konstrukteur. In Tat und Wahrheit war beim Original schlicht ein Luftloch. Siehe hier. Sehr wahrscheinlich wurde der Raum zwischen dem vorderen und hinteren Motor als Durchgang benutzt, die Lok ist doch verdammt lang für's Aussenrum marschieren :D

    Gruss

    Peter


    No matter how much you polish a turd - it's still a turd

  • Beim Vorbild handelte es wohl um 2 Loks auf einem Chassis? Zumindest habe ich das anhand dieser Informationen so verstanden. Das "Loch" ist vermutlich ein Durchgang. Ich könnte mir auch vorstellen das die Ingenieure bei der Konstruktion auf möglichst viele schon vorhandene Bauteile zurückgriffen und deshalb das unschöne "Loch" entstand weil es dann für Wartungszwecke eben notwendig war.

  • Ja Beat, wenn du das Bild in meinem Beitrag angeschaut hättest, wäre dir das aufgefallen.


    Der Führerstand ist eine Neukonstruktion, aber der Motorteil, die dynamischen Bremsen und die Ventilatoren obendrauf entsprechen bis zum Durchgang dem der angehängten EMD SD 40. Und dann folgt das Ganze nochmals verkehrt herum.

    Gruss

    Peter


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