Märklin Drehscheibe 72/7686 mit DSD2010 von Sven Brandt - Umbau und Erfahrungen

  • Hallo zusammen


    "Das Werk" ist vollbracht, meine Drehscheibe läuft wieder - und wie!


    Das brachte mich dazu, die Erfahrungen des Umbaus und die ersten Betriebserfahrungen aufzuschreiben und Euch mitzuteilen.


    Hier sind wir auf das Thema gekommen, auch darauf, dass es noch weitere "Leidensgenossen" gibt:

    Es entsteht eine neue Modellbahnanlage im Schwarzenburgerland...


    Meine Drehscheibe stammt irgendwo aus der ersten Hälfte der 90er (Bauzeit 1991-94), ist eine Märklin 7686 - also die nur relativ kurz vertriebene Version der von Fleischmann hergestellten grossen Drehscheibe mit beiliegendem Digitaldecoder sowie Folie für das Märklin Keyboard des ersten/vor-mfx Digitalsystems. Parallel und vor allem während langer Zeit gab es die Scheibe mit der Nr. 7286 ohne Decoder und zusätzlich erhältlichem Decoder 7687 (dieses Set ist sogar noch erhältlich: https://www.maerklin.de/de/produkte/details/article/7687/).


    Meine "Sorgen" habe ich hier schon angetönt. Die Bühne hat eine Laufzeitüberwachung, wenn sie also schwergängig geht, klemmt (das kann auch von einem "hängenden" Einbau kommen) oder einfach der Motor nicht so "gut" läuft/zu kalt ist, braucht sie bis zum Zielanschluss zu lange und bleibt mit einem Fehler stehen (sie soll ja keinen Schaden nehmen). Manchmal ging sie, manchmal nicht. Ich entdeckte dann beim Ausbau der Grube, dass sie wohl auch "durchhing" - vielleicht hätte ja dies zu beheben schon das Problem lösen können. Dazu kommt die Geräuschentwicklung der Kontakte, bei jedem Anschluss deutlich hörbar, einfach Lärm.


    Neue Elektronik/Umbausatz


    Für den Umbau bestellte ich die bestückte Platine DSD2010 von Sven Brandt (DIGITAL-BAHN.de) - genau genommen sind es zwei Platinen, einmal für unter die Bühne,, quasi eine Art Lok-Decoder sowie die Hauptplatine, die wie der alte Märklin-Decoder neben die Scheibe montiert wird. Dazu der Einfachheit halber die Beleuchtung für das Maschinenhaus, welche auch noch ein Blinklicht umfasst. Alles wurde prompt geliefert bis nach Hause (inkl. später der Abrechnung des Imports...).

    Die beiden Platinen (bestückt, programmiert, einbaufertig) kosten 129.- Euro (https://digital-bahn.de/shopping/kit_DSD2010_20)

    Das Hauslicht zusätzlich 5.- Euro und kann bei den beiden Platinen mit dazu bestellt werden. Dieser Preis finde ich sehr fair - das Nachrüstset mit heute "Uralttechnik" kostet 149.99 Euro


    Auf der Webseite sind umfangreiche Dokumente für den Umbau und Betrieb verfügbar; alles gut erklärt - doch es ist ziemlich viel zu lesen! Den Platinen liegt eine Betriebsanleitung für Einstellung und Betrieb bei. Die Umbauanleitung muss selbst gedruckt oder z.B. am Laptop betrachtet werden.

    Der Umbau ist schon nicht ganz so einfach, nicht "plug and play" - doch auch für weniger geübte Modellbahner machbar. Es braucht aber Zeit! Der Umbau umfasst Demontage, mechanische Arbeiten (Bohren, sägen, das Fräsen erledigte ich mit der Laubsäge), kleben, löten, etc. - also eigentlich ein toller Umbau, wenn man das mag.


    Was ist denn eigentlich anders?


    Nun, die Bühne wird bei Fleischmann/Märklin mechanisch positioniert, bei Sven Brandt optisch/elektronisch - dies ist DER Unterschied mit weitreichenden "Folge" bzw. "Erfolgen".


    Die Bühne wird von einem flachen Motor über zwei Schneckengetriebe von einem grossen Zahnrad (d ca. 25mm), welches in den Grubenrand eingreift, bewegt. Dabei besitzt dieses Zahnrad vier Nuten auf dem zylindrischen Körper, wo der Start/Stop-Mechanismus eingreift. Dieser Mechanismus wird über einen Elektromagneten und Federbleche bewegt. Die Steuerung bzw. der Decoder beurteile ich für damalige Verhältnisse als ziemlich raffiniert. So konnten die max. 48 möglichen Abgänge (24 gegenüberliegende) so programmiert werden, dass alle vorhandenen Abgänge direkt angefahren werden konnten, dazwischen fuhr die Bühne ohne Stopp über Abgänge und Blindteile hinweg - ziemlich revolutionär damals. Allerdings erforderte sie eine Digitalsteuerung und fast ein GANZES Keyboard. Darauf konnte die Folie gelegt werden, damit am Keyboard die drehscheibenspezifischen Befehle beschriftet werden konnten.


    So sieht die Drehscheibe bzw. die Bühne im Originalzustand aus:


        


        



    Mich überraschte, wie die vier Kontaktfedern für die Kontakte zu den Schienen "erodiert" sind - wohl durch Funkten und unterstützt durch die mechanische Belastung beim Überfahren der Gleisanschlüsse!

    Dies ist hier an einem der Kontakte (rechts) sehr gut zu sehen - es fehlt quasi schon ein beträchtliches Stück:


    Ebenfalls ist die Kontaktnase für den Mittelleiter gut sichtbar - die kommt beim Umbau weg.


    Der Ganze Umbau ist in den Dokumenten von Sven Brandt sehr gut dokumentiert, Interessierte mögen das dort besser lesen, als wenn ich hier alles quasi wiederhole:

    https://digital-bahn.de/shoppi…2010_einbau_anleitung.pdf


    Umbau




    Beim Set sind auch die Dinge dabei, die einem den Umbau erleichtern, so ein Streifen Leiterplattenmaterial, aus dem die Übergabeplatinen gesägt werden können. Dazu sind auch die Kleber für die Positionserkennung enthalten, der Sensor ebenfalls. Zusätzlich braucht es Kabel - ich habe dazu Decoderlitzen von Brawa verwendet. Dafür könnten die Löcher, die in die Bühne zu bohren sind, auch kleiner gewählt werden. Zudem ist es eine Überlegung wert, alle Kabel in Schwarz auszuführen (wegen der Sichtbarkeit von aussen) - ich habe mich an die Farben gehalten, damit ich besser den Überblick behalten konnte. Falsche Verkabelung könnte die Elektroniken beschädigen, was ich nicht riskieren wollte.


    Die Löcher habe ich zuerst versucht mit der Minibohrmaschine zu bohren, was nicht so gut gelang - mit der 750 W Metabo ging dann das deutlich angenehmer und sogar auch präzise - ein Bohrständer würde hier noch bessere Dienste leisten.


    Am Antrieb muss ein vorhandener Ausschnitt für den Positionssensor vergrössert werden, was in der Anleitung mit dem Fräser empfohlen ist. Ich habe dazu die Laubsäge verwendet, was sehr gut geht. Auf das Trennen der Schienen zwecks Rückmeldung habe ich verzichtet und diese erst gar nicht angeschlossen. Auch auf die Montage der Gleissperrsignale (max. vier möglich, direkt an die Bühnenplatine anschliessbar) habe ich verzichtet. Das hole ich dann mal nach, wenn sie weniger "griffgefährdet" sind. Auch die Geländer bleiben vorerst nicht montiert...


    Nach dem Umbau:


    Nun sind deutlich die Bühnenplatine sowie auf dem Antrieb der Positionssensor zu erkennen. Auf dem Zahnrad auch die aufgeklebte Reflektorscheibe. Nun sind deutlich mehr Kabel vorhanden - es wären noch mehr, wenn ich auch noch dIe Gleissperrsignale und die Rückmeldung eingebaut hätte.


        


        


        


    Ihr seht, dass sowohl Kontaktbleche zu den Schienen wie die Kontaktnase für den Mittelleiter fehlen - beides wird entfernt und hilft so, dass der Betrieb deutlich ruhiger und störungsfrei läuft. Allerdings müssen die Gleise ab der Bühne dann separat/direkt angeschlossen werden (was ohnehin bei Digitalbetrieb sinnvoll ist).


    Hier ist die Hauptplatine zu sehen, die in die Nähe der Drehscheibe kommt:



    Die Versorgungsspannung und die Steuerbefehle kommen von einem 6002 Trafo, einer 6020 Central Unit (von 1986!) mit einem 6040 Keyboard. Deshalb auch die schwarz und violett für die Kabel. Die Kabel für das Fahren sind Braun/Rot und kommen von der Intellibox II - die weiterführende Leitung elektrifiziert die Gleisabgänge direkt.


    Programmiert habe ich die Drehscheibe mit dem PC, welcher ich mit dem Schnittstellenkabel des Lokprogrammers angeschlossen habe (USB/RS232 9-polig). Auf dem Bild fehlt das Verbindungskabel. Die Kommunikation zwischen PC und den Platinen funktionierte auf Anhieb!

    Die ganze Einstellung der Bühne ist dann noch einmal etwas eine Herausforderung - es ist alles sehr gut gemacht und erklärt, doch eben auch etwas anspruchsvoll - "man muss den Kopf beisammen haben"8)


    Am Schluss erhält man eine Drehscheibe, die endlich so funktioniert, wie sie soll! Ich steuere sie wie vorher mit dem Keyboard. Es gibt von Sven Brandt auch eine Bedieneinheit, die zusätzlich angeschlossen werden kann und den Betrieb auch als einziges Bedienelement ermöglicht. Überhaupt, es können alle Bedienmöglichkeiten gleichzeitig angeschlossen bleiben - sie sind dann auch alle funktionsfähig. Auch mit dem PC kann sie bedient werden - sowohl mit dem Programm, welches auch das Einrichten erleichtert, als auch natürlich mit Steuerungsprogrammen wie TrainController, etc.


    Bilder vom Testbetrieb - interessant ist vor allem die Positionsgenauigkeit der Schienen! Das passt nach dem Einstellen wirklich gut. Dabei beschleunigt die Bühne und bremst etwa anderthalb Anschlüsse vor dem Zielgleis ab (jetzt nicht so fein wie eine Lok, aber gut):


    Hier dreht die Bühne...

        


        



    Da hat es keine mechanischen Teile mehr, die die Bühne stoppen oder verriegeln!


    Hier ist die Bühne nach einer 180° Drehung etwas "daneben" dies ist zwar optisch sichtbar, doch für das Befahren vernachlässigbar:



    Kleiner Wermutstropfen: Die Bühne benötigt etwa 8 Sekunden, bis sie nach dem Befehl auch wirklich losfährt - ebenso ca. 8 Sekunden, wenn sie steht und wieder einen neuen Befehl ausführen soll. Evtl. hat dies mit den Gleisssperrsignalen zu tun, die mit Überblenden anzeigen würden. Ich denke, man gewöhnt sich dran. Dabei hilft das Blinklicht im Dach des Maschinenhauses. Dieses beginnt sofort zu blinken und stoppt erst dann, wenn ein neuer Befehl gegeben werden kann. Ob sich daran etwas einstellen lässt, weiss ich (noch) nicht - vermute aber nicht.


    Ich kann die DSD2010 sehr empfehlen! Die Elektronik und deren Möglichkeiten sind brilliant! Das Argument anderer Lösungen - inkl. dem zuvor in Erwägung gezogenen Littfinski - die Bühne OHNE mechanischen Umbau betreiben zu können tönt zwar gut, doch löst es die wesentlichen Probleme der Drehscheibe eben nicht.


    So macht die Drehscheibe wieder Freude - wenn dann noch eine 141 R darauf steht, umso mehr8)

  • Guten Abend Christian! :)


    Ein riesengrosses Dankeschön für den äusserst interessanten und sehr lernreichen Beitrag zu der Motorisierung Deiner Märklin-Drehscheibe. Das ist wirklich absolut genial und hast gleich noch meinen "Hilferuf" beantwortet. :thumbsup:


    Somit könnte mein Drehscheiben-Problem endgültig beseitigt werden, mit dieser Anleitung kann da ja nichts mehr schief gehen. 8)


    Ich überlege mir ebenfalls, diese tolle Elektronik aus Deutschland zu Importieren und dann so die Drehscheibe in Gang zu setzen, um auch den Spielspass geniessen zu können. :D


    Obendrauf noch tolle Aufnahmen der wunderschönen SNCF-Dampflok, die auch mir äusserst gut gefällt. :rolleyes:

    Freundliche Grüsse aus dem Berner Seeland von Dominik


    Sammelt und fährt H0 / H0m...von SBB über BLS und MOB bis zur RhB!

  • Hallo Dominik


    Sehr gern geschehen!

    Aktuell bin ich am Überlegen, dann auch noch die Bedieneinheit von Sven Brandt anzuschliessen (https://www.digital-bahn.de/shopping/kit_dsd_anzeige). Damit wäre dann auch die Bedienung (die "Befehlseingabe") noch einfacher und sehr intuitiv (mit "Drehen" das Zielgleis einstellen, Drehknopf drücken und so die Drehung auslösen). Angeschlossen wird diese Einheit an die RS-232, quasi als "Computer" - schon noch genial...


    Im Netzt finden sich auch noch Videos zum Betrieb von anderen Modellbahnern (habe ich jedoch nicht angesehen).


    Zur 141 R

    Dies ist die 141 R 446 des Depot Mulhouse, eine Hornby-Jouef HJ2152 (Version AC Digital) - sie stellt eine Kohlenlok mit Speichenräder dar.

  • Hoi Christian


    Dein Beitrag über den Drehscheibenumbau ist sehr gut beschrieben mit tollen Bildern. Da wirst du bestimmt noch lange Freude haben.

    Zu deinem Mut den Umbau selber durchzuführen muss ich dir gratulieren.:thumbsup:

    Ich habe dieselbe Drehscheibe mit gleichem Umbau seit ca. 4 Jahren eingebaut. Im Gegensatz zu dir

    habe ich mich nach Durchsicht der Anleitung zum Umbau entschieden, die Drehscheibe einzuschicken und umbauen zu lassen.:S

    Ich traute mir das nicht zu.

    Beim Einbau gab es zwar noch Probleme weil Herr Koslowski zwei Drähte bei der Verkabelung verwechselt hatte aber dies fand ich dann selber heraus. Die Drehscheibe funktioniert immer noch einwandfrei. Zwischenzeitlich gab es einmal Probleme mit der Genauigkeit des Anhaltens, das konnte dazumal mit telefonischer Unterstützung und einem Firmware Update der Bühnen/ Grubenplatine behoben werden.

    Meine Drehscheibe wird über den PC gesteuert, das klappt einwandfrei. (keine Verzögerung der Befehle)

    Leider bin ich die letzten Jahre nicht weiter gekommen mit meinem Betriebswerk aber wenigstens sind die Schienen verlegt und es fährt.:embarrassed:

    Ich bin ebenfalls immer noch begeistert von der Aufwertung der Drehscheibe und würde das jederzeit wieder machen.


    Zur Ergänzung deiner Bilder habe ich hier noch ein Video das ich nach meinem Einbau gemacht hatte.

    Digitalumbau Drehscheibe 7686

  • Hoi Christian :grin:


    Vielen Dank für Deine Antwort. Diese Bedieneinheit habe ich mir auch noch angeschaut, als ich gestern die Homepage besuchte. Das sind wirklich alles ausgefeilte Produkte, die da angeboten werden. :thumbsup:


    Da gebe ich Dir absolut Recht, für mich als "Elektro-Laien" ist es bestimmt eine sehr grosse Herausforderung, die Märklin-Drehscheibe umzubauen. Die Anleitungen dafür habe ich schon studiert, alles perfekt beschrieben. Ich weiss noch nicht genau, ob ich die Drehscheibe dann mit der ECO's-Zentrale von ESU digital betreiben möchte oder die klassische, analoge Weise wähle. Auf jeden Fall gibt dies ein Winterprojekt für mich, da habe ich erfahrungsgemäss mehr Zeit für die Modellbahn. :D


    Auch vielen Dank für die Präzisierung zur Französischen Dampflok. ^^ Als Überleitung zum Märklin-Thread: Mir gefällt übrigens die SNCF 241A65 von Märklin äusserst gut, auch wenn es da zahlreiche Kritik dazu gibt. Schlussendlich ist ein Modell immer aus der Sichtweise des Betrachters stimmig. :thumbup:

    Freundliche Grüsse aus dem Berner Seeland von Dominik


    Sammelt und fährt H0 / H0m...von SBB über BLS und MOB bis zur RhB!

  • Hallo Andy

    Dein Beitrag über den Drehscheibenumbau ist sehr gut beschrieben mit tollen Bildern. Da wirst du bestimmt noch lange Freude haben.

    Zu deinem Mut den Umbau selber durchzuführen muss ich dir gratulieren. :thumbsup:

    Besten Dank für dein Feedback!


    Der Umbau ist schon so eine Sache, aber machbar - man sollte einfach Freude an solchen Sachen und auch Erfahrung haben (Montage, Löten). Vor allem beim Löten sind solche Umbauten "fordernd" - klar muss man löten können, doch braucht es auch die richtige Ausrüstung (beides kann man lernen und ist einfacher als man vielleicht denkt - es braucht aber Wissen und Übung). Lötkolben mit 230 VAC Direktanschluss würde ich auf keinen Fall verwenden, es "muss" eine Lötstation sein. Wie empfindlich diese Elektronik ist, weiss ich nicht, doch Vorsicht ist auf jeden Fall angesagt.


    Dein Film ist toll! Wie hast du die Kamera mitfahren lassen?


    Dein Depot ist jetzt schon beeindruckend gross - das wird bestimmt einmal eine schöne Sache! "Lustig" ist, dass auch du uns auf DER Deutschen Drehscheibe keine Deutsche Lok zeigst8) (Ich habe da schon solche, die auch Vorbildgetreu sind...).

  • Hallo Dominik

    Diese Bedieneinheit habe ich mir auch noch angeschaut, als ich gestern die Homepage besuchte. Das sind wirklich alles ausgefeilte Produkte, die da angeboten werden. :thumbsup:

    Das Schöne und Clevere bei der Lösung ist ja gerade, dass du gleichzeitig mehrere, technisch völlig verschiedene Bedienstationen anschliessen kannst - und alles gleichzeitig funktioniert!


    Diese Kombinationen sind auf seiner Website gut beschreiben: https://www.digital-bahn.de/bau_ds2010/dsd2010_konzept.htm


    Wenn ich so lese, was du zur Verfügung hast, so meine ich fast, dass ich dir parallel zu deiner Ecos zur erwähnten Anzeigeeinheit von Sven Brandt rate - diese ist intuitiv zu Bedienen und zudem recht preiswert (die Frontplatte nicht so sehr...). Dann kannst du von der Ecos aus bedienen und falls diese nicht in der Nähe der Scheibe liegt, die Bedieneinheit zur Drehscheibe hinzubauen. Ich habe mir überlegt, eine solche in ein Haus einzubauen und dann das Dach abnehmbar zu gestalten.


    Ein reibungsloser und einfacher Betrieb ist jedenfalls viel Wert!

  • Christian, vielen Dank für Deine Empfehlung. :thumbsup: Somit bin ich bestens informiert und kann dann die entsprechenden Teile im Webshop bestellen.

    Freundliche Grüsse aus dem Berner Seeland von Dominik


    Sammelt und fährt H0 / H0m...von SBB über BLS und MOB bis zur RhB!

  • Externe Bedieneinheit


    Hallo zusammen


    Ich habe es schon ein paarmal angetönt und erwähnt, die Bedieneinheit von Sven Brandt zur Drehscheibe ist (sei) eine gute Sache. In der Tat, das "Teil" ist wirklich eine sehr gute Sache und sehr zu empfehlen!

    (ausser einem Punkt, wo ich selbst "Schuld" bin und mit der Steuerung nichts zu tun hat, wir kommen drauf...)


    Nachdem die Platine wieder lieferbar war, habe ich eine solche bestellt, inkl. der Alu-Frontplatte, welche schon mit den Ausschnitten und den Gravuren einbaufertig daherkommt (und im Vergleich zur Elektronik gefühlt deutlich mehr kostet, in Realität kostet sie ein paar Euro mehr - aber alles verständlich und bei weitem gerechtfertigt ist).


    https://www.digital-bahn.de/shopping/kit_dsd_anzeige


    Das ganze wird sehr gut verpackt geliefert - jeweils in Plastiksäckchen eingeschweisst und vertrauenserweckend beschriftet. Dazu wie schon von der DSD2010 oben bekannt mit perfekter Anleitung:


      


    Die Platine ist mit allen SMD-Bauteilen fertig bestückt. Selbst muss/darf man die grösseren Bauteile einlöten wie die beiden 7-Segment-Anzeigen, Taster und der grosse Dreh-Drücksteller, Kondensatoren und LED (diese wollen überlegt eingebaut werden). Meine fertige Platine sah nach der Montage so aus:


      


    Die LED (2x gelb, je 1x rot und grün) werden dabei am besten in die Alu-Platte gesteckt, danach die Platine provisorisch befestigt und so verlötet. Dadurch kommen die LED's an die exakt richtige Position in der Platine (nicht die richtige Farbe am richtigen Ort, sondern das LED Gehäuse in der richtigen Position in der Alu-Platte8)).


    Die Anzeige (so heisst die Bedieneinheit) habe ich dann nahe an die Drehscheibe in die Platte des Depots versenkt. So können sich die Kinder dort aufstützen (das geht so lange, wie dort keine weitere Gestaltung erfolgt sehr gut).

    Damit ist nun eine intuitive Bedienung möglich:



    Hier ist gut der Vergleich zwischen der "alten" Bedienung und der neuen Anzeige möglich. Vorher verwendete ich meine erste Digitalzentrale, eine Märklich 6020 von 1986 und ein daran angeschlossenes keyboard 6040 mit aufgelegter Beschriftungsfolie der original Märklin-Steuerung - rechts daneben ein Uhlenbrock Daisy II Funk und dann die versenkte Alu-Platte der neuen Steuerung. Die beiden Bedienmöglichkeiten funktionieren übrigens problemlos parallel!

    Wenn am Keyboard bedient wird, so ändern sich die Zahlen an der Anzeige ebenfalls.


      


    Die Bedienung erfolgt zu 99% ausschliesslich am Dreh-Drücksteller. Mit Drehen stellt man den Zielgleisanschluss ein, die Drehrichtung wie dieser eingestellt wird bestimmt gleichzeitig die Drehrichtung der Bühne (wird dann durch die gelben LED links und rechts der grünen Anzeige auch angezeigt). Die Gleiswahl erfolgt aus 1-48 - es ist also bestimmt, wo das Haus der Bühne zu stehen kommt. Ein Druck auf den Knopf startet die Drehung.

    Beim Drehen der Bühne zeigt die rote Anzeige, wo sich die Bühne gerade befindet. Ein Druck auf den Dreh-Drücksteller lässt aus der Fahrt heraus die Bühne beim nächstmöglichen Gleis anhalten.

    Die Anzeigen sind ziemlich hell; zudem kann die Beleuchtung im Haus auch eingeschaltet werden.


    Nun noch zum "Fauxpas": Idee war, die Platte unter das (abnehmbar bleibende) Dach des "Kibri Eisenbahnerwohnhaus" (zweifarbig im Bild oben links) erhöht einzubauen - nur, die Grundplatte des Hauses reicht für die Aluplatte, nicht aber die Fläche zwischen den Wänden... Was aber geht, ist das Haus über die Platte zu stellen8)


    Was es noch braucht, damit das ganze auch funktioniert, ist eine Stromversorgung (diese ist dieselbe, die auch den Antrieb der Drehscheibe versorgt) sowie ein 9-poliges RS-232 Kabel um die Anzeige mit der DSD2010 Hauptplatine zu verbinden (gleiches Kabel, welches auch erforderlich ist, um die Bühne mit dem PC zu programmieren).


    So macht es grossen Spass, mit dem Depot zu spielen, auch wenn sich das Ganze noch stark im Rohbau befindet...

    (es ist da noch nicht alles definitiv arrangiert;))


    Nur ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn ich an die harten Erfahrungen von Oski denke:supersad:

  • Lieber Christian,

    Dein sogenannter Faux-Pas ist lediglich die Herausforderung an Dich ein passendes Haus im Selbstbau an die angedachte Stelle zu bauen...;)


    Toll! Es macht sicher Spass mit einer Drehscheibe zu rangieren... Märklin hat doch vor Urzeiten mal eine schöne Blechdrehscheibe hergestellt. Zusammen mit dem passenden Blechschuppen mal eine Ergänzung für die Teppichbachn.:love:

    Natürlich nie so edel wie Dein Modell-Depot...

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • ...so edel ist das jetzt schon noch nicht - aber danke für das Lob!

    Es soll schon noch werden, als erster Teil meiner Anlage. Die Kibri-Bekohlungsanlage war übrigens ein Kindheitstraum, erst letztes Jahr habe ich diese dann auch beschafft. Zusammengeklebt hat sie mein Sohn (7), das Haus meine Tochter (9)...


    Aber Selbstbau hat schon was!


    Und die 7186 ist natürlich Kult! Wir (mein Bruder und ich) hatten diese mitsamt zweier Lokschuppen auch mal - hatten... Sie wurde dann auch unsere erste Börsenerfahrung, wir haben sie an einer Börse des OEA in Liestal vor Jahrzehnten verkauft;( Wenigstens war im Nachhinein gesehen der Preis bzw. Erlös dafür nicht mal so schlecht. Leider funktionierte diese nicht immer zuverlässig (sie hat eine Reibkupplung im Antrieb...) und bedurfte immer wieder "gutes Zureden" (was damals noch mit Bescheidenen Kenntnissen wohl manchmal auch kontraproduktiv war).


    Du wirst das hinkriegen - und bestimmt schöne Erlebnisse haben! Optisch finde ich die Geländer der alten Bühne sehr schön.

  • Lieber Christian

    Das Steuerungsteil sieht wirklich gut aus! Aber eben, du bist vom Fach und ein Könner. Mir hätte das für meine Drehscheibe gar nichts genützt. Mittlerweile bin ich erleichtert und dass Dumeng die DS ausschlachten konnte für sein Projekt, hat ja immerhin die Kehrichtverbrennungsanlage in Winterthur geschont.

    Viel Erfolg und viel Freude an der DS!

    Herzliche Grüsse

    Oski

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    ...auch Nichtraucher können süchtig sein nach Zündhölzern!