Dorenbach Nostalgie

  • Etwas Dorenbach Katalog Nostalgie aus den Zeiten Hermann Ostermayer. Vor dem Umzug habe ich mich von allem überflüssigen Papier getrennt, dazu gehörte eine stattliche Anzahl Dorenbach Kataloge. Drei davon durften den Umzug miterleben, da sie für mich ganz typisch die Handschrift von Hermann tragen. Der von 2001 dürfte möglicherweise auch meiner ersten Teilnahme an einer Auktion entsprechen, sicher bin ich allerdings nicht.


    In dem Katalog vom September 2001 ist sogar in der Katalogmitte eine ganze Seite in Farbe mit einigen Objekten zu finden. Der Katalog der Auktion 116 und 118 hat diese zusätzlich Farbseite bereits nicht mehr. 2007 muss ein gutes Jahr gewesen sein. Man beachte den Hinweis, dass keine Objekte aus dem unteresten Preisbereich, was das damals auch immer war und keine aus Sammlersicht uninteressante Objekte eingeliefert werden können.





    Hat jemand noch ältere Dorenbach Kataloge?

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • Vor dem Umzug habe ich mich von allem überflüssigen Papier getrennt

    das ist vielleicht auch besser so:D;):rolleyes:;(.


    Weil die Fotos darf man zeigen, aber manche Vorwörter, ich kann nicht glauben, dass ich das war, der dies so geschrieben hatte. Da hätte ich heute die Links feministische Frauenbewegung gänzlich gegen mich, dazu beleidigte Kunden, man kann heutzutage nicht in einem Auktionskatalog wörtlich schreiben: "manche von Euch sind Nervensägen".


    Doch was ich sagen, kann ich habe mich voll und ganz, nach besten Wissen und Gewissen für das Auktionshaus und die Kundschaft eingesetzt, manchmal gegen 18 Stunden pro Tag. Das spürten die, von so einer Kundschaft träumen heute viele Geschäfte. Eine allgemeine Sättigung war noch nicht vorhanden, ein Geschäft musste nicht weiss ich was versprechen, damit überhaupt jemand Interesse zeigt, die Leute kamen von selber, denen das Auktionsystem zusagte.

    In dem Katalog vom September 2001 ist sogar in der Katalogmitte eine ganze Seite in Farbe mit einigen Objekten zu finden. Der Katalog der Auktion 116 und 118 hat diese zusätzlich Farbseite bereits nicht mehr.

    Erwin, obwohl ich meinte, die Margen seien knapp bemessen, hinter gesehen, konnten wir zufrieden sein. Aber so wie das viele Geld herein kam, ging es auch gleich wieder heraus! Die Mittelseite als 4-Farbendruck kostete wenn ich selbst nur die Ware zu Verfügung stellte, d.h. Fotograf, Grafiker, + die effektiven Druckkosten CHF 7-10`000.- für das "mickeri" C-5 Katalögli. Ich spreche nicht vom gesamt Katalog, nur die eine Farbseite! Machte ich um Kosten zu sparen und später, weil ich Freude am fotografieren bekam, die Grafik und vor allem die Fotos selber, auch dann war mit 3`500.- Druckkosten als Mindestpreis bezüglich Druckkosten zu rechnen, nur für diese eine Mittelseite!!! Für dieses kleine Auktionskatalögli hatten wir dennoch mit Porto rund etwa CHF 10`000.- Katalog Kosten oder mehr. Gab es nur "normal gute Ware" rechnete sich eine Farbseite nicht.


    Ein schöner Katalog war gute Eigenwerbung und bereitete nicht zuletzt auch mir selber eine Freude, aber die Gleichung wie mehr Katalogaufwand, um so mehr Umsatz stimmte nicht! Eine Eisenbahn-Auktion ist ausschliesslich etwas für Spezialisten und eine Frage vom Vertrauen, mehr braucht`s nicht. D.h. auch wenn man 100`000.- in den Katalog investieren würde, könnte man immer noch nicht die durchschnittliche Hausfrau und die Antisammler-Männer als Käufer gewinnen, weil die Modelleisenbahnen doof und zu teuer empfinden. Umgekehrt: wenn man schreiben kann: Metropolitan H0 Prototyp (SBB) Versuchslok No 3 von Siemens, Versuchsstrecke Seebach-Wettingen Vorbild Bj. 1907. Neuwertig im Metrop-Ok. Dann reichen 1-2 Zeilen und das Lökeli brachte dennoch ca. 3`500.- ohne ein einziges Foto! Der potentielle Kunde welcher damit nichts anfangen kann, kauft es eh nicht. Der, welcher weiss, was das bedeutet, der muss vertrauen, dass das stimmt, was man schreibt, mehr brauchte es in den 1990-er nicht.


    Wir erreichten mindestens CHF 150`000.- eher 200`000.- bis 250`000 Umsatz pro Auktion, anfänglich ohne ein einziges Foto, weder im Katalog, schon gar nicht im Internet. Aber mit Vorbesichtigung und öffentlich zugänglichem Lokal. Sooo lang ist das jetzt auch nicht her, und doch war 1989 bis 2007 in jeder Hinsicht eine ganz andere Zeit & Kultur als heute. Ich möchte bewusst nicht sagen "besser" oder "schlechter" einfach anderst.


    Ein Auktionator darf niemals geizig sein, aber er muss genau rechnen können, sonst macht er es nicht lange. Die Kunst ist da die richtige Balance zu treffen.


    Ich schätze, dass der berühmte Christie`s Auktionskatalog von der Sammlung Graf Giansanti-Coluzzi 2. Juli 1989 umgerechnet +/- CHF 80`000.- kostete. Einen Teil davon bekamen sie wieder herein, da der Katalog 20.- englische Pfunde kostete, was damals in CHF 47.- entsprach. (Pfund zu CHF 1:2,35). Trotz dem Aufwand waren die Spur 0 und I Sachen, bis auf ganz wenige Extrem-Raritäten, grösstenteils viel zu billig weg gegangen. Manche Händler, die welche noch leben, schwärmen noch heute davon: ach hätte ich doch mehr davon ersteigert.


    2001 dürfte möglicherweise auch meiner ersten Teilnahme an einer Auktion entsprechen, sicher bin ich allerdings nicht.

    ;)Der Eisenbahnvirus haben manche Leute schon recht früh. Doch auch ich bin nicht sicher, wann Foto Basilisk dieses Foto erstellte. Es steht kein Datum drauf. Doch es muss klar deutlich vor 2001 gewesen sein! Es ist ein Analog-Foto! (abfotografiert mit der Digitakamera, damit ich es ins Forum stellen kann).

         

  • Zwei interessante Fotos. Da waren wir noch etwas jünger. ;) Hermann in seinem berühmten roten Jacket. Der Herr rechts von der Nummer 36 war damals übrigens auch ein bekennender analog Fan, der nichts gutes an der Digitaltechnik finden konnte. :D


    Das waren noch Zeiten, als ich meine Notizen mit Bleistift in den Auktionskatalog kritzelte und jeweils den ganzen Tag anwesend war. Mittagessen im gleichen Restaurant in dem auch Hermann mit seinen Leuten speiste und der Herr neben der Nummer 36. An den Namen des Restaurants mag ich mich nicht mehr erinnern und es existiert glaube ich auch schon lange nicht mehr.

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • alle von Dir gezeigten Fotos sind alle echt.


    Tatsächlich war das Modell Barbara mit einer Hermann Spur 0 Re 4/4 II am Strand Grand Anse von La Digue, Seychellen. Das Option Fotomodel war im 1. Klasse Wagen im VHS Luzern. Und auch das Model mit der Dent Blanche und dem Hermann-BLS Wagen sind alles keine Fotomontagen, so wie man es heute anfertigen würde, sondern so wie fotografiert, war es auch real. Für den Gipfel der Dent Blanche reichte es nicht mehr, das dauert vom Schönbiel-Gletscher immer noch 5-6 Stunden. (pro Weg).


    auch noch sehenswert ist die Mittelseite vom 1. Juni 1996.

    Wir haben zur Mai Auktion 1996 ein Märklin Schiff herein bekommen, in ausgezeichnetem Originalzustand, von 1909. Das Foto ist ja gut und recht, aber für dieses Foto bin ich extreme Risiken eingegangen.


    Das grosse Foto stammt mitten auf dem Rhein, der weisse Streifen ist das halbrunde Geländer vom Kraftwerk-Gehweggeländer. Eine leichte Erschütterung, oder ein minimer Windstoss und die Rarität wäre im Rhein gelandet. Ich weiss nicht, ob ich hinter gesprungen wäre? Vielleicht ja, vielleicht nein? Aber es kam kein Wind und kein Velo Rowdy, alles ging bestens. Wenger gefährlich für mich, aber genau so viel Risiko für das Märklin Schiff: Für die anderen Fotos stellte ich das Schiff auf die Fischtreppe am Ufer Seite Riehen. Die Beton Trennwände sind eine minime Spur höher, als das Wasser. Auch dort, es passierte kein Unfall, das Risiko hat sich gelohnt, das Schiff war das Highlight der Auktion und brachte ein ausgezeichnetes Ergebnis.


    Gruss

    Hermann

  • An den Namen des Restaurants mag ich mich nicht mehr erinnern und es existiert glaube ich auch schon lange nicht mehr.

    das ist eine traurige Geschichte, ich weiss im Detail nicht was genau vorgefallen war. Aus der Zeitung war zu entnehmen, dass am 24.12.2007 das ganze Haus Pulcinella brannte. Die Pizzeria befand sich im Parterre, die oberen Stöck waren Mietwohnungen. Jemand hatte eine Kerze angezündet und soll eingeschlafen sein? Jedenfalls sprangen die Mieter vom 2. Stock auf die Strasse(!) Es gab schwer verletzte und 1 Kind überlebte den Brand nicht.


    Wie in Zürich auch, viele Quartiere haben sich verändert, viele kleine Geschäfte, selbst die Migros gibt es dort nicht mehr.

  • Dumeng, Erwin, Beat.... und ich hatte damals noch keine Ahnung von einer solchen Institution - geschweige denn, dass ich die drei jungen Männer bereits kannte. Und Dumeng war wohl ebenfalls den beiden andern noch unbekannt. Es gab damals weder das Hag- geschweige das MoBa-Forum... wie doch die Zeit Dinge zusammenführt und auch wieder trennt.^^

    Gruss Roger


    92 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Doch es muss klar deutlich vor 2001 gewesen sein!

    Das glaub ich weniger... ich habe erst 2004 mit der Modelleisenbahn wieder was gemacht. Bei Dorenbach hab ich zum ersten mal an der Auktion vom 2.6.2007 eingekauft (es kann natürlich sein dass ich vorher auch schon mal da war aber nichts gekauft habe)


    Ausserdem passt die Harfarbe und die Fassstärke (ist sowas wie Jahresringe) besser zu 2007, vorher war ich noch Jung, Schlank und Schön:crazy:


    Die Wortgefechte zwischen Herrmann und einigen der "Nervensägen" war Legendär:stick:

  • Ausserdem passt die Harfarbe und die Fassstärke (ist sowas wie Jahresringe) besser zu 2007, vorher war ich noch Jung

    der ist gut!;)


    auch die Fotos von mir, damals glaubte man noch, wenigstens ich selber, dass man auf die Dent Blanche hinauf kommen könnte. Heute im Jahr 2020 lachen mich die Steinböcke aus und kommen freundlicherweise auf den Wanderweg vom Voralpen Niederbauen, wo humane Bedingungen gegeben sind. Danke Dumeng für Dein Votum.

    Ausnahmsweise kommt mal selbst von mir eine pro digitale Bemerkung: ein Digitalfoto enthält normalerweise automatisch u.a. die Uhrzeit und Datum. Analog war das - je nach Entwicklungslabor - auch möglich, aber es war ein zusätzlicher Aufwand. Von selber kommt kein Datum auf ein Analog Foto.


    @ Roger

    HAG Forum, weist Du wie alt es ist?

    Bin jetzt nicht ganz sicher, meine aber, zumindest deren Anfänge, ginge weit in die 1990-er Jahre zurück? Ich mag mich da an einen Christoph Umbricht aus den USA erinnern, wenn er in der CH zu Besuch war, kam er meistens auch bei Dorenbach vorbei. Er sprach ganz komische Sachen von Suchfunktion, bitte alle HAG-Objekte nicht im ganzen Katalog verstreut und es würde mit der Zeit eine UNUM-Datenbank entstehen? was ist denn das? ;) Mit einer solchen Einstellung, war es kein Wunder, dass mir ein Roland Hausin in den 1990 er Jahren unbekannt war. Für mich / uns war eine Datenbank durchaus ein wichtiges legitimes Arbeitsmittel, aber einzig (noch) auf Adressen bezogen. Später immerhin auf die Rechnungsstellung erweitert. Dass im Grundsatz eine Datenbank alles enthalten kann, was berechenbar ist und in keiner Art und Weise auf bestimmte Themenbereiche fixiert/eingeschränkt sein muss, das war jenseits was ich mir vorstellen konnte.


    Für ihn (Herr Umbricht) war HAG 100%, aber für Dorenbach war HAG "nur" ein Teilbereich. Manchmal enthielten Auktionen fast überhaupt keine HAG Artikel, andere male dominanter wie Märklin vertreten. Herr Umbricht suchte nach Lösungen wie das gleichmässiger gestaltet werden konnte. Für mich kam dies nicht in Frage, weil HAG für uns nicht der allein bestimmende Faktor war. Von Märklin Uralt Spur I bis zu Roco und Kleinbahn H0 war da alles dabei. Doch Herr Umbricht war immer sehr freundlich im Umgangston, wir hatten angenehme Gespräche, einfach nur unterschiedliche Zielvorgaben.


    Auch darin war uns der Zufall ein ausgezeichneter hilfreicher Regulator! Kam zu lange nichts von einem Gebiet, das galt es zu vermeiden, dann erlischt das Käufer-Kundeninteresse gänzlich. Jedoch würde regelmässig zu viel vom Selben kommen, wären auch gut verdienende Kunden schnell mal finanziell und auch räumlich am Anschlag und Raritäten würden ihren Reiz verlieren. Mir war eigentlich ganz recht, dass jede Auktion sowohl in den Spurweiten wie das Hersteller-Angebot recht varierte. Zum Glück kam nie nichts! Intervenieren musste man nur, wenn zum Vornherein klar war, dass eine Einlieferung zwecklos war. "Kein Gebot geht zurück" gilt es zu vermeiden! Bereits bei der Annahme, weiss der Auktionator recht präzise, ober das Eingelieferte verkaufbar ist, oder schwer wie Blei. Der Preis ist nur ein Kriterium. Ein attraktives Roco Set lässt sich viel besser verkaufen, als ein Buco/Märklin Spur 0 Niederbordwagen welcher niemand haben will. Auch klar ist, ein toller Märklin Bahnhof von 1900 bringt mehr, als ein Auto voller gängiger H0 Spiel-Objekte. Sofern etwas verkaufbar war, waren meine persönlichen Präferenzen nicht von Bedeutung. Gut, wenn für jeden etwas dabei war.


    Gruss

    Hermann


    Das Leben ist ein komischer Widerspruch.

    lithographierte Märklin Kartons am Laufmeter. Ab 2008 erfüllte ich mir den Traum, ein paar Jahre Haie suchen, Stefan und Ursula Stöckli sind seit Januar 2008 die Inhaber, was auch schon wieder 13 Jahre her ist. 5-6 Jahre mehr, und sie haben mich als Inhaber eingeholt :rolleyes:. Angestellt bei Dorenbach war ich seit 1985. Dachte 2007, ich hätte genug Märklin Kartons gesehen! jetzt fehlen mir die Kartons... Das macht nichts! Das Hobby Modelleisenbahn lebt primär vom suchen, nicht vom vollständig haben!

  • Das Hag-Forum gibt‘s seit 2005. Ich war nicht von Anbeginn dabei und es war die erste digitale Community, mit der ich in Kontakt kam. Ich war auch sicher einer, der etwas Leben in dieses Forum brachte, indem ich öfters launige Beiträge verfasste. Ich erinnere mich auch daran, wie ich die Diskussion anstiess, wie man sich untereinander nennen sollte, wodurch der Ausdruck ‚Forumist/Forumisten’ geprägt wurde und sich auch durchzusetzen vermochte. Letztendlich war der sprachlich lockere Umgang mit der Themenvorgabe und Neckereien unter den mittlerweile persönlich miteinander bekannten Mitglieder aber den Admins stets ein Dorn im Auge. Worauf nach einem Zerwürfnis mit dem Forumsanwalt das MoBa-Forum unter Migration der aktivsten Schreiber als Verein hervorging. Das ist nun auch schon wieder ein paar Jahre her.


    Die UNUM-DB ist vermutlich noch etwas älter. Und inzwischen auch veraltet und unvollständig, da sie nicht mehr nachgeführt wird.

    Gruss Roger


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  • das MoBa-Forum unter Migration der aktivsten Schreiber als Verein hervorging

    Lieber Roger

    ... und das war gut so! Punkt!

    Herzliche Grüsse

    Oski

    signatur_egos.jpg

    ...auch Nichtraucher können süchtig sein nach Zündhölzern!

  • farbige Mittelseiten gab es immer wieder. Entweder war das Deckblatt in Farbe, oder die Mittelseite, für beides waren mir die Kosten zu hoch. Manchmal. zu Beginn nahezu immer, gab es überhaupt keine Fotos... Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen, damals war das ganz normal.


        


    Nicht immer waren die Druckkosten der Grund für einen bilderlosen Katalog, sondern der zeitliche Aufwand. Manchmal kam das vorgegebene Datum der Auktion immer wie näher, aber niemand war Richtung Himmel gegangen, geschieden, ausgewandert, das Hobby gewechselt, oder vom Sammler zu einem Vernünftigen geworden. Ein Auktionshaus kauft keine Waren, es sind Aufträge (Kommission) von Leute die verkaufen wollen. Wenn niemand rechtzeitig kommen würde, gäbe es keine Auktion!)



    Eigentlich - es ist ein kleines Wunder - war niemals eine Auktion mangels Einlieferung ausgefallen! Doch die Einlieferungen fanden dem System entsprechend, höchst unregelmässig statt. Manchmal fand eine Vorbesichtigung für die nächste Auktion statt und bereits war die übernächste Auktion ausgebucht. Das war aus Sicht des Auktionshaus, der Idealfall. Manchmal war es umgekehrt, das Datum kam immer wie näher und nichts gescheits wurde eingeliefert. Bis im letzten Moment doch eine wunderbare Sammlung eingeliefert wurde. Dann gab es für niemanden Ferien und ich habe morgens bis Abends beschreiben bis der Kugelschreiber keine Tinte mehr hatte. Fotos oder eine Oberlehrer Orthografie Fehlerkorrektur war dann nicht mehr möglich. Mit ein bischen Fantasie habe ich zum Schluss in 5 Minuten das Deckblatt gestaltet und ab mit V/max zum Drucker... (Unter 3-4 Tage lieferte damals auch der schnellste Drucker keine bunte Mittelseite. Auch die Zeit für das eigentliche fotografieren darf nicht unterschätzt werden. Alles in allem benötigte eine simple Fotoseite 5 Tage Zeit!


    Ganz anderst ging Schwarz-weiss, für den Drucker kam es nahezu auf`s selbe heraus, ob der Fotos oder Buchstaben druckte. Der Mehraufwand für den Drucker war minim oder für Stammkunden = 0.- Es war nur der Eigenaufwand die Fotos zu erstellen. Doch Schwarz- weiss faszinierte mich nie so richtig, es blieb bei einigen Versuchen.


         

    SW-Mittelseite Auktion 26. September 1992. // Farbseite (Mittelblatt) 9. März 1996


    Farbdruck Mittelseite 5. Dezember 1998. Den Spur 0 Hermann Dällikon SBB RAe TEE findet man auch über 22 Jahre später kaum je an Börsen.

  • Ja - liebe Mitforumisten,

    das waren "damals" noch Zeiten mit der Farbreproduktion (oder eigentlich überhaupt mit der Reproduktion) von Bildern. Aufwendig mussten (für jeden der 3 Farbtöne cyan, magenta, gelb) und Schwarz bei Farbbildern eine extra geäzte Metall- oder gravierte Kunststoffplatte - ein sogenanntes Klischee - angefertigt werden. Das hat gedauert und war teuer.

    Ich erinnere mich noch (mit Schrecken) daran, dass wir Anfang der 1990er Jahre in Heilbronn eine Veranstaltung hatten, bei der die Redaktion unserer Zeitung für die Montag-Ausgabe ein Farbbild in der sonst s/w-farbigen Zeitung haben wollte. Fotograf machte die Aufnahme, Bild entwickelt und das zur zuvor alarmierten Klischee-Anstalt gebracht. Nach 3 Stunden waren die Druckunterlagen fertig. Am Sonntag-Abend dann einpassen und testen der Druckform. Am Montag früh dann erwartungsfroh am Kaffeetisch das farbige Bild in der Zeitung gezeigt. Na ja - Aussehen ein wenig mager für den Aufwand . . .

    Ein paar Jahre später eine neue Druckmaschine für unsere Zeitung angeschafft - moderner Offstetdruck statt Hochdruck. Inzwischen hat jede Seite meist mehrere Farb-Bilder und man hat sich daran gewöhnt.

    Noch einfacher geht es mit dem seit Jahren eingeführten Digitaldruck (geeignet auch für mittelgroße Auflagen) oder den heute weitverbreiteten Farb-Kopierern, die fast in jedem Haushalt stehen. Brilliante Farbbilder auf Spezialpapier und gute Ergebnisse auf sogenanntem "Normalpapier". Meister Gutenberg (Erfinder des "modernen" Buchdrucks) würde sich schon gewaltig wundern . . .

    Gruss Günther

    Einmal editiert, zuletzt von ginne2 ()

  • @ Günther

    Ich beobachte einen grossen Wertezerfall der Arbeit. Haben «früher» auf allen Arbeitsstufen gelernte Fachleute gearbeitet so ist heute vieles in Händen von Amateuren. Ein 4-farben Lithosatz A4 mit Andruck kostete gut 850 Franken. Heute fragen mich junge Leute für was denn ein Andruck gut sein soll, dass der Andruck die Referenz war und vom Kunden unterschrieben werden musste zaubert ein müdes Lächeln hervor. An einer einfachen Ducksache, zum Bespiel einen Hotelprospekt A6/5 - 6 Seitig, arbeiteten viele verschiedene Fachleute wie:

    Werbeberater, Grafiker, Fotofraf, Texter, Übersetzer, Typograf, Reinzeichner, Lithograf, Andrucker, Drucker und Ausrüster. Alle hatten Ihr Auskommen und ihre Anerkennung. So schlecht war's doch gar nicht. Und heute: Die Enpfangsdame von der Reception macht mit dem Laserdrucker den Hausprospekt selbst. «Hüte dich vor dem Mann (Frau) der alles kann»

  • «Hüte dich vor dem Mann (Frau) der alles kann»

    gut ausgedrück:thumbsup:

    aber ganz genau in diese Richtung läuft unsere Epoche hinein. Da habe ich schon ein bischen ;( Gefühle, ob jeder wirklich alles können wird? Zu was soll das gut sein?!? Was am einen Ort eingespart werden kann, verursacht mindestens so hohe Kosten an einem anderen Ort, wenn etwas funktionieren soll.

  • Mein Cousin, der Grafiker ist, bestätigt Simons Worte: Heute machen viele ihre Broschüren selbst - die Empfangsdame, die den Hauskatalog mit entsprechender Software und Drucker selbst konzipiert hat mein Cousin fast wörtlich auch zitiert.


    Mit dem treffenden Zusatz, dass man dies den so entstandenen Elaboraten fast immer auch ansieht...:sleeping:

    Gruss Roger


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    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.