HAG an den RailDays 18.-20.6.2021 im VHS (Teilnahme von HAG abgesagt)

  • An den Rail Days 2021 vom 18. bis 20. Juni 2021 im Verkehrshaus der Schweiz präsentiert sich die Firma HAG Modellbahnen einmal mehr mit Neuigkeiten und einem grossen Verkaufsstand.


    Weitere Infos sind im angehängten Flyer ersichtlich:


    Rail Days 2021.pdf


    Infolge Umbaus der Eisenbahnhalle wird HAG an einem neuen Standort zu finden sein. Details:


    Standplan_Rail_Days_2021.pdf

  • erzhal

    Hat den Titel des Themas von „HAG an den RailDays 18.-20.6.2021 im VHS“ zu „HAG an den RailDays 18.-20.6.2021 im VHS (Teilnahme von HAG abgesagt)“ geändert.
  • Die Eisenbahnhalle im VHS befindet sich bekanntlich im Umbau was logischerweise zu eingeschränkten Platzverhältnissen führt. Da die Organisation aber keinen geeigneten Platz für den Stand von HAG anbieten konnte, verzichtet HAG auf die Teilnahme an den Rail Days 2021. Schade.

  • ...das ist in der Tat schade - lässt aber irgendwie auch tief blicken... Das kann doch nicht sein, dass man das nicht schafft - es geht wohl wieder einmal um das "Wollen":thumbdown:

  • Och, ich finde das jetzt nicht so schlimm: Hag hätte seinen Stand irgendwo draussen auf dem Gelände gehabt. Alles muss man sich ja auch nicht vom VHS bieten lassen. Sollen sie erst mal die Schienenhalle zu einem Abenteuerspielplatz umbauen. Dann kann man weiterschauen…

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Ja, dies ist genau so, . . .man muss sich wirklich nicht alles bieten lassen vom VHS. Mal schauen, was uns dann erwartet nach dem Umbau der Schienenhalle . . .

    Bin auch gespannt wie es dann mit der historischen Gotthard Anlage weitergeht (da werden Kindheitserinnerungen wach !), offensichtlich scheint diese Anlage auch eine eher ungewisse Zukunft vor sich zu haben. Zu hoffen bleibt wirklich, dass das VHS hier den Wert der historischen Anlage nicht verkennt - wäre wirklich sehr schade !

    Gruss und guten Tag, Marc

  • also wenn man das aktuelle VHS Titelfoto betrachtet: ist da irgendwo eine Eisenbahn zu sehen? Egal ob 1:87 bis 1:1;(


    Mindestens ein einfaches Modellauto Spielzeug hat bestimmt jedes Kind als sein privates Eigentum, für das muss man nicht extra bis nach Luzern. Einem Kind bereitet es mehr Eindruck, wenn es statt "nur" Kinderobjekte ECHTE Eisenbahn Exponate anschauen durfte, welche ihre Geschichte hatten! Ultimativ top wäre gewesen, wenn man irgend eine Ae 6/6 oder eine ähnliche Währung für Kinder "geopfert" hätte, mit dem Hinweis: "jede Haftung für eingeklemmte Finger und Abstürze wird rigoros abgelehnt". Selbst noch mit "berühren verboten" beschildert, ist es auch für Kinder immer noch attraktiver und spezieller und lässt Gedanken zum träumen zu.


    Die Firma HAG kann es wohl nach dem neuen Konzept verkraften, auf diesen Anlass zu verzichten. Schade ist es trotzdem. In einem Monat ist bereits der längste Tag vom Jahr 2021 und es fand noch keine "Börse" statt. Immerhin die Vorbesichtigungen vom Auktionshaus zum Dorenbach:thumbsup:.


    Gruss

    Hermann

  • Irgendwo in der Nähe der Coronado….

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • also wenn man das aktuelle VHS Titelfoto betrachtet: ist da irgendwo eine Eisenbahn zu sehen? Egal ob 1:87 bis 1:1

    Du weisst schon was VHS heisst? Es ist kein explizites Eisenbahnmuseum. ;) Das Foto ist doch toll, mit der DC-3 ist ein Klassiker der Luftfahrt zu sehen und mit der CV-990 das schnellste je gebaute Unterschall Verkehrsflugzeug. :thumbsup: Dazu eine Familie die Spass hat.


    Ich gehe davon aus, das Verkehrshaus kennt die Wünsche der durchschnittlichen Besucher weitaus besser als du und ich. Der Durchschnitt wird wohl eine Familie mit Kinder sein.


    Eine möglichst grosse Ansammlung von toter Materie auf engstem Raum finde ich persönlich alles andere als attraktiv. Lieber wenige Objekte und diese gut präsentiert. Es ist einfach nicht möglich alles für die Nachwelt aufzubewahren, seit der Industrialisierung gab es so viele wegbereitende Objekte. Diese alle aufzubewahren würde die Schweiz in ein technisches Ballenberg verwandeln.


    Mir reicht es, solange Bücher, Fachtzeitschriften, Filme und ab und zu ein schönes Modell bleiben.


    Wie merkt man wenn man alt wird? Genau, man trauert immer mehr den alten Sachen nach. ;) Alles hat seine Zeit und nichts ist ewig. Typischerweise haben nur Objekte von grossem Volumen und schierer Masse eine enorm hohe Lebensdauer, z.B. die Pyramiden von Gizeh, die chinesische Mauer, Bauten aus der Römerzeit und ähnliches. Kunst hat und hatte schon immer einen viel höheren Stellenwert als Technologie.

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • Es kommt relativ selten vor, aber da muss ich Dir, Erwin, in einigen Teilen widersprechen. Recht hast du mit der Aussage, dass ein Museum für Familien attraktiv sein soll. Dass sich Zeiten ändern und Ansprüche an eine solche Lokalität wechseln, akzeptiere ich durchaus.


    ABER


    Ein Museum dieser Bedeutung sollte auch Platz für einen grossen Fundus vergangener Technologierelikte schaffen können. Die Aufgabe eines Museums nationaler Bedeutung sehe ich darin, die Kapazität zu schaffen, eine genügend grosse Halle dafür bereitzustellen (dezentral würde völlig reichen). Die Exponate könnten dann in geeigneten Abständen ausgewechselt werden, um das Verkehrshaus attraktiv zu halten. Wenn der geschichtlich interessierte Besucher wüsste(!) dass die nicht ausgestellten Exponate irgendwo sicher und gedeckt gelagert würden, wäre es viel besser zu verkraften, wenn man einmal beim Besuch keine Be 6/8 entdeckt.

    Im Fall des VHS hatte ich immer den Eindruck, dass eigentlich genug Platz für mehr vorhanden wäre. Für gar allzu Unwichtiges wird aber teilweise der Platz genutzt. Und wer keine Freude an alter Technik und Geschichte hat, soll in den Europa-Park.


    Dass nichts ‚ewig‘ erhalten bleibt ist richtig. Aber gerade Museen wie das VHS könnten da gegensteuern. Wer denn sonst, wenn nicht so eine Institution? Es käme auch niemand auf die Idee, die alten Tonscherben aus der Römerzeit aus dem Landesmuseum fortzuwerfen und durch einen Gladiatorenkampf-Simulator zu ersetzen. Ich sage nur: Europapark.


    Das Grundproblem ist natürlich, dass das VHS privatrechtlich geleitet wird und nach kommerziellen Massstäben geführt wird. Für solch eine Institution müsste einfach genug Geld aus dem Kulturfond bereitgestellt werden. Für unverständliche skurrile Kunstwerke ist auch immer genug Steuergeld vorhanden.

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Roger,


    Ich hoffe dir ist auch bekannt, dass das VHS eine gewisse Archivierungspflicht hat aber gleichzeitig auch mit Objekten geflutet wird und sehr vieles ablehnen muss. Sammlungen haben die unangenehme Eigenschaft, immer grösser zu werden. Der Platz ist das eine Problem, das viel grössere ist der Aufwand die Objekte nur schon zu erfassen, Daten dazu zusammen zu tragen und am Schluss in einem sammelwürdigen Zustand zu erhalten. Das kostet viel an Personal und Geld für die Erhaltung.


    Wer bekommt in Zürich fast alles Kulturgeld? Richtig, das Opernhaus. Wer bekommt beim Bund die meisten Subventionen? Die Bauern. Die Menge an Geld die für so solche Dinge ausgegeben werden ist immer eine Folge wie effektiv der Lobbyismus funktioniert. Die Technik hat keine gute Lobbyisten. Bald einmal ist die Industrie in der Schweiz nicht mehr existent, interessiert kaum jemanden. Geeignetes technisches Personal zu finden oder auszubilden, wird immer schwieriger. Interessiert die Politik aber gar nicht. Kann schliesslich alles aus dem Ausland geholt werden. Genau das ist doch Basis warum Technik zur Hauptsache privat erhalten werden muss. Es will auch kaum mehr jemand beruflich handwerklich tätig sein.


    Diese Werbung bringt es perfekt auf den Punkt, warum Technik immer ein Schattendasein führen wird. Man will davon profitieren, das ist dann aber schon alles. Der Zeitgeist ist damit gut dargestellt.


    Nach meinem Wissen gibt es Museen die unwichtige und in ähnlicher Ausführung zu viel vorhandene Objekte verkaufen. Wegwerfen eher nein, verkaufen absolut ja, eine willkomme Geldquelle für was auch immer.

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • Alles hat seine Zeit und nichts ist ewig

    Das sehe ich wie Du! kein Problem.


    Genau, man trauert immer mehr den alten Sachen nach

    Da wiederum bin ich gegenteiliger Ansicht. Einen Ort zu wissen wo man alte Sachen anschauen kann, das ist der explizite Zweck eines Museums! Gerade eben ein Sachwert-Museum muss nicht den ändernden Trends nachrennen. Ein Museum ist eine Art Friedhof Endstation für Objekte.


    nach Deiner Theorie gehört das...

    - mittelalterliche Basler Papiermuseum aufgelöst und Kommunikation Elektronik vom 2. Weltkrieg bis zum aktuellen Quanten Komputer zeigen.

    - Das Kunstmuseum ist altmodisch, man kann die Gemälde gratis abgeben und den Platz durch zeitgemässe Künstler-Video-Installationen ersetzen.

    - Was sollen im Zürcher Landesmuseum die riesige Anzahl Hellebarden? Diese sollen durch die Thematik der Cyber Attacken ersetzt werden.

    - ein Uhrenmuseum? Für was soll das gut sein? Teils können die Jungen gar nicht mehr eine klassische Uhr richtig ablesen.


    Ein Museum ist der Kontrapunkt zu normalen gesellschaftlichen Veränderungen. Lebendig sein muss nicht ein Museum, sondern die Gesellschaft. Gleichzeitig gibt es derzeit die Ausstellung Körper Welten wo die Toten nicht tot sein wollen, sondern so dargestellt, als seien sie lebendig und aktiv. Menschen welche nicht mit angezogener Handbremse leben, sondern aus ihrer Mitte heraus, denen macht es weniger was aus, zu einem Geistwesen transformiert werden, als Menschen welche das Gefühl haben etwas verpasst zu haben.


    Erwin, Du hast schon partiell recht, man kann heutzutage unmöglich ALLES an Gegenständen sammeln und aufheben wollen, weder privat noch als Staat. Doch das VHS machte mit Lokomotiven den Anfang und in der CH produzierte SBB Lokomotiven, das ist eine überschaubare endliche Zahl.


    Im Übergang von der Römer Epoche zum Frühmittelalter, da freuen sich die Archäologen über jede noch so winzige Kleinigkeit. Die Gegenstände müssen noch nicht mal ganz sein, es reichen schon Scherben für Glücksgefühle. Oder Kochstellen liefern mehr Infos über deren Leben, als ein einzelner Gegenstand. Aber auch diese sind rar. Weil es gab viel weniger Menschen als heute, welche viel weniger besassen, nur das wirklich Notwendige.


    Werden dereinst mal in der CH Ausgrabungen gemacht, dann wird man im Raum Kloten ganz viele Flugzeug Modelle finden und zahlreiche Messing Modelle. Die Schmalspur richtig zuordnen, wird sie dann beschäftigen. Nordwestlich davon u.a. 120 Ae 6/6. Der Anfänger wird dann behaupten, die sind ja alle gleich? Der Wissenschaftler: nein die Wappen sind verschieden. Südlich von dort viel mehr SBB Re 460 als beim Vorbild je vorhanden waren. Dann fangen sie an nach Vorbildern zu suchen, welche gar nie existierten! An einem anderen Ort wird man Märklin "Starkstrom-Loks" finden und sich wundern, dass einer die 100 Jahre zu spät sammelte. Insgesamt wird in >1000 Jahren viel mehr gefunden werden, als zugeordnet werden kann. Die zukünftigen Archäologen erleiden dann eine Art DoS-Trauma: jeder Zentimeter wird was gefunden... Dann ist dann der Siebensiech nicht der Archäologe welcher was findet, sondern umgekehrt, der welcher nichts findet! Weil vom Amazonas bis zum Mount Everest und vom Bodensee bis und mit Alpen sind menschliche Spuren auszumachen.


    Gruss

    Hermann

  • Erwin,

    hier kann ich unmöglich widersprechen: genauso ist es - leider.
    man muss tatsächlich nicht alles behalten. Oder gar funktionstüchtig erhalten. Aber technische Objekte, die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte überlebt haben und vielleicht noch zur letzten/einzigen ihrer Art gehören, oder technische Meilensteine oder Zeitzeugnisse darstellen, dafür muss einfach irgendwo Platz/Geld vorhanden sein.

    Dass es eben anders läuft, wie Du mir ja bestätigst, weiss ich natürlich auch. Lediglich die Bereitschaft, es gelassen hinzunehmen, unterscheidet sich von Deiner Meinung.;)


    Nebenbei muss ich zähneknirschend bekennen: wann habe ICH denn schon mal persönlich etwas dazu beigetragen, dass ein solches technisches Meisterwerk erhalten bleibt? Ausser sporadischen Museumsbesuchen und Unterschriften auf irgendwelchen Erhaltungsaufrufen fällt mir nicht viel ein. Denn auch als Träumer rechne ich mir bei vielen Erhaltungsprojekten nur geringe Chancen aus, dass mein allfälliges Spendengeld zur Verwirklichung führt….😥

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Du weisst schon was VHS heisst? Es ist kein explizites Eisenbahnmuseum. ;) Das Foto ist doch toll, mit der DC-3 ist ein Klassiker der Luftfahrt zu sehen und mit der CV-990 das schnellste je gebaute Unterschall Verkehrsflugzeug. :thumbsup: Dazu eine Familie die Spass hat.


    Mir reicht es, solange Bücher, Fachtzeitschriften, Filme und ab und zu ein schönes Modell bleiben.


    Wie merkt man wenn man alt wird? Genau, man trauert immer mehr den alten Sachen nach. ;) Alles hat seine Zeit und nichts ist ewig. Typischerweise haben nur Objekte von grossem Volumen und schierer Masse eine enorm hohe Lebensdauer, z.B. die Pyramiden von Gizeh, die chinesische Mauer, Bauten aus der Römerzeit und ähnliches. Kunst hat und hatte schon immer einen viel höheren Stellenwert als Technologie.

    Erwin - Du weisst aber auch, dass die Eisenbahn ein wesentlicher Teil des Verkehrs ist, in der Schweiz sogar weit wichtiger als die Luftfahrt. Du erwähnst gleich zwei Flieger, aber die Eisenbahn fehlt komplett. Ist es wirklich die Aufgabe des VHS Spass zu machen? Ich denke, nur zu einem kleinen Teil. Wenn Du nur Spass haben willst, dann gehe in den Europapark, da bin ich genau auf der Linie von Roger. Dann ist das VHS sicher nicht der richtige Ort.


    Es geht nicht im Geringsten darum allen alten Plunder aufzubewahren und zu unterhalten, es geht m.E. um die Ausstellung von erhaltenswerten Zeitzeugen der Verkehrsgeschichte und da messe ich den Eisenbahnen einen grösseren Anteil zu als das was auf dem Foto repräsentiert wird.


    Bei den Büchern/Fachzeitschriften bin ich ganz und gar nicht Deiner Ansicht. Das ist so was von gestern, die einzige sinnvolle Aufbewahrung - im Sinne eines Nachschlagewerkes, nicht als Kunstwerk - ist diese in digitaler Form. Soviel zu Deinem Thema "Wie merkt man, dass man alt wird?" :D:D:D


    Über die Frage: Was ist Kunst? könnten wir tagelang streiten. Ich denke nicht, dass da ein gemeinsamer Nenner zu finden ist. Für mich ist eine Ce 6/8 genauso Kunst wie eine DC-3 oder die Pyramiden von Gizeh - aber die Schmierereien auf fremden Eigentum (Graffiti auf den Güterwagen oder die Sprayereien eines Harald Nägeli) zähle ich definitiv nicht dazu. Nur: ist die Aufgabe des VHS wirklich Kunst auszustellen?

  • Als Vater von 2 Mädchen bin ich ganz froh, dass das VHS auch ein bisschen zum Spielen einlädt!

    Der Skyjumper ist jedenfalls die Anlaufstelle Nr. 1 für meine 11-Jährige.


    Die Eisenbahnhalle (ebenso Flugzeuge und Autos) nimmt sie dann gerne noch als "Beifang" mit.

    Wenn es allerdings nur diese zu sehen gäbe, wäre ich nur noch als Einzelner im VHS, nie mehr mit Familie.


    Erinnerungen sind schön und gut, aber eben nicht die Zukunft.

    Ach, wie schön waren doch die 80er mit Modellbautagen und IMARO. Gab immer vom Grossvater spendierte Bratwurst mit Pommes Frites!

    (1986 mit Schweizerhalle und Tschernobyl blenden wir hier mal aus...)


    Aber ich wollte ja auch nicht die Kindheit meiner Eltern nochmals erleben. Das müssen also folglich meine eigenen Kinder auch nicht.


    Grüsse

    Felix

  • Zitat "Das Foto ist doch toll, mit der DC-3 ist ein Klassiker der Luftfahrt und mit der CV-990 das schnellste je gebaute Unterschall Verkehrflugzeug": Ja sicher, Flugzeuge sind auch toll. Beim VHS wäre es perfekt wie gehabt: grössere Flugzeuge auf den Vorplätzen und Lokomotiven in den Hallen.


    Schnellstes Unterschall Verkehrsflugzeug: Erwin, da wird es heikel, einen "Sieger" zu definieren. Das schnellste je gebaute Unterschall Flugzeug? Ich würde eher sagen, das 1. Passagierflugzeug welches an die 1000 km/h heran kam. Aber das Schnellste nicht unbedingt. Leider bedeutet laut nicht automatisch auch schnell, kraftvoll und sicher. Die DC-8 erreichte zwar Vorher die Mach 1,01 aber nicht regulär, sondern nur im Test und als Sinkflug. Von dem her war die Coronado (für kurze Zeit) etwas schneller.


    1958

    DC-8: Reisegeschwindigkeit 855 km/h. V/max 965 km/h: bewährt!


    1961

    Convair-"Coronado": Reisegeschwindigkeit: 917 km/h. V/max 1030 km/h. Technisch nicht bewährt, eine Art Ae 4/6 der Lüfte. Es war ein Problemflugzeug.


    1969 - 2022

    Boeing B-747: Reisegeschwindigkeit je nach Typ u. Ausführung: 895 - 1000 Km/h. V/max 960 bis 1115 km/h. Sehr bewährt!


    1991 - 2011

    Airbus A-340: Reisegeschwindigkeit: 915 km/h. V/max. 1050 km/h. Sehr bewährt!


    Alle schnellen üblichen "normalen" Passagierflugzeuge bewegen sich in sehr ähnlichem Rahmen, teils identisch. Da der technische Aspekt und der Wettbewerbsvorteil "schnell" nur 2 unter vielen Faktoren sind. Okonomie und Oekologie erhalten mehr Beachtung als auch schon. Wahrscheinlich ist ein Flieger aus der Reihe der Boeing Jumbo Familie B-747 der schnellste normale Flieger? Airbus würde das auch können, wenn sie wollten.


    Aber ich wollte ja auch nicht die Kindheit meiner Eltern nochmals erleben. Das müssen also folglich meine eigenen Kinder auch nicht.

    Das finde ich eine gute lebensnahe Einstellung:thumbsup:. Auf manchen Verkehrsschildern, z.B. "Achtung Bahnübergang" sind noch heute Dampflokomotiven abgebildet, obwohl das höchstens 90 Jahre und mindestens 50 Jahre vorbei ist.


    Aber ein Kindererlebnistag, ein Aufbewahrungsort alter Verkehrsmittel und Kunst als eine einzige Angelegenheit fusionieren, da müssen alle etwas Kompromissbereitschaft aufbringen. Luxuriöser ist es, wenn das auf verschiedene Institution aufgeteilt wird. Aber dann gäbe es vielleicht Streit innerhalb der Familie: wohin gehen wir? Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

    Gruss

    Hermann

  • Bei den Büchern/Fachzeitschriften bin ich ganz und gar nicht Deiner Ansicht. Das ist so was von gestern, die einzige sinnvolle Aufbewahrung - im Sinne eines Nachschlagewerkes, nicht als Kunstwerk - ist diese in digitaler Form.

    Da hast du natürlich recht. Ich habe bloss nicht daran gedacht. In letzter Konsequent könnte das Ganze Museum virtuell sein. So wird der wertvolle Platz am See nicht mehr verschwendet und es könnten dort Luxuswohnungen und Villen für Superreiche entstehen. ;):phat:


    Es ist ja schön wie ihr euch ins Zeug legt für die Sparte Eisenbahn im VHS. Roger hat es auf den Punkt gebracht, wer geht schon regelmässig ins VHS, ich nicht. Die Raildays die ich am HAG Stand verbrachte, zähle ich nicht.


    Jetzt hoffen alle dieses oder jenes Objekt werde wieder im Verkehrshaus auftauchen und die meisten werden wohl enttäuscht sein, dass ihr LIeblingsobjekt nicht ausgestellt sein wird. Die Betreiber des Verkehrhauses wissen garantiert jetzt schon, was ausgestellt sein soll und was nicht.


    Übrigens wissen diejenigen welche regelmässig an den Raildays am HAG Stand waren, als wie wichtig das VHS ihre Eisenbahn Videoinstallation im Stil eines Panoramas betrachtet und sie in einem Jahr partout nicht die Lautstärke zurückdrehen wollten, da sie der Meinung sind, das ist der Publikumsmagnet. Was selbstverständlich nicht der Fall ist, zumindest während den Raildays.


    Generell ist heute die Aufmerksamkeitsspanne der jüngeren Bevölkerung dermassen niedrig, sie will bespasst sein und unterhalten sein. Das ist Realität. Will ein Museum dieser Art längerfristig erhalten bleiben, muss dem Rechnung getragen werden.


    Die Halle mit den Flugzeugen hebt sich in gewissen Bereichen für mich in dem Sinn positiv ab, dass sie mit einer umfangreichen Ausstellung von Modellen, die ergänzt oder gewechselt werden, Entwicklungen in der Luftfahrt darstellen. Das Untergeschoss ist für mich das negativ Beispiel. Schaut aus wie ein lieblos zusammengewürfelter Haufen an Objekten und Ausstellungen, einfach nicht attraktiv.


    Positiv finde ich immer, wenn das Objekt wie die Ae 8/14 oder Coronado von innen betrachtet werden kann. Oder bei der C5/6 von unten. Nur möglichst viele aufgestellte oder aufgehängte Objekte empfinde ich nicht als besonders erstrebenswert. Eine bessere Lösung die nicht unglaublich viel Platz braucht, kann ich auch nicht bieten.


    Bei mir zuhause in der Vitrine für die Flugzeugmodelle setze ich es bereits um, weniger ist mehr. Aktuell sind viel weniger Modelle ausgestellt, thematisch viel besser geordnet und dort wo die Menge grösser ist, wurde einfach ein kleinerer Massstab gewählt. Das geht natürlich sehr einfach, wenn Modelle wie in diesem Fall, mit einer HB und RP Immatrikulation immer in den Massstäben 1:500, 1:400 und 1:200 vorhanden sind.


    Hermann,


    Was du auch immer zusammenrecherchiert hast. Vieles ist einfach total falsch, speziell im Zusammenhang mit der Convair CV-990. Es war das schnellste Unterschall Verkehrsflugzeug, Punkt. Es zählt die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit und nichts anderes. Während der Lehre hatte ich die Gelegenheit, den Tower der Flugsicherung auf dem Militärflugplatz Dübendorf zu besuchen. Der Fluglotse erklärte uns, wenn er die Geschwindigkeit eines Verkehrflugzeuges auf dem Bildschirm sieht, weiss er sofort welche die Spantax Maschine ist, nämlich die schnellste. Damals flog nur noch Spantax mit ihren CV-990 über Zürich hinweg.


    Die CV-990 war kommerziell ein Flop, wie auch die kleinere Vorgängerversion CV-880. Konzipiert war sie ursprünglich als schnellstes Verkehrflugzeug. Sie sollte geplant noch schneller sein, durch einige Konstruktionsfehler die behoben werden mussten, wurde sie etwas langsamer und der Treibstoffverbrauch stieg stark an. Markant an der Flügeloberfläche sind die Strömungskörper die Überschallströmungen an der Flügeloberseite verhindern und gleichzeitig als Treibstofftanks dienen. Ebenfalls ist das verwendete GE Triebwerk ein Exot. Der Fan ist am Ende des Triebwerkes. Es war damals ein schnelle Notlösung die eine höhere Rauchentwicklung nach sich zog. Im Flubetrieb zeigte sich die Maschine zuverlässig, allerdings teuer. Bei der Swissair flog sie bis 1975, war also 13 Jahre im regulären Liniendienst, bei Spantax sogar bis 1987.


    Und der A-340, das Flugzeug mit den 5 APU. ;) Zumindest bis zur Version 400 mit den CFM56 Triebwerken. Ab der Version 500 mit den Rolls Royce Trent Triebwerken hatte dieses Flugzeug auch endlich eine Steigleistung bei der von Leistung gesprochen werden kann. War übrigens in Kloten immer sehr gut zu sehen. Die CFM56 getriebenen A-340 mussten immer eine extralange Schlaufen fliegen, wenn sie Richtung Glattbrugg starteten um auf die richtige Überflughöhe über Kloten zu gelangen. Bei den Rolls Royce Trent getriebenen A-340 war das nicht mehr in dem Ausmass der Fall. Thai Airways flog Zürich mit den 500 und 600er Versionen an. Ist aber auch schon länger Geschichte.



    CV-990 im Landeanflug, Datum unbekannt in den späteren 60er Jahren.



    Vergleich A-330 und A-340 beim Abheben. Der A-340 braucht zudem die längere Startstrecke. Aufnahmen vom 31. Mai 2011.



    A-340-642, ebenfalls 31.Mai 2011. Mit etwas kürzerer Startstrecke als der A-340-313 der Swiss.



    Mit der Avro RJ100 ist noch weniger Steigleistung möglich. Wiederum 31.Mai 2011.


    Noch abschliessend zum Thema technische Museen. Ich stelle die Behauptung auf, diesbezüglich hat die Schweiz keine Tradition. Früher gab es zwar einen Nationalstolz für die erzeugten Produkte. Die wurden aber später eher selten als erhaltungswürdig eingestuft. Aus der Frühzeit der Eisenbahn gibt es in der Schweiz sehr wenige erhaltene Objekte. Meist nur solche die genug lange überlebt haben, bis deren historischen Wert erkannt wurde. Da haben z.B. Deutschland, England und die USA ein ganz anderes Verständnis dafür. Wobei das technische Museum in München mit ähnlichen Problemen kämpft wie das Verkehrhaus. Zu wenig Geld, ungünstige Standortlage mit viel Feuchtigkeit und Feuchtigkeit im Gebäude.


    Kunst wurde schon sehr früh gesammelt. Entsprechend gilt bei der Oberschicht eine Kunstsammlung etwas und sind zugleich Wertanlagen. Techniksammlungen sind per se viel jünger und haben keinen besonderen Status. In der Oberschicht damit angeben, ist eher unüblich. Wenn Technik, dann möglichst grosse Jachten oder vielleicht noch ein Privatflugzeug aber als reine Gebrauchsobjekte.


    Etwas salopp gesagt, nur Spinner legen sich umfangreiche technische Sammlungen zu. Meist überdauern sie auch nur eine Generation, danach werden sie in alle Winde zerstreut oder gleich vernichtet. Und die Spinner gehen auch kaum ins Museum, weil sie sowieso immer besser wissen wie es richtig gemacht werden müsste. ;) Spinner treffen Spinner, tauschen sich dort aus und nachher geht jeder wieder seines Weges.

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.