(umstrittene) Starkstrom Bezeichnungen von alten elektrischen Märklin Loks von 1905 bis 1927 (Starkstrom // 20 Volt // Schwachstrom )

  • :thumbup: ich habe da eher die Erfahrung von Fabian. Ist ja egal, dann drucke ich halt nicht mehr, solange die Nikon noch geht.


    Immer perfekt gab es nie, sondern immer nur anderst. Ein ganz besonders Schmankerl ist die eigentliche Anleitung zur Märklin Starkstrom Bahn. Dieses Dokument fand ich mittig in der National Zeitung vom 1. August 1940. Das ist der Vorläufer der Baz (Basler-Zeitung). Zum Glück habe ich nichts davon vorzeitig ins Altpapier entsorgt. Wie die Märklin Betriebsanleitung dort hin kam, darüber kann nur spekuliert werden?!? Wollte sich der damalige Besitzer gegen feindliches Haus-Eindringen wehren? Das Ding an die Türfalle statt an das Gleis geklemmt, kann ganz schön "jucken".


    Schnell mal auch klar wird, wie wichtig für Modelleisenbahnen galvanisch getrennte "moderne" Trafos sind. Märklin (die anderen Hersteller erst recht) Starkstrom Bahnen waren unheimlich kompliziert zu betreiben. Jede noch so kleine Änderung bezüglich vom Lok-Typ bezüglich Stromaufnahme und Beleuchtung des Zuges bedingte eine Änderung der vorgelagerten Teile, insbesondere der Lampe(n). Das tönt heute total fremdartig. In H0 weiss man dass AC und DC und Digital nicht so ohne Weiteres austauschbar sind, sondern jede Betriebsart ihre eigen Ausrüstung benötigt. Aber innerhalb eines System käme niemand auf die Idee sich zu hinterfragen, ob er die Zimmerlampe austauschen müsse, wenn man statt dem 3000-erli, eine HAG BLS Ae 8/8 fahren lassen möchte.


    Dafür mussten die Hersteller Gefahren nicht so direkt erwähnen, wie es heute üblich ist (Produkte Haftpflicht). Beim letzten Kauf vom Staubsauger war zu lesen, dass man die leere Kunststoff Tasche der eingepackten Zubehörteile nicht über seinen Kopf stülpen darf. Davon war Märklin 1921 weit entfernt.

    Einen Stromschlag umschreiben sie als Zitat: "unangenehme elektrische Schläge", mögliche Todesfolge wird: "und andrem mehr" umschrieben.


    Dass einen Teil des Kabels, direkt vom Hausanschluss zum Modellbahngleis führt, wusste ich nicht. Hoffentlich nur die Masse. Und nun ist es kein mutmassen mehr, Märklin schreibt selber dass die inneren Widerstanddrähte an zahlreichen Asbest Schnüren und es sind weit mehr als nur Schnüre, die ganzen Halterungen sind ebenfalls Asbest umwickelt! Das würde man heute als Hersteller wohl eher unterlassen.


    Auch noch interessant, heute geht man davon aus, die Spannung sei von 220 V auf 240 V erhöht worden. Doch Märklin schreibt dass seine Geräte von 110 bis 250 Volt ausgelegt sind.


    Ich weiss jetzt nicht, wer ausser mir noch "Starkstrom" Bahnen hat und vor allem auch noch betreibt. Ausdrücklich lehne ich jede Art von Verantwortung ab, egal welcher Art. Offiziell ist mindestens der Verkauf von sogenannten (Märklin) Starkstrombahnen 110-250 Volt von den Spuren I und 0 bereits seit 1927 verboten! Hervorgerufen durch zu viele tödliche Unfälle welche damit verbunden waren!!! Es sind historische Zeitdokumente, mit einer heut skurril wirkenden Sprache, weshalb ich die im MoBa-Forum öffentlich zugänglich zeige.


    Jede Person welche nach +/- 100 Jahren noch damit fahren will, tut dies ausdrücklich auf ihr eigens Risiko und Gefahr. Und muss zwingend eine gewisse Erfahrung und/oder Risiko Bewusstsein dazu aufbringen. Sprich: wenn widererwarten doch etwas passiert, ist man vollkommen selber Schuld, keine Drittpersonen.


    Das ganze hat rein musealen Charakter! Niemand sagt auch nur annähernd, dass das Fahren mit "Starkstrom 110 - 250 Volt eine Verbesserung oder eine übliche Vorgehensweise sei! Der ganze Thread über die Märklin Starkstrom Epoche war weder geplant noch vorgesehen gewesen, sondern ganz spontan entstanden, es war reiner Zufall!! Es fragte einfach jemand das Forum: ob man die Entstörungsteile (es ging um eine H0 Lok) weglassen könne? Dabei habe ich zu weiträumig ausgeholt...


         

  • Hoffentlich nur die Masse.

    Damals kannte die Hausinstallation Nullleiter und Phase. Später aber wirklich viel später kam noch die Erdung oder wie es heute genannt wird, der Schutzleiter dazu. Auf dem Bild ist gut zu sehen, die damals verdrillten Kabel, also Phase und Nullleiter führten zum Spannungsregler. Bis in die 60er Jahre waren im Haushalt 2-adrige Installationen Standard. Ich bin in einem solchen aufgewachsen. Allerdings wurde dort bereits in der 3-poligen Steckdose mit einer Brücke Nullleiter und Schutzleiter zusammengeführt. Mit dieser Lösung funktioniert allerdings ein Personenschutzschalter nicht.


    Der Regulier Widerstand ist technisch ein Spannungsteiler. Mit der Glühlampe kann er angepasst werden. Interessant ist für mich der Umstand, dass zu der damaligen Zeit der Kunde die Wahl hatte zwischen Kohlefaden und Metalldraht Glühlampen. Ich schätze die Kohlefadenlampe war kurzlebiger und günstiger. Die Glühlampen mit unterschiedlichen Leistungen ermöglichten die breite Spannungsanpassung von 110 bis 250 Volt.


    Noch ein Geheimtipp für Hermann, Mit der Formel oben kannst du den notwendigen Widerstand berechnen und so ist es äusserst einfach jede deiner Modellloks direkt ab der Hausinstallation zu betreiben. Für Gleichstrom Loks am Schluss noch ein Gleichrichter dazwischen schalten und es funzt. Ein Trafo braucht es also wirklich nicht. Das ist bloss eine massive Verschwendung an Kupfer und Eisen. :phat:

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • Hoi zäme


    Ja so Relais mit Zwischenstopp gab es auch noch bei den Niedervoltbahnen und H0; habe noch solche Loks


    Gruss barni

  • Was ist mutmasslich die am seltesten anzutreffende Märklin Lokomotive? Egal ob ein häufiger oder ein rarer Typ; eine 110-120 V Lok mit originalen 100 jährigen Märklin Lämpchen welche noch funktionieren.

    Vielleicht doch nicht so selten. Aktuell auf Ricardo. Und die Lämpchen sehen wirklich alt aus:

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Danke Roger für die Meldung!


    Doch das ist selten! Nicht alles was selten ist, ist auch teuer gesucht! Er schreibt zwar die Lampen brennen und er schreibt dass der Strom über die Lampen führt. Gleichzeitig schreibt er auch was von Fehlteilen.


    Die äussere Form der Lampen würde zwar passen, die sehen tatsächlich so aus. Allerdings bräuchte ich eine Nahaufnahme, ob es die richtigen Lämpchen sind. Uralte 20 V Lampen sehen aus Distanz sehr ähnlich aus. Auch gute Starkstrom Loks laufen ohne Belastung auf den Kopf gestellt, z.B. in einem Service Schaumstoff kopfüber, bereits ab 25-30 Volt, was 20 V Lämpchen gerade noch so - kurzfristig - aushalten.


    Ich danke Dir Roger jedoch ganz herzlich für den Hinweis:thumbsup:

    Nur bin ich noch nicht bei Ricardo angemeldet... Es ist sehr beeindruckend was da alles an Eisenbahnen angeboten wird. Analoge echte Auktionen müssen sich dieses Hobby mit Internet Auktionen teilen, diese werden immer wie reichhaltiger, da wird Zeugs günstig angeboten, was früher teils schlicht nicht zu finden war. Und wenn selten doch, dann eher hochpreisig:facepalm:.


    Gruss

    Hermann

  • die Lampen brennen

    Da würde ich doch lieber die Hände davon lassen. Nicht, dass nachher ds ganze Haus in Flammen steht. Wenn die Lichter LEUCHTEN oder funktionieren ist es OK - aber BRENNEN . . . ?? ;););)

  • Lieber Günther


    Der Schwabe bricht hier ungehindert aus und macht sich über Schweizer lustig. Aber unsere Sprache ist vielleicht nicht so präzise, aber unglaublich wandelbar, ein Schweizer kann zum Beispiel auch ein Licht "anlöschen". Das soll uns mal einer nachmachen. Wir haben es halt im Griff...


    Ich LIEBE Sprache


    LG Markus

  • Aber Markus, Günther weiss das genau und scherzte bloss. Er zeigt auf, wie unpräzis wir uns manchmal ausdrücken - ungeachtet der Nationalität (dass Lampen brennen schreiben Deutsche, Österreicher und Schweizer). Genauso, wie wir zu Weihnachten den Christbaum anzünden🤪).


    und wenn wir als Kinder damals sagten dass wir das Licht anlöschen, wurden wir von Mutter oder Oma getadelt.:D

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • da danke ich Roger für den Hinweis:thumbsup:


    Aber es gäbe teure Lämpchen, denn das ist das Einzige was mich daran interessiert.

    Die Lok muss ordentlich viel gefahren sein und oder zu wenig geölt? Die Zahnräder wirken sehr abgebraucht. Und wieso hat jemand die Triebstangen abgenommen? Wahrscheinlich läuft die Lok ohne Triebstangen besser als mit Triebstangen?! Die Lager wirken ausgeschlagen. Die Achsen dürfen kein grosses Spiel haben, die Lager müssen noch gut sein. Dieser Wunsch ist selbst für ein Märklin Qualitätsprodukt bald mal unrealistisch, nach 96 Jahren. Anderseits ist erstaunlich, die Trittbretter sind alle noch vorhanden. In dem Zustand ohne Dach bezahle ich nicht über CHF 200.- normalerweise. Mal schauen, ob" will haben" oder Vernunft gewinnt.


    :thumbup:So ein Modell kaufe ich nie ungesehen! Ausser der Preis ist genügend tief, dass es egal ist, oder im Preis einberechnet, wenn etwas nicht funktioniert. Nach fast 100 Jahren ist in den aller meisten Fällen auch die Mechanik abgebraucht. Mit nur Motor dreht, bin ich noch nicht ganz zufrieden.


    Eine Starkstrom Lok RS 64/3031 ist definitiv ein seltenes Objekt. Ich habe etwa 12 dieser braunen 2-Achser Loks in den letzten 4-6 Jahren gekauft. (Die Excel Liste hat Platz für 15 dieser Loks) Und nur 4 davon sind Anlage tauglich und sammelwürdig. Die meisten davon ruhen in grauen Boxen als Teilespender. Eine RS 64/3031 habe ich noch nicht. Zumindest nicht in dieser Ausführung. Sondern die Handschaltungen und alle Varianten der 20 Volt RS 65/13031 Versionen.


    Gruss

    Hermann