Lima aufbereitet und verfeinert

  • Die frühere Spielbahn aus dem Warenhaus entlokt nicht selten nur ein müdes lächeln an den Börsen und ist günstig zu haben. Damit meine ich nicht die Sammler derselben. Wenn es aber nur noch Schrott mit Fehlteilen ist, der als Geschenk ankommt, wandert es (wenn überhaupt) höchstens in die Bastelkiste...



    Dabei wäre das Grundmodell mit Agipgas nicht mal so übel gewesen. Das fehlende Drehgestell, sowie eine Leiter, fand sich in meiner Bastelkiste, der ganze Wagen wurde abgeschliffen, sauber abgeklebt und der silberne Tank neu gespritzt. Wenn ich etwas neu mache darf man sehen, dass was daran gemacht wurde, sprich etwas anders ist als beim herkömmlichen Modell. Deshalb entschied ich mich für ein etwas neueres Agipgas-Logo.



    Fast gleichzeitig kam noch ein LIMA SHELL-Covengas-Wagen ins Haus. Dem fehlte das Rangiergeländer und der Plastiktank glänzte und lässt den Wagen eben nach billigem Plastik aussehen. Künstlich Altern? Kann ich nicht. Da der Tank aber aus gelben Kunststoff besteht habe ich den Hitzeschild (oben am Wagen) mit leichten anschleifen mattiert und die Ränder desselben mit grauer Farbe blass nachgezogen. Aus Karogitter entstand dann noch ein Rangiergeländer...Anmerkung: Der Wagen wurde von LIMA damals ohne Rangiergeländer produziert, musste ich später erfahren :facepalm::D.


    Gruss Bruno


    Ein Herz für alte Modellbahnen aus Holz, Metall oder Karton :love:

  • Salü zäme,

    es muss vorausgeschickt werden, dass ich jenen braun übermalten LIMA EW I Wagen als Geschenk bekam, denn an schönen Sachen vergreife ich mich nicht. Vieleicht tipt ja einer richtig was daraus genau wird ;). Soviel vorne weg: Es gibt den Wagen im Modell, aber im Hochpreis-Segment.


    Die Fenster habe ich bereits mit Polystrolabschnitten verschlossen (Ritzen werden noch mit Füllstoff verschlossen). Meine Frontgestaltung zeigt schon mal, dass es ein Steuerwagen wird...


    Gruss Bruno


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  • Baust du den Wagen, den man als Passagier lieber nicht benützt?

    Bingo :thumbsup:. Der (vermutlich) unbeliebteste Personenwagen auf Schweizer Gleisen. Der St-Steuerwagen "Jail-Train" (den Übernahmen spare ich sonst komme ich noch wegen Rassismus dran :whistling:). Nach der 2 zweiten höflichen Anfrage erhielt ich sogar die Typenskizze. Der EW I Wagen den ich als Basis nahm, war völlig verbastelt. Die Drehgestelle zwar mit Messingeinsätzen, aber mit zu wenig Spiel, wodurch der Wagen immer wieder entgleiste. Eine längere Schraube vom Wagenboden zum Drehgestell, löste das Problem.


    Gruss Bruno


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  • Salü zäme,

    es sind kleine Arbeiten, die viel Zeit verschlingen, aber mit der Summe daraus kriegt der Steuerwagen langsam sein "Gesicht": Dachanpassung zur Front, Seitliches verschleifen, Lichter, sowie das seitliche Tore setzen (mit Polystrol hinterkleben). Das Trittbrett der Front wird wegen der komplizierten Wölbung in drei Teilen angefertigt. Die beiden Eckteile sind schon montiert. Darunter erkennbar die Puffergrundplatten. Wer genau beobachtet entdeckt auf dem ersten Bild mein Missgeschick in der Frontpartie. Eine Fensterstrebe brach beim Verschleifen und musste neu angefertigt sowie eingepasst werden :huh:.


    Gruss Bruno


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  • Nicht viel neues, aber viel Kleines ergibt auch grosse Veränderungen. Hergestellt/montiert sind: Ein doppeltenr Schienenräumer wie bei der Grosstraktion, das Front-Trittbrett, Plexiglasstäbe für's Licht und das Lüftungsgitter...Die Dentalhygienikerin wird es mir verzeihen ^^.


    Gruss Bruno


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  • Die Gabe für den Blick welche Dinge aus dem Haushalt für den Modellbau taugen, ist Dir gegeben. Offenbar führt die Suche öfters zur Mundhygiene. Der Kühlergrill meines ‚Duel‘-Lastwagen spendierte der gerillte Deckel einer Zahnpastatube. Diese hatte genau den erforderlichen Abstand. Den Jail-Train kenne ich nicht im Detail und kann nicht beurteilen, ob die Zahnstocher stimmen. Jedenfalls eine coole Idee.

    Was ist denn das für ein komisches Material über dem vorderen Drehgestell? Und warum wurde dort nicht Polysterol gewählt wie beim Fensterband?

    Gruss Roger


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    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Die Gabe für den Blick welche Dinge aus dem Haushalt für den Modellbau taugen, ist Dir gegeben. Offenbar führt die Suche öfters zur Mundhygiene. Der Kühlergrill meines ‚Duel‘-Lastwagen spendierte der gerillte Deckel einer Zahnpastatube. Diese hatte genau den erforderlichen Abstand.

    Hallo Roger,

    👍👍👍 ja da haben wir beide wohl dieselbe Gabe ;):D. Letztlich zählt doch nicht das Material, sondern das Aussehen an Ende (finde ich).


    Für alle die den Jail-Train nicht so präsent haben, mal ein Bild, das ich mit dem Teleobjektiv aufgenommen habe. Will heissen: Ich war dafür also nicht aufs Gleisfeld gelatscht wie man beim Betrachten des Bildes meinen könnte. Die Lichtverhältnisse am Abend waren nicht mehr so toll (das blau scheint einiges dunkler als es in wirklichkeit ist).



    Beim Jail-Train habe ich schon vor Baubeginn gewusst, dass dieses Lüftungs-Gitter eine Knacknuss wird und habe diverses angeschaut und ausprobiert. Zu fein, zu Grob oder nicht regelmässig waren die Resultate :S. Die Zahnhölzer sind ein kleinwenig gröber als es sein sollte, liegen aber noch im Rahmen. Der Lokführer-Aufstieg wird die nächste Knacknuss...

    Was ist denn das für ein komisches Material über dem vorderen Drehgestell? Und warum wurde dort nicht Polysterol gewählt wie beim Fensterband?

    Der Schienenräumer muss dünn, gleichzeitig elastisch sein und am besten die graue Farbe schon intus haben (abgeschabte Farbe sieht nun mal hässlich aus). Polystrol ist zwar etwas biegsam, aber bricht auch schnell. Deshalb hier die Verwendung von etwas weicherem Kunststoff. Komisch macht das Material eigentlich nur der Lichtreflex darauf ;).

    Gruss Bruno


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  • Nachdem nun der ganze Wagen noch den Feinschliff bekommen hatte, ging es auf eine letzte Testfahrt vor der Bemalung. Fahrproben gab es schon einige, aber nun wurde über die ganze Anlage getestet. Auch dort wo der Jail-Train eigentlich sonst nie hin kommt, im Tessin. Standesgemäss mit einer Re 4/4 II und: Test ohne Entgleisung oder anderweitige Probleme bestanden :phat:.


    Gruss Bruno


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  • Was noch fehlt ist der Fäkalientank vom WC unterhalb der Toilette ;)

    Danke Patrik. Ich weiss, dass es noch ziemlich leer unter dem Wagen ist. Habe aber vor die Unterbauten so gut wie möglich noch nach zu bilden. Da ich die Agregate nur auf Bildern mit der Grosstraktion habe und keinen Plan der Inneneinrichtung wäre ich froh um Deine Hilfe, welches der Unterbauten dieser Tank ist. Ich tippe mal auf die "Kiste" beim seitlichen automatischen Tor.

    Gruss Bruno


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  • Die ganze Woche hindurch wurde immer wieder abgeklebt gemalt und verglast (hat ja nicht viele Fenster ;)). Wenn auch einige Details noch fehlen und die silberne Farbe noch nicht trocken ist gibt es mal weitere Bilder.


      

    Gruss Bruno


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  • :thumbup: Hey Klasse, super, danke vielmals. So nahe konnte ich dem Original natürlich nie kommen um Fotos zu machen 👍👍👍 trotz dem Teleobjektiv. Die Batteriekasten muss ich nochmals neu konstruieren. Dabei muss ich darauf achten, dass diese nicht an den grossen Märklin-Weichenwürfeln anstehen, wenn die Weiche auf Ablenkung steht :huh:. Sollte aber laut meiner Berechnung exakt gehen, wenn ich die Batteriekästen etwa 1 - 1,5 mm kürzer baue als sie sein müssten.Tests mit einem LIMA EW l waren bereits erfolgreich.


    Erst dachte ich, dass dies mit den Unterbauten eine lokere Aufgabe sei, denn ein guter Freund hat das Modell der EMB-GmbH. Unten fotografieren, dann gut hinschauen und nachbauen...


    Nur stimmen beim EMB Jail-Train die Unterbauten nicht. Der Fäkaltank ist ebenso falsch platziert wie der Batteriekasten rechts vom Tor. Gibt mir schon zu denken bei einem Wagen der rund 800 Franken kostet. Ausser wenn der Wagen in der Grosstraktion früher mal so war (das entzieht sich wiederum meiner Kentnis).


    Gruss Bruno


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  • Die Bilder von Patrick gaben mir den Schub, weiter zu werkeln. Nun sind die Unterbauten neu gemacht, bemalt und montiert. :search:Der Unterschied zum EMB Modell ist deutlich. Selbst die Serviceleitung mit dem Hahn beim Fäkaltank habe ich nachgebildet (was beim EMB-Modell ganz fehlt). Ich will mich aber auch nicht mit dem EMB-Modell messen ;).


    Gruss Bruno


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  • Hallo Patrick,


    danke für Dein Kompliment. Deine Bilder waren mir auch wirklich eine grosse Hilfe.


    Heute, wo die Farbe trocken ist konnte ich noch Kleinteile wie Funkantenne und Lokpfeife montieren. Beides ist aus Metall und tief im Dach verankert, um ein abbrechen der Teile (beim Transport) zu vermeiden. Dann absolvierte der Wagen seine Abnahmefahrt auf der Anlage. Auf eine Beleuchtung habe ich wegen der Beschaffenheit der Drehgestelle (Messing - Kurzschlussgefahr) verzichtet. Die Plexiglaseinsätze der Lampen sind aber so konstruiert, dass ein nachträglicher Beleuchtungseinbau jederzeit noch möglich ist. Beim Lokführer Einstieg musste ich den untersten Tritt am Drehgestell befestigen, um auch enge Kurvenradien fahren zu können.


    Gruss Bruno


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