SBB-A 3/5 700, Zahnradprobleme

  • Bei meiner Lilput A 3/5 L131970 ist das Plastikzahnrad auf der Triebachse gebrochen. Gibt es einen Ersatz für das Zahnrad aus Messing oder wenigstens einen qualitativ besseren aus Plastik, oder muss ich jetzt einen ganzen Satz Triebräder über den Ersatzteilservice bestellen? Weiss jemand, ob dieser überhaupt noch lieferbar ist?

  • Aber Arwico soll doch merken, wenn schlechtes Material verbaut wurde.

    das finde ich eine spannende Frage! und habe mir das auch schon überlegt.


    nun, wie soll man das als Hersteller wissen können? Als analoger langjähriger Sammler will ich keinem Hersteller was unterstellen, nicht dass es plötzlich mal bei einer Neuheit welche ich im Laden kaufen will heiss: der Longimanus bekommt keine Lok, der hat mal den Hersteller kritisiert... Ein bischen trotzdem sonntäglicher Sarkasmus: der Spruch ist 35-40 jährig: "Liliput goht glieh kaputt" Daran hat sich in all den Jahren nicht viel geändert...


    Liliput ist technisch ein interessanter Hersteller. Anderst als bei anderen Hersteller wie Kleinbahn, Roco, Fleischmann, HAG, Märklin gibt es (so finde ich) bei Liliput wenig bis keine typischen Herstellermerkmale. Es gibt keine technische Grundausführung welche für alle seine Modell Konstruktionen gleich ist. Beinahe jedes Liliput Modell hat seine ganz eigene Konstruktion. Entsprechend ist die Langlebigkeit äusserst unterschiedlich. Von hervorragend bis misserabel. Man dürfte kaum extra schlechtes Material gewählt haben, sondern wohl das genommen, was günstig am Markt zu haben war. Und ganz genau genommen, hat von Lima bis Fulgurex jeder Hersteller seine Vorzüge und Nachteile.


    Berechnungen wie lang ein Eisenbahnmodell über die Garantie hinaus zu halten soll?, das dürfte kaum gemacht worden sein! Trotzdem ist auffällig, rein statistisch müssten Materialbrüche (ich meine nicht Zinkpest, diese Thematik kommt noch dazu) gleichmässig über alle Hersteller verteil sein, aber dem ist nicht so. Die Haltbarkeit trifft schon ein einige Hersteller mehr als andere.


    Liliput und Rivarossi sind davon signifikant mehr betroffen. Das alte Lima (obwohl fast ganz aus Kunststoff!) und vor allem aber Märklin sind sehr haltbar und haben so gut wie keine Probleme. Ich hoffe jetzt mal, dass die Zinkpest Seetal De 6/6 und wenige andere, die Ausnahme der Regel bleiben.


    Der Gewinner an Langlebigkeit dürfte mit Abstand HAG sein:thumbsup:. Doch selbst bei HAG findet man kleine Haare in der Suppe, wer Fehler finden will, findet auch welche: Zu einer Zeit wo Märklin noch lange nur Modelle mit hinterlegten Cellonfenster angeboten hatte, gab es bei HAG an seinen Lokomotiven Modelle schon "richtige" bündige Fenster. (bis auf wenige Ausnahmen). Das ist nicht so trivial, sonst hätte dies auch Märklin zeitgleich angeboten. Sind die "Fenster" um 100-ertstel zu klein, fallen sie heraus. Siehe Märklin Versuch 3036 Typ 1 von 1961-63. OBB 1041. Siehe auch Märklin 3070/1 SBB/NS TEE RAm, Typ 1 von 1965-70, da fallen heute bei fast jedem Modell die Fenster heraus. Märklin ist vorübergehend bei Loks zu Cellon-Scheiben zurück gekehrt. Jedoch sind die Fenster um kleinste Nuancen zu gross, (HAG) zerspringen sie an ihren Ecken. Und bei der HAG BLS Re 4/4 261/161 ändert sich leicht das runde Frontfenster in den Führerständen. Der Rahmen wandert Richtung Mitte, statt an der Säule positioniert zu bleiben. Das gerundete Kunststoffmaterial dehnt sich aus, der Guss (zum Glück) nicht.


    Bei Liliput sahen die Neuheiten meistens umwerfend schön aus. Liliput hat in den späten 1970-er Jahre, bis 1980-er Jahre zahlreiche Preise gewonnen. Doch das Material wurde im Laufe der Jahre und Jahrzehnte spröde. Und bei Liliput, mehr als bei jedem anderen Hersteller, löste sich der Presssitz vom Ritzel an der Motorwelle. Bes. bei den S 3/6, BR-05 und DB E-10 Modellen. Der Motor dreht zwar "wie verrückt", aber nur lose an der Welle, sozusagen im Leerlauf und die Lok bewegt sich keinen mm. Das ist nicht halb so dramatisch wie es aussieht, man kann einfach den Motor (durch ein besseres Fabrikat) austauschen. Hoffnungslos wird es, wenn sich das Chassie / Guss verbiegt. Wir reden da von 40-, 50-, 60-Jahren. Die Garantie beträgt ca. 2 Jahre.


    Bei Mercedes und Print-Drucker Geräte gibt heutzutage auch das Umgekehrte, von einzelnen Komponenten hält das Material zu lange?!? Es wird die Benutzungsdauer vom Objekt insgesamt berechnet, so und so lang soll die Maschine (welche auch immer) garantiert mit sämtlichen Teilen funktionieren. D.h. einige Teile mussten langlebiger konstruiert werden, andere Komponente konnte man günstiger ausführen. Ist die Benutzungsdauer erreicht, will der Kunde von sich aus, und wenn nicht wird er dazu fast schon genötigt, was neues zu kaufen. Nichts hält ewig.


    Für dass das nur Modellbahnen sind, alles in allem ist die Haltbarkeit erstaunlich lange.

    Von Liliput ist meine Lieblingslok die Tenderlok SBB E 3/3 Tigerli Liliput 33 50. Das Modell ist 45 jährig. Es ist für die damalige Zeit äusserst filigran, trotzdem sehr robust und hat bis zum heutigen Tag keine Probleme. Es kostete ursprünglich Deutsche Mark 164.- oder um ca. CHF 150.- herum. Vor 45 Jahren war das nicht billig, aber absolut seinen Preis wert. Erstaunlich, es gab mal eine Serie Liliput E 3/3 um 2010 herum, welche nicht so langlebig war. Es ist nicht immer die älteste Serie /Ausführung, welche zuerst den Geist aufgibt...


    Gruss

    Hermann