Plattform der Kleinserie, 11. bis 13. Oktober 2024

  • Hallo Jakob

    Meiner Meinung nach darf man die günstigen Einstiegsmodelle, sei es nun My World oder die Loks von Roco etc. klar abtrennen von den Modellen die Hermann beschreibte. Wie es der Name schon sagt, dienen die Modelle dem Einstieg... nach einer gewissen Zeit steigen die Ansprüche der meisten Modellbahner ob vom alter her Jung oder alt und somit auch der Preisbereich und dann sind wir bei Märklin halt eben auch bei 250 - 400 Franken für eine E-Lok, bei 400-700 Franken für eine grosse Dampflok, z.B. die Mikado oder eben bei 1100 Franken herum.

    Daher finde ich es eine richtig gute Sache, dass man für die Einsteiger eine günstige Alternative anbietet.

  • Herzlichen Dank Hermann und danke Michel für Eure Statements, ihr und wohl alle 99,9% der Forumisten haben es erfasst :thumbsup: .

    Ich stelle mir so vor, wenn Conrad (ist das überhaupt ein richtiger Märklin Händler? Oder ein Discounter mit Anteilen vom Märklin Sortiment?) an der Bauma Kleinserien Messe 2024 für MESSING-Modelle mit einem Stand vor Ort gewesen wäre, wo man folgende Märklin Einsteiger Modelle bestellen könnte, zu CHF 85.90 : 3000, 3029, 3021, 3031, 3078, 3079 ohne Karton oder mit späten letzten Kartons. Diese Loks bekommt man je nach Zustand gebraucht ab 10/20.- und gute Erhaltung bis neuwertig ab CHF 30.- sowieso besser als gute Occasion.

    :lol:

    Eher hätte Frau Morand eine Verkaufschance mit den alten Replica Kartons für diese Loks. Basisversionen von den genannten Modellen gehen mindestens auf die 1960-er Jahre zurück, das 3000-erli (CM 800) stammt sogar von 1953, eine mittlerweile 71 jährige Lok. Die Modellbahner welche sich dafür interessieren, hatten mittlerweile ein ganzes Leben lange Zeit, so eine Einsteiger-Lok zu kaufen. Im Koll ist die 3079 gerade mal mit Euro 20.- bewertet... Die Händler wollen solche Modelle nicht einmal mehr Gratis(!), ausser sie sind Teil einer Sammlung wo auch gute Objekte vorhanden sind.

    Die noch vorhandenen Schweizer Märklin-Händler leben fast ganz von den Märklin Neuheiten für die Schweiz, da wären die SBB C 5/6, Ce 6/8 III, Be 6/8 II (gemeint sind die aktuellsten Modell-Ausführungen), Ce 6/8 I, Ae 3/6 I, Be 4/6, Ae 8/14 11852 "Landilok" usw. Oder auch wenn es ein deutsches Vorbild ist, das Märklin Modell DB Triebzug TEE VT-11.5 / BR-601 "Helvetia" konnte gut verkauft werden. Würden diese Modelle Neu ab Laden in den 2020-er Jahren für CHF 85.90 verkauft werden, dann wäre der Händler und oder Märklin als Hersteller pleite. Alle diese Modelle kosten beim Kauf mehrere 100 Franken, die Werthaltigkeit ist dann wieder eine andere Sache.

    Selbstverständlich kann ein Händler zusätzlich noch sein Sortiment abrunden, mit ein paar Märklin Klassiker im Angebot. Soweit mir bekannt, gibt es eine Preisempfehlung, aber keine feste Preisbindung mehr. Mich gluschtet das Fulgurex Messingmodell vom Krokodil ähnlichen Aussehen vom uralten Vorbild Burgdorf-Thun-Bahn BTB Ce 4/4. Ob mir dies Herr Ingold für CHF 85.90 verkaufen wird? Hätte nichts dagegen, aber vollkommen unrealistisch.

    Zudem glaube ich nicht, dass derjenige welcher mich der Irreführung bezichtigt, tatsächlich die Märklin H0 DHG-500 Lok gekauft hat? Hätte, würde, könnte bringt den Händlern und Märklin keinen Umsatz. Ob 5.- oder 5000.- : nur eine verkaufte Lok ist eine gute Lok.

        

    Bevor ein gewisser Herr dem Be 4/6 Hermann welcher überaus fundiertes Wissen verfügt, "eigenartige Sicht" vorhält ;( , ich habe eher den Eindruck, der welcher das gesagt hat, steckt bezüglich seiner Sicht im Nebel fest. Nun ja, mit etwas Fantasie erkennt man das Jura-Meer mit tosenden Wellen und wilden Geistern. Foto von heute Abend auf der Stockflue)

    Analog ist cool:)

    2 Mal editiert, zuletzt von Longimanus (25. Oktober 2024 um 23:38)

  • @Hermann

    Die Zeiten in denen die Plattform der Kleinserien „nur“ für Messingmodelle da war ist schon länger vorbei. Hui, AKU etc. bieten seit Jahren Kleinserienmodelle auf Kunststoff-Basis an.

  • @Michel

    So pauschal würde ich das nicht sagen. Aber wie Du schreibst, heutzutage geht es nicht nur mehr um den Werkstoff. Man kann es auch umgekehrt formulieren, gewisse 45-50-60 jährige Metropolitan und Fulgurex SBB Modelle z.B. die braunrote Diesel Rangierlok Bm 4/4, die ältesten Metrop und Fulgurex H0 Be 4/6, die ganz ersten Ae 3/6 I und einige der ältesten Ausführungen der Re 4/4 I, obwohl die alle (Fulgurex & Metrop) unisono aus Messing gefertigt sind: nicht nur lauftechnisch, auch optisch haben die absolut keine Chance gegen aktuelle Ausführungen von Märklin, Roco, Piko und auch nicht gegen den chinesischen Hersteller REE dessen SNCF CC-7100 ist bezüglich Detaillierung und Preis und auch im Fahren, eine ernsthafte Konkurrenz für Märklin und Roco.

    Nun denn, die Bäume wachsen nicht in den Himmel, auch bei den Kleinserien nicht. Eine Spur I Re 6/6 von Lemaco kostete vor 30 Jahren +/- CHF 11`500.- Heute bekommt man Kleinserien in Spur I (manchmal) für CHF 2`500.- bis 5000.- Ganz ohne Kompromisse in irgend einer Form geht das nicht auf.

    Bei H0 stellt sich die Frage: gar kein Modell, oder aber aus Kunststoff? Logisch sagen dann die meisten Leute lieber ein Wunschmodell aus Kunststoff als nur träumen davon.

    Z.B. HUI, dieser Hersteller entschiedet von Fall zu Fall und bringt sowohl Kunststoff wie auch Messing Modelle heraus. Stellt man dann aber ein Messingmodell SBB "Tatzelwurm" von Lemaco gegen den von HUI nebeneinander: also fahrtechnisch fährt HUI dem Modell von Lemaco in dem ganz konkreten Fall davon, (normalerweise sind Lemaco / Lematec Modelle auch beim Fahren First-Class). Optisch kann aber das Modell von HUI nicht gänzlich 100% mit dem Messing Modell von Lemaco mithalten und es ist nicht gerade ein Modell in der Discount Abteilung.

    Wahrscheinlich findet da gerade ein gewisser kultureller Wandel statt? Für ältere Leute ist nach wie vor Messing das Mass der Dinge, bei jüngeren Leuten darf es auch Kunststoff sein, wenn die Masse stimmen und es wirklich ganz exakt in 1:87 ausgeführt ist. Erst recht im Zeitalter vom 3-Druck, ist man Kunststoff aufgeschlossener. Ob man mal Metall als 3-D drucken kann? Keine Ahnung...

    Da könnte man bezüglich Werkstoff noch Ewig diskutieren, es darf ja auch verschiedene Empfindungen geben. Angefressene Modellbahner kaufen früher oder später sowieso von beiden Herstellern dann und wann mal eine Lok, zumindest solange bis die Vitrine auf den letzten mm gefüllt ist.

    ;) Manche schreiben, wenn ein neues HAG Modell - in der HAG Rubrik - vorgestellt wird, zwar kein Messing, aber immerhin Zinkdruckguss: "ich warte lieber bis das Modell von Roco erscheint". Und theoretisch könnten die HAG Fans bei der Roco-Rubrik schreiben: ich warte lieber bis das Modell von HAG kommt. Bei einer Bo-Bo hat man gute Chancen, bei einer Be 6/8 II von HAG, da müsste man gut im Warten sein...

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

    3 Mal editiert, zuletzt von Longimanus (25. Oktober 2024 um 23:04)

  • ... und ob Messing oder Kunststoff oder Zink oder Weissblech oder sonst was, eine gewisse Sättigung ist nun mal da.

    Morgen gibt es zwar kein Bauma II im Jahr 2024, aber ich mag mich noch gut erinnern: wenn hier im Forum vor 10 Jahren bis vor Corona eine Börse angekündigt wurde, egal welche - das war tagelang "zu oberst" im MoBa-Forum platziert. Morgen 26.10.2024 gibt es wieder eine Börse in Gisikon und kaum einer scheint es zu interessieren? Das ist halt so, wahrscheinlich eine logisch Abfolge. Ich selber kaufe auch nicht mehr so viel wie um 2015 herum.

    Wie kann ich weiter Modelle kaufen, ohne dass es ausartet? D.h. kaufen ohne zu kaufen: abschliessen möchte ich meine Sammlung mit ein paar H0 E-Loks mit RENFE (Spanien) Vorbildern aus den 1930 - 1970-er Jahren bezüglich Vorbild. Es würde mich wundern, wenn ich mit diesem Wunsch morgen ganze Taschen nach Hause tragen würde? Vamos a ver?...

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

    Einmal editiert, zuletzt von Longimanus (25. Oktober 2024 um 23:33)

  • Hoi zäme

    Irgendwie habt ihr ja alle recht...aber denkt doch, bei der Modellbahn geht es um Spielen, Interpretation, Fantasie, Kreativität etc. - es ist nicht immer das dicke Portemonnaie, das Vergnügen schafft. Man kann auch mit altem bis uraltem gebraucht gekauftem oder aber mit günstigem Einsteigermaterial etwas durchaus Stimmungsvolles kreieren.

    Gruss Barni

  • also fahrtechnisch fährt HUI dem Modell von Lemaco in dem ganz konkreten Fall davon, (normalerweise sind Lemaco / Lematec Modelle auch beim Fahren First-Class).

    Das gilt auch für den Tatzelwurm (sofern man keine Steigungen einbaut. Ich erinnere mich, wie ich den Zug stundenlang auf Märklin-K-Gleis fahren liess und dem Sound des Lemaco-Modells lauschte, der (ohne Soundmodul) wie ein echter Triebwagen schnurrte. Und sich seidenweich regulieren liess.🥰

    Gruss Roger

    97 von 121 grünen Ae 6/6

    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • hallo Barni,

    Da hast Du völlig recht :thumbsup:, sofern man "Geld & Modellbahn" als ein eigenes Thema losgelöst von Bauma separat betrachtet. Z.B. eine meiner absoluten Lieblingslok ist eine technisch voll funktionsfähige, aber optisch arg bespielte abgebrauchte, an Details beschädigte H0 Märklin F-800 Dampflok BR-01, weil sie trotz dem Gestänge und ein paar überstandenen Entgleisungen (...) ausserordentlich schnell ist, immer noch :D. Emotionaler Wert (für mich) hoch. Finanzieller Wert nahe 0.- Trotzdem habe ich dieses Modell sehr gerne.

    Bauma war über die ganze Zeit hinweg explizit und ausdrücklich eine Plattform für Kleinserien-Modelle. Das kann man jetzt gut finden oder nicht, aber es war deren Konzept, welches jetzt abgelaufen ist. Dennoch bleibt festzuhalten, "Bauma" hat sich über alle die Jahre bestens bewährt und hat über die Schweiz hinaus viele Sammler zusammen gebracht.

    Kannst Du Dir das Gesicht von Roland Born vorstellen, wenn Märklin-Göppingen den besten Stand von Bauma für sich beansprucht hätte und aus seiner riesigen Palette an Modellen ausschliesslich sich auf die günstigsten 10 Lokomotiven Modelle beschränkt und diese zu einem Discount Preis angeboten hätte? Es ist anzunehmen, dass die Reaktion gewesen wäre: Aus die Maus. Sehr schön, aber macht das nicht an der Bauma-Plattform.

    Allgemein zu günstigen Preisen,

    Dass Altes gebraucht angeboten werden kann, muss es ja jemand mal neu gekauft haben. Und Märklin ist mit seinen neuen Spur I Modellen gegenüber dem Spur I Angebot von 1968 auf einen neuen Preis- und Qualitätslevel gestiegen, nahe an die Kleinserien Qualität heran gekommen, jedoch 1/2 bis 2/3 "günstiger".

    Und ganz alte Märklin Modelle von 1892 bis 1914 haben sich preislich (bisher) noch erstaunlich gut gehalten. Die günstigeren Uralt-Standard Modelle von 1914 welche mit kleinen Änderungen bis zum Schluss I = 1937, 0 = 1954/55 im Angebot waren, sind nahezu unverkäuflich, es gibt für so was längstens keine Kunden mehr. Höherwertige Märklin Modelle welche nur um 1900 herum erhältlich waren, haben praktisch nichts an Wert verloren, spielen aber umsatzmässig kaum noch eine Rolle. Diese Modelle sind entweder längstens in Museen, oder stark bespielt, oder Fälschungen, oder defekt / abgeändert / übermalt und etwa so häufig zu finden, wie die deutlich jüngeren Bazooka Kaugummi ungebraucht originalverpackt. Gute erhaltene Dachboden Funde von Tinplate Raritäten, - wenn es denn welche sind - finden auch heute noch Sammler welche dafür Geld ausgeben. Dies nimmt aber nur einen ganz kleinen Stellenbereich der Modellbahnen ein. Finde mal einen Märklin Grossstadt-Bhf in einwandfreier Originalerhaltung von 1905.

    Die Replica Hersteller, z.B. von Buco mittlerweile auch Hehr von Märklin, finden es nicht so toll, wenn die gängigen damals üblichen Originale günstiger zu haben sind, als der Mindestaufwand für die Replica Produktion. VW findet es auch nicht so gut, wenn Herr Xi seinen einheimischen chinesischen Arbeitern sagt: beisst in saures Gras, euer Wohlbefinden interessiert kein Mensch, Hauptsache wir übertrumpfen die Europäer. Die Deutschen und Holländer machen aber ähnliche Vorgehen mit der Massentierhaltung. Die ist dermassen günstig geworden, was die Europäer nicht kaufen, extrem günstig nach Afrika exportiert wird und dort die afrikanischen Kleinbauern aus dem wirtschaftlichen Rennen wirft und letztere haben wirklich keine grossen Ansprüche.

    Ob man etwas von Links oder von Rechts, von unten oder oben betrachtet, monetäre Aspekte sind eigentlich immer dabei. Nicht unbedingt für die Käuferschaft wahrnehmbar, trotzdem da. Wir Modelleisenbahner sind noch heilig. Mühe habe ich zu verstehen, wenn in Indien Blue-Jeans hergestellt werden und dann die ganzen Hosen in giftigen Laugen gealtert werden und künstlich Schlitze hinein geraspelt werden. Was mag wohl so eine Näherin, wirtschaftlich nahe der römischen Sklaven, von uns Europäer halten? Wer abgebrauchte Hosen cool findet - wieso auch nicht ?!? möge das selber tun.

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

  • Zudem glaube ich nicht, dass derjenige welcher mich der Irreführung bezichtigt, tatsächlich die Märklin H0 DHG-500 Lok gekauft hat?

    Hermann, ich bin mir zu 100% sicher, das Du schon wieder eine Falschaussage gemacht hast. Ich sprach nämlich von einer Märklin DHG 700 C :thumbsup: . Zudem habe ich mir in der Tat so ein Ding vor ein paar Wochen gekauft :P .

    Den andern ein herzliches Dankeschön für ihre Ausführungen.

    Jakob

  • Ich sprach nämlich von einer Märklin DHG 700 C :thumbsup: . Zudem habe ich mir in der Tat so ein Ding vor ein paar Wochen gekauft :P .

    cool :thumbsup:

    Die Modellbahn braucht Käufer, von allen Spielarten.

    Analog ist cool:)

  • Ach eigentlich wollte ich nicht auf die Diskussion mit Hermann zurückkommen

    ha ha, genau mein Humor. Dann hättest Du diesen Satz gar nicht erst erwähnt, sondern gleich mit dem eigentlichen Beitrag begonnen...

    Hermann, auch viel mal wenig gibt viel :thumbup:

    ja, viele Probleme!

    Wenn die erwähnte HRF Kleinserien Messingmodell Dampflok zu Preisen von Märklin in deren Billigpreis-Angebot verkauft werden müsste, dann hättest Du und annähernd die ganze Schweizer Bevölkerung wahrscheinlich keinen Job mehr. Genau genommen Arbeit schon, aber keine mehr die bezahlt werden könnte. Wieso soll man hochpreisige Modelleisenbahnen gegen günstige Modelle überhaupt gegeneinander ausspielen? Das machst auch nur Du...

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

  • Hoi zäme

    Bin da auch der Ansicht von Hermann. Modellbahn ist Modellbahn und das verbindet uns. Ausserdem sind hochpreisige Modelle in der Regel ja nicht so ein Problem, man kauft sie in der Regel nicht im Dutzend, sondern als Eyecatcher/Star und das Billigere ringsum sind halt dann die Statisten/Nebenrollen.

    Die Plattform der Kleinserie ist sodann schliesslich eine Messe (wenn ich an die Olma gehe, poste ich ja auch nicht jedes Mal einen Mähdrescher oder ein Kuh)....du kannst auch nur kucken, Sachen entdecken, die du - eben weil Kleinserie - nicht schon lange kennst, und dich inserieren lassen.

    Gruss Barni

  • ja, viele Probleme!

    Ich bin mir jetzt nicht ganz so sicher auf was sich das bezieht.

    Gehe davon aus, dass dies sich auf den Sachverhalt bezieht, dass wohl die allermeisten Kleinserienmodelle wunderschön in der Vitrine aussehen, aber leider doch einige der teuren Kleinserienmodelle viele Probleme beim Einsatz auf der Heimanlange verursachen 🤓 .

    Jakob

  • Hallo Jakob,

    doch Du hast das vermutlich schon richtig verstanden. Ich wundere mich einfach ein wenig und nicht nur ich(!), dass Du ständig so viel in Frage stellst, nahezu egal was wer wie wo und um was es geht. Von den Clubs, über Zeitschriften bis Bauma; Alle machen (scheinbar?) alles verkehrt.

    Man könnte Deine Ansicht viel eher noch nachvollziehen, wenn das Konzept "Bauma" nie funktioniert hätte. Doch die Plattform für Kleinserien gab es in Bauma seit etwa 20 Jahren, mindestens. Von Anfang an war es ein grosser Erfolg, das Konzept richtig. Jetzt hat es sich halt ausgelaufen. Who cares? Sicher spielen auch finanzielle Gründe, sowohl die der Kunden und mindestens so sehr die der potentiellen Anbietern eine gewisse Rolle, aber nicht nur. Wenn 2004 ein 80-jähriger Kunde sich z.B. eine Ec 3/4 zulegte, dann wäre diese Person jetzt 104 jährig. Bis dann, bin ich vielleicht schon wieder ein kleiner Bub, welcher sich eine Ae 6/6 aus der Urzeit wünscht? Nicht nur die Kunden, auch die Hersteller von Kleinserienmodellen sind oft nicht mehr die ganz jüngsten Menschen.

    Ein weiterer Punkt ist, wie schon erläutert, Messen und Ausstellungen werden auch heute noch gerne besucht, wenn jemand gefunden wird, welcher der Aufwand bezahlt. Aber wirklich kommerziell nötig ist es nicht mehr, es ist "nur" noch nice to have. Via Internet hat heute von der Kleinstfirma bis zum Multi jede Firma hat sozusagen 365 Tage/Jahr ihre eigene Mustermesse Basel, Autosalon, oder eben Bauma.

    Und ob Lima, Märklin oder Lematec: sooo viele Schweizer Lokomotiven gibt es nicht mehr, welche bisher modelllos geblieben sind. Und die paar wenigen die es noch gibt, da ist der Kundenkreis dermassen klein, dass selbst Kleinserienhersteller befürchten, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

    Eine gewisse Perspektive bringen womöglich 3-D Drucker, aber soweit sind wir noch lange nicht, dass man am Komputer die Bezeichnung vom gewünschten Modell eingeben kann und das fixfertige Modell fährt 5 Min später fertig motorisiert aus dem Drucker hervor. Auch gute 3-D Modelle ergeben mehr Arbeit als man sich im 1. Moment vorstellt. ( ;) Den Massstab nicht vergessen einzugeben, sonst erscheint die Lok womöglich noch 1:1 und der Grossraum Zürich, Aargau, Bern hat kein 3-D Filament mehr).

    Jedoch sehe ich keinen Sinn, bei Bauma wo bis vor Kurzem alles an Messingmodell Herstellern vertreten war, was Rang und Namen hatte, günstige Märklin Modelle zu erwarten? Früher war es ja so, dass Spielzeugmessen universell in allen Preissegmenten ihre Hersteller hatten. Dass Fulgurex nicht unbedingt seinen Stand neben Playmobil haben möchte, auch wenn wahrscheinlich Playmobil monetär der viel grössere Umsatz erreicht, das kann man nachvollziehen. Anderseits kann ein Modellbahnkäufer an einem lokalen Flohmarkt von caritativen Organisationen für sozial benachteiligte Menschen nicht unbedingt eine Lematec Spur I Lok erwarten.

    Kleinserien Modelle auf Anlagen / anlagetauglich:

    Die sind sind per se heutzutage sicher nicht schlecht(er). Das ist noch so ein Gerücht aus den Anfangszeiten. Selten, in letzter Zeit bei grösseren Spuren und wirklich teuren Modellen kommt es dann und wann wieder vor. Nichts ist ohne Risiko. Anderseits, die am besten laufenden Modelle sind ebenfalls Kleinserien! Dito die am schlechtesten laufenden auch. Es ist nicht anzunehmen, dass Kleinserienmodelle in feinster Messingbauart bald mal neu bei Aldi angeboten werden. Wer längere Zeit Messingmodelle sammelt, weiss dass die Fahreigenschaften je nach Konstruktion von miserabel bis hervorragend sind, dann muss man sich halt darum kümmern, oder erst kaufen nach einer Probefahrt, oder wer kein Risiko eingehen will, darauf verzichten. Mangelnde Fahreigenschaften haben rein gar nichts zu tun mit dem Ende der Bauma Plattform für Kleinserien.

    Es scheint nicht zweckmässig zu sein, Modellbahnern allgemein anzuraten, was sie kaufen sollen. Die sollen und wollen das schon mit der Zeit selber wissen, was sie möchten und was damit verbunden ist und wie dann die Erfahrungen mit dem entsprechenden Modell sind. Ab und zu gibt es erhebliche Gumpesel, das möchte ich nicht verschweigen. Grossmehrheitlich sind die Fahreigenschaften bes. in H0 von neueren Messingmodellen gut bis ausgezeichnet.

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

  • Es scheint nicht zweckmässig zu sein, Modellbahnern allgemein anzuraten, was sie kaufen sollen.

    Aha, ich erlebe die Welt der Modelleisenbahn etwas anders. Auch in Deinen Texten Hermann.

    Du kannst Dir nicht vorstellen wie viele Modelleisenbahner mir an Ausstellungen, in den Vereinen und wo auch immer vorschreiben wollen was ich zu kaufen habe und was scheisse ist (ergo nicht kaufen soll). Was ich wie zu machen habe und bloss nicht anders. Dieses Negativ-Wellen-Senden von Dritten bin ich mir schon so lange gewohnt, wie ich mich im Hobby mit anderen ausserhalb meines engsten Kollegenkreis abgebe.

    Den Titel für den Nachruf über die Plattform der Kleinserie in Bauma hab ich nicht so gewählt und ich kann nicht nachvollziehen, warum ich die Welt der Modelleisenbahn negativ sehe. Wer das bei mir so sieht soll doch einmal die Frequenz wechseln, einen passenden Frequensfilter einbauen, oder sich im Stummiforum einbringen. Dort gibt es jetzt eine Rubrik Selbsthilfegruppe für die notorischen Meckertanten :grin: .

    Ich jedenfalls freue mich schon jetzt auf die Nachfolge-Ausstellung in Balsthal :thumbup: .

    Jakob

    Einmal editiert, zuletzt von Tinplate (18. November 2024 um 20:55)

  • Guten Abend Jakob

    Du kannst Dir nicht vorstellen wie viele Modelleisenbahner mir an Ausstellungen, in den Vereinen und wo auch immer vorschreiben wollen was ich zu kaufen habe und was scheisse ist (ergo nicht kaufen soll). Was ich wie zu machen habe und bloss nicht anders

    Ja tatsächlich, kann ich mir das nicht vorstellen!?! In 50 Jahren Modelleisenbahn gab es gerade mal eine einzige Person welche mir vorzuschreiben wollte, was ich zu kaufen habe. Und selbst bei Ihr blieb es nur bei einem harmlos Versuch. (Die berühmt berüchtigte Frau M. Neisser). Etwas anderes ist es, wenn man in einem Verein mitwirkt. Logisch kann dort nicht jeder machen was man will, man muss sich über die Spurweite, das Anlagekonzept, das Steuerungssystem und noch ganz viel mehr einig werden. Dafür ist man Teil von etwas, was man alleine vielleicht nicht unbedingt erreichen würde.

    Aber Dir als Privatperson?!? Nichts und niemand kann einem vorschreiben, welche Modellbahnen man kaufen darf. Wenn es so ist wie Du es beschreibst(?), ich würde mir das an Deiner Stelle nicht bieten lassen. Davon ausgehend, dass Du die Bahnen selber bezahlst. Und Deine Wünsche machbar kaufbar sind. Eine Re 460 als reine Uhrwerk-Lok oder eine Spur Z Lok als Märklin Starkstrom Version gibt es natürlich nicht. Du hast mal was von Lionel berichtet!? Wenn dies Dir Freude bereitet, dann soll es das, dann darf es das. Ich würde mich da nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen.


    Dieses Negativ-Wellen-Senden von Dritten bin ich mir schon so lange gewohnt

    Zufälle sind möglich, jedoch eher selten. In der Regel hat etwas seine Ursache und Wirkung. Nicht gerade dass jetzt immer alle hell begeistert wären, ab meinen Ideen, doch ich empfinde die Modellbahnen und eigentlich generell das Leben mehr als ein Leben und leben lassen. Ein dauerhaftes Negativ Wellen senden bin ich mir definitiv bisher nicht gewohnt. Und ab und zu mal Meinungsdifferenzen bis Streite, das kann schon mal vorkommen. Wir leben nicht in einem geschützten Gewächshaus. Vergleicht man uns mit der Ukraine oder dem Nahen Osten, dann leben wir effektiv auf einem Niveau was nicht besser sein könnte, sondern allmählich Verlustängste aufkommen.

    So wünsche ich Dir positive aufbauende Modellbahn- und sonstige Stunden :rolleyes: .

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

    Einmal editiert, zuletzt von Longimanus (18. November 2024 um 22:13)