Neubau Bahnhof "Mostingen"

  • Hoi Bruno

    Beim Bau von Bahnmodellen mit Papier und Karton treten grundsätzlich zwei Probleme auf. Zum einen wirkt die Oberfläche halt nach Papier und nicht nach Metall. bei Güterwagen mit Holzbeplankung stört das kaum

    Bei Personenwagen ist das unzulänglich. Eine Lösung ist, den Wagenkasten zum Schluss mit matter Buchschutzfolie ganz zu überziehen

    Schau dir einmal dazu einmal im Kartonbau.de die Triebwagen von Walterthirl an. Dies hat zudem den Vorteil, dass die Wände stabilisiert werden und weniger verchruglet aussehen und dabei sind wir beim zweiten Nachteil, die geringe Formstabilität von Papier. Dem kann man zusätzlich neben der Folierung abhelfen, indem du noch vor dem Ausschneiden die Teile mit Klebeband überziehst

    Zusammen mit der Folierung von aussen kriegst du so ein dreilagiges Sandwich, das im Vergleich zu nur Papier massiv gerader und echter aussieht und sich bei Berührung auch nicht gerade wieder verbiegt

    Gruss Barni

  • Eine Lösung ist, den Wagenkasten zum Schluss mit matter Buchschutzfolie ganz zu überziehen

    Hallo Barni,

    danke für Deine Tipps, die ich beherzigen werde, wenn ich einen Triebwagen für den Gebrauch (Fahrbetrieb) baue. Habe mir auch Walter Thirl's S-Bahn bau angeschaut (er arbeitet mit grösserem Massstab). Das mit der "Buchschutzfolie", sieht (wie auch Dein Beispiel zeigt) definitiv besser aus, wenn die Fenster "nur" bildlich dargestellt sind. Nur: Mein Triebwagen ist aber voll 3D inklusive Verglasung. Da wird es schon etwas schwieriger. Bei normalem Papier würde ja das Licht durchschimmern. Deshalb verwendete ich 160 gr. Papier mit Kartonverstärkung im inneren.

    Eigentlich störte ich mich weniger am Triebwagen, als am Gesamtbild der Szene.

    Das Dach nochmals weggenommen und gedreht...

    ...Sieht die optische Gewichtsverteilung schon besser aus. Der schwarze Pantograph sorgte in der dunklen Ecke für zusätzliche Schwere. Jetzt vorne montiert kommt er auch besser zur Geltung. Der Bastelbogen hätte ja beide Varianten der Dach-Montage zugelassen und ich musste natürlich zuerst genau die falsche nehmen. :facepalm::D

    Nochmals ein Blick auf die gesamte Bahnhof-Szenerie...

  • Hoi Bruno

    Klar, der Glaubhaftigkeit einer Szenerie hängt oft vom Gesamteindruck oder - sagen wir pathetisch - der Komposition ab. Aber hast du dir noch nie überlegt, dass gerade halt einfach die bombierten Wände und der Pantograph, der nicht wirklich einer ist, genau diesen Gesamteindruck ein wenig beeinträchtigen? Optische Gewichtsverteilung hin oder her?

    Gruss Barni

  • Aber hast du dir noch nie überlegt, dass gerade halt einfach die bombierten Wände und der Pantograph, der nicht wirklich einer ist, genau diesen Gesamteindruck ein wenig beeinträchtigen?

    Hallo Barni,

    es ist mit der Detailierung immer die Gretchenfrage: Wo fängt es an und wo höhrt es auf? Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern, oder könnte man noch mehr ins Detail gehen. Lange hatte ich überlegt, woraus ich den Pantographen mache. Ob meine aus Draht gebogenen, ebenfalls oft kritisierten Stromabnehmer (siehe Meiringen-Innertkirchen-Bahn auf dem Bild) am Kartonmodell besser aussehen würden, wage ich zu bezweifeln und zu einem richtigen Modellbahnpanto würde dann das Bastelbogen-Modell darunter schlicht nicht mehr passen. So nahm ich mir den originalen Pantographen des Bastelbogens vor (der eigentlich nur als Romboid auf das Modell geklebt würde), und schnitt mit dem Skalpell das Ganze zu 3D.

    Ja, vieleicht müsste der Pantograph wegen der fehlenden Oberleitung gesenkt sein. Dann hätte ich mir aber auch gleich die Innenbeleuchtung sparen können. Nur dort ein Stück Oberleitung machen sieht auch komisch aus. Ich müsste diese dann auf der ganzen Anlage realisieren...Eben: Wo fängt es an und wo hört es auf?

  • Hallo Bruno

    Mir gefällt das Ensemble, wirklicher Gewinn mit dem neuen Bahnhof und dem Standmodell.

    Ein Tüpfelchen auf dem "I" wäre nun noch etwas Bricolage im Dorf: Mach die Löklelifahne neu zum Dach des "schrägen Hauses" und kaschiere die stürzende Hausecke mit einer angepassten Strassenlampe oder einem Bäumchen (dort hinten stimmen die Perspektiven von Standmodell und Dorf einfach nicht so recht zusammen..)

    Aber wirklich: Grosses Lob!!

    Georges

  • Mach die Löklelifahne neu zum Dach des "schrägen Hauses" und kaschiere die stürzende Hausecke mit einer angepassten Strassenlampe oder einem Bäumchen (dort hinten stimmen die Perspektiven von Standmodell und Dorf einfach nicht so recht zusammen..)

    Hallo Georges,

    danke für die lobenden Worte und für Deine wertvollen Tipps :thumbup: . Dem (Dorf-)Hintergrund hatte ich etwas zu wenig beachtung geschenkt. Auch das Hintergrund-Bild war in jungen Jahren entstanden (und ich bin noch heute kein Hirsch im malen). Die Apfelbäumchen sollen auch mehr Tiefenwirkung bekommen mit dunkelgrüntönen...Und Äpfeln dran!

    Folgendes ist von mir aber so gewollt: Der Üetliberg-Aussichtsturm sei auf dem falschen Hügel, bemerkt dazu fast jede/r Besucher/in und ich entgegne dann trocken: "Ist eben Mostingen und nicht Zürich". ;)

    Diesen Effekt wollte ich unbedingt erhalten. Bei nächster Gelegenheit werde ich aber zum Pinsel greifen. ;) Fortsetzung folgt...

  • Salü Zäme,

    wenn ich mit malen meinen Lebensunterhalt verdienen müsste, würde ich wohl verhungern ;) :D . Aber ich habe mich trotzdem ins Zeug gelegt und einen Versuch gestartet:

    Beim Bauernhaus bekamen die nackten Fenster Rahmen und Fensterläden. Der Dachgiebel wurde ein wenig versetzt, was die Perspektive des Hauses etwas verändert. Die Fensterlinien wurden begradigt. Also: Die Perspektive stimmt zwar noch immer nicht ganz genau, aber man muss nun schon gut hingucken. Auch hat sich eine Gruppe Leute eingefunden, die sich auf eine Fahrt mit dem historischen Triebwagen freuen.

    Für die Apfelbäume und den Birnbaum habe ich zuerst bei Kunstmalern mal gut hingeschaut und erst dann zum Pinsel gegriffen. Das Laub habe ich (je nach Licht) mit 5 verschiedenen Grüntönen gemalt.

    die Löklelifahne

    Die Fahne ist das Wappen des Bezirks "Recyclingen" mit der gleichnamigen Stadt, wo (fast) alles wiederverwertet wird. Der kleine Weiler "Mostingen" (mit eigenem Bahnhof) , "Bernegg" und "Madruns" gehören ebenfalls zum Bezirk, weshalb auch dort die Lökelifahne weht.

    Zum Lok-Symbol auf der Fahne: Ohne die Eisenbahn(-anlage) würde es den Bezirk und die Stadt "Recyclingen" gar nicht geben. Sie wurde von Eisenbahnern während dem Eisenbahn-Streckenbau gegründet und die ersten Häuser wurden denn auch mit ausgedienten oder unbrauchbaren Bahnschwellen gebaut. Die Eisenbahn hat der Stadt später aber auch Reichtum gebracht. ;)