Ein spezieller LIMA RBe 4/4

  • Salü zäme,

    eigentlich war das Thema LIMA RBe 4/4 für mich abgeschlossen, nachdem ich die Erkentnis hatte, dass dieser den von mir oft verbauten Märklin-M-Gleis Industrieradius nicht schaffte und beim Schiebe-Test bei den Märklin-Weichenwürfeln mit dem Unterboden hängen blieb...

    Bis mir an einer Börse für lächerliche 10 Franken ein solcher Triebwagen (mit einem fehlendem Puffer) angeboten wurde :huh: . Eher aus Verlegenheit bis etwas gelangweilt kramte ich die 3 Industrieradius-Gleise hervor und...Der Triebwagen schaffte diesen locker 8o ! Gekauft. Der Verkäufer sagte mir, dass bei diesem Triebwagen alles original sei und dieser damals Ende der 80er Jahre von einem LIMA-Mitarbeiter (ein guter Bekannter von ihm) direkt von Italien mitgebracht wurde. Auf dem Weg nach Hause, machte ich mir aber Sorgen wegen der Wagenbodengruppe, welche damals beim Schiebe-Test auf meiner Anlage an den Märklin-Weichenwürfeln angestanden war. Vergeblich: Auch da kommt er ohne Probleme überall durch im Schiebe-Test.

    Umbau auf Wechselstrom:

    Ich baute ein Phasenwender-Relais mit Gleichrichter ein. Jedoch so einfach auf Wechselstrom umbauen, wie es Rainer auf der Stayhome Webseite vorzeigt, ging eben auch nicht ;(. Ich kriegte keinen der Märklinschleiffer darunter (der Triebwagen wird infolge zu wenig Platz auf jeder Weiche angehoben). Erst mit einem zurechtgebogenen Roco-Schleiffer ging es dann knapp. Irgendwie müssen da kleinere Räder verwendet worden sein.

    Ich nahm den Triebwagen unter die Lupe:

    Alles scheint Original (wie vom Händler versichert). Auffällig: Auf dem Dach ein starrer roter Draht, also keine "LIMA-Wäscheleine". Unterboden scheint auch normal (mit "Lima" Schrift im Kunststoff) und ohne Bearbeitungsspuren. Also wenn da was gemacht wurde, dann wirklich sehr professionell. Der Metallpantograph würde eigentlich eher auf Ende 60er, anfang 70er Jahre hindeuten. Anderes (wie zum Beispiel das braune Interieur und die feinen Risse im etwas gewachsenen Gewicht) bestätigen hingegen das 80er Jahre Kaufdatum. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob dies einer der Prototypen war (der dann nicht zum Zuge kam), als der neue RBe 4/4 entwickelt wurde bei LIMA Italia. Ich stelle mal Bilder ein, vieleicht weiss jemand mehr ;).

     

  • Guten Abend Bruno,

    also 100% sattelfest bin ich bei Lima auch nicht unbedingt, aber auf mich - so aus der Ferne gesehen, ohne Details zu sehen, wirkt es als ein ganz normaler Lima Triebwagen aus den späteren 1970-er Jahren. Und wenn ungefragt von sich aus der Verkäufer versichert, es sei ganz original, das ist verkaufspsychologisch merkwürdig. Zumal der Lima RBe 4/4 bisher nichts ist, wo häufig Fälschungen auftauchen. Meistens stimmt dann das Gegenteil, was der Verkäufer aussagt!

    Es sagt ja auch niemand, wenn man ein Auto kauft, dass es 4 Räder hat. Ganz anderst ist so eine Aussage zu bewerten - unabhängig vom Preis - wenn es sich um ein Objekt handelt, wo Replicas häufig sind. Z.B. beim Märklin ST 800 grün-beige sind mittlerweile die Replica Neulackierung zahlreicher, als die ca 70 jährige Originallackierung und dergleichen Fälle.

    Und gerade bei Lima geht ja nicht immer nur um monetäre Belange, es geht auch und primär um Vorlieben. Der Lima "Kunststoff" damalige Standard-Panto eignet sich nicht für Oberleitungsbetrieb, da hat halt jemand den neueren, aber auch schon 50 jährigen Lima Panto gegen den noch etwas älteren ca 60 Jährigen Panto ausgetauscht. Bei Lima, Märklin, HAG gibt es insgesamt tausende Modelle mit ausgetauschten Stromabnehmern, einfach weil es dem Besitzer anderst besser gefällt.

    Auch ohne dass es ein Lima-Prototyp ist, bei CHF 10.- für ein Lima RBe 4/4 wo die Lackierung unzerkratzt in guter Erhaltung erscheint, da hast Du ganz sicher nichts falsch gemacht. Und die ersten Lima Triebwagen RBe 4/4 gab es durchaus zu Beginn 1968/69 bis anfangs 70-er Jahre mit dem älteren Lima Metall Panto ausgeliefert.

    Anmerkung: dieser Lima Panto orientierte sich nicht am SBB oder DB Original 1:1, sondern es war eine etwas "freche" Nachahmung vom Märklin Standard Panto Typ 8 Bj. 1960-78. Da waren die Göppinger grosszügig zu Lima. Nun denn, ganz an die Märklin Version kommt die Lima Abkupferung nicht heran.

    Gruss

    Hermann

  • Und wenn ungefragt von sich aus der Verkäufer versichert, es sei ganz original, das ist verkaufspsychologisch merkwürdig. Zumal der Lima RBe 4/4 bisher nichts ist, wo häufig Fälschungen auftauchen. Meistens stimmt dann das Gegenteil, was der Verkäufer aussagt!

    Hallo Hermann,

    danke für Deine Ausführungen. Ungefragt war das nicht, sorry da habe ich mich etwas zu wenig klar dazu geäussert. Als der RBe 4/4 den Industrieradius schaffte (was vorher ja kein LIMA RBe schaffte), da kamen von meiner Seite dann schon die entsprechenden Fragen an den Verkäufer, die er mir geduldig und ruhig beantwortete. Ich habe leider keinen zweiten RBe zum vergleichen, aber dass dieser nicht mit den Unterbauten an den grossen Märklin-Weichenwürfeln hängen bleibt, wie jener vor längerer Zeit getestete LIMA RBe 4/4 spricht auch für sich. Das mit dem Prototyp ist lediglich eine Vermutung von mir, weil eben einiges (nicht nur der Metall-Panto) an diesem Triebwagen erfreulicherweise anders ist als bei anderen LIMA RBe 4/4. Dies natürlich zu Gunsten von meiner ungetrübten Freude, wenn ich dieses Fahrzeug störungsfrei auf meiner Anlage fahren sehe ;) .

    Ich plane da etwas an diesem Fahrzeug zu arbeiten, um es noch etwas spezieller zu machen.

    Fortsetzung folgt ;) .

  • Hoi Zäme,

    habe mal wieder viel Geduld gebraucht, aber das Resultat kann sich sehen lassen: 8 vorstehende Griffstangen (4 pro Seite) mit ruhiger Hand gelb bemalt und Puffer vorne links in 2 Teilen angefertigt und ineinander verklebt - passt. Okay ein 3D Drucker hätte das in einem Stück gedruckt und wäre vermutlich schneller gewesen als ich 1:0 ;) :) .

    Was mich beim LIMA RBe 4/4 immer gestört hatte: Das obere 3. Licht ist leider nur angedeutet und die Umlaufbleche vorne/hinten sind (wie der ganze Zug) einfach nur grün gehalten. Das will ich auch noch ändern...

  • Bruno,

    herzlichen Dank für deinen Beitrag.

    Die alten Lima-Triebfahrzeuge mit dem Rundmotor waren und sind es immer noch ausgezeichnet geeignete Objekte, um vom Gleichstrom- auf das Wechselstrom-System umgebaut zu werden.

    Es würde mich sehr freuen, wenn du noch Bilder hier einstellen würdest, die zeigen, wie du den Schleifer unter dem Laufdrehgestell und den Umschalter im Fahrzeuginneren montiert hast.

    Auch wäre es schön, wenn du hier ein Bild einstellen würdest, das zeigt, wie es mit dem Triebwagen-Unterboden in der Nähe der würfelförmigen Weichenlaternen der alten Märklin-Weichen aussieht.

    Eugen.

  • Die alten Lima-Triebfahrzeuge mit dem Rundmotor waren und sind es immer noch ausgezeichnet geeignete Objekte, um vom Gleichstrom- auf das Wechselstrom-System umgebaut zu werden.

    Hallo Eugen,

    das dachte ich auch, bis ich diesen RBe vor mir hatte, wo alles ein wenig anders ist und irgendwie doch vertraut aussieht :S. Nur schon beim Schleiffer musste ich zum Künstler werden. Da das Roco Kunststoffplättchen unter dem Schleifer dünner ist als jenes von Märklin, ging es dann gerade so mit hie und da entgleisen auf den Weichen. Nachdem der Schleifer vorne und hinten auch noch etwas flacher gedrückt war und die Befestigungsschraube vorne (Nähe Kupplungsdeichsel Beginn) durch eine flache Märklinschraube ersetzt war, gab es dann keine diesbezüglichen Probleme mehr. Bei der "Stayhome" Webseite konnte einfach ein Märklinschleifer drunter montiert werden und fertig.

    Der von mir zusätzlich bei den isolierten Rädern angebrachte Radschleifer beugt "stehenbleiben auf Weichen" vor und ist mit dem (unter dem isolierten Schleifermetallplättchen verborgenen) Lima-Achsschleifer verbunden. Minus-Pol vom Gleis wird also vorne rechts, links und hinten links abgenommen.

    Als Umschalter werkt ein Phasenwender-Relais (schwarz) mit Gleichrichter (grauer Block) von Fleischmann. Der lag eben noch herum bei mir. :whistling: Da könnte man einen Uhlenbrock Fahrtrichtungswechsler für Gleichstromloks (deutlich kleiner) einbauen oder Zeitgerecht einen Digitaldecoder.

    Der Abstand zu den Märklin-Weichenwürfeln ist sehr knapp (1mm oder weniger), aber knapp ausreichend.

    Auch der Unterboden sieht auf den ersten Blick eigentlich aus wie normal.

    Die Gesamtbreite beträgt 3.3 cm. Es ist nicht nur ein Umbau auf Wechselstrom der geplant war. Ich bin dabei das Fahrzeug auch noch etwas zu verschönern.

  • Bruno,

    Herzlichen Dank für deine Bilder

    Wer einen Schleifer für den Umbau auf den „Wechselstrom-Betrieb“ unten an einer „Gleichstrom-Lokomotive“ anbringt, muss sicherstellen, dass dieser kurzschlussfrei auch in der Höhe genügend Spiel hat. Leider ist mir zu diesem Thema keine Norm bekannt, aber der Schleifer müsste schon 1 mm, besser 1,5 mm, nach oben angehoben werden können beziehungsweise eintauchen können. Sonst hebt die Lokomotive beim Überfahren von Weichen ab, unterbricht die Stromzufuhr der Räder und, noch schlimmer, entgleist und verursacht einen Kurzschluss.

    Bei vielen, nicht bei allen, älteren Lima Lokomotiven mit dem Rundmotor genügt es nicht, diesen Schleifer einfach unten anzuschrauben. Warum Rainer seinen Umbau auf seiner Internetseite hier einfach so aufschraubt, müsste man ihn wohl selber fragen. Wahrscheinlich geht es im eher darum, eine Beschreibung eines Umbaus in seinem Portfolio zu haben, als dass die Lösung so auch funktioniert. Im Netz ist eben immer eine gewisse Vorsicht angebracht, auch auf Seiten aus gutem Hause ( Rainers Modellbahn, https://www.stayathome.ch).

    Das folgende Bild zeigt die Situation des Schleifers unter einer Lima Re 4/4 I der Generation Rundmotor. Ich habe diese Lokomotive schon vor Jahren an einer Börse günstig gekauft: Nicht primär wegen der Lima Lokomotive, sondern wegen der Ersatzteile. Die beiden Märklin Scherenstromabnehmer haben den Kauf damals schon gerechtfertigt, auch wenn ich diese bis heute nicht woanders verbaut habe.

    Eigenes Bild.

    Obschon der ursprüngliche Eigentümer das Isolierplättchen entfernt hat, liegt der Schleifer immer noch zu tief. Er taucht gerade etwa auf die Höhe der Schienenoberkante ein. Mehr nicht. Über eine Weiche kommt die Lokomotive nicht wirklich. Den nötigen Freiraum nachträglich zu schaffen, ist nicht ganz einfach und erfordert doch etwas handwerkliches Geschick.

    Eugen

  • Hallo Eugen

    …oder einen anderen Schleifer! Dieser hier wird an der Schraube oder evtl. schon sm Getriebeboden mit den umgebogenen Enden anstehen und deswegen nicht weiter einfedern.

    Wenn es um geringste Höhe geht, dann ist als Fertigschleifer der Liliput 938991 der Schleifer der Wahl. Dünner/flacher geht dann nur noch im Selbstbau.

    Gruss Christian

    Meine Fotos; Eisenbahnen (Schwerpunkt Gotthard) und Dampfschiffe: https://www.flickr.com/photos/134896793@N03/ - aktuelles Avatarbild zur Erinnerung an den im Schnee versunkenen Gotthard am 17. April 1999.

  • Wenn es um geringste Höhe geht, dann ist als Fertigschleifer der Liliput 938991 der Schleifer der Wahl. Dünner/flacher geht dann nur noch im Selbstbau.

    Hallo Christian,

    danke für Deinen Tipp. Liliput hatte ich nicht auf dem Radar :thumbup: . Werde ich aber darauf zurückgreifen, wenn der Schleifer mal ersetzt weden muss.

    Obschon der ursprüngliche Eigentümer das Isolierplättchen entfernt hat, liegt der Schleifer immer noch zu tief. Er taucht gerade etwa auf die Höhe der Schienenoberkante ein. Mehr nicht. Über eine Weiche kommt die Lokomotive nicht wirklich.

    Hallo Eugen,

    danke für Dein Bild. Da bei Deiner Lokomotive der Schleifer beim Motorendrehgestell (wo weniger Platz bis zum Mittelleiter vorhanden ist als beim Laufdrehgestell) montiert ist, sitzt dieser dann wirklich zu tief. Ich montiere ihn immer beim Laufdrehgestell und habe (vorher bei einer Lima-Lokomotive und jetzt auch beim RBe) den Schleifer direkt auf das Metallplättchen geschraubt. Dieses wiederum innen gegenüber den Achsen isoliert um einen Kurzschluss zu vermeiden (und gegen unten Platz einzusparen). Bei den grossen Limarädern (die Deine Lokomotive auch hat) ging das in der Regel dann mit einem Märklin-Schleifer. Eleganter/besser scheint mir aber Christian's Tipp mit dem Liliput Schleifer. Auf Deinem Bild sieht man auch die kritische Sitwation mit der Festhalteschraube, die ich durch eine Schraube mit sehr falchem Kopf ersetze (um dem Schleifer allgemein etwas mehr Federweg zu geben).

  • Salü zäme,

    da ich hier keine Antworten auf meine offenen LIMA RBe 4/4 Fragen fand, musste ich halt auf den Besuch eines guten Freundes warten, der seinen LIMA RBe 4/4 zum vergleichen mitbrachte und wir staunten:

    Die Fahrzeug-Masse sind eigentlich identisch, bis auf die Bodengruppe, welche ein ganz kleines Rändchen bis zur (darübergestülpten) Karosserie aufweist. Die Bodengruppe ist (auf den ersten Blick gleich aussehend) jedoch 1,1 oder 1,2 mm (habe keine Schublehre) schmaler. Dies ist vermutlich der Grund, warum der Triebwagen bei den Weichenwürfeln nicht hängen bleibt (wie auch jener mitgebrachte RBe 4/4 meines Freundes). Auch die Räder sind ein ganz klein wenig enger im Durchmesser.

    Mit dem verschönern bin ich leider noch nicht weiter gekommen :| . Wegen meinem Augen-Handycap schlagen bereits 9 Fehlversuche zu Buche, aber ich bleibe dran ;) .

  • Salü zäme,

    beim 11. Versuch hat es nun endlich geklappt. Ich hatte heute mal wieder einen der sehr seltenen guten Tage bezüglich meinen Augen, habe das sogleich genutzt und fleissig gewerkt: Einen Sommerfeld Pantograph (statt jenem von Lima) montiert, für das 3. Licht oben (wo selbiges angedeutet ist) durchgebohrt und Kabelbirne eingesetzt, die restlichen Geländer bei den Türen gelb bemalt (eine Seite hatte ich schon vorher mal gemacht und diese Geländer mussten noch nachgezogen werden) und Umlaufbleche silbern gefärbt.

     

    Dann gab ich noch einen drauf und schneiderte Wagenfront-ebene Fensterscheiben für Vorne- und hinten herum. Macht Freude und ich bin stolz auf das Erreichte.

    Gut, das Piko RBe 4/4 Modell ist schöner und viel detailierter, kostet aber auch wesentlich mehr, als mein Budget verkraftet.

  • Ja, nach Deiner Kur, ist der Lima-Triebwagen eindeutig edler unterwegs.

    Gruss Roger

    97 von 121 grünen Ae 6/6

    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.