Übergabe Fulgurex

  • Hallo Roland,

    dieses mail habe ich auch erhalten. Auch wenn ich in letzter Zeit nicht mehr gar so aktiv war. Irgend wann mal hat man seine Sammlung +/- beisammen. Positiv ist, dass die Firma Fulgurex offenbar weiter existieren wird und nicht einfach aufhört :thumbsup:.

    Ob Messing-Hersteller, oder Modelle aus Zinkdruckguss oder gänzlich aus Kunststoff: alle Modell-Anbieter haben das gleiche Problem, zumindest längerfristig: Längstens nicht mehr jedes Land hat seine eigene Lokomotiven Industrie und im Personenverkehr dominieren die Triebzüge wo sich ebenfalls der Markt auf etwa 8 Anbieter konzentriert hat. Wir haben die völlig umgekehrte Situation als noch vor 50 Jahren, wo es - noch - jede Menge Lokomotiven Vorbilder ohne entsprechende Modelle gab.

    Nun, auch ein Kleinserienhersteller im Messing Bereich ist auf eine Mindestanzahl Bestellungen angewiesen. So ist es ein verständlicher Geschäftsentscheid, wenn der Anbieter lieber auf ein bekanntes Vorbild setzt, von welchem aber er schon (früher) selber und / oder Mitbewerber zig Varianten auf den Markt brachten. Anscheinend ist diese Strategie erfolgreicher, als wirklich noch Modelle anzubieten, von Lokomotiven Vorbildern 1:1 für dies es bisher noch keine z.B. H0 Modelle gab.

    Aber bei mir funktioniert das nicht mehr. Ich kaufe kaum noch Neuheiten Lokomotiven Modelle, wenn es von ihnen schon dutzende vorherige Modelle zu kaufen gab. Man kann vom SELBEN VORBILD schnell mal 10 - 20 Loks kaufen. Zählt man auch noch die Werbe- und Kunstvarianten dazu kann, können es bis über 500 Modelle sein - PRO VORBILDLOK sein z.B von der SBB Re 460 sein (!). Dieser Markt ist ausgereizt, für das noch ein weiterer Hersteller dazu kommen könnte. Dieses Feld ist schon HAG, Roco Märklin in H0 belegt.

    Über alle die Jahre - je nach seinen Ansprüchen - gibt es erstaunlich wenig wirklich schlechte Modelle, beinahe jedes Modell ist sammelwürdig. Würde man jede Modellbahn-Neuheit kaufen, bräuchte man den riesen Platz vom Flughafen Basel und das Budget von Elon Musk.

    Von einem Messing Kleinserienhersteller erwarte ich immer noch, dass er Modelle herstellt, an die sich die Anderen nicht "getrauen". Da wäre immer noch der von Deutschland für Schweden produzierte Prototyp welcher letztendlich von 1919 - 1937 bei den SBB landete, perfekt für den Gotthard passte - zumindest auf dem Papier. Gegenüber den damals neuen SBB Lokomotiven welche dem neusten Stand der Technik entsprachen, war die aus Deutschland stammende SBB Doppellok Ce 6/6 14101 eine veraltete mangelhafte Lok. Die 14101 war nur ein "günstiger" Gelegenheitskauf der SBB. Diese Lok wirkte im Raum Bern - Thun als reparaturanfälliger Lückenfüller bis 1933 und wurde vor über 90 Jahren abgestellt und als 1. SBB Wechselstrom E-Lok bereits 1937 verschrottet, was für eine SBB Wechselstrom E-Lok doch ziemlich früh ist. Erfolgreichere SLM BBC MFO Baureihen waren 50 - 75 Jahren im Betrieb. Selbst die mässig erfolgreiche störanfällige Ae 4/6 blieb etwa 40 Jahre im Einsatz.

    Oder die damals berühmten SBB Wechselstrom Versuche 1903 - 1909 Seebach - Wettingen: da gab es nicht einzig die SLM 13501 Eva und 13502 Marianne, da gab es auch noch ab 1907 die Lok No 3 von Siemens! Als kommerzielles H0 Modell nur als Metropolitan Prototyp bekannt.

    Oder als die SBB 1894 - 1921 meist 60 - 75 km/h fuhr, maximal auf wenigen Abschnitten immerhin sogar 100 km/h, da hatten Siemens und AEG bereits 1903 Hochgeschwindigkeit-Triebwagen Prototypen getestet, teils in der komplizierten damals üblichen 3-Phasen Drehstrom Technik, der Triebwagen enthielt 6 Stromabnehmer, je 3 pro Fahrtrichtung und erreichten damit 1903 den damaligen Weltrekord von 210 km/h. (Region Berlin Marienfelde- Zossen)

    Und auch bei den Schweizer Bahnen, da gibt es in der Modellumsetzung noch etliche Lücken nach der Pionier Zeit, aber noch vor der SBB Epoche, das wäre so um die Zeit von 1865 - 1885 herum. Da warten noch etliche CH Dampfloks vielleicht doch mal noch als ein H0 Modell zu erscheinen?

    Kann mir nicht so recht vorstellen, dass ich der einzige Sammler alter Vorbilder bin, welchem weniger wichtig ist, als ob jetzt ein Modell digital funktioniert und sich per Sound anmeldet, als dass man eine SBB Sammlung so gut als machbar möglichst komplett haben möchte! Ob jetzt der Lokführer 1:1 entnervt den blockierten Stufenschalter zu lösen versuchte oder auf der offenen Strecke wegen einer Panne stehen blieb und etwas peinlich die von einer alten bewährten Dampflok abgeschleppt werden musste, das hat 90 Jahre später auf den Verkauf von H0 Modellen keinen Einfluss mehr. Aber Sammler sind besessen davon, etwas so komplett wie möglich zu haben wollen / wünschen.

    So oder so wünsche ich der Firma Fulgurex alles Gute für ihre Zukunft :rolleyes: :thumbsup:

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

    4 Mal editiert, zuletzt von Longimanus (9. Juni 2025 um 22:11)

  • Nun es gibt aber auch einige Modelle die eine zeitgemässe Umsetzung gebrauchen könnte wie die SBB Ce/Be 4/6

    Auf jedenfall wünsche ich viel Glück

  • aber da ist doch gerade eben Märklin und Trix als Märklin für das 2- Leiter System mit dem H0 Modell der Gotthardlok Be 4/6 erschienen, mit dem vollen Digital Programm. Ob jetzt da ein Messinghersteller die Gewinnzone erreichen würde? Glaube es nicht.

    Analog ist cool:)

  • Sven meint bestimmt das Modell des Triebwagen. Die letzte Serie der Lok Be 4/6 kann sich auch heute noch sehen lassen.

    Gruss Erwin


    Wer rast, der verpasst das Leben.

    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • Steuerwagen sind rar, da würde es viele geben... Triebwagen natürlich auch!