Refit Liliput EW III

  • Hallo zusammen

    Ich sehe meinem EW III-Zug immer sehr gerne zu, wenn er seine Runden dreht. Allerdings stören mich die Wagenabstände. Mir ist bewusst, dass der Einbau einer Symoba-Kulissenführung möglich ist, das ist aber mit Fräsarbeiten verbunden.

    Ich bin auf der Suche, nach einer einfachen, reversiblen Lösung - die naturgemäss nicht ganz perfekt ist.

    Mir ist aufgefallen, dass das Spiel beim Kupplungsbügel enorm gross ist. Also werden die Wagen zusammengeschoben ist der Abstand 8.4 zwischen den Wagenkasten, gezogen immer 11.3 mm. Entsprechend sind die Wagenübergänge gestossen 1.7mm voneinander entfernt, gezogen hingegen 4.3mm. Die Ueberlegung ist, dass der Zug viel hübscher aussehen würde, wenn das Spiel der Bügel (in X-Achse zum nächsten Wagen hin) soweit reduziert wäre, dass die beiden Wagen mehr oder minder Stossplatte an Stossplatte fahren würde, wie beim Schiebebetrieb aber eben auch auf Zug. Das könnte ggf. auch für andere Modell zur Anwendung kommen. Mir ist auch klar, dass dies dann nicht mehr nach NEM 360 ist.

    Nun meine Frage: Hat schon jemand mal versucht, den Kupplungsbügel so zu optimieren, dass zumindest der Abstand auf das absolut notwendige Minimum reduziert wird?

    Christian

  • Hallo Christian,

    das habe ich mal vor vielen Jahren probiert, aber ohne jeden Erfolg, ausser bei ganz langsamen Schleichfahrten.

    Wenn das Kupplungsbügel-Spiel nahezu aufgehoben sein soll, dann muss irgendwo sonst wie Spiel in der Längsachse zwischen dem Drehgestell sein. Keine Ahnung ob es im Lauf der Jahre ab Werk bessere Liliput EW III Versionen gab?

    Jedenfalls bei meinen Liliput Swiss-Express Wagen ist die Kupplung (bis auf den Bügelteil) ähnlich wie bei alten einfachen Lima D-Zugwagen direkt am Drehgestell bez. ein fester Teil vom Drehgestell. Das ist zum Fahren eher suboptimal. Selbst bei den alten 24cm Wagen von HAG und Märklin hat die Kupplung gegenüber dem Drehgestell ein gewisses Minimum und auch notwendiges Spiel.

    Das System von Roco und vor allem von den späten Fleischmann D-Zug wo sich das Drehgestell (bis zu einem gewissen Grad) unabhängig der Kupplung bewegen kann, unabhängig davon ob gerade eine Zugkraft oder Druckkraft auf die Kupplungsdeichsel wirkt, das ist viel besser.

    Will heissen: wenn Du das störende, optisch unschöne Spiel vom Bügel der Liliput Swiss-Express EW III aufhebst, dann muss Deine Gleisanlage schon sehr perfekt mit grossen Radien und langsames Fahren sein. Es ist eher anzunehmen, dass dann die Kupplungen die Drehgestelle zum Entgleisen bringen. Vor allem bei Gefälle und bei Weichen.

    Falls es technisch überhaupt geht, die alten Liliput Swiss-Express EW III Wagen heutiger Fahrkultur anzugleichen, dass dürfte sehr aufwändig ausfallen. Wahrscheinlich müsste man einen Teil vom Wagenboden ausschneiden, was auch nicht sonderlich schön wirkt.

    Im Hinblick dass von 2 anderen Herstellern die SBB EW III angekündigt sind, würde ich mir diesen Umbau mit unsicherem Resultat ersparen.

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

  • Ganz spontan ist mir eine Zugfeder in den Sinn gekommen, die die Wagen an den Übergängen zusammenziehen aber dennoch zu einem gewissen Grad Flexibilität zulassen.

    Da der Schiebebetrieb mit geringerem Abstand möglich ist, ohne zu Entgleisen, müsste man ‚einfach’ das überflüssige Bügelspiel unterbinden. Also müssten die Haken der Kupplungen gegen das Auseinanderziehen gesperrt werden. Ein kleiner gesicherter Gummiring? Oder ein ausgeklügeltes ringförmiges und (in die Bügelöffmung?) einklippbares 3D-Teil, das genau für diesen Zweck konstruiert wird.


    Dies als Brainstorming-Gedanken.

    Gruss Roger

    97 von 121 grünen Ae 6/6

    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Schraube wo das Drehgestell hält ein wenig lösen das es Spiel gibt .Kurven fahren geht viel besser auch bei 36cm Mindestradius.Fahre schon 20 Jahre so problemlos

  • Herzlichen Dank für Eure Anregungen.

    Die Drehgestelle sind analog den 24cm Blechwagen konstruiert, dass die Deichsel, an deren Ende der Kupplungshaken und der in der Z-Achse bewegliche Bügel montiert ist, fest und starr am Drehgestell angeschlossen ist. Das bedeutet, dass der Haken der Kupplung quasi immer in die Laufrichtung des Drehgestells zeigt.

    Die Idee mit einem Ringli (ich dachte zunächst an einen Schrumpfschlauch) habe ich verworfen. Als ich nämlich, um das vorab zu testen, zwei Wagen genommen und am hinteren geschoben habe (X-Achse), stellt ich eine Abweichung in der Y-Achse (also quer zur Fahrrichtung) fest. Zunächst und - eigentlich völlig logisch - beim Uebergang Gerade in einen Bogen - das eine Drehgestell (DG2) steht noch in der Geraden während das andere (DG1) bereits im Bogen abgelenkt ist. Dadurch trifft auch der Haken von DG1 nicht mehr parallel auf den Haken DG2, da der zweite Wagens ja noch in der Geraden steht. Der Schrumpfschlauch hätte sofort zur Entgleisung geführt. Sind beide Wagen vollständig im Bogen, so sind die Haken sich wieder nahe, werden aber durch den abgerundenten Mittelpuffer in Y-Richtung etwas auseinander gezogen (die gerunden MIttelpuffer berühren sich auf der Kurven-Innenseite). Beim Uebergang in die Gerade oder einen Gegenbogen schiebt ich der Haken auf der Y-Achse quasi an seinem Kollegen vorbei auf die andere Seite.

    Somit ist ein Seitenspiel in der Y-Achse nötig und in geringem Umfang auch in der X-Achse wegen dem erwähnten Versatz, aber nicht einen halben Zentimeter wie der bisherige Bügel suggeriert.

    Habe mal bei einem Wagen den Bügel ausgehängt (etwas aufgebogen, damit die Halterung über den angegossen Niet übergestreift werden kann). Die ersten 3 Entwürfe eines "gequetschen" Kupplungsbügels aus dem 3D-Drucker waren nett aber ein Desaster. Die Wandbreite des Blechbügels als Vorlage sind die Bügel zu "finöggelig", beim Einhängen zerbrechen sie gleich. Es ist auch nicht möglich, diese wie beim Blech einfach überzustülpen, da spätestens dann das Plastik bricht.

    Ich schlafe mal darüber und schaue morgen weiter. Falls es von der Geometrie klappen sollte, und sich der Bügel einhängen lässt, ist noch die Frage, ob das gedruckte Teil dann auch den Zug aushält (im wahrsten Sinne).

    Werde weiter von dem Projekt berichten, das müsste doch zu machen sein!

    Christian

  • Vor vielen Jahren modifizierte ich die alten Liliput Swiss Express Wagen mit Ribu Kupplungen. Dazu musste der Wagenboden ausgeschnitten werden. Der Zug faehrt gut in beiden Richtungen. Habe ihn jedoch schon lange nicht mehr auf R 1 Kurven gefahren. Licht ist mit Einpol Ministecker verbunden.

  • Ich habe auch den Liliput Austria Swissexprrss. Diese Wagen habe ich vor ca 35 Jahren umgebaut damit sie einwandfrei laufen:

    - Tunnelübergänge gekürzt un grau gemalt

    - Ribu KK Kulissen

    - RP 25 Räder damit diese bei Schrägstellung der Drehgestelle nicht am Apparatekasten schleifen

    - Ausbau der Neigeeinrichtung

    - Fleischmann KK


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  • Hm, da werde ich richtig neidisch! :thumbup: Leider fehlt mir sowohl Fähigkeit, Ausrüstung als auch das Selbstvertrauen, so Hand an die Wagen anzulegen.

    Dafür bin ich mit meinem Ansatz weitergekommen. Ich nenne sie mal Nahkupplung - ein Kupplungsbügel aus 3D-Druck. Zur besseren Sichtbarkeit habe ich sie in grau gedruckt, definitiv wird sie natürlich schwarz. Doch der Reihe nach:

     

    Original in gezogenem und im geschobenen Zustand (der Zug kann NICHT geschoben werden, die Wagen sind zu leicht und entgleisen).

    So, jetzt gezogen mit meiner Nahkupplung. Ich habe die ersten Entwürfe nochmals komplett überarbeitet (mittlerweile Version 0.7). Und ich bin begeistert, sie funktioniert! Der Bügel ist natürlich höher als der Blechbügel, so dass beim Zusammenschieben zuerst der Blechbügel kuppelt. Ich muss also drauf achten, den kurzen Bügel einzuhängen. Das ist für mich aber kein Problem, da ich nicht vorhabe, den Zug oft zu trennen. Ich könnte natürlich alle Bügel entfernen und einseitig nur meine montieren, so dass eine asymmetrische Kupplung entstünde. Mal schauen. Aber hält sie auch die Belastung eines ganzen Zuges aus?

    Und wie! Auf der 26 Promille-Rampe habe ich kurzerhand einen wirklich schweren Güterzug aus Oldtimer-Wagen angehängt. Die HAG Re 6/6 war schon gefordert. Meine Kupplung hielt, nicht aber eine Original-Liliput-Kupplung eines Bierwagens. :rolleyes:

    Noch gibts aber den optischen Spalt beim Wagenübergang, für den ich auch eine Lösung wollte. Daher habe ich Übergänge gedruckt, die sich einfach in den bestehenden Bogen einschieben lassen. Das sieht dann schon richtig ansprechend aus:

    Rechts ist jeder die Kupplung gut erkennbar, die zusätzlichen Übergänge funktionieren perfekt in den Kurven (nach dem 2. Versuch). Das sieht dann so aus und im Gegenbogen eher kriminell aber problemlos.

       


    Meine Testläufe:
    Auf Zug funktioniert die Kupplung super, bei geringer Belastung neigt der letzte Wagen (wenn die Nahkupplung) beim Uebergang von Rampe zum Auslauf in der Kurve zum Entgleisen. Sind weitere Wagen angehängt, gibts das Problem nicht. Da muss ich noch schauen, wie das zu lösen ist. Der Bügel ist halt sehr leicht. Zudem hat er noch zu viel Spiel bei den Original-Haltezapfen. Ein Schiebebetrieb ist nach wie vor nicht möglich, was mir egal ist, da ich keinen Steuerwagen habe (es ist noch der Zug mit alter Schrift und Schlusswagen). Zum Abschluss noch ein zwei Impressionen:

      

    Links ist die Nahkupplung übrigens gut zu sehen, da grau gefärbt.

    Mein Fazit:
    Mit geringen Mitteln habe ich eine Lösung gefunden, die für mich funktioniert! Sie hält die Belastung aus und läuft zuverlässig auch bei nicht perfekt verlegten Gleisen. Der Umbau ist mit geringstem Aufwand machbar und sogar reversibel (sofern man die Original-Bügel aufbewahrt).

    Christian

  • Gratuliere! Das ging ja (eigentlich) ziemlich schnell. Und wieder einmal erwies sich der 3D-Drucker und ein paar pfiffige Gedanken als Lösung.😃👍

    Gruss Roger

    97 von 121 grünen Ae 6/6

    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Kurzer Zwischenbericht: Habe den ganzen Zug (7 Wagen) damit ausgerüstet. Erste Feststellung: Es gibt unterschiedliche Noppen-Grössen bei den Kupplungen. Bei grossen Noppen geht die NAK kaum drauf, bei kleinen Noppen fliegt sie während der Fahrt weg. Entgleisungen ohne Ende, vor allem rund um den Speisewagen.
    Die nächste Version hatte dann grössere Löcher für Noppen und eine kleinere Aufnehmung, da gings etwas besser, aber noch nicht perfekt. Dafür wieder Entgleisungen in der R1-Kurve (spannenderweise nicht in der Gegenkurve). Ursache ist, dass der Original-Bügel zu breit ist und jetzt - bei engerer Fahrweise - an den Kasten des nächsten Wagens stösst. Im ersten Test war das nicht der Fall. Es ist gspässig, dass das bei immer den gleichen zwei Wagen auftritt, obwohl die Gehäuse korrekt auf dem Chassis sind. Ich bin jetzt gwunderig und nehme innerhalb vom Zug mal alle originalen Bügel weg (und lege sie sorgfältig in ein Säckli). VIelleicht wirds dann besser..
    Das wird wohl auch der Grund sein, warum der Zug nicht gestossen werden konnte ohne Entgleisung.

    Zum Fortschritt gehört wohl auch der Rückschlag. Ich merke, ich bin ganz nahe dran.

    PS: Der Drucker reklamiert schon, dass er immer so kleines Fuzzelzeug drucken muss... :fie: :D

  • Der Drucker reklamiert schon, dass er immer so kleines Fuzzelzeug drucken muss...

    Genau darum lasse ich meine Drucker nach vielen kleinen Teilen wieder einmal 22-h-Drucke ausführen…. Da vergeht ihnen das Reklamieren schnell.

    Ich drücke Dir die Daumen - dass die Wagen verschieden grosse Noppen aufweisen, ist kaum Dein Fehler….;)

    Gruss Roger

    97 von 121 grünen Ae 6/6

    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Heute nachmittag habe ich mal den ganzen Zug damit ausgerüstet. Es sind nur 6 Wagen (1 AD, 1 A, 1 WR, 3 B). Mittlerweile mit Version 0.9 getestet. Sie ist etwas komplexer, als es aussieht und funktioniert mit grossen und kleineren Noppen. Hinten im Bild noch der Sicherungsstift (allerdings die zu lange Version) mit ihr lässt sich die Kupplung sogar fixieren. Das habe ich bei einem Wagen gebraucht, der immer entgleist ist. Stift rein und läuft. Warum? Keine Ahnung! Rechts im Bild der Set für einen Wagen: 2 Übergänge und eine NAK.

    Und das Resultat ist der Hammer:

    Der Zug verbindet schön, entgleist jetzt nicht mehr (dazu später mehr) und kann sogar geschoben werden. Geschoben - was früher nie ging - selbst durch R1 Radien und die 26-Promille-Rampe hoch mehrere Runden ohne Entgleisen.

    Zum Thema Entgleisen: Die Fertigungstoleranz nicht nur der Noppen am Drehgestell, sondern auch der Drehgestelle per se und sogar des Unterbodens scheinen relativ hoch. Ein B-Wagen ist jedes mal an einem Übergang von R3 auf R1 entgleist, unabhängig von der Position im Zug. Habe dann gesehen, dass das Drehgestell behindert wird durch den nahegelegenen Aggregatskasten und nicht so ausschwenken kann wie bei allen anderen Wagen. Notabene werden sind die Drehgestelle auch mal mit Kreuz und mal mit Schlitzschrauben befestigt. Ein Lösen wie in einem Beitrag oben brachte keine Abhilfe, im Gegenteil sogar. Ich bin dann dem Aggregatskasten zuerst mit Feile und zuletzt mit dem Cutter zu Leibe gerückt und habe wohl etwa einen Millimeter Material abgetragen. Schwenkbereich jetzt ok, aber trotzdem Entgleisungen, wenn die 2. Klasse vorne im Zug ist. In Gegenrichtung nicht. So habe ich den Wagen im Zug quasi umgedreht, die NAK umgehängt und jetzt läuft er problemlos. Was meine ich damit?
    Im Swiss Express waren die Raucher bzw. Nichtraucher-Abteile immer zu einander hin ausgerichtete. Also R / NR - nächster Wagen NR / R - dann wieder R / NR. Deshalb lassen sich die Wagen sozusagen "umdrehen". Ja und jetzt läuft der Zug geschoben wie gezogen jeweils mit der Lok am einen oder anderen Ende ohne Probleme über die Anlage. Vorher absolut undenkbar.

    Die Kupplungsanordnung ist übrigens ganz einfach: Aus den vorangehenden Erfahrung müssen die Kupplungen Richtung Zugsmitte schauen.

    Meine "Zugsmitte" ist definitionsgemäss der Speisewagen. Bei 6 Wagen ist das damit eindeutig, auch bei der 2. Klasse: Der erste Wagen am Zugsende hat auf der einen Seite noch die alte Bügelkupplung (zur Lok hin) mit der Raucherseite - die Nichtraucherseite (NR) hat die NAK, Wagen 2 NR - R mit NAK, Wagen 3 R - NR mit NAK - WR (ganz ohne Bügel und NAK) - A (mit NAK zum WR), AD (mit NAK zum A hin / D-Seite hat wieder die Bügelkupplung). Ein graphisches Schema wäre wohl einfacher. :spiteful: Das lässt sich jetzt beliebig bis zum 11-teiligen Zug erweitern.

    Die NAK ist jetzt übrigens so eng gebaut, dass ein Einhängen nur möglich ist, wenn man das Wagenende mit der NAK quasi über den Haken des nächsten Wagens einhängt. Genauso einfach geht entkuppeln: Anheben der Wagenseite mit NAK. EInzig der Speisewagen lässt sich nicht anheben, da der ja auf beiden Seiten die nackten Haken und keine Bügel hat.

    Noch ein Gedanke zum Schiebebetrieb: Ich habe immer vermutet, dass dies aufgrund der Druckübertragung über das Drehgestell in Kombination mit dem geringen Gewicht der Wagen nicht funktioniert. Offenbar ist diese Annahme falsch, denn mit den NAK (ohne andere Aenderung) klappt es.

    Das Thema Kupplung bleibt irgendwie eine Wundertüte...

    Christian

    PS: Falls jemand meine Nahkupplungen für diese alten Swiss Express Wagen auch testen möchte, einfach PN senden.