Ueberlegung zur Ausgestaltung einer Anlage nach ETCS

  • Hallo zusammen

    Meine Anlage ist immer noch im Rohbau und hat - dank segmentweisem Aufbau - bereits den dritten Umzug hinter sich. Die angehende Landschaftsgestaltung ist ebenfalls modular angedacht und kann für einen allfälligen weiteren Umzug leicht entfernt werden. Die Anlage ist U-förmig (3x3.5 m) mit zwei Ebenen. Auf der unteren Durchgangsstrecke im rechten U-Teil (hinten dran ist der 7-gleisige Abstellbahnhof) habe ich bereits Lichtsignale und Bremsbausteine installiert. Die Anlage wird mit einer CS2 gesteuert aber ohne Computer (ich arbeite den ganzen Tag damit, da will ich in der Freizeit nicht auch noch zwingend in die Röhre schauen). Mit der CS2 habe ich es geschafft, die Signale über einen Fernschalter gesteuert auf grün zu setzen und 2-3 Sekunden später wird erst der dazugehörige Bremsbaustein auf Fahrt gesetzt. Ein toller Effekt! Der Zug fährt damit leicht zeitverzögert los. Beim Ausfahr-Signal der Schleife wird sogar gekoppelt an die Weichenschaltung ein Langsamfahr-Befehl signalisiert, wenn es in den Kopfbahnhof (auf der anderen Seite des Us) geht bzw. auf einen höheren Fahrbegriff, wenn es im anderen U-Flügel über die Rampe hoch geht auf die obere Ebene. Soweit so gut. Diese Trennung von Signal und Bremsbaustein habe ich als Testfall in Hinblick auf die eingleisige Rampe vorgenommen, da für einen optionalen Automatik-Betrieb eine Bremsstrecke auf der eingleisigen Rampe vorgesehen ist und natürlich das Signal bei Fahrt in Gegenrichtung nicht geschaltet werden soll.

    Nach einem Ortstermin in den Bahnhöfen Altdorf und Flüelen, die bereits auf ETCS umgestellt sind, kam mir der Gedanke, die Rampe und obere Ebene als ETCS darzustellen und auf Aussensignale zu verzichten. Dies wäre auch finanziell interessant, immerhin kostet ein gutes Lichtsignal ein hübsches Sümmchen und das läppert sich schon. Frei interpretiert fahren die Züge jetzt da oben schon so. Bisher habe ich aber noch keinen Hinweis darauf, dass jemand eine Anlage bewusst als ETCS realisiert hat. Einzig die blauen leuchtenden Zwergsignale ("Schlümpfe" genannt) wären aufzustellen sowie die Pfeil-Tafeln für ETCS Haltepunkte.

    Gibt es da bereits Erfahrungen?

    Christian

  • Auf Anlagen werden Signale ja vor allem als Blickfang montiert. Da ist das Weglassen eigentlich genau das, was man nicht möchte.😄

    Gruss Roger

    97 von 121 grünen Ae 6/6

    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Die Frage ist, was du mit deiner Modellbahn darstellen möchtest. Für den Modellbahnbetrieb sind die Signale ja lediglich Dekoration.

    Wenn du das Vorbild im Jahr 2025 immitieren willst, dann bist du mit ETCS dabei, vor allem, wenn du es nur teilweise implementierst.

    Für viele sind korrekt angezeigte Signale auf der Anlage jedoch ein Hingucker.

    Am Ende musst du für dich entscheiden, welche Kompromisse du eingehst. Finanzieller Aufwand, technischer Aufwand, Hingucker, Vorbild-Epoche, am Ende muss es für dich stimmen.

    Gruss
    Teddy

    RailControl

  • Hallo Christian

    Das wichtigste wurde ja bereits gesagt (machen was gefällt). Ich kann nur hinzufügen, dass du mit diesen Gedanken nicht alleine bist. Mein Vorbildbahnhof Sion wurde bereits sehr früh auf ETCS umgestellt und ich werde dies (sobald ich zum Landschaftsbau komme) auch entsprechend umsetzen. Mir gefallen die blauen Zwerge sowieso besser 8)

  • Meine Anlage möchte ich eben transportabel belassen, daher möglichst wenig "Gemüse" und Elektronik auf der oberen Etage.

    Unten ists OK, dort zeigen die Signale sogar unterschiedliche Signalbilder, je nach Fahrweg. Wenn schon, denn schon.

    Die blauen Zwerge (Schlümpfe) finde ich im Original auch cool. Bin daran, eine bezahlbare Modellumsetzung zu machen.

    Christian

  • Hallo Christian

    Zusätzlich zu den ETCS Rangiersignalen (so heissen die ETCS "Zwergsignale" korrekt) und den Halttafeln mit Pfeil bräuchte es noch eine CAB Anfang und Endtafel für den jeweiligen Beginn und das Ende der Führerstandssignalisierung.

    Desweiteren braucht es auch noch die ETCS Merktafel Halteort welche der Ankündigung eines kommerziellen Halteort (vereinfacht Bahnhof oder Haltestelle) dient.

    Ebenso müsste man natürlich noch Balisen im Gleis verbauen.

    Gruess,
    Patrick

  • Hallo Patrick
    Danke für den Hinweis!

    Eurobalisen bin ich schon am Testen - habe schon die passenden Formen für C- / K- und M-Gleis. Gleichzeitig braucht es dazu eine "Steuerungseinheit" bei einer Balise (das Verbindungskabel mit schwarzer Litze fehlt noch):

    Links unten der Prototyp in weiss - mit dem kleinen Fuss fällt er gerne um. Rechts in grau gedruckt in eine Halteplatte gesteckt (bereits für eine Befestigungsschraube vorgesehen), oben im Gleis die beiden Balisen. Im Original sieht das so aus und ja, das schwarze Kabel geht zur Balise rechts im Bild:

    Das ist auf einer "klassischen" Strecke aufgenommen (Bahnhof Brugg). Ich meinte, bei ETCS ist das ähnlich, oder?

    Beim Testen mit dem C-Gleis ist mir übrigens aufgefallen, dass jeweils der 2. Puko vom Gleisende her kleiner ist als die anderen. Ob das schon jemand gemerkt hat? Habe das per Zufall gemerkt, weil die Balise nicht gehalten hat... Vermutlich ist das konstruktionsbedingt wegen der Stromlaschen unter dem Gleis so.

    Für die Halte-Tafeln sehe ich eine Kombination aus 3D-Druck (für die Masten und Tafeln selber) und Farb-Laser(-Etiketten) für die Beschilderung. Du meinst ja diese Tafeln hier:

    Und dann fehlen noch die Achszähler ... es wird immer kleiner und pfrimeliger...

    ..

    Das wichtige beim Nachbau ist das Ausmessen. Den Achszählerkasten kann ich nur aus der Ferne abschätzen. Kennt hier jemand die Masse - die Bahn hat wohl wenig Freude, wenn ich mit dem Massband über die Gleise marschiere und beim Besuchstag bei SBB Historic am letzten Samstag stand vieles dort, aber wenig interessantes für mich (ausser dem Zwergsignal, aber wohl auch eine ältere Bauart mit weit aussen positionierten Lampen).

    Jedenfalls sind einfach viel zu viele Ideen bei zu wenig Zeit!

    Christian

  • Hallo Christian

    In Brugg ist ETCS L1LS verbaut. Da werden die Balisen dazu genutzt den Fahrbegriff, der am Signal angezeigt wird, dem Zug zu übermitteln. Dazu braucht es dann auch das Kabel zur einen der beiden Balisen der Balisengruppe.

    Bei ETCS 2 werden ausschliesslich Festdatenbalisen verbaut, die haben keine Kabel dran. Sämtliche Daten an den Zug werden da via GSM-R übermittelt.

    Gruss
    Teddy

  • Für die Halte-Tafeln sehe ich eine Kombination aus 3D-Druck (für die Masten und Tafeln selber) und Farb-Laser(-Etiketten) für die Beschilderung. Du meinst ja diese Tafeln hier

    Wenn wir schon dabei sind, hast du per Zufall herausgefunden wie gross die Haltetafn sind? Von 50x50 bis 90x90 scheint alles Möglich zu sein.

  • Hilfeee!!! Gibts da Regeln dazu?
    Ich wollte das nächste mal, wenn ich am Bahnhof in Altdorf bin, die Tafel ausmessen, da sie auf dem Perron steht. Das kann ich mir jetzt sparen! ^^Also danke für den Hinweis! Handkehrum gibt das auch Flexibilität bei der Umsetzung, es ist per se nichts falsch.

    Christian