Börse Birmensdorf, 6.12.25

  • Die Börse ist auch längst wieder Geschichte .... Der Besucherandrang hielt sich in Grenzen, man konnte schon bereits zu Beginn sehr gut zirkulieren, die Preise waren eher moderat, natürlich von wenigen Ausnahmen abgesehen. Selbstverständlich waren auch viele der ganzen üblichen "verdächtigen" Händler vertreten. Sympathisch finde ich auch, dass dies eine der wenigen Börsen ist - wenn nicht gar die Einzige - wo kein Eintritt erhoben wird.

    Birmensdorf dürfte wohl diese Börse sein mit dem grössten Spur 0 Anteil - Kunststück, der Verein REA (Reppischtaler Eisenbahnamateure) als Veranstallter ist auch einer DER Spur 0 Vereine.

    Gruss

    Roland

  • Es war seit langem mal wieder eine Börse, die auf einen freien Tag bei meinem Schichtplan fiel...Und ich hatte unanständig viel gekauft :P. Weil ich schon früh dort war gab es noch sehr günstige Sachen: Diverse Blechwagen für nur Fr. 2.- pro Stück, darunter ein grüner D-Zugwagen 50er Jahre und alle in makellosem Zustand 8). Einen schönen 4066 Blech EW ll mit neuerem SBB Logo gab es am REA-Klubstand auch noch für einen Fünflieber. 2 Tadellose Märklin 4029 Schlafwagen (CIWL) beide für Fr 15.-, 2 Märklin 3000er Dampfloks (Fr. 15.- und 2.-) beide laufen und schalten korrekt (muss nur die Gehäuse reinigen). Auch fand ich die von mir schon lange gesuchten Stummelachsen (für 30er - 50er Jahre Wagen) pro Stück sogar für einen etwas tieferen Preis, als eine normale Achse kostet im Normalfall. Ich hatte mir bei diesen Preisen erst schon ungläubig die Augen gerieben, um festzustellen, ob ich wirklich wach war... Ja war ich und schlug zu ^^. Für mich also Freude herrscht und ein voller Erfolgstag :thumbsup:.

  • Guten Abend Bruno,

    ja wenigstens Einer welcher zufrieden war :thumbsup:. Die Frage ist nur, wohin die Preis-Reise für die klassischen Märklin Bahnen geht? Unter Null kann es ja hoffentlich nicht werden, dass in 10 oder in 1000 Jahren womöglich der Besitzer bezahlt, dass es jemand nimmt. Dann bist Du an gute faire, pragmatische Händer gelangt. Die werden nicht mehr all zu viel dem ehemaligen Besitzer bezahlt haben, dafür geben sie es auch günstig weiter.

    Die Preise der älteren H0 Modellbahnen habe ich am Freitag Abend ausgiebig mit Erich Bindschädler diskutiert, er hat da eine klare Meinung dazu und findet, die supergünstigen Händler machen die Preise kaputt. Ich weiss nicht ob er bei uns im MoBa-Forum ist?, allenfalls vielleicht als stiller Leser? Glaub eher nicht? Jedenfalls hat er so eine Präsenz und Power und Überzeugungskraft, dass er auch heute noch an Gelegenheitsbahner welche Interesse haben, aber doch nicht so viel, dass sie sich ernsthaft damit befassen, gängige Standard Märklin H0 Ware zu Preisen verkauft, welche ich persönlich deutlich nicht (mehr) bezahlen würde. Vor 30 Jahren schon. Ich habe überhaupt nicht den Eindruck, dass er was falsch machen will, oder zu teuer sein will, er hilft auch immer wieder jungen Leuten in dem Bereich Fuss zu fassen. Aber er ist preislich in den 1990-er Jahren stehen geblieben und sagt, es sei nur eine Frage der Zeit, bis alten Märklin H0 Bahnen wieder sehr gesucht und teuer seien.

    Schön wenn dies passiert, ich möchte diesem 80 jährigen Händler ganz sicher nicht seine Erfahrung absprechen. Aber hier irrt er sich höchstwahrscheinlich. Er konnte mir nicht plausibel erklären, an Hand welcher Faktoren er zu diesem Schluss kommt, oder ob es einfach sein frommer Wunsch ist, dass die Preise wieder steigen?...

    Also Märklin Raritäten 100% original, welche kaum bespielt sind, in Top Erhaltungsqualität neuwertig mit Originalanleitung (kein Nachdruck) und keine Zinkschäden haben, im richtigen dem Alter entsprechenden Originalkarton: ich glaube nicht, dass das zu billig weg ginge, so eine Sammlung wird bestimmt auch heute noch seine Sammler sprich Käufer finden. Aber die Wahrscheinlichkeit sowas zu finden ist minimal. Angenommen man hat eine stark bespielte Lok aus der Märklin 800-erter Serie, dann wird die Erhaltung nicht besser, wenn ihr ein Replica-Ok gespendet wird.

    Doch die Anforderungen der potentiellen Käufer sind immer wie höher, die sitzen heute am viel längeren Hebel. Und das Detail-Wissen der Sammler geht immer wie mehr verloren. Dass es z.B. nur schon für diesen einen Märklin 348/1 SBB Leichtstahl Drehtüren-Wagen 10 x verschiedene Varianten gibt (!), das interessiert heute kaum noch jemanden.

    Das Problem ist auch, dass Koll zwar sehr exakt die verschiedenen Varianten aufführt, aber in den letzten Jahren viel zu oft zu wenig die Varianten preislich differenziert.

    Wobei ich ihm deswegen keinen Vorwurf mache, ich weiss gar nicht, ober er eine Chance hatte, die Differenzen preislich aufrecht zu erhalten? Koll macht(e) keine Preise, der Markt macht die Preise. Und wenn es dem heute noch kaufenden Sammler egal ist, welcher der 10 Varianten er vom 348/1 kauft, oder gar nicht weiss, dass es davon häufige und (sehr) seltene Varianten gibt, dann bleibt ja Koll kaum was anderes übrig, als sich diesem Trend anzupassen. Ansonsten würde der Koll Preiskatalog nicht die Realität abbilden.

    Und es ist mehr etwas, was die Händler und ihre Existenz beschäftigt. Als Sammler hat man unabhängig des finanziellen Wertes so oder so seine Freude dran, auch wenn dies nicht im jedem Fall Dritte nachvollziehen können.

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

  • Dann bist Du an gute faire, pragmatische Händer gelangt. Die werden nicht mehr all zu viel dem ehemaligen Besitzer bezahlt haben, dafür geben sie es auch günstig weiter.

    Salü Hermann

    ich habe nicht gefeilscht, die Händler setzten die Preise selber so. Soweit ich das erkennen konnte war dies zum einen Ladenhüter-Ware, ungeliebter Beifang beim Modellbahn-Ankauf (3000er), verstaubte (Hobby-)Lagerbestände oder herumliegende Einzelwagen (die nunmal keinen ganzen Zug ergeben). Und: Alles ohne Verpackung (was den Wert eh mildert). Solches findet sich immer mal wieder an jeder Börse unter den Tischen. Doch in diesem Umfang habe ich das noch nie erlebt. Oder hatte ich bislang immer zu lange geschlafen am Börsentag? ;):)

    Aber er ist preislich in den 1990-er Jahren stehen geblieben und sagt, es sei nur eine Frage der Zeit, bis alten Märklin H0 Bahnen wieder sehr gesucht und teuer seien.

    Schön wenn dies passiert, ich möchte diesem 80 jährigen Händler ganz sicher nicht seine Erfahrung absprechen. Aber hier irrt er sich höchstwahrscheinlich. Er konnte mir nicht plausibel erklären, an Hand welcher Faktoren er zu diesem Schluss kommt, oder ob es einfach sein frommer Wunsch ist, dass die Preise wieder steigen?...

    Die älteren Semester (Sammler) sterben langsam weg, womit mehr und mehr Ware auf den Markt kommt und die Jungen sind (mit wenigen Ausnahmen) kaum mehr an altem Tinplate interessiert. Also woher soll dann der Nachwuchs bei den Sammlern kommen? Nur wenn die Nachfrage grösser würde als das Angebot, dann steigen die Preise wieder...