Als ich Anfang der 90er Jahre in einem Restaurant zufälligerweise in einer aufliegenden Zeitschrift blätterte, fiel mir ein Artikel auf, der mich in grosse Aufregung versetzte: da kündigte in Deutschland eine Firma an, in naher Zukunft Autos herauszubringen, die im Stil und Masstab der alten Faller-AMS-Autos gehalten wären und auf diesen Fahrbahnen laufen würden. Die Modellauswahl beschränkte sich auf wenige Modelle, in verschiedenen Farbgebungen und passten epochemässig genau zu alten Fallerbahn: Borgward, Mercedes…. Alles Klassiker aus den ausgehenden 50er und 60er Jahren.
Ich notierte mir die entsprechenden Daten und bestellte per Brief (!) - Internet gabs noch nicht - von jedem Modell ein Exemplar in einer bevorzugten Farbe.
Dann passierte längere Zeit nichts mehr. Bis ich die bestellten Fahrzeuge der jungen Firma ‚Bauer‘ irgendwann erhielt. Ich war begeistert! Endlich konnte die Palette der altehrwürdigen Faller-Autos durch zeitgenössisch passende Fahrzeuge erweitert werden. Sie waren anfänglich aus lackierten Resinkarosserien gefertigt und mit dem bewährten T-Jet-Chassis/Antrieb bestückt. Dieses war die amerikanische Version der Faller-Motoren. Eine alte Konstruktion, die damals anscheinend noch in unbegrenzter Anzahl zur Verfügung stand. Jedenfalls bewarb ‚Bauer‘ diese Verfügbarkeit so.
Durch die ersten Modelle befeuert besorgte ich sofort Nachschub. Doch aufgepasst: die handwerklich gefertigten Karosserien waren schnell ausverkauft, so, dass mir das eine oder andere Modell anfänglich versagt blieb.
Im Verlauf der nächsten Jahre konnte ich über einen Sammlerkollegen zuverlässig sämtliche Neuheiten zukaufen. Durch die Jahre kam so eine stattliche Sammlung zusammen. Mit zunehmender Professionalität des Herstellers wurden dann irgendwann die Gehäuse in gefärbtem Resin gefertigt, so, dass die Lackierung entfiel. Auch sonst wurden die Modelle immer ausgefeilter und detaillierter. Aetzteile und Decals vervollkommneten die kleinen Flitzer. Neue Serien, die Automodelle der 70er darstellten, kamen dazu und damit die ersten Rennsportwagen. Diese interessierten mich weniger. Viel besser gefielen mir DKW, Peugeot 404, Liefer-und Lastwagen aus den 60ern.
Dann schien die Produktion plötzlich zu stocken - oder mein Interesse zu schwinden. Ich verlor die Firma ‚Bauer‘ und ihre Erzeugnisse etwas aus den Augen.
Mit der wiederaufflammenden Leidenschaft für die Fallerbahn, rückten auch die Erzeugnisse der Firma ‚Bauer‘ wieder in den Fokus. Inzwischen schienen die guten alten T-Jet-Chassis dennoch ausgegangen zu sein. Jedenfalls besteht das aktuelle Fahrgestell aus einem 3D-Druck mit einem winzigen gekapselten Motors chinesischer Herkunft. Zwar bietet diese ultraflache und simple Bauart den Vorteil, eine Inneneinrichtung und auch Fahrerfiguren darstellen zu können, aber der Motor kann nicht mehr zerlegt (und gewartet oder repariert) werden. Auch von den Fahreigenschaften bin ich - gegenüber den T-Jet-Aggregaten - nicht restlos überzeugt.
Dies als Vorgeschichte und Einleitung zum eigentlichen Beitragsfaden, den ich später ergänzen werde (Bilder der besprochenen Anfängen der Bauer-Story werde ich ebenfalls noch beisteuern - aber nun muss für heute Schluss sein.