Beiträge von 11465 - Oerlikon

    Endlich mache ich wieder einmal etwas zum ersten Mal bei diesem Modell: Die hintere Eingangstür:




    Ich frage mich alledings: warum nur hasst mich Mr Murphy so? Ich habe beide Türen sorgfältig weiss lackiert. Zum fixieren auf den Untergrund verwendete ich ein Stück Klebeband. Leider nutzte dies auch ein kleines Fusselchen aus, welches nachher bei der Hintertür über die Strebe zu liegen kam. Natürlich nicht an einer Stelle die nachher grün lackiert werden muss. Beim Versuch das Fusselchen mit der Pinzette zu entfernen wollte ich die perfekt lackierte Seitentür in Sicherheit bringen. Natürlich liess sie sich das nicht gefallen und zuckte weg. Sie kam - man ahnts - auf der lackierten Seite zu liegen. Also war das filigrane Teil ebenfalls missglückt. Beim Versuch, den Farbauftrag zu entfernen löste sich die Seitentür dann noch fast ganz auf. Bevor das Unglück dann komplett war, hörte ich auf.

    Ich lese nun ein Buch.

    Und esse einen Apfel.

    Mache eben irgendwas, das ich kann.:facepalm:

    Am nächsten Freitag, anlässlich des Fabrikverkaufs, kann man den Chef von HAG diesbezüglich in die Zange nehmen (falls ein DC-ler anreist). Als Dreileiterkunde war ich der Meinung, dass HAG dieses bekannte Kontaktproblem schon zu Mörschwiler Zeiten erkannt und behoben hat. Offenbar ist es aber immer noch aktuell.8|

    Nachdem ich momentan gesundheitlich lahmgelegt wurde (aber immerhin das Krankenhaus verlassen konnte), hatte ich etwas Zeit, um am Migros-Wagen weiterzuarbeiten. Heute war das Fahrgestell an der Reihe. Dieses wurde ja bereits früher durch drei Längsschnitte dreigeteilt und durch Befeilen mehrerer Längsseiten in der Breite grob angepasst. Jetzt erfolgte die Anpassung an den Wagenkasten. Und am Schluss wurde das rote Chassis schwarz lackiert.

    Auch die vordere Stossstange musste geteilt, Material in der Mitte herausgefeilt und wieder zusammengesetzt werden. Als Steigerung zum Prototypen wurden die in der Stossstange integrierten Zusatzlampen angedeutet. Da diese Lampen oval ausgeführt sind, bestand die Notwendigkeit ein winziges Langloch zu bohren. Dazu musste ich mit einem 0,00000000001mm-Bohrer (nun ja: jedenfalls einem der kleinsten den ich habe) zwei Löcher nebeneinander bohren und diese miteinander verbinden, indem ich den Bohrer anschliessend schräg ansetzte und so auch die Atome zwischn den beiden Löcher entfernen konnte. Und das möglichst symmetrisch auf beiden Seiten der Stossstange. Ich denke, es gelang mir recht gut, diese zwei klitzekleinen Lampen anzudeuten. Die so entstandenen Ovale werden beim Finish mit einem Hauch Silberfarbe gefüllt.

    Da das Fahrgestell am Trocknen ist, wurden davon keine Bilder gemacht.


    Schlussendlich wagte ich mich noch an die Kühlergrill-Aussparung an der Front. Mit vorsichtigem Bohren und stundenlangem Feilen erhielt ich eine passable Aussparung, die formal recht stimmig wirkt.

    Natürlich muss ich jetzt nochmals einen passenden Kühlergrill bauen. Es dürfte mittlerweile der vierte oder fünfte sein (Das kommt davon, wenn man mit seinen Werken nicht zufrieden ist, und spürt, dass man es noch besser könnte). :whistling:


    Eine Stellprobe unter lose zusammengefügten Einzelteilen ergab ein recht stimmiges Modell. Hoffentlich verschandle ich es nicht wieder anlässlich eines späteren Schritts.




    Die grösseren (und eingespachtelten) Lampentöpfe, das nach unten verlängerte Frontblech, zusammen mit der Anpassung der Fahrzeugbreite ergeben eine recht stimmige Wiedergabe des Verkaufwagens.


    Drückt mir den Daumen, dass die Lackierung und der Kühlergrill (samt sauberer Einpassung ins Frontblech) dann zu späterer Zeit auch gelingt.


    Ach ja: die Felgen wurden ebenfalls heute - wie damals auch beim Prototypen schon - formal dem Vorbild angepasst (Hinterachse) und von rot auf silber und grün umgepinselt.


    Nin reichts für heute.

    Lieber Roland, ein interessanter Thread. Ob eine Diskussion im Sinne einer empörten Gegenreaktion entsteht, wage ich zu bezweifeln: Die von Dir genannten Aspekte sind Fakten und sprechen für sich. Wie Du schreibst, ist es.


    Das Sterben der Ladengeschäfte betrifft ja nicht nur unser Hobby, sondern ist grundsätzlich zu beobachten. Früher MUSSTE man sich in ein Geschäft begeben, um etwas zu kaufen, egal was. Als Faustregel: Die grösste Auswahl hatte das grösste Geschäft, bzw. grösste Ballungszentrum. Sprich: Je ausgefallener der Artikel war, je mehr war der Besuch in einem spezialisierten Geschäft an einem spezifischen Ort oder einer Ansammlung an Läden (City einer grossen Stadt oder Einkaufszentrum) erforderlich.

    All dies vereinigt heute das Internet. Und genau dort finde ich auch eine linke Kolbenrückzugsfeder für einen Majestic Bombastor, Baujahr '34... und nicht mehr im 'Jelmoli' oder Glattzentrum. Dort war ich schon seit Jahren nicht mehr. Wozu auch.


    Bezüglich unserem Hobby bedeutet das: Profanes Zubehör, Rollmaterial etc: für das brauche ich den Händler nicht unbedingt. Klar ist es schön, physisch in einem Sortiment zu wühlen und spontan etwas zu kaufen. Wenn man aber die Seite des Verkäufers beleuchtet, scheint es vermessen zu fordern, dass er wegen dieses Erlebnisses - zumal in einer rückläufigen Sparte - ein grosses Lager unterhält. Also erscheint mir die sich abzeichnende modelleisenbahnladenlose Stadt Zürich irgendiwe logisch.


    Was nicht durch das Internet ersetzt werden kann, sind Dienstleistungen. Hier braucht es nach wie vor kundige Leute, die Hand anlegen. Aber dass daran ein Ladengeschäft gekoppelt sein muss, ist nicht in Stein gemeisselt.

    Fussgängerstreifen sind auch in Wirklichkeit nicht immer gerade. Teilweise wird dort sogar richtiggehend gepfuscht, was man bei Deinem Exemplar wirklich nicht sagen kann. Aber ich kenn das schon: an sich selber stellt man immer die grössten Ansprüche und wenn‘s auch sonst niemanden stört: für Dich ist der Streifen immer schief.... :evil:


    Gefällt mir sehr gut, Dein Industrie-Milieu.^^

    Danke für den Farben-Tipp, Markus. Und da Du im Nachbardorf wohnst und nicht in irgend einem EU-Land, gehe ich davon aus, dass der erwähnte Web-Shop auch zu uns liefert... das ist bei Farben längst nicht normal.


    Schaue mir das nach Weinachten mal an.;)

    Doch doch... hier gehts schon weiter, aber ich musste zwischendurch etwas anderes bauen...


    Am Dach sieht man am besten, was der Besuch im Migros-Archiv für Folgen hatte. Nicht nur schmaler wurde es (nicht aufgrund des Archivbesuchs allerdings), sondern auch bunter und detailierter. Kurz: aufwendiger. Dabei ist das orange Migros-M noch nicht mal zugerüstet.




    Heute war in stundenlanger Arbeit wieder mal die Seitentür in Erstellung. Auch andere Details möchte ich - falls für mich machbar - filigraner als beim Prototypen umsetzen. Z. B. die horizontale Fensterstrebe.




    Knackpunkt für mich ist und bleibt die Lackierung. Muss mir wirklich langsam ein professionelles Airbrush-Equipment zulegen. Mein Anfängergerät wird langsam unbrauchbar und bringt nur noch Verdruss.

    Danke Hermann, für diesen schönen Bericht. 'Meine' Geschichte zu dieser Lok war folgende:

    Als spät Geborener - Meine MoBa-Karriere begann 1973 - lag der Fokus ganz am Anfang nicht auf der Re 4/4'. Das hatte einen einfachen Grund: Im Märklin-Katalog war diese Lok nicht mehr aufgeführt. Daher begehrte ich Ae 6/6, Krokodil und TEE-Zug/RAm. Diese drei Schweizer Fahrzeuge lachten mir in den Märklin-Postillen entgegen - und natürlich die teuren Modelle von HAG im Allgemeinen. Die Re 4/4' wurde von dieser Firma aber noch nicht produziert.

    Gut: von der Existenz dieser Lok erfuhr ich per Zufall, weil der Vater eines meiner Schulfreunde ein solches hatte. Das war's vorerst.

    Eines Tages kam mein Vater zu mir und eröffnete mir, dass Märklin eine 'einmalige Wiederauflage dieser Lok gebracht habe'. Wie auch heute noch funktionierend, wollten wir unbedingt von dieser einmaligen Chance profitieren und so kaufte mein Vater im FCW diese unerwartet erschienene Lok sofort. Es handelte sich dabei natürlich um eine 'modernisierte' Version. Die Richtungsumschalthebel waren im Gegensatz zum Modell meines Schulkollegen nicht mehr vorhanden. Dafür war meine Maschine brandneu und unzerkratzt... und Dank der 'einmaligen Nachproduktion' musste ich auch nicht auf Weihnachten oder Geburtstag warten, da mein Vater Torschlusspanik verspürte.


    (So ging's mir übrigens auch beim Roten Pfeil von HAG, der plötzlich nochmals in einer 'kleinen Auflage' (ich erinnere mich an die Zahl 1000(!)) nachproduziert wurde. Dort konnte sich mein Vater ebenfalls ein solches Modell erkämpfen(!) - Alle ihm bekannten Zürcher MoBa-Geschäfte waren bereits ausverkauft... da versuchte er es beim Warenhaus 'Jelmoli' (damals noch mit stattlicher MoBa-Auswahl) - und war erfolgreich: Der Verkäufer bestätigte, dass sie ein Kontingent von zwei Rote Pfeilen erhalten hätten. Einer davon steht immer noch in meiner Vitrine.... :)

    Ich bin grundsätzlich Lok-Sets gegenüber skeptisch eingestellt, denn fast immer wird man dazu gezwungen Waren mitzukaufen, die man nicht möchte. Was auf den ersten Blick als genialer Marketing-Trick erscheint, wie man auf diese Weise zusätzliche Artikel verkaufen kann, könnte sich schnell als Bumerang erweisen. Denn ob man wirklich bereit ist, für so viel Geld Unerwünschtes mitzukaufen oder eben dann doch lieber gleich verzichtet, halte ich für eine gefährliche Spekulation.


    Einen Teil des Sets gesondert weiterzuverkaufen (natürlich mit Verlust) ist von Seiten der Sammler aufgrund Zugeständnissen an die dann zwangsläufig unkomplette OVP ebenfalls zweischneidig.


    Ich denke noch nach Jahren mit Grausen daran zurück, dass ich einmal sogar eine 460er und eine viel zu moderne und unpassende Re4/4 kaufen musste, nur um an eine seltene Ae 6/6 zu gelangen - dank eines unmöglichen 3er-Hag-Sets... das funktioniert nur im Einzelfall...:wacko:

    Schade, Roland, schade: eben wollte ich mich vehement auf Deine Seite schlagen: Das Design der Re 456 und auch der Re 4/4‘‘‘‘ ist mit ‘Container‘ noch wohlwollend beschrieben. In den 80er-Jahren war ich hell entsetzt über diese Formgebung (ich bin es heute noch). Auch die Autos der selben Zeit waren formal nur lieblos zusammengeschweisste Bleche mit viel Plastik. Durch diesen Umstand kam ich ja überhaupt auf die Idee, mir einen Oldtimer zuzulegen. Geld für eine der damals aktuellen Kisten hätte mich gereut. Zum Glück wurde dann der Container nicht serienmässig hergestellt. Mit der 460er bewies man dann wieder etwas mehr Geschmack - auch wenn man nie mehr an Ikonen wie die Ae 6/6 anknüpfen konnte :grin:.