Lima Neuheit SBB C 4/5 originale Fälschung!

  • ... jedes Modell war mal eine Neuheit. Das Lima-Modell hier ist von 1961. Es gab dieses Modell, in leicht unterschiedlichen Varianten, rund ca. 10-12 Jahre lang. Eine C 4/5 nenne ich es nur wegen der Achsfolge... Ansonsten ist es ein Fantasiemodell, ohne Vorbild. Am ehesten noch eine Deutsche BR-44...


    Wer mehr über alte Lima wissen möchte, ist im Forum "alte Modellbahnen" gut beraten. Dort gibt es den Martin67, DER Lima Spezialist. Endlich habe ich auch mal diese alte Lima Lok gefunden :) . Der finanzielle Wert ist unbestimmt, wohl nicht all zu viel. Trotzdem, dieses Modell E-680 ist total vom Markt verschwunden, ober aber taugt nicht einmal mehr als Teilespender. Gut erhaltene Exemplare sind selten geworden. In alle den Jahren habe ich nie ein gutes Modell an einer Börse entdeckt. So freue ich mich sehr daran, egal ob der finanzielle Wert 1.- oder 1000.- beträgt. Die Geschichte drum herum ist das interessante...


    Mich fasziniert dieses Modell u.a. weil sich Lima die Bemühungen/Aufwand mit dem Vorbild ersparte! Die dachten wohl, wieso sollten sie die Arbeit tun, wenn Märklin bereits 10 Jahre vorher ab 1950 eine Dampflok BR-44 (G 800 / GN 800 / 3047) erfolgreich auf den Markt brachte!


    Die Nähe zum Märklin Modell ist offensichtlich, jedenfalls mehr, als zum Vorbild BR-44. "Leider" war es nur äusserlich eine "Märklin-Fälschung": die inneren Werte konnten mit Märklin nicht mithalten, das war wohl auch nicht das anvisierte Ziel. Das Lima-Modell ist stark verkürzt, bis auf ganz wenige Motor- und andere Teile besteht die Lima E-680 primär aus Kunststoff. Immerhin, die Laufeigenschaften sind ganz passabel. Jedoch von 4 Triebachsen sind gerade mal eine einzige angetrieben! die Lok mag kaum mehr als sich selbst ziehen. Freude hat es bestimmt trotzdem gebracht, was die Technik nicht liefern konnte, musste halt die Fantasie ausgleichen. Der Tender wurde fast ganz von Märklin abgeschaut, selbst das Märklin Logo wurde gleich mit übernommen!!! Ebenso die rückwärtige Märklin Tender-Nummerierung "809".


    Die Lima Sparübung hat sich auch auf den Verkaufspreis ausgewirkt: Leider kenne ich den Lira Wechselkurs von 1961 nicht. Bestimmt war die Lira 1961 noch viel werthaltiger, als ca. 20 Jahre später: 1982 entsprachen 10`000 italienische Lira ungefähr CHF 12.50.- Als grober Überschlag Lira-Noten = Schweizer Banknoten ohne die Tausend.


    Sollte diese Schätzung zutreffen, waren damals Lima Loks "verboten" günstig. Als Vergleich 1961:
    Die Kleinbahn-Loks kosteten ca. CHF 25.- bis 78.- (die meisten Modelle 32.- bis 45.-)
    Märklin: ca. 21.- bis 220.- (viele Modelle um 39.- bis 70.- herum)


    Lima 1961: 3-achsige Lok: Lira 1000.- Wechselkurs zum CH Franken = 1.25 kann nicht stimmen... der muss 1961 deutlich höher gewesen sein?!
    Lima grosses Set 9001 mit Dampflok E-680, 2 x FS D-Zugwagen, Gleisoval und 220 Volt Trafo: Lira 5500.- = Franken? CHF 6.90 dürfte zu tief sein?...
    Lima Dampflok Kat. Nr. 9021 E-680, das war damals das teuerste Modell vom Lima Sortiment: Lira 2000.- = Franken? CHF 2.50 wohl kaum?


    Anbei die Fotos der "grossen" Lima Dampflok E-680 Kat.Nr. 9021 von 1961.

  • Danke Erwin für Deinen Hinweis! :)


    Dem zufolge war Lima zu Zeiten des festen Wechselkurses gar nicht sooo billig! Diese Lima Lok E-680 kostete 1961 = 2000 Lira was umgerechnet 36 DM war. Zu diesem Preis gab es auch längstens von Märklin durchaus attraktive Modelle! Zwar nicht das Flaggschiff, aber alle Modelle durchwegs auf viel höherem Qualitäts-Niveau. Das berühmte Märklin 3000-erli mit Gussfahrwerk kostete um 19.- bis 24.- herum. Spätestens von 1972 an, nach dem die Währungen frei nach Angebot und Nachfrage gehandelt wurden, verlor die Lira kontinuierlich an Wirtschaftskraft, die Währung Lira implodierte gegenüber der D-Mark (und dem CHF)...


    So billig wie der Preis dieser Lok heute 50-60 Jahre später erscheint, ist demzufolge ein Trugschluss. Für ein Arbeiterkind aus Neapel dürfte selbst diese recht einfache Lima Lok unerschwinglich gewesen sein!

  • Was ich an diesem "Modell" interessant finde, sind die schönen Radsätze, abgesehen vom Hintersten vielleicht. Der Level wird noch heute in Grossserie nicht durchwegs erreicht. Lief die wirklich auf den damaligen Gleissystemen?


    Das Logo mit zu kopieren, ist ja besonders dreist. Abgesehen vom Mehraufwand beim Werkzeugbau würde das heute wohl auch noch eine Klage einbringen.

  • Guten Abend Hänsu,
    Du hast dann eine gute Beobachtungsgabe :thumbsup: : Räder bez. Radreifen: Tatsächlich sind die für eine über 56 jährige billigst ausgeführte H0-Lok sehr schön und fast schon nahe an RP-25 Profil. Ja, die Lok läuft sehr gut und fein, so lange sie nichts nennenswertes ziehen muss. Der Trick ist wohl folgender: Was das Gewicht angeht, die Lok läuft wie ein alter Hinterrad-Traktor: Viel Gewicht befindet sich primär auf der einzigen Triebachse unter bez. nahe dem Führerhaus. Die Vorlaufachse - mit viel höherem Spurkranz! befindet sich wie bei einer SBB Ae 4/6 in einem ein Drehgestell zusammen mit der 1. "Triebachse". Lauftechnisch ist es eine 2-achsige Lok. Die 3 pseudo Triebräder dazwischen berühren zwar die Schienen zum Selbstzweck - und entgleisen nicht :thumbsup: und selbst wenn, sie werden gezwungen, sich wieder einzugleisen.


    Kopyright: wo kein Kläger ist, hats auch kein Richter. Ich wundere mich auch wie Du. Vermutlich waren Lima und Märklin Kunden 1961 noch derart verschieden, dass Märklin gar nicht auf die Idee kam, in dieser Sache vorstellig zu werden, Lima war unter der Würde der stolzen Schwaben. Vermutlich wusste auch niemand aus der Lima-Kundschaft, was es mit diesem Symbol auf sich hat und meinten womöglich, es gehöre zum Vorbild. Im Jahre 2017 sind die meisten Sammler nicht auf eine bestimmte Marke fixiert, sondern kaufen von allen Herstellern - wenn das Produkt ihren Bedürfnissen entspricht. Vor 50 Jahren war man noch viel Marken treuer. Der Lima-Bub war zu unterst in der Modellbahn-Hierarchie, aber viel höher als der, welcher gar keine Modellbahn hatte. Es war nicht das einzige mal, dass Lima lieber ein anderer Hersteller kopierte: Bekanntes Lima Modell SBB Ae 3/6 I: Ohne Zweifel diente die Metropolitan-Version als Vorlage, anstatt das Vorbild...



  • In dieses Kapitel passt folgende News-Meldung zu den 4 Stk ex. SBB Re 4/4 IV.

    Weiss nicht so recht, ob dies in Rubrik 1:1 oder in H0 (das wäre in dem Fall Lima) einzustellen wäre. Um was geht es: Es geht um die 4 Stk SBB Lokomotiven SBB Re 4/4 IV 10101 bis 10104 mit Bj. 1982. Nicht zu verwechseln mit den etwas neueren Privatbahn Lokomotiven Re 456, welche zwar neuer und deutlich zahlreicher, aber nicht ganz so stark und langsamer sind. Die Privatbahn Re 456 sehen im 1. Moment fast gleich aus, haben jedoch u.a. ungeteilte Frontfenster und nur 1 Stromabnehmer und eine kleinere Leistung.


    Die SBB will die 4 "Exoten" nach 37 Jahren nun doch wieder zurück! Vielleicht weil die Twindexx Triebzüge derzeit noch nicht so ganz wie gewünscht laufen. Manchmal sieht man 2 Stk ex SBB Re 4/4 IV an einem verkürzten SOB Voralpen-Express. Ist 2 x 6740 PS = 13480 PS und Potential 160 km/h für so einen leichten Zug nicht etwas übertrieben?


    Was auch immer, die SBB hat die Re 4/4 IV wieder zurück gekauft! Lima beweist es! (Foto folgt)...

       


    Es braucht schon was, um aus einer älteren Monomotor Güterzug SNCF E-Lok eine SBB Neuheit Re 4/4 IV 10102 werden zu lassen.

    Lima kann eben alles:D:thumbsup:


    Lima CH Sonderserie Anfänger Set 10102 Bj. um 1984 herum?


    An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Eric und Chantal bedanken, welche den Deal eingefädelt haben:thumbsup:. Man lernt nie aus. Ich wusste das Lima die SBB EW IV kurz mal im Angebot hatte, aber dass da auch noch die SBB 10102 im Angebot war, von dem wusste ich rein gar nichts, bis mir mal Eric freundlicherweise ein Foto zukommen lies. Ich hoffe, die beiden leben noch:rolleyes:? Kürzlich haben sie bei mir 3 Säcke Bärlauch geerntet.

    Gruss

    Hermann