alte SBB Arbeitspferde Re 6/6 in Brunnen

  • heute Nachmittag gab es eine Wanderung auf die Rigi Stockflue. Es sind ja nur 700 Höhenmeter (von 437 zu 1137 Meter über Meer. Wenn ich schreiben würde, es ging wie eine Re 6/6 auf Stellung ++ hinauf, wäre es gelogen. Was mich angeht, der Vergleich mit einer Ec 2/5 wäre passend, laut schnaufend und langsam. Die Schweiss treibende Mühe lohnt sich trotzdem, oben hat man einen wunderbaren Rundblick. Die meisten Leute bewunderten die Seesicht. Mir sind sofort eine 3-Fach Traktion Re 6/6 aufgefallen. Für welchen Zug werden 31`800 PS gebraucht? Gegen eine Saturn V Rakte mit 160 Millionen PS sind 3 Re 6/6 ja nur eine Rundungsdifferenz, dafür halten ihre PS bald mal 50 Jahre, die PS der Saturn V Rakete reichen gerade mal +/- 3 Minuten (1. Stufe).


    Zu meinem erstaunen waren waren die 3 x Re 6/6 11621, 11649, 11650 immer noch beim Bahnhof Brunnen, mittlerweile fast ganz dunkel.


      


        


    Die über 30`000 PS waren nur einen Lok-Zug, ohne angehängte Wagen. Was auch immer, Hauptsache das Reiseziel lautet nicht Biasca oder Kaiseraugst (Thommen, Altmetall). Ich glaube eher noch nicht, manche der Räder haben ganz neue Finken (Radbandagen) erhalten. Aber auch da; gehen der SBB die Ersatzteile aus? Am selben Drehgestell wurden die einen Achsen noch belassen, andere neu getauscht. Hat man früher, wenn schon - nicht gleich alle Räder, wenigstens vom selben Drehgestell - erneuert?


    Alle diese Detailfotos stark aufgehellt! Es ist annähernd dunkel.


    Jedenfalls daran herum doktern würde kaum Sinn ergeben, wenn eine kurzfristige Ausrangierung bevorstehen sollte? Aber um die Tessiner Lok muss man sich schon etwas Sorgen machen, da wird offenbar nur noch das allernötigste ausgeführt. Äusserlich befindet sich die Lok in einem reichlich abgebrauchten Zustand.


    Euch sollte man das nicht zeigen, ;)sonst nehmt ihr schwarze Farbe und zerrt an den Beschriftungen herum. Am schönsten sehen Modellbahn Loks 1:87 wie richtige Re 6/6 1:1 aus, wenn sie wie neu hochglänzen.



    An Modellbahn Loks kann ich mir Digital nicht so richtig vorstellen. An einer Kamera schon:thumbsup:. Der längste Tag vom 2019 ist deutlich vorbei, heute am 19. Juli 2019 um 21.30 Uhr ist es annähernd dunkel. Wahnsinn was die Digitalkamera D 810 noch hervorbringt. Kamera von Hand gehalten, Blende ca. 3,5 bis 4,5 Verschlusszeit 1/20 Sekunden. Mit Film hatte man keine Chance mehr, auch wenn noch so ein Lichtempfindlicher Film verwendet wurde. Schon gar nicht von Hand gehalten. Mit Digital sind noch ganz brauchbare Resultate entstanden, unter diesen Bedingungen.


    Hoffentlich erleben die Re 6/6 noch ihren 50. Geburtstag? Man kann es nicht glauben, nach den Re 4/4 II sind es mittlerweile die ältesten SBB Streckenloks. Dabei habe ich die schönen (alten) HAG Kataloge vor mir liegen, wo schwarz auf weiss steht: neuste SBB Hochleistungslokomotive ...


    Gruss

    Hermann

  • Aber auch da; gehen der SBB die Ersatzteile aus? Am selben Drehgestell wurden die einen Achsen noch belassen, andere neu getauscht.


    Solange eine Achse noch sinnvoll weiter verwendet werden kann, macht man das auch. Ein Achswechsel aller 4 Achsen bei einer Re 450 ist ein Arbeitsaufwand von etwas mehr als 4 Arbeitstagen für eine Person und noch einige Stunden Hilfe weiterer Mitarbeiter. Damit eine gebrauchte Achse im Drehgestell verbleiben kann, sind einige Bedingungen zu erfüllen, u.a. muss sich der Raddurchmesser innerhalb einer bestimmten Toleranz zur anderen Achse und den anderen Drehgestellen befinden. Ein einfacher Grund für den Wechsel nur einer Achse ist ein beschädigtes Zahnrad.


    Hat man früher, wenn schon - nicht gleich alle Räder, wenigstens vom selben Drehgestell - erneuert?


    Mag sein, ist einfach eine teure Lösung und bedingt ein grosse Ersatzteillager. Dank SAP wird auch dieses maximal optimiert, manchmal bis zum Ersatzteilmangel.

  • Für welchen Zug werden 31`800 PS gebraucht?

    Hallo Hermann


    Eine Leistung von 31800 PS bei 3 Re 6/6 in Vielfachsteuerung ist so oder so nur ein "theoretischer" Wert. In der Praxis dürfte der Lokführer bei einer solchen Bespannung eines Zuges nur vorsichtig aufschalten (weder + noch ++ sonst :thumbdown:) und die möglichen Fahrmotorenströme hätte er auf 2000 A zu begrenzen. Grund: Zugkraftbegrenzung wegen max. Kraft am Zughaken.
    Würde diese Begrenzung nicht eingehalten, wäre das Risiko eines Bruchs einer Schraubenkupplung entsprechend sehr hoch ("das schwächste Glied in der Kette ..."). Normalerweise beträgt der aut. Zuschaltwert der Stufenschaltersteuerung auf Stellung ++ 3100 A bei einem max. Motorenstrom 3440 A.


    Die ideale Bespannung am Gotthart im Hinblick auf Leistung und maximale Zughakenlast ist die bekannte Kombination "Re 10/10".


    Ich gehe mit dir einig, dass diese Loks hoffentlich noch lange nicht dem Schweissbrenner zugeführt werden. Die von dir fotografierten Loks sind sehr wahrscheinlich auf dem Rückweg von der HW (pardon: natürlich vom 'Industriewerk') Bellinzona in ihre Heimat.

    Gruss, René
    ++

    Einmal editiert, zuletzt von Lukas ()

  • ...dass diese Loks hoffentlich noch lange nicht dem Schweissbrenner zugeführt werden

    das hoffe ich auch. Obwohl mir die Re 460 auch gefallen, eine Re 4/4 oder Re 6/6 sind halt immer noch schöner 👍

    Grüsse

    Rolf

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    K-Gleis, CS3 + 3xBooster, Intel Xeon, Win 10-64, TC 9.0 Gold A2, Littfinski HSI und s88 RM, ESU Decoder/Servodecoder

    Fahrzeuge von Märklin, Roco, HAG, Liliput uvm.


    Meine Anlage: Homepage

    Modellbahn Verwaltung: MobaVer

    Mein YouTube Kanal: rfnetch

  • danke Erwin, René, Rolf für Eure Rückmeldungen.


    ja, auch wenn die Bergstrecke nicht mehr oft benutzt wird, so habe ich noch die Auskunft von Bruno Lämmli in den Ohren: in der Region Silenen, bei einer kurzen Ebene, bez. minimen Senke: den Ort nannten die Erstfelder Lokführer "Kupplungsfriedhof"... das ist nun auch Vergangenheit, seit das schnelle dunkle Loch existiert. Aber auch dort können Kupplungen brechen, wenn sehr viel sehr schlecht abgeht, sprich Murphy mitreist.

    Gruss

    Hermann

  • Hallo Hermann


    Zuerst einmal vielen Dank für die tollen Fotos!


    Nun zu den Kräften, die solche Loks entwickeln können... Da unterstreiche ich Lukas' Votum mit einer Begegnung in Brig und ebenso passender Diskussion mit dem Lokführer:

    Damals war es üblich, dass z.B. der EC Vauban mit zwei Re 6/6 von Bern nach Brig geführt wurde (Damals = ich schaue nach, wann ich die Fotos von dem besagten Zug gemacht habe, muss aber noch etwas Geduld haben; die 11648 war sicher noch lange grün, das Lötschberger-Loch gab es noch nicht und ich war in der Aus- bzw. Weiterbildung - also zwischen 1996 und 1999).


    Auf die enorme Leistung der beiden Loks angesprochen, meinte der nette und sehr pflichtbewusste welsche Lokführer, dass man da schon sehr vorsichtig fahren müsse, sonst reisst es dann recht schnell... Er hängte dann die Frontkupplung richtig ein und stellte die "Aigle" als nach Brig zu überführende, vordere Re 6/6 weg, der Zug fuhr mit der zweiten Re 6/6 nach Domodossola weiter.


    Und ja, selbstverständlich hoffe ich auch, dass und diese Loks noch lange im Einsatz erhalten bleiben - vielleicht noch etwas besser gepflegt;)

  • Und ja, selbstverständlich hoffe ich auch, dass und diese Loks noch lange im Einsatz erhalten bleiben - vielleicht noch etwas besser gepflegt ;)

    Hallo Christian,

    ja genau:rolleyes:.

    Früher war es unter den Lokführern üblich, bei jedem Führerwechsel der Maschine mit einem Tuch die Griffstangen zu reinigen. Ich glaube dieser Brauch gibt es nicht mehr? René hat bestimmt recht, dass die Loks direkt von der HW Bellinzona kommen! Die 3 Re 6/6 kamen von Süden in Brunnen um 19.00 Uhr an und fuhren um 21.50 Uhr weiter Richtung Arth-Goldau.


    Alles kostet Geld und soll rentieren. Oder zumindest ein Defizit möglichst klein halten. Soweit so normal, das war doch bestimmt auch schon 1975 der Fall?! Auch damals wurde versucht oekonomisch zu wirtschaften. Trotzdem hat es noch gereicht, dass die SBB stolz auf ihre Loks waren. Die Optik ist bestimmt nicht sonderlich sicherheitsrelevant, doch als Fotograf fragt man sich; kommt die Lok von der HW, oder umgekehrt: muss die Lok in die HW;). Vielleicht ist definiert, dass die HW für die eigentliche Mechanik zuständig ist, für die Reinigung andere Stellen verantwortlich?


    Gruss

    Hermann

  • Hallo Hermann


    Hier scheint eine Lok frisch ab Revision zu kommen! Diese hier ist jedenfalls blitzsauber! Die Hägendorf war auch schon vorher eine "Cargo-Look-Lok" - doch das scheint mir schon nach R3 bzw. "R3+" zu sein (die aktuelle Revisionsaktion umfasst ja mehr als die bisher übliche R3):


    https://www.flickr.com/photos/…8374482752/in/dateposted/

  • Hallo Christian,

    danke für das schöne Foto Christian :thumbsup:


    oh bin da schon etwas neidisch. Ich mache kein Hel daraus, ob 1:87 oder 1:1 neue glänzende Loks sind mit Abstand am schönsten! Du hast ja mit Deinem attraktiven Foto den Beweis erbracht.

    Habe vor Jahren eine geschwärzte HAG Ae 4/7 abgelehnt, dem ganz verdutzten Kunden mit der Begründung: es mag ja sein, dass das original HAG ist, schön ist es trotzdem nicht...

    Gruss

    Hermann

  • Hallo Hermann


    Ja, mag solch schöne Loks schon auch sehr:rolleyes:


    Das Foto stammt jedoch nicht von mir, ich habe es in Flickr entdeckt. Es stammt von VectronX4E (Michael Goll): https://www.flickr.com/photos/126584084@N05/


    Meine eigenen Fotos verlinke ich meist nicht, die Stelle ich dann meist hier direkt nochmals ein.


    Wir halten Aussschau nach weiteren schönen Loks!


    Hier hast du noch zweimal die gleiche Lok, einmal im Herbst 2016 (das Foto habe ich schon mal hier gezeigt...) und einmal im Juli 2019:


        


    Bis auf den schmutzigen Cargo-Schriftzug sieht sie heute eigentlich ganz gut aus, auch wenn der Tank-Containerzug in 2016 schon einmalig war (drei Loks, alle im gleichen Outfit und alle ziemlich gebraucht doch gut aussehend).

  • Früher war es unter den Lokführern üblich, bei jedem Führerwechsel der Maschine mit einem Tuch die Griffstangen zu reinigen. Ich glaube dieser Brauch gibt es nicht mehr?

    Hallo Hermann


    Deswegen wurde man oft von gewissen Neidern (?) mit "Stängeliputzer" tituliert. Dabei war dies nur eine nette Geste an den ablösenden Lokführer, denn bei den älteren Loks (vor Re 460) waren die Griffstangen aussen auf den Lokkasten befestigt und somit dem Flugstaub voll ausgesetzt. Insbesondere bei den hinteren Einstiegen oder bei am Zugschluss eingereihten Lokomotiven war diese Verschmutzung auffallend stark.


    Ab der Re 460 sind die Griffstangen versenkt montiert und somit bedeutend weniger der Verschmutzung ausgesetzt - und Triebwagen oder Triebzüge werden eh über die Plattform hinter dem Führerraum betreten ...


    Eine revidierte Lok frisch aus der Hauptwerkstätte sieht natürlich sehr ansprechend aus, leider nur für sehr kurze Zeit. Der untere Bereich (Drehgestell u.ä.) glänzt bereits nach wenigen Tagen nicht mehr - und wie's nach wenigen Wochen, Monaten oder Jahren aussieht, sehen wir Tag für Tag. Zur Zeit meines Grossvaters waren viele Dampf- und Elektroloks immer mit demselben Lokpersonal besetzt (sog. Titularbesetzung); entsprechend war das verantwortliche Personal stolz auf eine möglichst saubere, wenn nicht sogar "glänzende" Lok.