Freude an ‘Gussklötzen‘

  • Genau, Hermann: meine Anlage ist für das vollständige Befahren durch Kroko 3015 und Alt-Hag Ae 4/7 nicht geeignet... dafür wurde sie bewusst nicht konzipiert. Schlanke Tunnelportale (auch in Kurven) gehen vor.:D

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • ... fremde Guss Klötze, (fremd = bezogen auf Märklin) dafür 2-motorig.


    2-motorige Loks gibt es mehr als angenommen. :). Bei Märklin und HAG eher weniger üblich, da dies weder zwingend erforderlich, noch (früher) ganz exakt möglich war, (Grund = Feldspule mit je 1 Draht Vor-/Rückwärts). Ganz nach dem Moto: besser 1 guter starker Motor, als 2 eher schwache Motoren. Früher war man weniger anspruchsvoll u. bevorzugte andere Prioritäten. Auch ältere Kleinbahn DC-Motoren laufen selten exakt gleich schnell, bei Loks ohne Haftreifen ist dies kein "Drama". Nun, eine 2-motorige Kleinbahn Lok ist ganz sicher nicht stärker, als eine 1-motorige HAG Lok...


    Ansonsten, die Polarität interessiert nicht, ist ein 2. Motor vorhanden oder nicht. Berühren sich "+" und "-" gibt es Kurzschluss. An dieser Tatsache führt kein Weg vorbei. Eine Rad-Seite muss vollständig isoliert sein, egal ob zufällig auf der isolierten Seite Zahnräder vorhanden sind oder nicht. Oder aber die Lok ist nach dem Märklin System ausgeführt: Achse = die selbe Polarität (Masse) und ein Mittelschleifer "liefert" den Strom.


    Die Isolation der Radsätze wäre schon ein ganz eigenes Thema für sich. Begonnen hat Trix-Express 1935. Bedenkt man, dass damals kaum geeignete Kunststoffe vorhanden waren, schon gar keine Auswahl, darf die Qualität als ausgezeichnet gelten. Jetzt 84 Jahre später(!), laufen die Räder bei vielen Modellen "lose" auf dem "Presssitz". Die später nachfolgenden z.B. HAG und Märklin HAMO DC hatten keine solchen Probleme, ihre Isolier-Büchsen halten auch heute noch. Manche Firmen führten die Isolation unauffällig durch, in dem nicht eine Büchse, sondern der ganze Radstern aus Kunststoff besteht, oft bei Jouef, Lima, Roco. Wiederum andere Hersteller wählten/wählen eine Isolierung, welche viel Präzision erfordert: Metropolitan, Fulgurex u. spätere weitere Hersteller isolieren nicht die Nabe, sondern sehr unauffällig die Rad-Bandage. Umgekehrt unübersehbar dagegen Trix-Express: geizte in den 1960-er Jahren nicht mit Haftreifen, dies hatte auf die Elektrik keine Auswirkung: Trix-Express Loks = für JEDE der 3-Schienen mindestens 1 Schleifer.


    So entwickelte jeder Hersteller sei eigenes Konzept. Ein paar Beispiele von 2 motorigen Loks, manche davon bringen mehr Zugkraft auf die Gleise als erforderlich wäre. Es ist wie bei klassischen Autos: 1 Zylinder ist etwas gar wenig, würde aber noch knapp funktionieren. 2-, 3-, 4- Zylinder erfüllen alles was man braucht. 8-12 Zylinder, dort stehen am Autosalon unübersehbar (noch) die meisten Leute..., nicht etwa dort wo die vernünftigen Auto auf Kundschaft warten. Doch ewigs dauert nichts, in einigen Jahren wird es möglicherweise weder den Autosalon geben, noch 6-Zylinder Autos an aufwärts, da ein anderer Zeitgeist vorherrschen wird. Jede Epoche hat ihre Möglichkeiten.


    ;)2-motorige H0 Loks, die wird man unbefristet lange haben dürfen...


    Kleinbahn Ae 6/6 Modell Typ 1, 1. Ausführung um ca. 1958?

      


    Kleinbahn Lok vom Transalpin Triebzug OBB 4010, Modell ab 1973.

      


    Lima SNCF E-Lok Kapitole BB-9291, ab ca. 1964

    Von Lima gibt es meines Wissens, original ab Werk keine 2-motorigen Loks. ... aber fast: es gab eine Zeit lang sozusagen Loks mit Eineinhalb Motoren. Die schon damals nicht mehr aktuelle Lima Konstruktion bestand aus so wenig wie nur möglichen Einzelteilen. Das Motorgehäuse vom 2. Motor diente als Verbindung zum Rest der Lok. Eine separate Konstruktion für das antriebslose Drehgestell wäre aufwändiger gewesen. Mit derart wenig Aufwand kommt man nie mehr zu einer 2.-motorigen Lok. Selbst die Verkabelung, konnte 1:1 vom Lima Modell ohne Änderung übernommen werden. Es musste einfach nur von einem identischer Teilespender der Rotor eingesetzt werden. Die Lok läuft vorzüglich:).

    Für die Modellbahner muss es ein schreckliches Modell sein. im Gegensatz zum Vorbild ist das Modell ganz extrem hochbeinig geraten, mehr als bei allen anderen Lima Modellen. Das ist halt so bei dieser doch auch schon über 50 jährigen Lima Konstruktion.



    hier nun ein ganz typisches Beispiel der "Guss Klotz" Epoche. Dies bezieht sich nicht nur auf das Äussere, auch im inneren geht es Gussklotzig weiter:D. VB Modelle aus Frankreich waren nicht die günstigsten, schon gar nicht 2-motorig. In unseren Breitengraden sind französische VB Loks aus den 1950 eher selten zu finden. Das Modell läuft noch ausgezeichnet. Das Vorbild war in Zusammenarbeit mit der SLM entstanden.

      


    Hermann Spur 0 Re 4/4 II, 2-motorig. Bj. um 1995 herum. 2 Motoren ist bei Hermann Spur 0 ganz der übliche Standard. Etwa 30 Jahre lang wurde der sehr bewährte Motor eigener Fertigung verwendet. Ab ca. mitte 1990-er Jahren kamen Maxon Motoren zum Einsatz. Hermann Spur 0 Modelle bieten ausgezeichnete Laufeigenschaften. Wenn einem wunder nimmt, wie was wo funktioniert, wie bei einer H0-Lok einfach aus Gwunder / Interesse daran herum schrauben und öffnen, ist weniger eine gute Idee. Einerseits ist ein Aufschrauben von der Qualität her nicht nötig, Hermann Loks laufen ewig! Anderseits ohne genau Kenntnisse wie die Modelle firmenspezifisch konstruiert wurden, wird einem die Lok auseinander fallen. Gelingt es einem, das Lok-Puzzle wieder zusammen zusetzen, hat man wieder eine neue Konstruktion kennen gelernt. Der Märklin Bananenstecker dient als Verbindung zur Dachleitung (Oberleitung).

      

    Analog ist cool:)

  • hier der Urahne alle H0 Gussklotz Lokomotiven

    Trix-Express E-Lok Nr. 20/55 (auch wenn auf dem Gehäuse 20 052 geprägt ist!)

    Bj. ab 1935 - bis ca. 1952 in zahlreichen Varianten betreffend Kpl., Puffer, Radspeichen, Farbnuancen.


    Trix-Express E-Lok 20/55 grün. Bj. um 1948. Noch mit Trix-Wechselstrom Motor und Umschalt-Relais. El. Lampen waren noch nicht vorhanden!



    Urahne der Märklin Gussklotz Epoche dürfte die HS 800 darstellen. Es ist die um 1 Achse verkürzte Reichsbahn E-18. Modell-Bj. 1938 - 1949. Einseitig beleuchtet, mit Wechselstrom Motor, Relais und parallel dazu auch eine "Handstange" um von Hand die Fahrtrichtung zu ändern. Es gibt noch die um 1 Jahr ältere Märklin Guss Lokomotive: "HS 700" Bj.1937-1938. Die HS 700 hatte noch kein Relais, Fahrtrichtung nur von Hand schaltbar.


    Märklin E-Lok HS 800, Ausführung Bj. 1940.



    Die 1. Märklin H0 E-Lok RS 700 Bj. 1935-1939 streng genommen noch nicht mal ein Gussklotz, sondern ein "Blech-Klotz" :D. Foto fehlt... Chassie = Guss, Gehäuse = Blech. Die Märklin Spur 0 Lok RS 66/129210 Fantasie, diente als Vorlage! 1935 war von Märklin weder vorgesehen noch geplant, dass zu Gunsten H0 bereits 1955 das Märklin Spur 0 Kapitel enden würde. Die Spur I endete bereits 1937, erschien aber wieder in moderner Form ab 1968.

    Analog ist cool:)

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  • Der Charakter der E-18 ist erstaunlich gut getroffen. Es muss nicht nachgedacht werden um welches Vorbild es sich handelt.

    Gruss Erwin



    Wer rast, der verpasst das Leben.


    Kein Platz für weitere Sammelstücke ist nur eine faule Ausrede. ;) Es gibt für alles eine Lösung.

  • Die 1. Märklin H0 E-Lok RS 700 Bj. 1935-1939

    Schöne Lok, gefällt mir. Man sieht gut, dass sie das damalige elektr. Rennpferd der DRG darstellt (die noch schnellere E 19 kam m.W. in weinroter Farbe daher). Dieses Modell dürfte auf dem heutigen Markt allerdings etwas teurer sein, als die kürzlich von mir erstandene E 18 (Mä 3024) in grün (< CHF 100.00, ohne OVP).

    Gruss, René
    ++

  • Guten Abend René

    schön dass noch anderen Leuten alte schnelle Renner gefallen. Tatsächlich war die Deutsche E-19 für längere Zeit eine der schnellsten Loks überhaupt. Versuchsweise bis zu 225 km/h, bis die Franzosen mit ihren ersten Nachkriegsloks mitmischten... Der Alltag einer E-19 dürfte weit weniger spektakulär gewesen sein, wohl um die 100-110 km/h herum, vielleicht kurz max 140 km/h.


    hier von Märklin die E-19 Version, Nr. 3769 Modell Bj. 1994-98. Dieses Guss Modell E-19.12 rot ist mit Euro 115.- (Koll 2019) nicht übertrieben hoch bewertet!



    von den älteren Loks gibt es meines Wissens keine originale Märklin E-19 im Katalog Angebot. Das wäre noch spannend wieso nicht? Einerseits gibt es Nazi Grössen welche der Modellbahn sehr zugeneigt waren. Es gab von Märklin auch den Führer-Wagen 351 F, anderseits, zumindest in Nürnberg, befand sich fast die ganze Spielzeug Produktion mehr oder weniger in jüdischen Händen. Die hatten bestimmt kein Interesse, von sich aus das NS-Regime durch ihre Modelle zusätzlich zu propagieren, sondern ganz andere Sorgen. Es soll Prototypen und Muster der Märklin E-19 geben, sprich normale HS 800 rot lackiert und mit den damaligen Signeten versehen. Aber Eingang in das Katalog Programm fanden die E-19 nie! Diese Loks blieben offiziell grün! (wenn auch in verschiedenen grün, blau, grau Farbton Nuancen).


    Eine der ersten E-19 in rot kam erst nach dem Krieg von Fleischmann in Spur 0, Modell-Bj. ab 1952. Ob man diese Lok als "Modell" bezeichnen kann, da scheiden sich die Geister. Ihre Länge entspricht etwa dem korrekten H0-Modell von Märklin. Heute würde man von Spielzeug Lok sprechen. Der Guss ist recht dünnwandig und oft rissig, viele Modelle sind zerfallen.




    Märklin fertige die E-18 ab 1937 mit der HS 700 bez. 1 Jahr später mit dem Relais als HS 800.


    Die 1. Märklin H0 Lok RS 700 ist keine E-18, sondern ein Fantasie Modell, ohne Vorbild. CH Kunden sehen in ihr eine extrem verkürzte Ae 4/7, die Deutschen erkennen eine E-44. Ich habe derzeit kein solches Modell in H0/00. "Nur" in Spur 0. In dieser Grösse war es ein sehr preiswertes Einsteiger Modell. Aber bei weitem nicht "billig". Allein das sie elektrische Frontlampen hatte, ein Umschalt-Relais und demzufolge einen elektrische 20-Volt Motor, damit war man bereits in der oberen Hierarchie angekommen. Märklin schien der Spur H0 / 00 noch nicht so zu trauen, das Modell RS 700 hat kein Vorbild, sondern entspricht einer Verkleinerung der Spur 0 Spielzeug Lok RS 66/12910.


    Märklin Spur 0 Version RS 66/12910 sind an Börsen günstig zu haben, es gibt derzeit kaum Nachfrage, sie war ein häufiges Standard Modell 1932-54. Wirklich gut erhaltene perfekte Exemplare findet man kaum noch. Bespielt sind sie trotz des Alters von 65-87 Jahren immer noch häufig zu finden. Preis: je nach Interesse u. Zustand CHF 120.- bis maximal 650.- Im Schnitt um CHF 200.- herum. Die "alten" Sammlerpreise haben sich halbiert, mindestens... Wobei es geht gar nicht so per se um den Preis, wenn schon die schönen Keiser und Hermann Spur 0 Modelle - relativ- günstig zu haben sind, will (fast) niemand mehr 87-jährige 2-achsige Einsteiger-Modelle. Das überwiegende Sammler-Interesse fehlt in der heutigen Epoche. Dass die Lok beleuchtet sei, lockt heute niemand mehr zum Kaufe hervor.



    Etwas anderst verhält es sich mit der RS 700, dem kleinen Vertreter in Spur H0 / 00.

    Auch diese Lok war 1935 ein preiswertes Einsteigermodell. Doch abgesehen vom Blech-Gehäuse ist der Guss (Fahrwerk u. Vorbauten) oft zerfallen. Es gibt immer wieder schlecht restaurierte Modelle und die Replica Packung 0050 von 1985, diese Loks sind technisch einwandfrei, sogar mit Schwungmasse, aber reichlich kitschig ausgeführt! Diese 50 Jahre H0 Jubiläum Loks 1935-1985 haben wenig bis nichts mit der RS 700 von 1935 gemeinsam.


    Gute Modelle RS 700 sind selten zu finden, ein Preis CHF 1000.- an aufwärts ist (wenn perfekt!) gerechtfertigt. Selbst in der Koll Ausgabe 2019, der Jhrg. 2019 bewertet allgemein die Modelle teils extrem günstig, steht die RS 700 immer noch mit Euro 700.- bis 900.- im Katalog. Ich habe (noch?) keine RS 700, dafür ein original Märklin Spur 00 Katalog aus dem Jahre 1939, Schweizer Ausgabe. Darin ist die 1. Märklin H0/00 E-Lok von 1935 abgebildet.

      


    1939 gab es noch kein H0 Krokodil, besten Falles ein H0-Krokodil Prototyp aus Blech.

    Das Mass der Dinge war die Deutsche Stromlinien-Dampflok SK 800. Sie kostete (damals) 4 x mehr, als die E-Lok RS 700.


    Analog ist cool:)

    Einmal editiert, zuletzt von Longimanus ()

  • Thema Fahrzeug Breiten bei Nenngrösse H0,

    Massstab 1:87. Normalspurweite: 1435 mm = 16,49 mm. (+/- 16,5 mm) in H0. Also sind alle H0 Modelle +/- in etwa gleich breit? Von wegen... Je nach Hersteller waren früher die Differenzen riesig. Nicht nur 2-4 mm, fallweise auch bis zu 16 mm


    Das hat mich veranlasst, ein paar H0 Modelle zu messen. Alle Modelle = Vorbild 1435 mm Spurweite. Klar, auch beim Vorbild differieren die Fahrzeug-Breiten innerhalb der selben Spurweite erheblich, eine Draisine soll noch von 1-2 Männern vom Gleis getragen werden können, ohne gleich einen Kranen beauftragen. Dass die Motordraisine, Basis Ford? ein Camion für Gleisbetrieb mit max. 22,0 mm Breite weniger als die Häfte der Conti Settebello Breite aufweist, hätte ich dann doch nicht erwartet.


    Somit ist der Conti FS ETR 300 Settebello der vorläufige König der Gussklötze, man bekommt für das bezahlte Geld am meisten H0-Volumen;).


    Als Vergleich die maximale Fahrzeugbreite der hier fotografierten H0 Fahrzeuge;

    Tenshodo Lieferwagen für Eisenbahnen, Modell (motorisiert) Breite: 22,0 mm.

    Märklin Triebwagen 3124 Micheline: Breite 31,0 mm.

    ACME FS ETR 300 Settebello: Breite 34,5 mm

    Conti FS ETR 300 Settebello: Breite 50,5 mm. (dafür pro Wagen 7 cm zu kurz in den Längen).

    Fleischmann 1334 Ae 6/6: Breite 38 mm. (das ist nicht so schlimm, da nicht verkürzt! FLM = Lüp 21,8 mm / 1:87 = 21,149 mm.

    Märklin Ur-Gussklotz Bj 1935 RS 700: Breite ca. 34,5 mm. Breite nahe am Original, wenn es eins gäbe. DB E-44 oder SBB Ae 4/7



      

    Analog ist cool:)

  • Naja, der breite ‚Settebello‘ ist am Vorbild auch nicht näher als Märklins zweiachsige Ae 4/7.....:D

    Hermann, danke für den interessanten Vergleich.:thumbsup:

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • einer DER GUSSKLÖTZE möchte ich etwas näher vorstellen:

    Märklin 3021 Diesellok V-200 Bo-Bo Modell-Bj. 1957 - 1989


    Es gab auf deren Basis noch die Primex 3009 V-200 + 3184 CH Am 4/4 ex V-200, + Teilesätze für den Fachhandel, + MHI Replica Version 30210 V-200 048. Das Ende der 3021 V-200 zögerte sich mindestens bis 2010 heraus. Märklin fertige zahlreiche weitere exaktere V-200 Varianten, welche jedoch überarbeitet wurden, oder viel mehr von Grund auf neu konstruierte Modelle sind, ohne Basis zur 3021.


    Die Deutsche DB V-200 ist im Vergleich zur Dampflok BR-03 und BR-01 und zur E-Lok E-94, E-10, E-40 und vor allem im Vergleich zum Märklin H0 Modell mehr ein Mythos als ein Arbeitspferd. Die meisten Käufer einer Märklin 3021 V-200 werden die richtige DB V-200 selten bis gar nie gesehen haben...


    Diese Diesellok V-200 wurde auf Plakaten beworben, zahlreiche Hersteller hatten über viele Jahre bis Jahrzehnte die V-200 in ihrem Katalog-Angebot. Es war eines der starken Vorzeige-Symbole für den Wiederaufstieg und das moderne Deutschland. Die V-200 mit Bj. 1953 u. 1956-59 beförderte immerhin 15-20 Jahre wichtige Schnellzüge bis 140 km/h auf Hauptstrecken. Bereits in den 1970-er wurden ihre Einsätze weniger, Mitte 1980-er Jahre wurden die meisten V-200 verkauft u.a. auch in die Schweiz. Es heisst, durch die vermehrte Elektrifikation gingen der V-200 die Aufgaben weg. Das mag zutreffend sein, aber die ebenfalls auf dem Hydraulischen Antriebskonzept beruhende V-216 und vor allem die V-218 waren die wirtschaftlicheren, robusteren Arbeitspferde, welche die V-200 verdrängten. Im Gegensatz zur V-200 ist die unscheinbare V-218 mit Bj. 1968 - 1979, nun 50 jährig, noch auf Hauptstrecken für IC-Züge in Betrieb.


    Das Märklin Modell 3021 V-200 war zu früheren Zeiten ein Bestseller. Anderst als heute, wo selbst das Revisions-Datum auf den Tag genau stimmen muss, geschweige denn das Land und die Bahngesellschaft, da hatte es Märklin zu früheren Zeiten viel einfacher: Märklin verkaufte die Deutsche V-200 weltweit bis nach Südamerika und Australien! Wer ein Märklin 3000-erli hatte, war in der Hierarchie zwar grundsätzlich über Lima, aber schon damals war eine Tenderlok BR-89 nichts besonderes. Wer ernsthaft vorgab, sich für die Modellbahn zu interessieren: der Wunsch nach einer grossen Guss Lok wurde via 3021 in der Regel erfüllt, die V-200 war sicher kein Billig-Modell, aber im Katalog 1959, CH Ausgabe mit CHF 37.- die günstigste "grosse" Lokomotive. Die 3000 kostete CHF 20, die 3001 E-65 CHF 32.- Das Krokodil 3015 ist 1959 mit CHF 98.- angegeben. Die Re 4/4 I 3014 entspricht mit CHF 59.- etwa dem Durchschnitt, viele Lokomotiven im mittleren Preisbreich kosteten 1959 CHF 52.- bis 80.-


    Entsprechend sieht es heute auf Börsen und Auktionen aus. Es ist kein Witz, oder aber ein wahrer Witz: ein alter Originalkarton aus deren Anfängen, egal ob der einfachere alte rotbraune "Märklin" Karton aus den 1950-er Jahren, oder die kunstvoll gestalteten lithographierten Kartons aus den 1960-er Jahren: perfekt erhaltene Originalkartons sind begehrter und teils teurer, als der Inhalt!! Spätestens wenn die Lok 3021 V-200 stark bespielt und abgebraucht ist, so ein Modell will 45-62 Jahre niemand mehr haben. Ich glaube aber auch im Umkehrschluss, - gerade eben weil sie häufig und preiswert waren - dass perfekt erhaltene alte 3021 Exemplare kaum mehr zu finden sind. Niemand dachte daran, dass das mal ein Sammler-Modell werden könnte. Daran hat sich bis heute wenig geändert, 1-2 Loks 3021 hat schnell mal jeder Märklin Sammler. Aber welcher Sammler hat alle 15-16 Varianten 3021? (Ich nicht!) Das gibt es bestimmt, da es nichts gibt was es nicht gibt! Aber viele Leute werden dies nicht sein?


    So war denn auch die 3021 keine meiner Favoriten Loks. Es gibt sie in so viel unterschiedlichen Varianten. Die damalige Kundschaft erwartete - das kann ich heute nachvollziehen - eine ganz korrekte exakte Zuordnung, 3021 reichte nicht... aber gekauft wurde sie dann trotzdem nur günstig oder gar nicht, = vergebene Bemühung. Die 3021 nahm einen Spitzenplatz unter den (wenigen) Retouren ein. Das 3000-erli hat und hatte eine gewisse Spielzeug-Aura, zwar nicht unbedingt kostendeckend, aber wenigstens "weg" für 10.- bis 40.- gingen eigentlich alle. Die 3021 durfte man (damals) nicht so günstig anbieten, sonst war der Einlieferer nicht zufrieden. Entsprechend ging halt die V-200 oft zurück, da für eine gebrauchte V-200 kein wirklicher Bedarf/Nachfrage existierte. Bis auf den Typ 1 von 1957, diese Variante findet eigentlich immer Abnehmern. Gebraucht zu sehr moderaten Preisen, neu im Ok. da ist die Koll Bewertung viel zu tief. Aber in der Praxis hat das wenig Bedeutung, weil die meisten Sammler haben keine Ausführung von 1957, schon gar nicht im Sammler-Zustand im Ok.


    Heute ist das "Verhältnis" zur 3021 entspannter, die 3021 darf sein wie sie will. Als Sammler interessieren einem Gegebenheiten, wo man leicht den Händler zum verzweifeln bringen kann, erst recht, wenn es nicht im Koll erwähnt ist. (besser man schaut SELBER nach solchen im Prinzip maximal unwichtigen winzigen Details: mehr unwichtig geht kaum noch! Und doch interessiert es mich persönlich als Sammler.


    Was steht UNTER der Märklin 3021 DB Diesellok V-200 (auf dem Abdeckblech)

    - häufigste Wahrscheinlichkeit: vermutlich steht (auf diesem Blech) gar nichts...

    - bisher eher selten angetroffen: es steht "Märklin", aber nicht erhaben, sondern ca. 0,3 mm "negativ" eingraviert.

    - eindrucksvoller u. schöner: "Märklin" von 1957 bis mitte 1960-er Jahre: 0,4 bis 0.5 mm positiv erhaben. Vermutlich damals Standard?

    - selten: breitere Schrift und höher erhaben: ca gut 0.5 bis 0.8 mm "Märklin" vermutlich nur ganz zu Beginn 1957.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses deutlich zu sehende Detail Herrn Koll entgangen ist. Wohlweislich wird er ganz bewusst dieses Detail ausgelassen haben, da nur die Prägung änderte, von gar nicht über negativ bis positiv. Nicht aber das Blech ansich. Märklin selbst nahm es da offenbar nicht ganz so genau, geschweige bei eingesendeten Reparaturen oder Sammler, welche alte Bleche auf neuere Loks oder umgekehrt, neue Bleche auf alte Loks montieren. (es haben alle die gleichen Masse). Eine authentische exakte Zuordnung zum Baujahr ist daher heikel, da wie erwähnt dieses Teil problemlos austauschbar ist.


    Bei genauerem Hinsehen fällt einem auch auf, dass es Märklin offenbar extra der Wert war, die Unterseite vom Fahrwerk abzuändern. (Das sieht ja eh kaum ein Mensch, was da vermerkt ist) Der grossteil aller 3021 ist mit "Märklin Made in WEST Germany", Schrift erhaben ausgeführt. Die späteren Exemplare sind betr. diesem Detail grundsätzlich gleich ausgeführt, aber das Wort "West" wurde extra entfernt, was bei einer Gussform doch gewissen Aufwand erfordert. Wer mag sich am "West" gestört haben? Die DDR hatte ihre eigenen Produzenten, die werden kaum aus Westdeutschland grössere Mengen Märklin 3021 gekauft haben, sondern eher umgekehrt: Devisen durch den (bescheidenen) Verkauf von Piko u Gützold nach Westeuropa.


    Auch an ganz gewöhnlichen 0815 Gussklötzen ist ganz viel Geschichte und unterschiedlichste Details vorhanden.


    Gruss

    Hermann

    Fotos separat

    Analog ist cool:)

  • Märklin 3021

    verschiedene Abdeck-Bleche auf deren Unterseite:


    Variante ohne Schriftzug Märklin (aber noch mit Handumschalter!)


    Mutmasslich Typ 1 von 1957 mit breiter positiver Schrift Leider etwas mit Flugrost behaftet.


    Mutmasslich falsche Variante aus den 1980-er Jahren. Die Masse sind immer die gleichen, die Bleche austauschbar. Aber die Art passt nicht mehr so zum Märklin Stil der 1980-er Jahre. Ich selbst habe keine ursprünglich neu gekaufte 3021, es sind alles gebraucht gekaufte Modelle 3021. Entsprechend sind Angaben zu solchen Details betreffend Baujahr immer nur annäherungen, Angaben ohne Gewähr. Zumal auch Märklin selbst, in der gleichen Lieferung unterschiedliche Ausführung lieferte.


    Diverse andere Detail Fotos zur Märklin 30321 V-200 ab 1957.

       


       


       


       


      


    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

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  • Diese Variante geht meistens vergessen:



    Mit MÄRKLIN-Prägung auf dem Bodenblech ;)

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Gratulation Roger:thumbsup:, die SBB beneidet Dich. Öfters mal bleibt das moderne Digital Zeugs beim Vorbild einfach stehen. ;)Da wäre eine grüne 140 km/h schnelle Pannen Service Diesellok Lok genau das Richtige.

    Analog ist cool:)

  • Schon seit einiger Zeit, es sind schon mehrere Monate, vielleicht auch länger, gebe ich auf Ebay, Ricardo und Co sporadisch den Suchbegriff: ‚rsm 800‘ ein. Dabei waren stets Treffer zu verzeichnen. Erschienen sind bei dieser Suche, wie gewünscht, stets eine Handvoll Angebote, die eine dreiachsige Märklin-Lokomotive zeigen. Ein viereckiger Gussklotz. Ohne Vorbild. Hässlich. Plump. Aber mit dem Charme meiner Kindheit. Ich hatte diese Lok zwar nie, sie hätte als ‚Ae 3/6‘ der SBB aber sicher trefflich in meine kleine Sammlung gepasst (die fehlenden Vorlaufachsen wären durch meine Fantasie problemlos ergänzt worden). Doch ich wusste nichts von der Existenz einer rsm 800.

    Erstmals in Kontakt kam ich mit dem Maschinchen irgendwann nach der Jahrtausendwende: Ich wurde von einem Kollegen eingeladen, der einen Bekannten hatte, deren Kelleranlage wir zu besichtigen wollten. Die Hauptstrecke jener rein technischen Anlage war enttäuschend: mehrere konzentrisch angelegte Ovale aus Märklin-M-Gleisen, die mit Weichen verbunden waren und auf denen je ein Zug parallel ihre langweiligen Runden drehten.....

    Warum wir trotzdem stundenlangen Spass an dieser Anlage hatten lag in der megasteilen Stichstrecke: das einspurige Metallgleis führte vom unteren Hauptbahnhof über eine unsorgfältig verlegte Trassee mit horrenden Steigungsbrüchen im geschätzten 30-Grad-Winkel in die Höhe. An der Bergstation verzweigte sich das Streckengleis zu einem zweigleisigen Sackbahnhof. In der Mitte der Strecke hatte der untalentierte, aber äusserst sympathische Gastgeber eine Ausweichstrecke eingebaut. Mit zwei verschiedenen Kurzzügen brausten wir dann stundenlang die Bergstrecke hoch und runter. Immer darauf bedacht sich bei der Kreuzungsstation zu kreuzen. Langer Rede, kurzer Sinn: eine dieser steigungsfreudigen Bergziegen war eine rsm 800.


    Gut, daher meine Ausschau nach dieser Dutzendlok. Recht bald musste ich erkennen, dass dieses Maschinchen trotz ihrer Verbreitung, trotz ihrer Einfachheit, trotz ihres Alters und optischen Unzulänglichkeiten durchs Band nur gegen happige Preise feilgeboten wurden. Für 200 Euro gabs im besten Fall eine Ruine. Aber auch für den dreifachen Betrag konnte man keine Perle erwarten. Makellos aussehende Exemplare waren durch das Band nachlackiert worden. Und wenn nicht, waren eben auch die teuersten Angebote nicht ohne Fehler. Die Originalschachtel fehlte meistens oder bestand aus einer Replik.


    Wie auch immer: im Hinblick darauf, dass mein Leben auch ohne den Besitz dieses eigentlich hässlichen Modells seinen Fortgang haben würde, kam es nie zum Kauf.


    Bis ich letzte Woche auf Ricardo ein Exemplar bemerkte, das zwar nicht neuwertig, aber angesichts bisher gesichteten Angeboten durchaus konkurrenzfähig aussah und ein reelles Startgebot bezeugte. Dieses Startgebot, das auch gleich mein Höchstgebot bezeichnete, gab ich ab und blieb bis zum Schluss einziger Interessent. Auf ebay - mit der Bietkonkurrenz aus dem grossen Kanton - wäre mir dies nicht gelungen. Zumal das Angbot auch die originale, durchwegs gut erhaltene und komplette OVP beinhaltete.


    Heute bei mir eingetroffen, präsentierte sich der schmutzige und ölig, verstaubte Gussklotz so:






    Es scheint alles original und komplett vorhanden zu sein. Ich werde diese rsm 800 reinigen und sanft renovieren.

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Gratulation Roger:thumbsup:,


    Ganz früher war die RSM 800 eher eine Lok preislich im unteren Mittelbereich. Das will nichts heissen, Lehrling-Stundenlöhne waren im Rappenbereich, teils bei begehrten Berufen mussten die Eltern gar bezahlen, dass der Betrieb überhaupt Lehrlinge angenommen hatte. Unter solchen Bedingungen geht es lange, um CHF 28.- bis 35.- für eine Modellbahn-Lok beisammen bekommen.


    Ich glaube nicht, dass die RSM 800 (r)eine Fantasie ist, sehr vieles gleicht der Stangenlok SBB Ae 3/6 II. Jedoch leider stark verkürzt. Die RSM ist eine relativ seltene Lok, nur 1950 bis 1955 im Angebot. Wahrscheinlich kein Bestseller: 1950 war die Pionierzeit definitiv vorbei. Nach unten TM 800 u. CM 800 /3000 deutlich günstiger. Nach oben gab es die RE 800 und parallel die günstigere RES / RET 800 & die Top Loks HR 800 BR-01, MS-800 E-18, CCS 800 SBB Ce 6/8. Die RSM 800 war sozusagen nichts Halbes und nichts Ganzes. 1959-62 nochmals unter 3033 (stark vereinfacht!) für Österreich Anfänger Set. In den 1980-er Jahre erreichten neuwertige RSM 800 CHF 750.- bis knapp gegen 1000.- Einige Jahre nach der "richtigen" Ae 3/6 II (3151) ging es preislich stetig bergab mit den RSM 800 Preisen. Der Preis ist nur einer von vielen Faktoren: NEUWERTIG, ORIGINAL habe ich schon seit Jahren keine RSM 800 mehr angetroffen.


    Roger, Du hast eine wirklich noch alte Version, mit Stromabnehmer Typ 5: Kupfer-Schleifer. Gingen die Pantos im Laufe der Jahre defekt, wurde als Ersatz der Typ 6 montiert. Die ganz alten RSM hatten Löffelschleifer. Die sind viel seltener als die normalen Schliefer und sehen schöner aus, aber für den Fahrbetrieb sind die alten Typen weniger gut, sie neigen bei Weichen und DKW zum verhedern. Bei Rangier-Tempo egal, es gibt einfach einen temporären Kurzen. Bei V/max zerreist es den alten Schleifer-Typ.


    Falls noch das alte ursprüngliche Relais verbaut ist, das funktioniert wie Digital: ein und aus. Es wechselt nicht direkt die Fahrtrichtung, sondern hat noch jeweils eine Leerstufe dazwischen. Man darf (muss) also 2 x auf den Knopf drücken, um den "Gang" zu wechseln...

    Gruss

    Hermann

    Analog ist cool:)

    2 Mal editiert, zuletzt von Longimanus ()

  • Hallo Roger


    Ich kriegte vor vielen, vielen Jahren eine RSM 800 - mit den alten pukofeindlichen Schleifern - zu Weihnachten (die kostete nicht so viel wie eine RET 800). Diese Pseudo-3/6 drehte jahrelang mit meinem Schnellzug bestehend aus 3 Mä-Schürzenwagen (Serie 346-x) ihre Runden. Mit zunehmender modellbahnerischer Unterternehmungslust habe ich die Lok in eine BLS-ähnliche Ae 3/5 umgebaut - inspiriert von einem Artikel im EA. Vor einigen Jahren wurde "in einem Anfall von geistiger Umnachtung" diese Lok zu einem guten Preis verkauft, mit OVP.



    Allerdings würde ich heute bei einer gut erhaltenen RSM 800 zu einem vernünftigen Preis auch wieder zugreifen - insbesondere da ich kürzlich drei 3. Klasse Zweiachser (327-1?) ergattern konnte :)

    Gruss, René
    ++

    3 Mal editiert, zuletzt von Lukas ()

  • Danke Hermann, für Deine wie immer kompetenten Details.


    Von meiner Lok gibt es ebenfalls neues zu berichten:

    Nach einer gründlichen Reinigung des Motorteils, bei dem das verölte Getriebe von Dreck befreit wurde und dem Ersatz einiger Kabel samt wenig vertrauensvoller Lötstellen, präsentiert sich das Chassis nach dem Zusammenbau nun sauber. Bevor ich die dafür vorgesehenen Stellen sparsam wieder öle, führte ich eine Probefahrt durch. Entgegen meinen Erwartungen läuft das Ding nicht. Schlimmer noch: es liegt ein satter Kurzschluss an.8|:evil:

    Das frustriert erheblich. Keine Ahnung, wo der Fehler liegt (beim Zusammenbau blieben nur zwei Teile übrig :D - Zwei grosse Pappe-Unterlagsscheibchen lagen plötzlich auf dem Basteltisch...) Ich denke allerdings, dass diese eher irgendwo zwischen Gehäuse und dem Chassis angebaut werden müssen. Das Fahrgestell alleine müsste eigentlich fahren.


    Dumm ist, dass ich die Lok nach Erhalt nicht testete und nicht weiss, ob sie vorher lief. Gemäss Verkäufer aber schon.


    Ja, das ist ärgerlich.X(

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Wie von Zauberhand: die Lok läuft in eine Richtung.


    Offenbar hat die Maschine ein Eigenleben:

    -gestern Abend, nach dem Zusammenbau: Kurzschluss.

    -heute Morgen: kein Kurzschluss mehr aber funktionslos

    -heute Mittag: läuft, aber mit Wackelkontakt und nur sehr langsam.

    -heute Nachmittag: läuft in normalem Tempo, aber nur in eine Richtung.

    -....?



    Nur der Perfekt-Umschalter lässt sich bach wie vor weder ansprechen, noch ändert die Richtung bei manueller Bedienung... wenn es so geht wie beim Motor muss ich eben einfach noch ein bisschen zuwarten. :D

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Mal schauen ob Dein digitaltechnischer Fummel in 70 Jahren noch läuft....:vain:

    Gruss Roger


    95 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Schade und ärgerlich Roger, aber die Wahrscheinlichkeit dass es was Schlimmes ist, dürfte eher gering sein. Die RSM 800 ist eine robuste Lok. So aus der Ferne kann ich nicht wissen, was es sein könnte.


    Bevor die für die Lok schlimmen Defekte in Betracht gezogen wird, (was den elektrischen Aspekt angeht) wie verschmorte Spulen, abgerissene Spulen-Anschlüsse an der Kollektorscheibe, oder unentdeckte kleiner Fehler wie keine Kohlenbürsten oder zu wenig Federdruck auf den Kohle / Bürste etc, all das ist weniger wahrscheinlich.


    Jedoch bei diesem Übergangstyp von Löffelschleifer zu Skischleifer ist folgendes oft vorkommend:

    - Schleifer oder Teile davon haben Verbindung mit der Masse.

    - Spulen-Drähte, insbesondere zu der Relais-Walze (vorwärts / Rückwärts) abgebrochen.

    - allgemein Kabelanschlüsse unterhalb der Lötstelle abgebrochen.

    - selten, aber vorkommend: verbogener Lichtanschluss der einseitigen Frontlampen. Oder Oberleitungsschalter gibt Kontakt zum Dach, Isolierung "weg"?


    Altes Oel und Teppichfasern sehen optisch wirklich sehr unschön aus, haben aber kaum Einfluss auf die Fahrqualität! Einzige Ausnahme, ich habe wirklich oft erlebt, dass auch die Kohlenbürsten bewusst eingeölt wurden! In dem Fall reicht ein Ersetzen der Kohlen/Bürste nicht, man muss auch noch die Halterung und Kollektorscheibe gründlich reinigen. Ansonsten, der "Dreck" in der Lok, wird sehr oft überschätzt, der hat kaum einen Einfluss. Obwohl die im Vergleich zu heute offene Motoren / Getriebe Bauweise den Dreck förmlich anzieht und modernen Modellbahner Mühe bekunden, diese Bauart zu akzeptieren: altes Oel und Teppichfasern stören mehr den Besitzer der Lok als die Lok selbst. (Nicht zu verwechseln mit dem Oel minderer Qualität in den neuren 1970-1980-er Motoren. Dieses Oel, aber auch nur wenn die Lok nicht gefahren wurde(!), verhält sich mit der Zeit nach Jahren wie Leim!!)


    Es kann fast nur folgendes sein:

    - abgebrochene Kabel nahe der Lötstellen.

    - verdrehte Relaiswalze, damit verbunden: zu fester Druck der Lamelle. Oder umgekehrt zu wenig Druck: in der Luft hängende Lamellen.

    - gebrochene Schleiferunterlage, oder Schleiferschraube unsachgemäss montiert bez. leicht verschobener Schleifer, all dies gibt Kurzschluss.


    Ist eine RSM 800 einmal gut, - was durchaus Zeit einfordert - hält sie für die nächsten 50-100 Jahre. Im Grunde: undkaputtbar! Die Funktionsweise entspricht der typischen Märklin Lok seiner Zeit. Das Schema hat sich 1948 bis 1975 (1985) kaum verändert. Ist man bei einem Anschluss nicht ganz sicher, kann man bei einer x beliebigen anderen - funktionierenden - ähnlich alten ORIGINALEN Märklin Lok abschauen.


    Viel Erfolg, Wenn das einer wie Roger nicht können würde, dann wären viele andere, insbesondere ich selber, Schachmatt. Du schaffst das locker:rolleyes::)

    Analog ist cool:)