Decals selber drucken

  • Hallo an alle


    Mein Wunsch war selber Decals drucken zu können. Nun bin ich in einem Airbrusshop auf Decal-Folie für Laser- oder Inkjetdruck gestossen. Davon habe ich die transparente Variante für den Inkjetdruck gekauft und ausprobiert. Die bedruckte Folie habe ich über Nacht trocknen lassen und Heute versucht diese im Wasser anzulösen und auf einen Modellbahnwagen zu "kleben". Bereits im Wasser löste sich dann das gedruckte an und verfloss bei Berührung.

    Ich habe nun versucht, einen neuen Druck erst zu lackieren bevor ich diesen ins Wasser gebe, das Resultat steht noch aus.


    Nun habe ich im Forum nichts zu meiner geziehlten Frage gefunden. Kann jemand aus Erfahrung mir dazu einen Rat geben, macht das selber Drucken überhaupt einen Sinn?? ...Aus gewissen Gründen lassen ja viele ihre Decals sogar drucken....warum denn nicht selbst?


    Würde mich über Infos oder Anregungen freuen :crylaugh:


    Gruess krook (roger)

  • Hallo Krook (Roger),


    ich habe für meine 1:87 Bahntechnik-Firma (siehe Forum) meine Beschriftungen bisher alle selber gemacht/gedruckt.

    Zuerst mittels durchsichtiger Klebefolie, danach mit weisser und transparenter Decalfolie. Die Decalfolie habe ich mit dem Tintenstrahldrucker gedruckt. Wichtig: Folie min. 24h trocknen lassen! Danach mehrere dünne Lackschichten aufbringen. Je nach wunsch glanz, seidenmatt oder matt verwenden. Ich bevorzuge die seidenmatte Variante.

    Die Folie nochmals gut trocknen lassen und dann verarbeiten.


    Sinn oder unsinn des Selberdruckens:

    + schnelles Resultat

    + flexibel

    + relativ günstig

    + keine aufwändige Datenaufbereitung (zB für weisser Drucklayer)


    - weiss nur durch weisse Folie erstellbar ( gewisse Dienstleister können weiss drucken)

    - evtl. schlechtere Druckqualität

  • Ich drucke ebenfalls (fast) alle meine Decals selber. Mit obgenannten Einschränkungen (weiss). Allerdings verwende ich für den Ausdruck einen Laserdrucker, sodass alle Probleme mit der Wasserlöslichkeit und entsprechende Gegenmassnahmen entfallen. Der Selbstdruck von Decals ist in meiner Basteltätigkeit ein grosser Gewinn, auch wenn die Problematik ‚helle Farben auf dunklem Hintergrund‘ trotz Verwendung von weisser Decalfolie manchmal unlösbare optische Probleme, bzw unbefriedigende Resultate mit sich bringt und dann doch auf einen Profi ausgewichen werden muss.

    Gruss Roger


    84 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Vielen Dank Marc und Roger, das ist doch effizient :thumbsup: Genau diese Infos habe ich mir gewünscht, vielen Dank. Vieles war von mir bereits vermutet, aber nichts wahr sicher. Nun kann ich gezielter vorgehen.

    Ich versuche somit die Nasschieber erst zu lackieren vor dem Aufschieben. Grundsätzlich werde ich diese sowieso noch überlackieren, respektive wäre Sinn der Sache die Wagen auch gleich zu altern.

    Ein Problem wird demnach für mich mit meiner Vorgehensweise nicht lösbar sein. Ich bin an einem Hbis, dieser sollte schlussentlich ziemlich braun werden. am Fahrgestell sind weiss bedruckte Anschriften. Solche muss ich wohl oder übel machen lassen, oder den Hintergrund auf dem Nasschieber im gleichen Braunton drucken, mal schauen wie mir dies gelingt.

    Für das Problem mit dem dunklen Hintergrund gedenke ich diesen kurzerhand weiss zu Grundieren.


    Nochmals vielen Dank und Gruess Roger


    Ps.: allfällige Ergebnisse kommen in einem seperaten Post.

  • Von meinen Kollegen weiss ich, dass sie sehr dünne Nassschiebefolien (7 Mikro) vom Druckeronkel.de verwenden. Gedruckt wird mit Laserdruckern, wobei es ja immer ein Problem gibt, wenn weiss gedruckt werden muss, aber da hat Bruno die Lösung indem er einen Laserdrucker von Oki verwendet, der weissen Toner (statt schwarzem) verwendet und somit perfekt weiss drucken kann.

  • den Hintergrund auf dem Nasschieber im gleichen Braunton drucken

    Das ist genau meine Vorgehensweise und auch eines der genanntrn Probleme. Je nach Ausdehnung der zu bedruckenden Fläche kannst du gleich die ganze Fläche mit dem Decal bekleben. Weisse Abbruchkanten der zugeschnittenen weissen Decalfolie kannst Du damit an einen Ort verschieben (Kante einer Fläche) wo sie einfacher zu kaschieren oder retuschieren sind.

    So habe ich einmal wegen den gelben Klassenaufschriften und Raucher-/Nichtraucher-Beschriftungen gleich die ganze grüne Seitenwand als Decal ausgedruckt, damit um die Beschriftungen keine Ränder sichtbar wurden.:D


    Das Anpassen der Farben kann bei gewissen Mischfarben einfach nicht gelingen. Mit Grüntönen hatte ich bislang die grössten Schwierigkeiten. Einige Projekte scheiterten genau daran.

    Gruss Roger


    84 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Hallo Krook,


    Hier noch ein Nachtrag.

    Wenn du dein Rollmaterial alterst, gibt es noch etwas zu berücksichtigen. Je nach Alterungsart werden die Kanten der Decalfolie hervorgehoben. Dies ist vorallem beim Einsatz von Pulverfarben und Lasuren der Fall....

  • Salü BahnTech


    Dankeschön für den Hinweis. Denke dass sich bei zu rauher Oberfläche beim Spritzen das gleiche ergibt. Eben dass sich das Decal nicht richtig an die Fläche anschmiegen kann und somit die Ränder besser sichtbar bleiben.


    Es gibt auch Mittel um das Decal anpassfähiger zu machen (aufzuweichen) oder auch die Haftbarkeit zu verbessern. Hat da bereits jemand Erfahrung?


    Gruess krook

  • Ich verwende Decalfolie von mdp (Mr. Decal Paper)

    http://www.mrdecalpaper.co.uk

    Wie der Weichmacher heisst, weiss ich nicht auswendig. Der steht zu Hause... kann ich aber nachliefern.

    Gruss Roger


    84 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • Hallo Krook (Roger),


    als Weichmacher verwende ich MarkFit. Einfach nicht zuviel und zu lange einwirken lassen, ansonsten wird unter umständen das Grundmaterial und/oder die Decalfolie angegriffen....


    Zum überlackieren (Airbrush) von Decalfolien: dort ist die Hervorhebung von Kanten weniger ausgeprägt, da ja normalerweise flächig und nicht allzu dick lackiert wird.

    Im Gegensatz zum aufbringen von Pulver- und Lasurfarben mit dem Pinsel.

  • Hallo Marc


    Ich habe den Weichmacher und das Decalmedium um die Haftung zu verbessern von Valejo,

    oder auch die Produkte von Microscal gesichtet und mich gefragt, ob diese denn was bringen.

    Ich habe nun das Medium von Vallejo bestellt.


    Gruess krook

  • Ich verwende Weichmacher von Microscale und habe damit recht gute Erfahrungen gemacht: Nach Auftragen der Flüssigkeit passen sich die Decals gut der Oberfläche an. So konnte ich die unebenen Seitenwände von Güterwagen bekleben und das Decal mit Wattestäbchen in die Bretterfugen drücken. Wunder darf man nicht erwarten. Irgendwann reissen die dünnen Folien trotzdem, wenn Erhebungen oder Vertiefungen zu gross sind. Aber die Weichmacher sind sicher ein Gewinn.

    Gruss Roger


    84 von 121 grünen Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.

  • So, ich kann an dieser Stelle kurz eine Erfahrung teilen;

    Ich habe soweit den Wagen gealtert, dann hinter der Wagenanschrift weiss grundiert mit Revell Basic Color. Dann den Vallejo Decal-Softener aufgetragen und das Wagenanschrift-Decal, was ich vor zwei Tagen noch zusätzlich als Schutz lackiert habe (Lösungsmittel) aufgebracht. Natürlich war der Decal Softener noch flüssig. dabei war erstmal gut, paar Sekunden später fing sich das Decal an aufzurollen. Als Reaktion habe ich versucht auch auf der Aussenfläche des Decals Decal-Softener aufzutragen. Leider half alles nichts. Nun heisst es nochmal drucken und lackieren.

    Ich gehe davon aus, dass sich was nicht vertragen hat. Auch das Bild ist natürlich durch das Lackieren aussen relativ starr, und durch den Decal-Softener vermute ich, hat sich das Decal ausgedehnt.


    Gruess krook

  • Hallo Krook,


    versuche einmal zB mit einem Abschnitt vom jetzigen Decalbogen auf einem Stück Kunststoff folgendes aus:

    - lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel

    - Kunstoff mit Wasser-Spüli-Gemisch befeuchten (alternativ mit Weichmacher)

    - Decal für ca. 10-15 sek. in Wasser tauchen

    - Decal vorsichtig vom Träger auf die Fläche schieben und positionieren

    - Restwasser mit Taschentuch und/oder Wattenstäbchen aufsaugen

    - Decal evtl. mit Weichmacher glätten


    Der Einsatz von Weichmachern kann problematisch für Grundmaterial, Farben und Decalfolie sein (die darin enthaltenen Lösungsmittel).

    Ebenfalls ist die Verarbeitung eines zulange oder zukurz eingetauchtes Decal problematisch. Die Decalfolie sollte sich gerade knapp vom Träger lösen.

  • Hallo zusammen

    Bei meinen Basteleien mit Decals habe ich ebenfalls den von Marc abgebildeten Weichmacher verwendet. Funktionierte tadellos.

    Es grüsst Mattioli


    "Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und trotzdem zu hoffen, dass sich etwas ändert" (Albert Einstein)


    Mattioli`s Modellbahnwelt

  • Hallo Marc


    Ja, das Standartvorgehen mit dem Decal in Wasser auf unbehandeltem Kunststoff war bereits im Voraus tiptop gegangen. Ich habe mich noch gefragt, ob allfällig der Untergrund mit Revell eine Rolle spielt, da dieser auf Lösungsmittelbasis besteht, das heisst vielleicht besser mit weisser Farbe den Hintergrund spritzen, statt mit Grundierung....?

    Da mit einem Tintenstrahldrucker gedruckt, muss ich die Decals erst überlackieren, was anscheinend den Weichmacher im Nachhinein auf der Oberfläche nutzlos macht.

    ich gehe davon aus, den Weichmacher bei diesem Vorgehen ausser um die Oberfläche vorgängig zu reinigen, nicht verwenden zu können. Für mich als Anfänger steht die Frage dann natürlich im Raum, haften die Decals denn auf die Dauer so schlecht auf den Modellen, lösen sich diese nach gewisser Zeit ab, auch wenn sie überlackiert wurden??


    Gruess Roger

  • Hallo Krook (Roger),


    einige Hinweise zu deinem Post (meine Erfahrungen):

    - Grundsätzlich eine Produktelinie verwenden (Revell, Tamiya...), die Produkte sind meist aufeinander abgestimmt.

    - Grundierung: die Gundierung ist meist ein Produkt mit relativ wenig Lack und relativ viel Lösungsmittel.

    - Grundsätzlich werden im "privaten" vielfach 1K-Lacke verwendet, diese sind weniger beständig gegen Lösungsmittel als 2K-Lacke. D.h. Vorsicht beim Einsatz von Lösungsmittel.

    - Tintenstrahldrucker: meine Decals sind auch so gemacht. Der Schutzlack brauchts, um das gedruckte zu fixieren.

    - Weichmacher reagiert mit der Folie und den Lacken (Grundlack/Schutzlack). Vorsichtig verwenden.

    - Dauerfestigkeit: hier hängt das Ganze auch von der Lagerung der Modelle ab. Ich bringe zum Schluss einen Schutzlack auf. Normalerweise reicht dies.

    - Ich verwende vorallem Produkte von Tamiya, bisher mit gutem Resultat. Als Schutzlack verwende ich Seidenmatt.