Krokodil Führerstandsfahrt am Gotthard

  • So - wie in der Uservorstellung versprochen, hier also mein Bericht zur Führerstandsfahrt mit dem Krokodil am Gotthard. Einfach so im Voraus: ich ersuche um Nachsicht, wenn ich etwas sehr viele Superlative verwende und der Bericht sich über drei Teile hinzieht, aber das Erlebnis war wirklich absolut beeindruckend, etwas, was ich wohl kaum mehr in meinem Leben nochmals erleben werde ....


    Wie bereits geschrieben, meine Arbeitskollegen schenkten mir zum 60.sten eine Führerstandsfahrt im Krokodil über den Gotthard und sie konnten kaum ahnen, welche Freude mir damit bereitet wurde. Kurz nach Erhalt des Gutscheins meldete ich mich bei SBB Historic zur Festlegung des Termin. Von SBB Historic wurden dieses Jahr erstmals und nur vier Daten mit Fahrten im Kroki angeboten. Wie sich rausstellte, war unsere Fahrt sogar noch die Premiere. Aufgrund der grossen Nachfrage wird aber überlegt, ob die Möglichkeit für zwei zusätzliche Fahrten im 2014 besteht. Alles war absolut perfekt vorbereitet - SBB Historic hat sogar das perfekte Wetter (entgegen den Wetterprognosen) organisiert! :D:thumbsup:


    Am vergangenen Freitag war es dann soweit, die geplante Fahrt war anberaumt. Ich hatte mich um 9:45 in Erstfeld einzufinden. Der Tag begann mit einem frühen Aufstehen, so mitten in der Nacht, also kurz nach 7 Uhr. Kaum aufgestanden, musste ich feststellen, dass nicht alles rund lief, ein System eines Kunden hatte Probleme und ich ganz einfach keine Zeit - Mist. Um 08.03 verliess ich mit der S9 Affoltern a/A Richtung Zug wo ich den ICN um 8.31 nach Arth-Goldau nehmen wollte.



    Unter einem leichten Gefluche nahm ich in Info zur Kenntnis, dass der Zug 8 Minuten Verspätung haben solle, dabei habe ich in Arth-Goldau nur 7 Minuten Zeit zum Umsteigen auf den Regionalzug nach Erstfeld. Schon im Zug kurz vor Arth-Goldau musste ich die Durchsage zur Kenntnis nehmen, dass der Anschlusszug die Verbindung nicht habe abwarten können und der nächste Zug um 9.23 fahren werde. Kurz überlegt und die von SBB Historic vorbildlich gelieferte Notfallnummer angerufen und mitgeteilt, dass ich unverschuldet zu spät kommen werde. Ich wurde informiert, dass es kein Problem sei, denn auch der zweite Passagier der Führerstandsfahrt befände sich im gleichen Zug wie ich ... Die Zeit in Arth-Goldau konnte ich immerhin noch nutzen um den Pullman-Zug (mit Re 4/4 Doppeltraktion) zu bestaunen, der sich dann Richtung Süden in Bewegung setzte.



    Auf der Fahrt nach Erstfeld habe ich mir so einige Gedanken gemacht und dabei bin ich auch noch auf Bruno Lämmli gestossen. Ich dachte noch, das wäre noch eine Supersache, wenn ich ihn doch mal persönlich treffen könnte, immerhin unterhält er für mich mit seiner Page Lokifahrer eine der für mich wichtigsten Informationsquellen mit wirklich guten Infos zum Thema Bahn. Ich wusste nur, dass er (noch) im Depot Erstfeld beheimatet ist, aber die Chance, ihn zu treffen war doch schon gleich Null.


    In Erstfeld angekommen musste ich zuerst mal die Unterführung unter der Bahn suchen um durch die Baustelle hindurch zum Depot zu gelangen. Es warteten bereits drei Personen auf mich, einer wurde als Charly vorgestellt, er sei der Lokführer, ein Zweiter war Hans, mein Mitpassagier aus dem St. Gallischen und der Dritte stellte sich als Bruno Lämmli vor - na sowas!!!!!! :thumbsup::thumbsup: Es gab eine kurze Einführung, das Verteilen der orangen Sicherheitswesten, spezielle Hinweise auf die Sicherheit und schon ging's los. Hier der erste Blick aufs Objekt der Begierde:



    Ein unheimlich majestätischer Eindruck! Auf die geplante Lokübernahme wurde dann - auch aus Zeitgründen - verzichtet, denn es kam schon sehr bald jemand und fragte, wann wir das Gleis frei machen würden, er benötige dieses für eine zu reparierende Lok. Also rauf auf die Lok, im linken Führerstand und nach Freigabe durch die Fahrdienstleitung setzte sich das 95 Jahre alte Gefährt in Bewegung.



    Charly ist leicht erkennbar, ebenso Hans und der etwas rundliche Aufpasser für uns Laien, das ist der besagte Bruno Lämmli. :D Die Aufgabenverteilung war ja klar, Charly der Lf, Hans und ich als Passagiere und Bruno der Aufpasser für uns, der alle (wirklich alle!) Bahn-bezogenen Fragen beantworten konnte. Er - wie auch Charly - glänzten durch ein enormes Wissen, durch unheimlich umfangreiche, interessante Infos rund um die Bahn, Fahrzeuge, Strecken. So viel zusätzlich in so kurzer Zeit habe ich selten dazugelernt!


    Während der ganzen Fahrt musste Charly auf dem Totmann-Pedal stehen - apropos stehen: selbstverständlich verbrachte man die ganze Fahrt stehend - Sitzplätze gibt es da nicht. Das Fahrgefühl war aber sensationell, der Stangenantrieb ist speziell bei tiefen Geschwindigkeiten gut spürbar.



    Gefahren wurde nur bis auf die Höhe der abgestellten (Schiebe-)Loks, dann den Führerstandswechsel und los ging's gen Gotthard ...



    Gezeigt wurden uns wo die Lawinen runtergehen, Felsabbrüche, Verbauungen, sogar wo Charly aufgewachsen ist. Irgendwann überholte uns doch tatsächlich auf der Strecke auch noch ein Güterzug mit zwei DB BR 185 an der Spitze und einer weiteren DB BR 185 als Schieber - und erst noch rechts! ;) Es war nicht die einzige Überholung während der Fahrt...



    Nach dem Wattinger-Kehrtunnel hielt die Lok planmässig auf der mittleren Meienreussbrücke an - auf Höhe des Chileli Wassen.



    In Göschenen wurden wir auf ein Gleis neben den Hauptlinien und rechts von der ehemaligen Autoverladeeinrichtung gewiesen. Es erfolgte eine der drei Kontrollen der Lok während der Reise. Kontrolliert wurden Temperaturen der Lager sowie eine optische Kontrolle der Lok durch Charly.



    Nach dieser Pause ging's weiter in den Gotthard rein - aber nur bis zur Nische. Von Charly präzise navigiert konnten wir da aussteigen und den interessanten Ausführungen von Bruno zuhören. Wohlverstanden - wir standen da knapp 10 Minuten mitten im Tunnel!


  • In diesem 2. von 3 Teilen werden speziell Bilder von der Technik gezeigt - mann ich könnte ein halbes Buch darüber schreiben, es gäbe soooo viel Wissenswertes, was hier widergegeben werden könnte ...


    Also ein paar Detailaufnahmen von aussen:



    Schön zu sehen sind das Baujahr und diverse Details, wie z.B. die (geöffnete) Nadelventil-Schmierung, der Sander etc.


    Hier noch Details der Inneneinrichtung alles "top-modern" :D - aber alles so, dass die Lok gemäss den heutigen Bestimmungen auf dem normalen Schienennetz noch immer verkehren darf und das seit 95 Jahren!



    Speziell zu beachten sind der Tacho - wir fuhren meist mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 60 km/h (es gäbe da noch etwas Reserve, wenn Eile geboten wäre, hätte Charly die Maximalgeschwindigkeit noch leicht erhöhen können) und die eher gewöhnungsbedürftige 24-Stunden Uhr. Das Fahren mit der Lok wäre im Prinzip recht einfach, aber die ganzen Vorschriften, Signale etc. die zu beachten sind, stellen doch sehr hohe Anforderungen an den Lf. Auf der Tessiner Seite, da wo absolut gefahrlos gefahren werden konnte, durften auch Hans und ich mal etwas am Rad drehen - das war ein sensationelles Gefühl!!!! :thumbsup::thumbsup:


    Da kann durchaus festgehalten werden, sowohl Charly als auch Bruno sind absolute Profis. Während der ganzen Fahrt wurden keinerlei Risiken eingegangen oder Experimente durchgeführt - die Sicherheit für Bahn, Betrieb und Mensch hatte die absolut oberste Priorität!


    Am Rande vermerkt sei, dass für diese Fahrt gleich vier Unternehmen/Institutionen beteiligt waren: SBB Historic als Lokbetreiber, SBB Cargo national (da wo Charly angestellt ist - für ihn war das ein "normaler" Arbeitstag, einfach auf dem Kroki statt einer Cargo-Lok), SBB Cargo International (da wo Bruno angesiedelt ist, aber er "opferte" für uns einen Ferientag) und SBB Infrastruktur als Trassenbesitzer.


    Schon jetzt gilt mein spezieller Dank den Leuten von SBB Historic für dieses einmalige Erlebnis!

  • Und hier folgt nun noch Teil 3:



    Auf der Tessiner Seite des Gotthards liess uns der verantwortliche Tessiner Fahrdienstleiter über eine halbe Stunde hängen, er gab einfach das Trassee nicht frei. Er meldete was von einer Einspurstrecke weiter unten - von der wir aber nichts gesehen haben ... Interessant war unsere Fahrt sicher auch für diverse Fotografen entlang der Strecke, einfach so ein Krokodil auf der Strecke vor die Linse zu kriegen, das erlebt man auch nicht alle Tage...



    Irgendwann ging es dann aber doch weiter, Richtung Süden. Natürlich wurde auch über die Bremstechniken diskutiert, über Orte mit recht versteckten Signalen, die man als Lf einfach mittels einer guten Streckenkenntnis kennen muss. Mich hat schon beeindruckt wie aufmerksam diese Führer sein müssen, da kommen ja fast alle paar Meter irgendwelche zu beachtenden Signale. Die Fahrt ging weiter, an Rodi vorbei Richtung Piottino-Schlucht bis zur obersten Ebene beim Biascina-Kehrtunnel. Da gab es wieder einen Foto-Halt (nicht zum Aussteigen, zur zum fotografieren aus der Lok heraus). Wer kennt diese Stellen Bildmitte Bild 44? :D:D



    Es ging weiter Richtung Biasca. Natürlich kreuzten uns auch diverse Personen- und Güterzüge, aber natürlich nicht immer so "geizige" wie die Re 4/4 Doppeltraktion. Allerdings, wenn ich das richtig verstanden habe, war das der Gemüse-Zug, und der ist - da zweiteilig geführt - relativ kurz. Mir ist einfach aufgefallen, dass sehr viel Verkehr von den roten DB BR 185 abgewickelt wird, eigentlich schade, dass da viel zu wenig SBB-Loks zum Einsatz kommen und stattdessen die eher "seelenlosen" BR 185 von DB und anderen EVU's. Einmal - aber da war ich mit dem Fotoapparat nicht bereit - ist auch eine Re 465 (von RailCare gemietet) entgegen gekommen. Natürlich diverse Re 10/10, Re 4/4 II sogar in Dreifachtraktion, wie auch ein solcher Zug mit drei BLS Re 4/4 und diverse schwere Güterzüge mit "Schieber" am Zugende. Im Spass wurde auch etwas über die BLS Re 4/4 geschnödet (lausige Bremsen). Es ist aber schon so, dass die Hauptverkehrsrichtung der Gütertransporte von Norden nach Süden geht, nicht umgekehrt wie von mir erwartet.



    In Biasca wurde der dritte und letzte Schmierhalt eingelegt. Da gab es ausgiebig Zeit für einige Fotos. Ebenso auch nette Begegnungen - z.B. mit einer nigelnagel neuen LION - die präsentierte sich ebenfalls wunderprächtig! Selbstverständlich überquerten wir da auch die Geleise (siehe anderer Thread hier im Forum), aber a.) immer mit den orangen Westen versehen, b.) nicht über die beiden Geleise wo der Verkehr durchgeschleust wurde und c.) immer unter den wachsamen Augen von Bruno, damit wir ja keine Sicherheitsrisiken darstellten ... Was ich ebenfalls feststellte ist, dass die Lf ein sehr ruhiges Gemüt haben müssen und enorm viel Geduld aufweisen müssen, denn immer läuft auch nicht alles glatt. Sei das ein Fahrdienstleiter, der keinerlei Interesse zeigt, unserem Oldtimer ein Trasse freizugeben, sei das ein Ausfall des GSM-Netzes über das immer alles bestätigt werden muss - von zweisprachigen Lf - im Norden Deutsch und ab Airolo in italienisch.



    In Bellinzona angekommen wurden wir auf ein Abstellgeleise gelotst, ich glaube das war Gleis 7 (ist aber eigentlich nicht relevant ...)



    Das Empfangskomitee (in der Person von Fredy) stand auch schon bereit!



    Wir verabschiedeten uns von der doch liebgewonnen Lok, sie wurde bereits wieder fahrbereit für die nächsten Gäste für die Fahrt zurück nach Erstfeld bereit gemacht. Charly war da ausgesprochen effizient ...



    Bei der Verabschiedung überreichte uns Bruno noch eine Urkunde - die erhält bei mir einen Ehrenplatz :thumbsup:




    Natürlich gab es noch eine ganze Reihe Diskussionspunkte, die nachfolgend nur stichwortartig aufgeführt werden:


    - "obligate Frage": welcher ist der bevorzugte Loktyp: beide LF's meinten, dass sie eigentlich keinen wirklichen Favoriten hätten, schön sei die Abwechslung, einzig die BR 185, die als eher "seelenlose" Lok bezeichnet wurde, stand bei beiden nicht sehr hoch im Kurs. Das Krokodil zu fahren sei eigentlich recht einfach, jedoch das Anfahren am Berg unter Last sei schon etwas "höhere Schule"...


    - die steilste Stelle auf der Nordrampe sei unmittelbar am Anfang wo es mit den Steigungen losgeht, denn wenn ein Zug diese Hürde schafft, dann schafft er auch den Rest des Gotthards.


    - die damaligen Anforderungen an die Zuglast unterscheidet sich natürlich grundlegend von den heutigen Lasten. Vor knapp 100 Jahren gab es noch nicht die gleichen Materialien, welche für die Kupplungen verwendet wurden. Die Tonnagen waren natürlich noch längst nicht so hoch wie sie das heute sind.


    - was würde passieren im Falle eines Defektes unserer Lok? Dann müsste in Erstfeld eine Abschlepp-Lok organisiert werden und der Streckenabschnitt wäre nur einspurig befahrbar


    - Sehr viele Infos erhielten wir zum Gotthardtunnel, z.B. dass die Mehrheit der Todesfälle beim Bau gar nicht auf Unfälle sondern auf Krankheiten zurückzuführen waren.


    - Wir diskutierten auch viel darüber, wie diese waghalsigen Pioniere den Dampfbetrieb im damals unbelüfteten 15 km Tunnel durchführten, das wäre aus heutiger Sicht gar nicht mehr möglich, die Erstickungsgefahr wäre viel zu gross. Dies ist übrigens auch ein Grund weshalb der Scheitelpunkt in der Mitte liegt und die Dampfloks die Steigung mit Schuss überwinden mussten um nachher im schlimmsten Falle nur noch rollend das Tunnelende erreichen zu können. Die Bahnhofanlagen sind ja allesamt sehr schön horizontal gelegen, aber meist bahntechnische und nicht Personen-orientierte Anlagen. Auch dies ist ein Überbleibsel aus der Dampflok-Zeit.


    - Das Depot Erstfeld wird ja bekanntlich aufgelöst, d.h. die dort angesiedelten Lf's werden auf andere Standorte verteilt. Charly geht zur Stadtbahn Zug und wird somit "Tramfahrer" :D , Bruno kommt dann zum RBL.


    Da mich Fredy in Bellinzona abholte, beschlossen wir zu ihm nach Hause zu fahren - Mann der wohnt vielleicht im Juhee - aber wunderschön gelegen! :thumbsup: Er brachte mich dann runter nach Magliaso, wo ich den FLT nach Lugano (der Bahnhof ist im Moment einfach eine unsägliche Grossbaustelle) nehmen konnte und dann den ICN nach Bellinzona, Arth-Goldau - Zug und dann wiederum mit der S9 nach Affoltern. Zurück war ich kurz nach kurz nach 21 Uhr - hundemüde von der ganzen Reise aber mit einem absolut zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht, denn so was wie an diesem Tag habe ich und werde es wohl kaum je wieder erleben!!!

  • Roli,


    Danke für den tollen Bericht, aber Foto Nummer 59...., musste das sein??


    Ich wünsche dir trotzdem noch einen schönen Sonntag und erhole dich am Montag von dem schaffigen Samstag! :phat:

    Ich habe eigentlich nichts gegen Anwälte, aber einen mag ich gar nicht, aber irren ist menschlich!




    Grüsse


    Fredy

  • Hallo Roland,


    Besten Dank für die schönen Bilder, bin da schon ein bisschen neidisch das ich das noch nie gemacht habe, aber mein 60er kommt ja auch noch irgendwann mal :D


    Gruss Andi

  • Roli,


    was hast Du nur für liebe Kollegen! Und dann diese Führerstandsfahrt, mit dem Kroki, und mit Bruno Lämmli... kannst Du dir vorstellen, dass ich ziemlich neidisch bin? :dash:


    Gruss
    Kurt

  • Diese Ausfahrt hat sich wirklich gelohnt. :thumbsup: Immerhin dürfen wir mit den vielen Fotos daran teilhaben, ist doch auch nicht schlecht. Das Wetter hat zum Glück auch mitgespielt. Einziger Wermutstropfen, der seltsame Fotograf in Bellinzona. :vain:

  • Einziger Wermutstropfen, der seltsame Fotograf in Bellinzona


    Was denn, das ist doch das i-Tüpfelchen des Ganzen?!!


    In freier Wildbahn ein Exemplar des "homo fotograficus ticinese" zu erwischen, war doch der Höhepunkt des Ausflugs :D:D

    Gruss

    Peter


    Freedom's just another word for nothing left to lose

    No matter how much you polish a turd - it's still a turd

  • Kleiner Nachtrag.


    Ganz vergessen, habe ja auch noch eine kurze Sequenz welche zeigt, wie Lf Charly zu arbeiten hatte, da gab es immer was zum "rigeln":



    Es geht schon etwas lärmig zu und her im Führerstand. Aus Gewichtsgründen wurde damals natürlich noch gar nichts isoliert, im Sommer ist es also sehr heiss und im Winter saukalt - aber es ist ein unvergleichliches Feeling :thumbsup::thumbsup::thumbsup:


    Nachtrag II: Charly Infanger ist übrigens der Bruder von Vinz Infanger, den wir ja bestens als Börsen-Händler kennen.

  • Diese Ausfahrt hat sich wirklich gelohnt. :thumbsup: Immerhin dürfen wir mit den vielen Fotos daran teilhaben, ist doch auch nicht schlecht. Das Wetter hat zum Glück auch mitgespielt. Einziger Wermutstropfen, der seltsame Fotograf in Bellinzona. :vain:



    Hihihi - Fredy - Erwin meint da wohl Dich ... :D:D


    Den grössten Aufwand beim Verfassen der Beiträge nahm übrigens das Aussortieren und Bereitstellen der Fotos in Anspruch. ich habe etwa 170 mehr oder weniger brauchbare Fotos gemacht und die Auswahl, d.h. das Zusammenfassen auf etwas unter 60 Bilder, nahm fast soviel Zeit in Anspruch wie die Fahrt von Erstfeld nach Göschenen :D Hoffe, ich langweile Euch nicht damit ...

  • Roland, herzlichen Dank für den ausführlichen Bericht und die vielen Fotos. Nun hat der Bruno Lämmli endlich ein Gesicht bekommen.


    Obwohl ich gestern unerwartet auch zu einer Führerstandsfahrt in einem PapaMobil gekommen bin, an dein Erlebnis kommt es nicht ran. Ich wünsche dir, dass du noch lange an dem Ausflug Freude haben wirst.


    Gruss
    Teddy
    _________________
    Liste der Digitalzentralen

  • Hihihi - Fredy - Erwin meint da wohl Dich ...


    Aber, aber Roli,


    da spricht doch der blanke Neid, das darfst du nicht so ernst nehmen! :lol:


    Warte nur auch der kommt mir bald wieder zwischen die Finger! :dash:

    Ich habe eigentlich nichts gegen Anwälte, aber einen mag ich gar nicht, aber irren ist menschlich!




    Grüsse


    Fredy

  • Hoi Roland


    Jetzt habe ich aber doch noch eine technische Frage, bei der ich davon ausgehe, dass sie der Bruno Lämmli erklärt hat:


    In der Zeit als das Kroki gebaut wurde kannte man als Zugsicherung ja lediglich Integra-Signum. Am Gotthard wurden sämtliche Signum-Magnete mit Eurobalisen ersetzt (auf der letzten Forums-Gotthardbahn-Exkursion lagen die rausgerissenen Signum-Magnete in Airolo herum). Ich habe irgendwo gelesen, dass die Krokodile deshalb nicht mehr am Gotthard fahren können, weil sie keine Eurobalisen-Auswertung haben. Entweder stimmt das nicht mehr was ich gelesen habe, oder aber "dein" Kroki wurde mit ETCS ausgerüstet (was ich mir aber eher nicht vorstellen kann). Was stimmt denn nun?


    Gruss
    Teddy
    _________________
    Kontaktgleis, Schaltgleis, Reedkontakt, Lichtschranke oder Achszähler?

  • In der Zeit als das Kroki gebaut wurde kannte man als Zugsicherung ja lediglich Integra-Signum.


    In der Zeit gab es noch keine Integra-Signum Sicherungsanlagen. Die Geschichte dazu lässt sich hier nachlesen .

  • Lieber Roland
    Danke für den super Bericht und die vielen Fotos. Ein Bild hättest du aber eigentlich noch nachliefern müssen: Das 60-jährige Geburtstagskind aus dem Moba-Forum fehlt einfach!
    Herzliche Grüsse
    Oski

  • Was stimmt denn nun?[/url]


    Hier - ausgesprochen speditiv und kompetent wie immer - die Antwort von Bruno Lämmli:


    "Abgeliefert wurden die Krokodile ohne jegliche Zugsicherung, da es diese 1919 gar nicht gab. Die Lokomotiven wurde ab ca. 1930 mit der bekannten Zugsicherung Integra-Signum ausgerüstet. Das betraf alle Lokomotiven. Aktuell erfolgt auf der Nord-Süd-Achse die Umstellung auf die ETCS-Balisen und damit auf ETCS Level 1 LS. Die verkehrenden Lokomotiven von SBB Historic, so auch die 14253 sind mit den entsprechenden Empfängern ausgerüstet und können daher uneingeschränkt in der Schweiz verkehren. Das gilt auch für die Dampflokomotiven.


    Nur, weil wir den sonst gelben Empfänger schwarz angemalt haben, heisst es nicht, dass er nicht vorhanden ist. Die 14253 war sogar eine der ersten nachgerüsteten Maschinen von SBB Historic. Sämtliche Lokomotiven in Erstfeld können unter ETCS Level 1 LS verkehren.


    ETCS-Balisen und ETCS Level 2 sind nicht das Gleiche. ETCS-Level 2 ist aktuell am Gotthard noch nicht vorhanden, das wird sich aber ändern:


    Frühjahr 2015 Brunnen – Erstfeld
    Herbst 2015 Bodio – Bellinzona
    Frühjahr 2016 Basistunnel.


    Ab dann kann die Ce 6/8 II nur noch zwischen Erstfeld und Bodio verkehren. Es sei denn, es gelingt dem Kanton Tessin die Forderung nach Signalen bis Biasca durchzusetzen. Aktuell gibt es keine historische Lokomotive, die unter ETCS Level 2 verkehren kann. Das soll aber geändert werden, aktuell sind Abklärungen im Gang folgende Fahrzeuge für Level 2 herzurichten.


    - Rae TEE II
    - Ae 6/6 11411 (In Erstfeld zu Hause)
    - Ae 6/6 11425 (In Olten zu Hause)


    Diese drei Fahrzeuge könnten daher uneingeschränkt eingesetzt werden. Das heisst, auch auf der NBS, im LBT und natürlich zwischen Brunnen und Bellinzona."

  • So, endlich kam ich dazu den ausführlichen Bericht von Roland und alle nachfolgenden Kommentare zu lesen. Als ich gestern etwas von dieser Führerstandsfahrt murmelte, fragte mich Madi spontan, ob ich mir so etwas für meinen 50. Geburtstag (in ein paar Monaten!) wünsche. Sie hat offensichtlich keine Ahnung, welche Besonderheit so eine Fahrt - zumal in einem Krokodil - darstellt. Daher lehnte ich bescheiden ab (mir fällt gerade ein, dass ich ja schon mal eine Führerstandsfahrt in einer grünen Ae 6/6-Kantonslok mitgemacht habe - allerdings völlig spontan und nur eine ganz kurze vom Depot bis in den Bahnhof Luzern... also ein paar hundert Meter. Dies hielt mein Herz gerade noch aus, um nicht vor Glück zu zerspringen. Das reicht mir, um für den Rest meines Lebens davon zu zehren. :)

    Gruss Roger


    78 grüne Ae 6/6


    Die Katze schläft im Lärm; nur die Stille weckt sie, wenn die Mäuse rascheln.